• Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    1 €
  • Dauer
    0 h
  • Wertung

Hallo zusammen, 

kennt Ihr das auch, Ihr woll etwas exakt horizontal ausrichten und man müht sich mit der Wasserwaage ab. Aber es will einfach nicht exakt werden ...
Ich kenne das besonders vom nivellieren von Unterkonstruktionen für Terassendielen oder dem exakten Ausrichten von Unterschränken für Küchenzeilen.

Nun habe ich einen Quigo, einen PLL 180-Kreuzlinienlaser, einen Linienlaser - alles von Bosch. Und irgendwie nützt mir das alles nicht so wirklich. Das ist alles toll um Bilder auszurichten, Gardinenstangen zu montieren ... Aber Flächen? Also wenn etwas nicht nur in der Höhe an der Wand sondern auch noch an seiner Oberkante im Wasser sein soll? Mir fehlt irgendwie ein 3D-Laser.

Beim Terassenbau verwendet man normalerweise Nivellierlaser. Diese haben eine Zielscheibe, die piepst, wenn der Laserstrahl auf die ausgerichtete Platte trifft. Diese Geräte kosten aber gleich rund 500 Euro aufwärts. Einfach zu viel für den Hausgebrauch. 

In diesem Projekt beschreibe ich meine extrem einfache Lösung. Das kann jeder innerhalb Minuten ohne großen Aufwand nachbauen ... und hpganz zur not genügt auch ein einfacher Gliedermaßstab. Aber da sucht man immer nach dem richtigen Maß - zu unübersichtlich. 
(Die professionellen Vermesser hier werden sich über meine Lösung schief lachen, aber mal ehrlich: Ihr habt Profigerät zu mehreren tausend Euro zur Verfügung. Das kosten die Küchenschränke, aber nicht meine Laser. Da macht mein Geldbeutel nicht mit ;-)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Klebstoff
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Materialliste
  • Stab |
  • Restholz |
  • Zerbrochener Gliedermaßstab |
  • Kabelschellen |
  • Schrauben |
  • Doppelseitiges Klebeband |

Los geht's - Schritt für Schritt

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Restholz grau färben

Zunächst habe ich Versuche gemacht, auf welcher Farbe der Laserstrahl gut sichtbar ist. 


Bei Weiß empfinde ich zu viel Reflexionen und bei hoher Lichtintensität besonders im Freien sieht man den Laser kaum. Es ist einfach zu wenig Kontrast. Als Komplementärfarbe versuche ich grün. Nein, das verschluckt das Rot des Strahls. Nach weiteren Versuchen meine ich, dass ein helles Grau ideal ist. Zu kaufen gibt es Zieltafeln aus Kunststoff in rot, das funktioniert aber mit allem was ich so in der Werkstatt habe, irgendwie gar nicht. 

Also: Ich nehme ein Abfallstück Multiplex 10 mm stark, beize dies hellgrau und behandle es mit etwas Wachs. Das Wachs lässt die Oberfläche leicht schimmern und reflektiert den Strahl recht gut. 

Von diesem Holz schneide ich ein quadratisches Stück von etwa 6 x 6 cm auf der Bandsäge. Die Kanten werden etwas geschliffen und die Ecken abgerundet. Das fasst sich dann gefälliger an. 

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Der Stab

Von einer defekten LED-Solarleuchte habe ich einen Erdspieß mit Kunststoffspitze und Edelstahlrundrohr im Fundus liegen. Dieser erscheint mir sehr geeignet. 


Diesen säge ich auf etwa 53 cm Länge ab. Wer so etwas nachbauen will, kann hierfür einfach einen Alurundstab, ein Rundholz oder eine Gewindestange, aber auch einen Vierkantholzstab verwenden. Die Länge ist sehr willkürlich gewählt. Ich dachte beim Nivellieren einer Terasse ist diese Höhe beim Knien ganz geschickt. Nicht zu hoch, nicht zu tief.

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Zielplatte am Stab befestigen

Das Brettchen schraube ich mit Kabelschellen an den Stab. Dass das vom Stabdurchmesser passt ist einfach Zufall. Man könnte natürlich auch Löcher bohren und direkt schrauben. 

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Maßstab auf der Zielplatte befestigen

Auf die Zielplatte zeichne ich eine schwarze Linie. Diese wird den Laser nicht reflektieren und gibt so eine exakte Ausrichtungsmöglichkeit. Diese die t allerdings hautsächlich dazu, die Tafel waagerecht auszurichten. Hält man diese schräg, könnte sich das Ergebnis verfälschen. Sieht man den Laserstrich minimal schräg oberhalb oder unterhalb des Striches ist man nicht im "Lot". Aber dazu später mehr. 


Sodann klebe ich ein Stück eines abgebrochenen Gliedermaßstabes mit doppelseitigem Klebeband auf meine Zielscheibe. So kann ich später ablesen um wie viel das Niveau angehoben oder abgesenkt werden muss. Auch hierzu später mehr ...

Im Bild sieht man zwei Maßskalen. Die obere stammt von einem Gliedermaßstab, der bündig am Ende des Stabes anliegt. Da die Kabelschellen das Hölzchen nur fest halten, kann ich dieses nun mit etwas Kraftaufwand am Stab verschieben und somit auf das exakte Maß einstellen. Von der Spitze des Stabes bis zur 50 cm-Markierung sind es so nun genau 50 cm. So soll es ja auch sein. 

