Umbau zur Infrarotkamera mit Hilfe von Dünnglas

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    40 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

In diesem Projekt möchte ich beschreiben, wie man eine digitale Kompaktkamera mit Hilfe von Dünnglas umbaut, um sie für die digitale Infrarotfotografie zu nutzen.


Um es gleich vorweg zu sagen: Der Umbau ist in der Tat nur etwas für Feinmotoriker und verlangt einiges an Fingerspitzengefühl. Außerdem verliert man natürlich die Garantie der Kamera. Personen, die noch nie ein elektronisches Gerät auseinander gebaut haben, sollten sich nicht direkt an solch einen Umbau wagen. Ferner muss für den Umbau Dünnglas zugeschnitten werden. Auch dies ist nicht ganz trivial und erfordert einiges an Übung.

Die von mir aufgelisteten Arbeitsmaterialien sind nicht allgemein gültig, sondern müssen dem jeweiligen Kameramodell angepasst werden. In meinem Fall habe ich eine Canon PowerShot A810 umgebaut. Beim eigentlichen Umbau wird der werkseitige Infrarotsperrfilter durch eine Klarglasscheibe ausgetauscht.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Digitaler Messschieber
  • Glasschneider
  • Sekundenkleber für Glas & Metall
  • Pinzette
  • Schutzbrille
  • Handschuhe
  • Schraubendreher
  • Microfasertuch & Isopropanol (alternativ: Brillenputztücher)
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Materialliste
  • 1 x Deckglas 0.19 - 0.23 mm | Mineralglas (22 x 22 mm)
  • 1 x Infrarotfilter | Glas 720 bis 850 nm (28 mm)
  • 1 x Ringmagnet | Neodym (25 x 20 x 3 mm)
  • 1 x Distanzscheibe | Stahl (kein Aluminium) (25 x 18 x 0,5 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Kamera öffnen

Zunächst muss die Kamera geöffnet werden. Hierfür benötigt ihr einen entsprechenden Schraubendreher. Da sich jede Kamera anders auseinandernehmen lässt, gehe ich auf das Öffnen der Kamera nicht näher ein. Hierzu gibt es jedemenge Anleitungen im Internet.


Generell ist es jedoch immer zu beachten, dass Batterie bzw. Akku sowie die Speicherkarte entnommen werden, bevor die Kamera geöffnet wird.

Achtung: Der Kondensator für den Kamerablitz ist u.U. noch geladen, auch wenn die Batterie bereits entnommen wurde. Es sollte vermieden werden diesen zu berühren, um keinen Stromschlag zu bekommen.

Tipp: Notiert euch wo ihre welche Schraube entfernt habt. Klebt sie ggf. mit Tesafilm auf einem Blatt Papier fest und schreibt dazu woher die Schraube stammt.

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Sensor entfernen

Nun muss der Sensor entfernt werden, da sich dahinter der Infrarotsperrfilter befindet, der gegen die Klarglasscheibe ausgetauscht werden soll. Der Sensor ist i.d.R. mit drei Schrauben befestigt. Mit diesen Schrauben wird der Sensor gleichzeitig justiert. Es ist daher sehr wichtig, dass die exakte Position der Schrauben dokumentiert wird. Hierfür bietet es sich an, die Schraubenposition mit einem dünnen Lackstift zu markieren. Häufig sind die Schrauben noch mit einem Tropfen Kleber gesichert. Dieser muss zuvor entfernt werden.


Die Sensorfläche darf dabei keinesfalls mit den Fingern berührt werden. Ferner sollte der Sensor für die Dauer es Ausbaus staubfrei aufbewahrt werden.

Anmerkung: Bild wird bei meinem nächsten Kameraumbau nachgereicht.

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Infrarot Sperrfilter ausbauen

Nun wird der eingebaute Infrarotsperrfilter entnommen. Dazu wird zunächst die freigelegte Gummiabdeckung entfernt. Durch Umdrehen der Kamera fällt der Infrarotsperrfilter ganz einfach aus der Kamera.


Jetzt werden Länge, Breite und Dicke des entnommenen Filters mit einem digitalen Messschieber ermittelt und dokumentiert. Sehr wichtig ist die Dicke des Glases, da diese entscheidet welche Stärke von Deckgläsern benötigt wird.

In meinem Fall betrug die Dicke des werkseitigen Infrarotsperrfilters 0,21mm. Ich habe mir daher Deckgläser aus dem Laborbedarf mit einer Dicke von 0,19 - 0,23mm bestellt.

Nach dem Messen verschiedener Deckgläser, habe ich eines mit der Dicke des ursprünglichen Infrarotsperrfilters gefunden. Dieses Deckglas wurde daher ausgewählt, um in die Kamera eingebaut zu werden.

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Klarglasscheibe zurechtschneiden (Brille aufsetzen!)

