Übertopfkübel für meinen Philodendron als Sommerquartier

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    0 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Mein Philodendron (eigentlich ist es eine Monstera) wurde voriges Jahr von mir fast ermordet. Völlig wirr gewachsen, unzählige Blätter und vor allem ein Stellplatzbedarf von fast einem halben Zimmer ließen mich verzweifeln. So machte ich mir letzten Sommer einige Ableger, welche sich nun über den Winter sehr schön entwickelt hatten. 

Vor 3 Wochen als es bereits so sommerlich war, hab ich ihn samt Übertopf in den Garten gestellt. Das bekam ihm leider gar nicht so gut, Sonnenbrand :(

Ich brauchte also einen Platz im Garten, der halbschattig ist und vor allem nicht zu weit von der Regentonne (Gießwasser) entfernt ist. Gut, Platz war schnell gefunden, aber die Pflanze mit dem weißen Übertopf sah irgendwie bescheiden aus.

Also bastelte ich die letzten 2 Tage einen Überüberkübel aus Holz. Wie immer aus Restbeständen gefertigt. Aber seht selbst:

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Schlagbohrmaschine
  • Akku-Schrauber
  • Oberfräse
  • Schleifer

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialbedarf, Vorüberlegungen, Konstruktionszeichnung

Ich hatte noch immer Holzlatten vom 80m langen Holzzaun, den ich vor 2 Jahren abgebaut hatte. Die noch brauchbaren Latten habe ich mir damals aufgehoben und auch schon einiges daraus gefertigt. Unter anderem das Wasserpumpenhäuschen.

Meine Idee war ein sechseckiger Behälter ohne Boden. Er sollte ja nur dazu dienen, den Übertopf zu verdecken und gleichzeitig auch die Möglichkeit bieten, einen Pflanzstab zum hochbinden der Blätter zu befestigen.

Mathematisch ja nicht sehr begabt, bewaffnete ich mich mit Zirkel, Lineal und Bleistift und konstruierte mir mal den Grundriss. Im Prinzip recht einfach, wenn man weiß, wie es geht ;)

Der Innendurchmesser war durch die Größe des Übertopfes vorgegeben (mind. 32cm). Durch Versuch und Irrtum ermittelte ich dann zeichnerisch den Durchmesser des Kreises, schlug 6x den Radius am Umfang ab und verband die Punkte mit einer Linie. Es entsteht ein 6eck. Dann noch die Breite der Latten eingezeichnet und ich konnte einfach die erforderlichen Maße ablesen. Es ergaben sich an der längsten Kante 35cm für die längeren Latten und 25cm für die kürzeren. Der Winkel ist logisch, 60 Grad (360:6). Tja, soweit mal die Theorie.....

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Zuschnitt

Diesmal wollte ich es mal wirklich ordentlich und genau machen. Also schnitt ich zunächst auf der TKS von den Latten jeweils das eine Ende im 30Grad-Winkel zu. Da ja der Winkelanschlag nur bis 45Grad geht, muss man die 30° Einstellung nehmen.

Sodann fertigte ich mir je ein langes und ein kurzes Lattenstück mit den erforderlichen Maßen an und befestigte am Anschlag einen Stop. So konnte ich alle gefühlten 1000 Stk. Latten (es waren aber eh viel weniger, trotzdem nahm es irgendwie kein Ende) schön wiederholgenau zuschneiden.

Damit ich nicht zuviel versäbel, baute ich parallel schon im Trockenverfahren um den Pflanzkübel den Holztopf hoch. Hach, sah super aus.

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........alles wieder auf Anfang......

Irgendwie passten die kurzen Stücke nicht so wirklich. Sie waren entweder zu lang oder zu kurz. Obwohl ich die langen Stücke ja alle in der gleichen Länge geschnitten hatte. Ich war ratlos. Musste man die ungeraden Reihen anders schneiden? Ich zweifelte an meiner Logik, 6eck bleibt 6eck, das muss doch alles gleich lang sein. 