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Fertig

Hier die fertige Zielscheibe.

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Versuchsaufbau und Erklärung des Systems

Nun stelle ich den Kreuzlinienlaser PLL 360 am Stativ auf und justiere ihn so, dass der Laserstrahl exakt meine 50 cm-Markierung des Täfelchens trifft. Die Spitze des Stabes steht direkt auf der Werkbank. Man könnte natürlich auch den einfachen Linienlaser PLL 5 irgendwo passend fixieren oder den Quigo-Kreuzlinienlaser an der Halterung irgendwo befestigen. 


Verändere ich nun den Ort, indem ich die Spitze an anderen Positionen der Werkbank aufsetze, kann ich leicht erkennen, ob die Werkbank eben steht, oder ob sie z.B. nach rechts abfällt. 

Hiermit ist das Prinzip auch bereits erklärt. Man stellt den Stab auf eine beliebige Stelle der zu nivellierenden Fläche und richtet den Laser exakt auf meine 50 cm-Markierung aus. Nun haben wir sozusagen unseren Nullpunkt. Gehen wir nun an eine andere Stelle. Wir sehen auf dem Täfelchen, an der schwarzen Linie oder auf der Maßskala den Laserstrahl und wissen nun ob das Maß stimmt, ob wir erhöhen oder absenken müssen. Auf der Skala kann man nun sogar ablesen wie hoch man beispielsweise unterlegen muss. 

Angenommen, ich wollte nun meine Werkbank ausrichten. Ich würde das Täfelchen mit dem Laser erst einmal justieren. Idealerweise suche ich mit hierfür die höchste Stelle. Nun stelle ich meinen Stab auf eine andere Ecke der Werkbank. Der Laser sollte nun oberhalb meiner Markierung sein. Ich lese ab. Sagen wir 3 mm. Nun kann ich ein Unterlagklötzchen von 3 mm auf die Werkbank legen und nochmals mit dem Stab peilen. Wenn es passt, lege ich dieses Stück unter den entsprechenden Fuß der Werkbank. Und so fahre ich mit den restlichen Füßen fort. 

Beim Ausrichten von Küchenschränken ist man ohnehin am besten zu zweit. Einer dreht den Fuß nach oben, der andere kontrolliert oben wie weit. Die Küchenzeile ist so garantiert viel schneller ausgerichtet als mit einer Wasserwaage.

Nun zu Terassendielen. Man sucht sich hier ebenfalls einen Nullpunkt. Dann stellt man den Stab auf eine andere Stelle, richtet die Unterkonstruktion aus. Und so arbeitet man sich über die unzähligen Auflagepunkte durch. Idealerweise macht man das abends oder bei bewölktem Wetter - da sieht man den Laser deutlich besser.

Will man nun eine Unterkonstruktion für eine Holzdecke oder eine Rigipsdecke ausrichten, geht das genauso. Man dreht das Täfelchen einfach auf dem Stab herum, setzt die Spitze oben an dem ersten Auflagepunkt an, justiert den Laser und kann nun jeden beliebigen Punkt im Raum exakt ausrichten. 


Ihr seht, mit diesem einfachen Hilfsmittel fällt das ausrichten viel leichter als mit einer Wasserwaage. Und so ist die dritte Dimension - die Tiefe nun ebenfalls messbar. Eine notwendige Ergänzung zum Laser. 

Ich frage mich nur, warum Bosch so etwas nicht im Programm hat! 

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Vergleich ohne und mit roter Lasersichtbrille

Zur besseren Sichtbarkeit von Lasern gibt es spezielle rote Lasersichtbrillen.   Gerne will ich Euch zeigen, dass das tatsächlich funktioniert. Ich habe hier ein Laserbrille von Bosch verwendet. Diese kann man für unter 20 Euro bekommen. 


Man sollte dabei beachten, dass dies keine Brille ist, die vor den Laserstrahlen schützt. Sie sollte nicht zum Blick in den Strahl, sondern lediglich zum Blick auf reflektierte Strahlen verwendet werden. Andererseits sind diese Laser auch nicht so stark, als dass sie das Auge verletzen könnten. Der Augenlid-Schutzreflex funktioniert normalerweise sehr gut. Dennoch sollte man den Blick in den direkten Strahl auch mit Sichtbrille vermeiden. 

Im ersten Bild sieht man bei hellem Neonlicht in meiner Werkstatt wie der Strahl vom Grün des Werkzeugschrankes nur sehr schlecht reflektiert wird. Auf der Zieltafel ist der Strahl zwar sichtbar, aber eben gerade so.

Im zweiten Bild halte ich einfach die rote Brille vor die Handykamera. Man sieht den roten Strahl nun sehr viel deutlicher. Obwohl eigentlich der Farbkontrast fehlt. Man sieht ihn nun auch sehr gut auf dem grünen Metallschrank. Im Original wirkt das noch sehr viel deutlicher als in den Bildern. 

Dieses Prinzip ist insbesondere bei Tageslicht im Freien sehr hilfreich. Natürlich sieht man den Strahl bei vollem Sonnenschein auf keine 5 Meter. Aber sobald es bewölkt ist, sieht man den Strahl durchaus sehr gut mit der Brille. Ich kann die Anschaffung einer solchen nur empfehlen ...

Über Nachbauten würde ich mich freuen, Fragen beantworte ich natürlich gerne unten in den Kommentaren oder über PNs. 

Danke!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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