Universal-Bohrtisch für Standbohrmaschine PBD 40

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Für meine Tischbohrmaschine PBD 40 von BOSCH musste mein bisheriger Werktisch etwas umgebaut werden. Ich habe meine Anforderungen bedacht und letztlich den Tisch dann komplett neu gemacht. 


Meine Anforderungen:
- stabil
- unter dem Tisch ein Fach für meinen Bohrerkoffer
- eine Auflage für längeres Material exakt in der Höhe des
  nebenan montierten Bandschleifers PBS 75 E von BOSCH
- eine Auflage für den an der Wand montierten Schleifbock
- die Auflagen müssen leicht montierbar sein und genau so 
  schnell wieder zu entfernen
- ein zusätzlicher Tisch auf den der Maschinenschraubstock 
  montiert wird in rückenfreundlicher Arbeitshöhe 
- verschiedenste Auflagen für variable Anwendungen
  z.B. Scharnierlochbohrungen
- Größenvariabel um auch Platten bis zu 1 m bohren zu 
  können (Schranktüren, Seitenwände mit Eckverbindern)
- Auflagen zur Erstellung von passgenauen wiederholbaren 
  Bohrungen von z.B. Schubladengriffen oder Dübellöchern

Der eigentliche Tisch besteht aus einer stabilen laminatbeschichteten Tischlerplatte. Diese ist links an die Werkbank geschraubt, und rechts liegt diese auf einem Hartholzschrank mit Schubladen auf.

Meine bisherige Standbohrmaschine hatte einen verstellbaren Tisch. Der Motor war feststehend oben montiert und der Auflagetisch konnte in der Höhe variabel eingestellt werden. Die PBD 40 hat hingegen ein anderes Prinzip. Der Tisch liegt auf der Werkbank auf, der Motor mit dem Bohrfutter wird über das Handrad zum Werkstück nach unten geführt. Prinzipiell sind beide Varianten gut, aber ich war das andere System gewohnt und dieses hat den Vorteil, dass man meist auf einer bequemen Arbeitshöhe bohrt. Bei der PBD 40 ist der Tisch auf Werkbankhöhe und das ist schon reichlich niedrig. Also musste ich nun etwas ganz besonderes konstruieren ...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Säbelsäge
  • Tischbohrmaschine
  • Gewindeschneider M8
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Materialliste
  • Aluprofile
  • Winkelverbinder
  • Stahl-Rundmaterial
  • Schrauben M8

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Werktisch

Unter der Werkplatte der PBD 40 steht ein Schränkchen aus Buchenholz mit mehreren Schubladen, in denen ich Bohrer, Fräser, Schleifpapier und sonst so einiges lagere. Ich habe nun dieses Schränkchen so angepasst, dass ich zur Arbeitsplatte genau 4 cm Abstand erhalte.


Aluprofile als Auflage für die Arbeitsplatte

Hierauf habe ich Aluprofile geschraubt. Und auf diese die Arbeitsplatte. Die Profile inkl. Schränkchen stehen gegenüber der Arbeitsplatte vor, so dass ich die Profile an der Vorderseite auch von oben nutzen kann. 


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Aluprofile für höheren Arbeitstisch

Mit Verbindern stelle ich zwei Winkel her, die in die Aluprofile vorne an der Tischbohrmaschine geschoben werden können. Mit einer Schraube werden diese jeweils befestigt. 

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Auflage für Bandschleifer

mit einem oder beiden Winkeln habe ich nun eine ordentliche Auflage für den Bandschleifer, der links daneben steht. Insbesondere bei langen Leisten ist dies sehr hilfreich. Ich kann so das Holz über diese Auflagen zum Bandschleifer führern. Nichts verkantet oder verhakt. Das Holz wird winkeltreu und eben über den Bandschleifer geführt.

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Auflage für Schleifbock

Ich habe immer wieder über spezielle Auflagen für den Schleifbock nachgedacht. Aber ich musste alles verwerfen, da ich einfach keine stabile Lösung hierfür fand. Mit dem Aluprofil ist das jetzt kein Problem mehr. 


