Unterschrank für Hobelmaschine

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    40 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Nach langer Überlegung ob ich mir einen Hand-Elektrohobel anschaffen und dafür eine Abrichthalterung bauen sollte wie man sie auf YT in Dutzenden von Varianten findet hat meine Frau mir dann doch einen Schubs gegeben und ich habe mir wieder eine Hobelmaschine (Abricht- und Dickenhobel) gekauft. Von den Kosten her gar kein soooo großer Unterschied…. Aber auch der brauchte noch etwas Erweiterung da es ein Tischgerät ist und ich keinen so niedrigen Tisch habe oder besser eigentlich noch gar keinen. Also mußte ein passender Unterschrank her. Dafür wurde aus preiswerten 18mm OSB3-Verlegeplatten eine Kiste in der passenden Höhe entworfen und gebaut. Das hohe Gewicht des OSBs ist hier sogar von Vorteil weil das Teil dann gleich sicherer steht.

Da es sich um ein reines Zweckmöbel handelt wurde auf stromlinienförmige Verkleidungen und polierte Oberflächen zugunsten der niedrigeren Kosten verzichtet. Die Rollen liegen seitlich sichtbar einfach frei. Im Grunde nur etwas mehr als ein Schuhkarton in XXXL und hoffentlich das letzte Projekt „aus der Garage“……..

Da ich Geräte auf Feststellrollen nicht mehr akzeptiere (ein Beinahe-Unfall in der Familie reicht) da sie doch gerne wackeln und man auch gerne einmal „vergißt“ alle Feststeller richtig anzuziehen wurde ein „Einziehfahrwerk“ eingeplant. Will man den Unterschrank rollen hebt man ihn kurz auf beiden Seiten an, die Rollen gehen nach unten und verriegeln sich selbst. Zum Absetzen hebt man ebenfalls an und zieht etwas an der Schnur. Dadurch werden die Sperren gelöst und der Schrank steht nach dem Absetzen voll am Boden auf. Wer auf unebenen Böden arbeiten muß sieht besser auch noch 4 Höheneinsteller vor. Diese am Besten in den Ecken der Seitenwände montieren. Da mein Fliesenboden erstaunlich plan ist konnte ich darauf aber verzichten.
Die Idee zu dieser Art Einziehfahrwerk stammt vom Tisch von Norm Abrams New Yankee Workshop. Genial einfach, einfach genial, preiswert und zuverlässig mit minimalem Platzverbrauch. Das wird wohl ab jetzt mein Standard-Fahrwerk……...

Um den Raum zu nutzen wurde seitlich eine Türe vorgesehen (optional). Nun kann ich alle zur Maschine gehörenden Teile und Hilfsmittel gleich dort aufbewahren.
Jetzt muß ich nur noch eine Verlängerung für den Tisch des Dickenhobels bauen. Der ist nämlich nicht nur kurz sondern unbrauchbar EXTREM-VIEL zu kurz.

Meine Projekte auf 1-2-do.com

PDF-Versionen zum herunterladen. Dies sind die Projekt-Anleitungen mit CAD Zeichnungen und Bildern mit höherer Auflösung.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • PST54E
  • PNTS 1500 B3
  • PDT 40 C2
  • TD0101F
  • 41844, 120V/240W
  • PR20EVSK 120V
  • Octo 120V
  • 5312 (120V)
  • PHKS 1350 A1
  • 4000 120V
  • Zyklon, ja schon wieder Einer
  • Sägeschiene und Frässchablone
  • Eckwinkel Montagehilfe
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Materialliste
  • x x siehe PDF

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zuschnitt

Die benötigten Platten wurden gemäß Plan mittels Handkreissäge und Sägeschiene auf den Sägeböcken mit Sägeeinsatz oder der Kapp-Zugsäge zugeschnitten, was immer der einfachste Weg war. Der Zuschnitt-Plan (im PDF) geht davon aus daß die Federn der OSB Verlegeplatten gerade mal bündig abgesägt wurden und diese Sägekanten links und unten liegen.
Was übrig bleibt ist ein kostenloser Rest für weitere Projekte………….

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Zusammenbau

Bei allen diesen Verleimungen kamen meine Eckwinkel laufend zur Verwendung. Praktisch daß ich die schon gebaut hatte. Begonnen wurde mit dem Verleimen und Nageln der Rückwand und einer Seitenwand. Danach der Boden und dann die zweite Seitenwand. Bitte beachten daß normaler Weißleim bei OSB nur gut hält wenn man den Trennfilm vorher abschleift. Zum Kleben hat sich bei mir Parkett- und Laminat Leim B3/D3 gut bewährt.

