Abgehangene Wohnzimmerdecke

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Wohnzimmerdecke
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    400 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Schon als wir unser Haus gekauft haben, war klar, das die Wohnzimmerdecke so nicht bleiben kann. Den schön großen und hellen Raum hatten die Vorbesitzer mit einer geschlossenen Gipskartondecke verkleidet. Allerdings wölbte sich diese an den Ecken schon bedrohlich nach unten und das Attribut „Fest“ hatte die ganze Konstruktion auch nicht mehr verdient.

Also abreißen.

Aber was dann?

Eine Idee war schnell geboren, erste Skizzen schnell gezeichnet. Also frisch ans Werk.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • teppichmesser
  • Wasserwaage
  • Schaschlik-Spieße
  • Topfbohrer
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Materialliste
  • 14 x Deckenträger für Gipskartonplatten
  • 70 x Direktabhänger
  • 3 x Lampensets á 3 Spots
  • 1 x LED Stripe-Set (20m)
  • 20 x Kabel (NYM 3x1,5 & 5x1,5)
  • 4 x Steckdosen AP
  • 1 x Serienschalter UP
  • 3 x Abzweigdosen
  • 15 x Dosenklemmen
  • 1 x Schrauben für Gipskartonplatten
  • 1 x Rotband
  • 1 x Strukturfarbe
  • 6 x Gipskartonplatten

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung

Raumplan
Plan für Lampen und Träger

Wir wollten die Decke so abhängen, das außen ein Rahmen frei bleibt für die indirekte Beleuchtung.

Die Planung zeigte, das wir mir Direktabhängern und Deckenprofilen die neue Decke befestigen können. Auch die Position der Lampen haben wir schon mal ausgerechnet, so das diese gleichmäßig im Raum verteilt sind.

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Abriss und Bestandsaufnahme

Die alte Decke ist runter
Diese Löcher müssen gestopft werden ...
... damit keine warme Luft ...
... in die Decke rein zieht und sich Schimmel bildet.

Doch vor dem Neubau muss erst mal die alte Decke raus.

Die verarbeiteten Gipskartonplatten wollten wir, soweit möglich, weiter verarbeiten um das Renovierungs-Budget zu schonen. Meine Frau hat dann die alte Tapete soweit möglich entfernt, so das wir die Platten größtenteils abschrauben konnten. Einige Schrauben waren aber zu gut versteckt, einige Platten zu groß, so das doch einiges kaputt gegangen ist. Die Neuanschaffungen beschränkten sich aber auf 6 Platten.

Unter den Gipskartonplatten war eine einfache Unterkonstruktion aus Dachlatten, die Mühelos entfernt werden konnte. Die darunter befindliche Decke, eine mind. 30 Jahre alte, Laminatähnliche, genagelte Konstruktion, kam uns fast von alleine entgegen. Gut das wir das Thema direkt angegangen sind.

Nun hatten wir freien Blick auf die ursprüngliche Decke.

Die verbleibende Unterkonstruktion ist aus massiven 4x6 Balken aufgebaut, die zwar genagelt, dafür aber sehr fest an den Querbalken angebracht ist. Somit konnten wir diese übernehmen. Allerdings war an einigen Stellen der Putz abgebröckelt.

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Verputzen und Rahmen

Offene Stellen müssen verputzt werden
Der neue Rahmen
Der neue Rahmen
Der neue Rahmen

Nun müssen erstmal die Löcher verputzt werden. Denn durch die offene Decke kann die warme Raumluft in die Zwischendecke entweichen und entweder dort, oder wegen der Hohlwand-Bauweise, sogar unter dem Dachstuhl langfristig für Schimmel sorgen.

Also wurden die Löcher verputzt. Dabei war ein Laie (ich) am Werk, was man sofort sieht. Aber es ging ja nur darum, die Löcher dicht zu bekommen. Schön muss da nicht. ;)

Als nächstes wurde eine 15cm breite Umrandung an die Balken geschraubt. Diese deckt die alte Decke ab und ist Teil der indirekten Beleuchtung. Nach dem verputzen wurde direkt die weiße Raufaser-Tapete aufgeklebt und am nächsten Tag gestrichen. Die beiden Wände, die weiß werden sollen, sind jetzt auch schon fertig Tapeziert. Diese werden aber erst mit der Tapete unter der neuen Decke gestrichen.

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Aufbau der neuen Kontruktion

Alles in Wage der länge nach ...
... und auch Quer alles gut.
Hier helfen einem Einzelkämpfer die tollen Schaschlikspieße

Nun ging es an die tragenden Teile.

Die Decke soll ca 10 cm von der Decke abgehängt werden. Dabei lassen wir auf jeder Seite einen Rand von ca 10 cm für die indirekte Beleuchtung. Die direkte Beleuchtung erfolgt mit 9 Spots, die in die Decke eingelassen werden.

Wir haben uns für Direktabhänger und Deckenprofile aus Stahlblech entschieden, da diese Formstabiler und leichter sind als eine Konstruktion aus Holz. Die neue Lattung wurde quer zur ersten gelegt, somit also der Länge nach im Raum angebracht.

Bei einer Raumbreite von ~3,6m abzüglich der 20cm Rand bleiben ~3,4m über. Der Abstand zwischen den Profilen sollte maximal 60cm betragen. Bei der Raumgröße kommen wir somit auf 7 Reihen. Da ich aber in der Mitte des Raumes Spots einlassen wollte, habe ich etwas abweichende Maße zwischen 52cm und 61cm gewählt. Somit sind die Profile leicht unterschiedlich auseinander und ich kann auf der Mittelachse meine Spots einbauen.