Schleifhilfen problemlos anzubauen

An den bestehenden Auflagewinkel kann ich problemlos waagerecht und senkrecht weitere Profile anbringen, an die ich wiederum stabile metallene Auflagen montieren kann. So denke ich an spezielle Auflagen um Meisel oder Bohrer zu schärfen. Das werde ich demnächst angehen ...

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Auflagetisch für PBD 40

Auf die Winkel links und rechts des Bohrtisches will ich eine Holzauflage aus Multiplex montieren. 


Hierfür will ich Nutsteine aus Kunststoff und Schrauben verwenden. Nach dem Maßnehmen erfolgen vier Bohrungen für Senkkopf-Maschinenschrauben M8. 

Variante 1: Kunststoffnutensteine - besser doch nicht.

Leider stellte sich heraus, dass die Kunststoff-Nutsteine nicht allzu stabil sind, ob diese jahrelanges Schrauben in den Kunststoffgewinden aushalten? Auch das Einschieben des Holzes mit vier Nutsteinen ist nicht so einfach. Die verdrehen sich leicht und so ist es pfriemelig die Platte auf das Profil zu schieben. 

Ich suche eine andere Lösung ...

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Plan B - Rundmaterial

Das wird gleich viel besser. Ein Rundstab aus Eisen passt hervorragend in die Nut. 


Dieser wird auf Länge abgesägt - die Akku-Säbelsäge von BOSCH leistet hier gute Hilfe.

Dann noch zwei Bohrungen und Gewinde schneiden mit M8, dann das Anschrauben an die Auflageplatte. 

Die zwei Rundstabstücke werden nun mit der Platte in die Nuten geschoben und durch Anziehen der Schrauben von oben wird der Auflagetisch fixiert. Das hält "bombenfest".

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Der Auflagetisch

Nun habe ich eine Auflagetisch, der rund 15 cm höher ist, als der Originaltisch. Hierauf kann ich insbesondere mit kleineren Bohrern viel besser arbeiten. Die Arbeitshöhe ist deutlich angenehmer und ich sehe viel besser hin als bei der Höhe des Originaltisches. Ich sehe jetzt besser unters Bohrfutter, das ist bei Bohrungen am Originaltisch immer im Sichtweg - oder ich muss mich bücken. 


Den Tisch kann ich auf bis zu 7,5 cm Höhe über die Originalplatte absenken. Dann habe ich noch 21 cm Arbeitshöhe bis zum Bohrfutter. Von einem Verlust an Arbeitshöhe kann man also kaum reden. 

Da ich immer beim Bohren meist Restholz unterlege, verzichte ich bewusst auf eine austauschbare Einlage oder ein Bohrloch in der Mitte der Platte. Eine Platte und Einlagen wären aber problemlos herzustellen. Wozu aber überhaupt? So reisst das Holz unten nur aus. Restholz unter das Werkstück, anspannen - wenn es sehr genau werden soll und bohren. 

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Auflagetisch für den Maschinenschraubstock

Das oben angefertigte Auflagebrett wird gleich kopiert und ein zweites Mal hergestellt. Denn auf das zweite kommt mein Maschinenschraubstock.


Der Schraubstock hat leider einen anderen Bohrlochabstand als der des Originaltisches der PBD 40. Zunächst wollte ich einen passenden kaufen, aber das Geld spare ich lieber für anderes Werkzeug. Mein Schraubstock ist gut und warum sollte ich diesen verschrotten?

Mit zwei Schrauben M8 und Flügelmuttern wird der Schraubstock auf das Auflagebrett geschraubt. 

Nun kann ich wieder in bequemer Höhe anspannen. Und ich habe auch den Vorteil, langes Material ist nun auf einer Höhe oberhalb des Bandschleifers. Würde ich den Originaltisch nutzen wollen, müsste ich jedes Mal bei langen Werkstücken den Bandschleifer abmontieren. So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich kann den Bandschleifer auch als Auflagebock für lange Werkstücke wie Winkeleisen, Leisten oder Rohre nutzen. Ich brauche nur meinen Auflagetisch auf die Höhe des Bandschleifers anpassen. Und ich habe neben dem Maschinenschraubstock auch gleich eine große Ablagefläche für Bohrer und Körner. Man bohrt ja schließlich klein vor und so liegen immer einige Bohrer und Ansenker herum. 