Das Deckglas muss nun entsprechend den Abmessungen des ursprünglichen Infrarotsperrfilters zugeschnitten werden. Hierfür wird ein Diamantglasschneider für dünnes Glas benötigt. Beim Zuschneiden muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, da das Deckglas sehr schnell zerbricht. Aus diesem Grund sollte auch unbedingt eine Brille aufgesetzt werden. Auch das Tragen von Handschuhen würde ich grundsätzlich empfehlen, allerdings verliert man hierbei etwas das Gefühl in den Fingern.


Es empfiehlt sich den überschüssigen Teil des Deckglases mit Tesafilm zu fixieren. Als improvisiertes Lineal habe ich eine kleine Plastikkarte verwendet. Beides erleichtert das Schneiden des Glases.

Für den Schnitt selbst benötigt man etwas Übung. Er darf nicht zu fest ausgeführt werden, damit das dünne Glas nicht zerbricht, allerdings muss ausreichend Druck ausgeübt werden, damit das Glas über die volle Länge angeritzt wird.

Nachdem das Glas angeritzt ist, lässt es sich an der Schnittkante sehr leicht und sauber brechen. Zur Hilfe lege ich hierfür eine Stecknadel unter die angeritzte Stelle.

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Klarglasscheibe säubern

Bevor die zurechtgeschnittene Klarglasscheibe in die Kamera eingesetzt wird, muss sie penibel von Fett, Staub und sonstigen Verunreinigungen gesäubert werden. Jeder Fleck der vergessen wird, ist später auf den Fotos sichtbar. Zur Reinigung empfehle ich Isopropanol und Microfasertücher. Alternativ funktionieren aber auch Brillenputztücher ganz gut.


Man sollte die Klarglasscheibe immer wieder direkt gegen das Licht halten und kontrollieren, ob noch Verunreinigungen vorhanden sind.

Tipp: Man sollte sich für diesen Schritt viel Zeit nehmen. Es dauert manchmal sehr lange bis die Scheibe wirklich frei von Schmutz, Staub und Schlieren ist. Geduld zahlt sich am Ende jedoch aus.

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Klarglasscheibe einsetzten

Mit Hilfe einer Pinzette wird die Klarglasscheibe an die Position des ursprünglichen Infrarotsperrfilters gelegt. Es ist sehr wichtig, dass die Klarglasscheibe nicht mehr mit den Fingern berührt wird, damit kein Fett mehr auf das Glas kommt.


Anmerkung: Bild wird bei meinem nächsten Kameraumbau nachgereicht.

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Kamera zusammenbauen

Sofern die Klarglasscheibe korrekt sitzt und die Klarglasscheibe wirklich frei von Schmutz ist, kann die Kamera wieder zusammen gebaut werden. Hierfür wird zunächst die Gummiabdeckung an ihre ursprüngliche Position gelegt. Anschließend wird der Sensor festgeschraubt. Hierbei ist wichtig, dass jede Schraube exakt an ihrer ursprünglichen Position sitzt. Hier helfen die zuvor aufgemalten Markierungen auf den Schrauben.

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Infrarotfilter vor dem Objektiv montieren.

Nach dem Umbau ist die Kamera nun grundsätzlich in der Lage Infrarotlicht aufzunehmen. Da die Kamera aber nur das Infrarotlicht aufnehmen soll, muss das sichtbare Licht daran gehindert werden auf den Sensor zu gelangen. Hierfür wird muss ein Infrarotfilter vor dem Objektiv befestigt werden. Dieser sorgt dafür, dass nur noch bzw. hauptsächlich nur noch das Infrarotlicht durchgelassen wird.


Ich habe mich für einen 850nm Filter mit einem Durchmesser von ø 27mm entschieden. Das Filterglas habe ich aus dem Metallgewinde gesägt.

Kompaktkameras haben i.d.R. kein Filtergewinde am Objektiv. Meine Lösung bestand daher aus einer Distanzscheibe und einem Ringmagneten. Den Ringmagnet befestige ich mit Sekundenkleber am Objektiv. Die korrespondierende Distanzscheibe wurde mit Sekundenkleber am Filter befestigt.

Auf diese Weise kann der Filter ganz einfach vor dem Objektiv befestigt werden.

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Kamera testen

Jetzt kann die Kamera getestet werden. Mit dem von mir verwendeten 850nm Filter, erhält man reine Schwarz/Weiß-Bilder. Wer noch etwas Farbe erhalten möchte, sollte sich lieber einen 720nm Filter besorgen, da dieser noch einen Teil des sichtbaren Lichts durchlässt.


Um den sogenannten Wood-Effekt zu erhalten (weiße Blätter), muss mit aufgesetztem Filter ein manueller Weißabgleich, z.B. auf eine grüne Wiese, durchgeführt werden. Die Stärke des Effekts hängt im hohen Maße von der Sonneneinstrahlung ab. An stark bewölkten Tagen kommt der Effekt weniger gut zur Geltung. Den dunklen Himmel erhält man, wenn die Sonne sich hinter dem Fotografen befindet.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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