Die Raumlänge von ~5,7m erlaubte es mir, 2 ganze Profile (á 2,6m) direkt hintereinander zu hängen. Das mir am Rand ~10cm fehlten war nicht weiter schlimm, da ja keine Last auf oder an die Decke gehängt wird.

Nun geht es ans Schrauben.

Die Direktabhänger werden einfach auf die vorhandene Unterkonstruktion geschraubt und dann zu einem „U“ gebogen. Um die Profile vernünftig und ohne Helfer unter die Decke zu bekommen, habe ich immer den ersten und den letzten Direktabhänger angeschraubt und dann mit einem Spieß eine Halterung gebaut. Somit konnte ich in aller Ruhe messen, ob die Profile in Wage sind und ggf. wie hoch ich die Profile angeschraubt werden müssen. Nachdem der erste und der letzte Direktabhänger verschraubt waren, kamen noch 3 dazwischen, so das ich auch der Länge nach auf ca. 60 cm Abstand gekommen bin.

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Kabelbaum

Markierung der Lampen auf dem Boden
Hier kommt ein Spot an die Decke
Eine neue 5x1,5 Leitung wurde verlegt und macht die Dose recht eng
Vorbereitung des Kabelbaums auf dem Boden

Nachdem die Konstruktion hängt, wird die Elektrik eingebaut. Damit ich wusste, wo welche Leitung hin muss, habe ich mir die Positionen der Spots auf dem Boden mit Kreppband aufgeklebt und mich an den Kabelbaum begeben.

Im Vorlauf hatte ich schon ein neues Kabel für meine Decke verlegt. Es lag ein 3x1,5mm² Kabel für die einfache Wohnzimmerlampe. Da ich aber 2 Lampen getrennt schalten wollte, habe ich ein 5x1,5mm² Kabel verlegt und einen neuen Schalter eingebaut. Allerdings war die Dose dafür schon recht eng.

Der Kabelbaum wurde wieder mit 3x1,5mm² Kabel und Wago-Klemmen aufgebaut. Die Verbindungen zu den einzelnen Lampen sind Sternförmig von der Mitte aus verlegt worden. Zusätzlich habe ich noch 4 Steckdosen an die jeweilige Mitte einer Wand für die LED-Stripes gelegt. Dazu später mehr.

Da die Kabel lose unter der Decke liegen, besteht keine Gefahr, das diese beim anschrauben, von z.B. Deko, beschädigt werden, da sie sich frei bewegen können. Den Übergang zwischen Unterverteilung und Zuleitung habe ich dann noch mit einer Zugentlastung gesichert und an einen der Direktabhänger so angebracht, das durch die Öffnung der mittleren Lampe ggf. Wartungsarbeiten durchgeführt werden können.

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Neue Decke

Die erste Reihe war sehr schwer ...
... aber mit jeder weiteren wurde es einfacher.
Auch falsch rum geht das ...
... muss auch, wenn man sich beim Anzeichnen vertut.

Jetzt kommt die neue Decke dran.

Zuerst haben wir die alten Platten soweit möglich verarbeitet. Dabei wurden 74mm Löcher da gebohrt, wo hinterher die Spots rein kommen und beim Anbringen schon mal die Kabel durch gezogen. Auf den Bildern sind die Enden noch nicht abgesichert. Bevor ich die Verbindung mit dem Stromkreis hergestellt habe, wurden die Kabel mit Dosenklemmen gegen Berührung gesichert.

Beim Anschrauben der Platten ist darauf zu achten, das immer von Profil zu Profil gearbeitet wird und das immer ein Versatz zwischen den einzelnen Platten sein muss. Wir haben mit der ersten Reihe so angefangen, das immer 2 Zwischenräume überbrückt wurden. Bei der nächsten Reihe haben wir dann mit 1 Zwischenraum angefangen und auch wieder aufgehört.

Bei zwei Platten haben wir uns beim Messen und bohren vertan. Deswegen ist diese mit der alten Seite nach unten angeschraubt. Der Rest der Platten hängt hingegen „falsch“ rum, was aber nicht weiter tragisch ist.

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Fertigstellung

Fertige Decke
Wohnzimmerdecke
Ich hoffe man kann es erkennen

Vom verputzen hab ich leider keine Bilder gemacht.

Die Zwischenräume der Platten wurden mit Rotband und Fugenband verputzt. Anschließend haben wir die Decke mit Strukturfarbe gestrichen (irgenwie wollte mir niemand beim Tapezieren der Decke helfen ;) ) und die Lampen eingebaut.

Vorher wurden außen noch mit ~2cm abstand Dachlatten auf die Gipskartonplatten geschraubt, woran die LED Stripes befestigt wurden. (siehe Skizze)

Das Video habe ich am Abend als die LED Stripes drin waren gemacht. Da sind die Platten noch nicht verputzt.
Der Farbwechsel sollte nur mal testen, ob alles richtig funktioniert. In der Regel entscheiden wir uns für eine Farbe und die bleibt dann konstant an. ;)

Mittlerweile haben wir noch Schränke und alles andere eingebaut und eingerichtet und fühlen uns mit der Decke verdammt wohl. ;)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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