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Aufbau und Abbau - neue Ideen und Anwendungen

Die ganze Konstruktion wird wie gezeigt, lediglich mit zwei Schrauben auf den Aluprofilen unter der Werkplatte gehalten. Mit einem 13er Ringschlüssel genügt jeweils eine halbe Umdrehung und schon kann die Gesamtkonstruktion  abgenommen werden. Die Auflageplatten werden jeweils mit vier Senkkopf-Schrauben befestigt. Schrauben lösen, Platte herausziehen, andere Platte einführen und anschrauben. Ich habe also rasch etwas umgebaut.


Bilder öffnen! - viele weitere Möglichkeiten und Ideen

Ich bin völlig begeistert. Ich denke, ich bin damit lange noch nicht fertig.   Man könnte noch eine Platte herstellen, die Anschläge für spezielle Fräsbohrer bietet, eine Platte mit Absaugung für die Arbeit mit Schleifwalzen. Eine Platte mit tiefen V-Nuten für das Bohren von dickeren Rundstäben, eine im 45 Grad-Winkel zur Bohrung in Winkelstücke. Speziell angefertigte Schablonenplatten zur exakten Bohrung/Wiederholung von Bohrungen für Schubladenfronten, Griffen oder Scharnierlöchern mittels aufgeschraubter Leisten. 

Da ich ausreichend Aluprofil habe, kann ich auch die waagerechten Profile durch Meterstücke austauschen. So habe ich eine große Auflagefläche z.B. für Schranktüren ohne dass diese anfangen zu kippeln. Damit habe ich ganz neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten! 

Und in den Profilen kann ich die speziellen Führungsschienenzwingen von BOSCH oder auch die Einhandzwingen von Festool als zusätzliche Spannwerkzeuge nutzen. 

Einen Nachbau kann ich jedem Besitzer einer PBD 40 nur noch empfehlen. Im Voraus schon tausend Dank für Eure Kommentare!

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Nachtrag 3: Spansammelrinne

Beim Bohren entstehen Späne. Und diese fliegen in der Gegend rum und behindern teils auch beim Arbeiten. Bisher habe ich diese weggeblasen oder mit der Hand vom Tisch gewischt. Das flog dann alles zum Boden oder auf den Tisch hinter der Bohrmaschine.


Heute hatte ich eine interessante Idee: Eine Rinne hinter den Bohrtisch. Also mal kurz gesucht, was gehen könnte. Ein Stück Kabelkanal. Der Deckel wird zum Streifen gesägt, der in den Boden mit den Schraublöchern passt. Mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Die eine Seite habe ich mit Panzertape silberfarbig verschlossen und das ganze einfach an meine Bohrauflage angeschraubt.

Späne schiebe ich jetzt mit der Hand in die Rinne. Oder bei Metallspänen mit einer kleinen Bürste. Später beim Aufräumen wird die Rille einfach mit dem Sauger ausgesaugt und der Arbeitsplatz ist immer sauber. 

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Nachtrag

Da man sich etwas mehr Übersichtsbilder gewünscht hat, reiche ich hier noch welche nach.


Bilder öffnen! - in der Vorschau werden diese ausgeschnitten angezeigt.

Dabei sieht man auch eine neue spontane Idee. Die Auflage mit dem Schraubstock brauche ich nicht zu oft und ich muss diese auch irgendwo lagern. Nur wo? - ganz einfach! In das senkrechte Profil einschieben und anschrauben. Stört nicht, die Schublade darunter bekomme ich auf. 
(Lediglich meinen Bohrerkoffer bekomme ich nun unter der Arbeitsplatte nicht mehr heraus. Nicht schlimm. Die gebräuchlichen Bohrer stecken oben hinter der Maschine und im Koffer sind nur Ersatzbohrer in den Größen 1 bis 10 mm Holz/Metall. Die besonderen Bohrer wie 3,8 mm für Gewindebohrungen liegen ohnehin in der Schublade ...)

Mal sehen, was die Zeit noch an Ideen bringt. Ich werde sie hier dann noch anhängen. 

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Nachtrag 2:

Da mir das Rundmaterial ausgegangen ist und ich noch eine Auflage bauen wollte, musste eine andere Lösung her. Flacheisen.


Ich denke, die Bilder erklären wie ich es gemacht habe. 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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