A kloans Schamerl füas Weibal bzw. kleine Fußbank für meine liebe Gattin

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Völlig überraschend hat meine Frau schon wieder Geburtstag.
Zum Glück ist bei Ihrem Motorrad der Hinterreifen fällig, so habe ich hier schon mal ein sinnvolles Geschenk für sie. Trotzdem möchte ich ihr auch noch etwas selber machen - nur was?

Ich bekomme Ende Juli live mit, wie sie versucht aus einem der Oberschränke in der Küche etwas zu holen: hierfür muss sie erst einen Stuhl vom Esstisch holen, sonst kommt sie da nicht ran! Als liebender Ehemann unterdrückt man natürlich das Schmunzeln wohlweislich!

Schwupps, eine Idee ist geboren!

Mein Opa hatte meinen Eltern mal ein "Schamerl", also ein kleines Fußbänkchen gemacht. Ganz einfach aus Kiefernholz.
So etwas schaffe ich doch bestimmt auch, oder?
Aber seht selbst.


Wie immer ist auch dieses Projekt an den wenigen freien Wochenenden und abends nach dem Büro entstanden. Im Bastelwahn habe ich oft einfach vergessen, Fotos zu machen. Ich hoffe, die Beschreibung in Kombination mit den vorhandenen Bildern reicht aus. Bei Unklarheiten einfach nachfragen!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PEX 300 AE  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • Sägestation,  Bandsäge BS 350 Superior
  • Akku-Schrauber,  BDCDC18
  • Sägestation,  Dekupiersäge SD1600V
  • Oberfräse,  TE-RO 1255
  • Kapp- und Gehrungssäge,  KGS 216
  • Einhandhobel Juuma
  • Ständerbohrmaschine
  • Stechbeitel
  • Holzraspel
  • Holzfeile
  • Schleifpapier
  • Japansäge
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Materialliste
  • Leimholz | Kiefer (Reststück)
  • Dachlatte | Fichte / Tanne (Reststück)
  • Holzdübel geriffelt | Buche (6mm)
  • Holzleim
  • Rundholz | Buche (10mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Eine Idee nimmt Gestalt an: die Skizze

So in etwa solls mal aussehen
Entwurf für die Beine
Das hatte mein Opa vor über 45 Jahren für meine Eltern gemacht - ich habe es wiedergefunden!

In Gedanken hatte ich das Schamerl meines Opas vor Augen. So in etwa sollte das von mit gefertigte auch aussehen. Das rustikale Design ist also gewollt.
In der Höhe gebe ich ein paar cm mehr dazu, dann kommt meine Frau nicht nur mit der Hand an alles dran, sondern sieht auch, wohin sie greift!

Ich kann nicht zeichnen.

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Zwischenprojekt: großer Zirkel

Nagel mittig auflegen, mit Hammer versenken und dann verleimen. Zur Not Spitze leicht anschleifen
an der TKS eine mittige Nut sägen, Bleistiftstummel seitlich anschleifen, in die Nut legen und mit Paketband fixieren
fertiger Zirkel

Für die ganzen Rundungen benötige ich einen großen Zirkel, den ich mir ganz flink aus Reststücken zusammenbastel:

Zwei gleichlange (schmale) Holzstücke werden erst gehobelt. In eines leime ich an einem Ende einen Nagel, beim anderen säge ich mit der TKS eine Nut in passender Breite. Hierin versenke ich einen Bleistiftrest, den ich mit Paketklebeband fixiere (so kann ich ihn jederzeit neu anspitzen, vorschieben, austauschen). 
Jetzt beide Schenkel mit einer kleinen Schraube und einer selbstsichernden Mutter verbinden:
Fertig ist der Zirkel.

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Zuschnitt und Formgebung

Löcher für den Griff
Form aufgezeichnet
und ausgesägt
5° Abschrägung
hmm. nicht sonderlich gut geworden!
Ausschnitt für den Querbalken
Fußausschnitt

Das einfachste ist das Querbrett, also der Deckel vom Schemel:

Nach ein paar Versuchen mit dem Zirkel habe ich eine mir gefällige Form aufgezeichnet, die ich mit der Bandsäge aussäge. Mittig kommt ein Griff hinein: zwei Löcher (D=35mm) mit dem Kreisschneider und diese dann mit der Dekupiersäge verbinden.

Als Nächstes kommen die Beine an die Reihe:
Damit das Schamerl etwas mehr Stabilität bekommt, will ich die Beine in einem Winkel von 5° anbringen. An der TKS säge ich die Schräge für die Oberseite. Hätte ich mal besser gleich beide Seiten winklig gesägt!

Die Außenform zeichne ich mir erst mittels Winkel und dann "verbessere" ich die Linie noch freihand. Auf der Bandsäge gesägt bekomme ich zwei nicht wirklich deckungsgleiche Teile. grrr!
Dann mach ich halt noch eins.Den Rest muss ich dann halt schleifen.
Dann zeichne ich mir die Aufnahme für die Querlatte an. Auch hier muss ich natürlich beim aussägen mit der Deku den Winkel berücksichtigen. Und schon wieder: grrr!!!
Ich habe zwar den Winkel berücksichtigt, aber leider zur falschen Seite! Dann mach ich halt noch ein Bein.