Die Verbindungen wurden mit einer erst kürzlich erprobten nicht ganz Schreinermäßigen Technik gemacht. Mit einem 3mm Versenkbohrer wurde vorgebohrt, dann kräftig Leim ins Loch gedrückt und eine 4*50mm Spanplattenschraube vorsichtig eingedreht (Schlagschrauber im Schneckengang). Das hält besser als ich ursprünglich vermutet hatte obwohl ich Schrauben in OSB eigentlich nie so richtig vertraut habe. Der Leim scheint das Material um die Schrauben herum doch einigermaßen ordentlich zu verfestigen. Das nenne ich jetzt vornehm „Metall dübeln“.
Um die „Verbindungstechnik“ zu verschleiern wurde etwas tiefer gesenkt und die Schraubenköpfe mit Leim und Sägemehl versteckt. Im OSB sieht man sie dann fast nicht mehr….

Nächster Schritt war das Befestigen der Deckplatte (Deckel) gefolgt von der vorderen/oberen Blende und den zwei Seitenblenden. Die kleinen Seitenblenden wurden oben von innen her mit einem Pocket Hole mit der Querleiste verbunden.
Unter die Enden der Deckplatte wurden noch Dachlattenstücke zur Verstärkung und als Handgriff angeleimt. Diese sind aber nicht unbedingt erforderlich da die 18mm OSB Platte auf der kurzen Länge genug halten würde.

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Einzieh-Fahrwerk

Die Rollenträger wurden mit Abstandshaltern eingesetzt und die Scharniere verschraubt. Die Sperren (~300mm lange Dachlattenstücke) sind passend mit Scharnieren befestigt.

Die Rollen wurden mittels Flachkopfschrauben auf die bereits geschliffenen und gestrichenen Rollenträger geschraubt. Damit die Schrauben besser halten wurden sie noch einmal heraus gedreht und Leim in die Löcher gespritzt.

Die Schnur zum Entriegeln kam erst nach der Endmontage dran da das gesamte Teil zur Lackierung noch einmal zerlegt werden mußte.

Das Fahrwerk ist nicht in voller Schönheit im CAD-Plan und auch nicht ganz so wie ich es letztendlich gebaut habe. Deshalb muß man einen Teil aus den Detail-Bildern entnehmen. Fragen dazu beantworte ich aber gerne.

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Halterung der Maschine

Damit die Maschine auch sicher darauf stehen bleibt wurden in Reststücke OSB mit einer Lochsäge Bohrungen eine Spur größer als der Durchmesser der Gummifüße gebohrt. Diese wurden dann auf dem Deckel mittels ein paar Schrauben und Leim befestigt.
Zudem habe ich noch Kotflügelscheiben mit Holzschrauben (nicht in der Stückliste) über die Füße gemacht damit das Ding garantiert nicht herunter hüpfen kann. Laufenden Maschinen beim Freiflug zuzusehen ist nichts was mir Spaß machen würde.

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Türe (optional)

Als letzter Schritt wurde die Türe mittels eines Klavierbandes (Stangenscharnier) befestigt und auf beiden Seiten ein Magnetschnäpper montiert damit sie zu bleibt.

Mal sehen ob die kleinen Schrauben im Klavierband auf Dauer im OSB halten. Wenn nicht kommt da Epoxy dazwischen.

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Scheifen und lackieren

Die Kiste wurde nun noch einmal von allen „beweglichen Teilen“ befreit und kleinere Ecken/Spalten wurden mit Weißleim und Sägemehl gefüllt da das OSB leider beim Sägen gerne mal etwas ausbricht und manchmal auch ziemliche Fehlstellen hat. Nachdem der Leim getrocknet war wurde die gesamte Kiste sauber geschliffen und verrundet. Dem folgte eine Grundierung mit 10% verdünntem Hartlack. Nachdem diese getrocknet war wurden alle Schnittkanten mit unverdünntem Hartlack gestrichen. Nach dem Trocknen noch ein leichter Schliff und dann alles zwei Mal mit Hartlack gestrichen.

Warum ich immer mit Hartlack streiche hat seinen Grund. Bei den Sägeböcken war es noch „weil er da war“ aber das hat sich inzwischen voll bewährt. Nicht nur daß die Oberfläche stark gefestigt wird sie ist auch sehr gut zu reinigen. Ein mal mit dem Handfeger drüber und der Staub ist von der super-glatten Oberfläche weg. Einziger Nachteil ist daß das Zeug ein paar Tage zum völligen durchtrocknen braucht…..


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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