Irgendwann kam ich auf die Idee mal den Winkel zu überprüfen. Was soll ich sagen - der Winkel der TKS war um 2 Grad falsch. Ich hatte nie gesehen, dass man die Skala mit 2 Schräubchen exakt justieren kann. Naja - wieder was gelernt. Jetzt wundert es mich aber auch nicht mehr, dass mein 6eckiges Vogelhäuschen so schief geworden war :D

Also alles neu justiert und alle Latten nachgeschnitten. Gott sei Dank hatte ich den Überkübel schon größer als notwendig konzipiert. Ich musste im Schnitt fast 1,5cm von allen Latten abtrennen. Endlich passte alles.

Nun hab ich noch konstruktiven Holzschutz betrieben. Soll heißen, mit dem Abrundfräser alle Kanten gerundet.
Es kann ans Zusammensetzen gehen....

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Zusammenbau

Aus Gewindestangen schnitt ich mir 6 32cm lange Stücke zu und entgratete die Schnittflächen. 

An der Tischbohrständermaschine befestigte ich ebenfalls Hilfsklötze, um immer an der gleichen Stelle die Löcher in die Latten bohren zu können. Nun gefühlte 10.000 Löcher gebohrt.

Die langen Latten hab ich sodann auf die Gewindestangen aufgefädelt, die kurzen wurden angeschraubt. So ging es Reihe um Reihe bis zur vorletzten.

Da ich die letzte (oberste) Reihe verdeckt befestigen wollte, wurde bereits an der vorletzten Reihe die langen Latten jeweils mit 2 Beilagscheiben und einer Mutter an der Gewindestange zusammengezogen. Die kurzen Lattenstücke hab ich noch nicht befestigt, da ich diese für die letzte Reihe der Dübelbefestigungspunkte noch demontiert brauchte.

 

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Abdeckreihe fertigstellen

Für die überstehende Gewindestange hab ich jeweils 2 Löcher in die Deckleisten gebohrt, aber nicht durchgebohrt. Sodann mit dem Forstnerbohrer Platz für die Mutter geschaffen.

Die fixe Befestigung sollte mit Holzdübeln und Leim erfolgen. Dafür hab ich zuerst die kurzen Lattenstücke ganz durchgebohrt, eine Schraube von unten reingesteckt, eingepasst und dann die Decklatte darübergelegt und behämmert. So bekam ich genau die Bohrpunkte.

Für die kurzen Decklatten hab ich mit Hilfe der Dübellöchermarkierdinger die entsprechenden Löcher markiert und gebohrt.

Sodann die kurzen Lattenstücke angeschraubt und die Decklatten mit wasserfesten Leim versehen und alles zusammengefügt. In meiner Begeisterung hab ich aber völlig übersehen, dass ich die Latten falsch angebohrt hatte. Die Deckreihe war nämlich an der Oberseite allseitig abgerundet und ich Kasperl habs vergessen gehabt. Hab ich halt dann mit der Schleifmaschine nachgearbeitet.

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Bodenfreiheit, Grobschliff

Damit das alles nicht direkt auf den Waschbetonplatten steht, habe ich noch so Kupferverbindungsstücke aus dem Sanitärbereich an der Unterseite reingehämmert. Loch zuvor mit dem Forstnerbohrer gemacht.

Nun alles noch mit dem Exzenterschleifer grob überschliffen. Die alte Farbe sollte ruhig draufbleiben, mir gefällt dieses Muster.

Ich muss den Kübel noch streichen, aber fürs Projekt reicht auch der jetzige Zustand ;))

FÖRDIG.

 

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Ergänzung: Befestigung für Stützstab

Eigentlich wollte ich ja direkt in die Wand ein durchgehendes Loch von oben nach unten für den Pflanzstab bohren. Aber während des Bau's total darauf vergessen. Also musste wieder mal eine Alternativlösung her.

In meinem Fundus grub ich einen Getränkeflaschenhalter fürs Fahrrad aus. Ich hab kein Fahrrad mehr, also konnte ich getrost diese Befestigungsschellen demontieren. In die Laschen ein Loch gebohrt und das ganze dann an der Innenwand angspaxt. Stab einschieben und Schraube mit Mutter festziehen. Hält, passt und hat keine Luft und der Topf passt noch immer hinein :)

Angeregt durch die Kommentare habe ich den ganzen Topf dann noch mit farblosen Osmo-Öl eingelassen.

aber jetzt wirklich FÖRDIG


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