Jetzt fällt mir dann auch endlich auf, dass die Beine nur oben winklig angeschrägt sind, unten leider noch nicht!
Ganz schlecht, weil ich nun keine Anschlagkante mehr habe. Deswegen suche ich mir die passenden Abschnitte aus dem Müll heraus und leg diese die Aussparungen. Jetzt kann ich die Schräge an der TKS sägen!
Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, war ich inzwischen so genervt, dass ich vergessen habe hiervon ein Bild zu machen.



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Feinarbeit für die Symmetrie

Schablone
Ist-Zustand
Soll-Zustand

Irgendwie gefallen mir die Beine immer noch nicht. Symmetrie ist etwas anderes! Und dann sieht das eine Bein immer noch etwas anders aus. 
Was tun?
Idee: Ich bastel mir eine Papierschablone, übertrag die Kontur auf eine Beinseite und feil' mir das passend hin. Diese Seite nehme ich dann als Referenz für alle anderen Seiten.
Die fertige Seite zwinge ich per Einhandzwinge auf das andere Beinteil und arbeite mit Holzraspel & Schleifwalze für die Bohrmaschine die Kontur nach. Dann nehme ich das eben bearbeitete Beinteil, drehe das Erste um 180° und wiederhole das Ganze. Bei der vierten Seite verfahre ich ebenso. 
Jetzt endlich bin ich einigermaßen zufrieden!

Allerdings ist der Wunsch nach einem Spindelschleifer inzwischen so übermächtig, dass ich mir kurzerhand den OSM 100 von Scheppach bestelle. Mit Schleifwalze und Bohrmaschine geht, ist aber nicht sonderlich toll. 
 
Zu guter Letzt bearbeite ich die Kanten mit der Oberfräse: ein Abrundfräser R 6,3 sorgt für ein gefälliges Griffgefühl!

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Querversteifung

Nee, so wird das nix!
ist eh schon gerissen, dann mach ich es halt neu!
Angeschliffen
Und verklebt
Besser, eindeutig!

Die beiden Beine des Schemels werden mit einer Querlatte gegen seitliches Ausbrechen gesichert und geben der Konstruktion nochmal zusätzliche Stabilität.

Hierfür nehme ich ein Reststück Dachlatte, die ich mit dem Einhandhobel putze und mittels Schleifpapier dem Ausschnitt in den Beinteilen anpasse. Außen soll die Querlatte durch einen Splint gehalten werden.

Mein erster Versuch, ein sich verjüngendes viereckiges Loch im passenden Winkel händisch auszustemmen, verwerfe ich, als ich das ziemlich unbefriedigende Ergebnis sehe.

Dann greife ich doch lieber zum Bohrer:
Am Bohrständer lässt sich zumindest der richtige Bohrwinkel schön einstellen!
Für die Splinte nehme ich ein Rundholz (Buche, D=10 mm), den ich mir passend ablänge. Auf das obere Drittel leime ich jeweils ein Stück eines 13mm Buche Kantholzes (Reststück vom Schiebeschlitten für die PTS10). Nachdem der Leim schön trocken ist, schleife ich mir die Splinte in eine gefällige Form.
(Hier habe ich leider kein Bild gemacht, ist später aber noch zu sehen!)

Die Querlatte passt in die Aufnahme der Beine, die Splinte passen in die defür vorgesehenen Löcher -- Dann kann ich ja jetzt die Querlatte an meinem brandneuen Spindelschleifer in Form bringen.

Die Kanten werden mit der Oberfräse abgerundet. Leider "fällt" mir hierbei der Abrundfräser zweimal in die Löcher für die Splinte. Egal. Das schleif ich raus...

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Zusammenbau (Generalprobe)

So solls mal aussehen
und wenn man die Bohrungen richtig setzt, sieht's dann auch SO aus!

Die Beine wollte ich der Einfachheit halber je mit drei popeligen 6mm Riffeldübeln anleimen. Ich habe schließlich pro Seite  dann doch insgesamt 5 Löcher gebohrt.
Warum?
Tja, scheinbar habe ich bei den ersten drei Bohrungen so sehr geschielt, dass die Beine völlig krumm & schief geworden wären!
Also zwei neue Bohrungen gesetzt, diesmal die Dübelspitzen mit Bedacht gesetzt, alles 10x auf korrekten Sitz und Winkeligkeit geprüft und: BINGO! So kann sich das Ganze dann auch sehen lassen!

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Schleifen und lasieren

so schön verschliffen fühlt sich das toll an!
Querbalken fertig geschliffen
Lasur, die Erste
Lasur, die Zweite
Zur besseren Haltbarkeit mit Bootslack versiegelt
Splinte aus Buche

Alle Flächen werden mit dem Excenterschleifer (K180 und K240), die Kanten mit dem Korkblock manuell schön gemacht.

Ursprünglich wollte ich den Schemel "natur" lassen. Da würde er aber nicht zum Rest der Einrichtung (siehe Projekte Waschtisch oder Küchenkommode ) passen. Deswegen gibt's hier doch noch Farbzuschlag.
Wie so oft entscheide ich mich für Holzlasur Farbton Wenge. Mag ich halt.

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Zusammenbau

Der Zusammenbau ist schnell geschehen:


Leim in die Dübellöcher und auf die Beinoberkanten, querbalken in die Aussparungen der Beine einsetzen, Splinte einsetzen, Dübel in die passenden Löcher und das Ganze zusammenzwingen.

Schenken und freuen lassen. Und darüber selber freuen!
So viel Freude, Hurra!


Rechtlicher Hinweis

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