Trockenbauwand als Raumteiler

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    235 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Trockenbau: Zwischenwand & Vorbauwand
 
Diese Dokumentation zeigt den Aufbau einer Zwischenwand und einer Vorbauwand. Eine Umgestaltung des Schlafzimmers und ein neues Bett machten eine neue Raumaufteilung notwendig.
 
Die Konstruktion basiert auf einem Metallständerwerk und ist einfach beplankt. Für einen Trockenbauer ist das eine Sache von einem halben Tag – für mich als Hobby-Heimwerker ein Wochenprojekt…

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
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Materialliste
  • 20 x Gipskartonplatte (m2) | GK (je m2)
  • 5 x UW Profil 100mm | Alu (lfd. m)
  • 15 x UW Profil 50mm | Alu (lfd. m)
  • 13 x CW Profil 100mm | Alu (lfd. m)
  • 10 x CW Profil 50mm | Alu (lfd. m)
  • 11 x Eckprofil | Alu (lfd. m)
  • 4 x Spachtelmasse | Baustoff (je kg)
  • 350 x Schnellbauschrauben (40mm)
  • 2 x Tapete | Papier (Rollen á 33,5m)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundriss, Material & Vorbereitung

Nach dem Vermessen des Raumes habe ich einen Plan angefertigt, der die Lage der beiden neuen Wände zeigt. Eine Wand ragt freistehend in den Raum, während die Andere lediglich vor eine bestehende Wand gesetzt wurde.
 
Hintergrund: Das Bett hat ein 180cm langes Kopfteil, welches durch passende Nachtische (ebenfalls mit „Kopf“-Teil) ergänzt wird und somit eine Gesamtbreite von 260cm erreicht. Um dieses Bett zu stellen, ist jedoch eine Säule im Weg. Die Vorwand schließt diese Säule ein und lässt sie quasi verschwinden. Die Zwischenwand hat den Sinn, dass der Schlafbereich optisch und räumlich vom Eingangsbereich des Zimmers (welcher später mit Schrank auch als Ankleide dient) zu trennen.
(Auf den Fotos weiter unten sind noch alte Nachtische zu sehen. Tatsächlich sind es die zum Bett „Malm“ passenden Ikea-Nachtische)
 
Der Raum wurde weitestgehend leer geräumt. Größere Möbel wurden in eine Ecke geschoben und sorgfältig mit Planen abgedeckt.  Die Position der späteren Wand habe ich zunächst mit Klebestreifen auf dem Boden markiert. So bekommt man ein Gefühl für die Wirkung der künftigen Aufteilung. Korrekturen sind jetzt noch spielend möglich.
 
Anhand des Planes habe ich die Einkaufsliste erstellt und Material eingekauft.

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TAG 1 - Die Zwischenwand

Die neue Wand soll Steckdosen erhalten. Daher habe ich einen Schlitz von einer bestehenden Dose zum Ansatz der neuen Wand gestemmt (Bild 1 – das Bodenprofil liegt hier noch falsch!).
 
Das Bodenprofil wurde mit Doppelklebeband auf dem Boden befestigt. Ich wollte zum einen die Fliesen nicht beschädigen, zum anderen kenne ich genaue Position der Fußbodenheizung nicht. Die Fixierung am Boden hat nicht viel zu halten – das Eigengewicht der Wand sowie Befestigungen in der Seitenwand und Decke halten die neue Wand in Position. Ich habe allerdings gutes Marken-Klebeband verwendet (noch besser wäre Spiegelklebeband). Es gibt auch speziell gepolstertes Klebenband, welches die Schallübertragung verhindern soll. Bei dieser freistehenden Wand aber nicht nötig.
 
Es folgte das Deckenprofil, dessen Position ich mit einem Lot genau fluchtend über dem Bodenprofil positioniert habe. Befestigt wurde die mit Schnellbauschrauben in die vorhandene Trockenbaudecke.
Das Seitenprofil habe (wie Boden und Deckenprofil natürlich auch) entsprechend zugeschnitten und mit Nageldübeln an der Wand befestigt.
 
Ich habe mich dafür entschieden, nun die erste Platte anzubringen und erst danach das nächste Seitenprofil. Ich glaube, Profis setzen erst alle Profile und beplanken dann. Da dies meine erste Trockenbauarbeit ist, wollte ich jedoch auf Nummer Sicher gehen und mit dieser Vorgehensweise Messfehler und unangenehme Überaschzungen weitestgehend ausschließen. (Mehr dazu später…) Die Platte wurde also an drei Seiten (links, oben & unten) mit Schnellbauschrauben mit dem Profil verschraubt. Ich hatte mir dazu extra ein Bithalter gekauft, welcher es ermöglicht, die Schrauben exakt zu versenken. Die Schrauben dürfen für das spätere Verspachteln nicht hervorstehen, sind jedoch auch ganz schnell komplett mit Kopf durch die Platte gedreht. Diesen Vorsatz habe ich letztendlich aber nicht genutzt. Entweder habe ich den falsch benutzt oder was auch immer. Mit einem kleinen Drehmoment und etwas Vorsicht ging das auch so. Die Schraube geht sofort durch die Platte, benötigt dann aber etwas Druck um in das Metall zu schneiden. Sobald das Metalldurch ist zieht sich die Schraube sehr schnell ins Material.
 
Anschließend habe ich das vierte Profil so gesetzt, dass es zur Hälfte hinter der soeben befestigten Wand verschwindet und zur Hälfte Auflage für die nächste Platte bietet. Auf diese Weise wurden nun rundherum alle Platten befestigt.
 
Nachdem eine Seite fertig war, habe ich die Dosen für die Steckdosen gesetzt und die Verkabelung eingezogen (Bild 6). Da auf der einen Seite (auf den meisten Fotos die Rückseite der Wand) ein Spiegel angebracht werden sollte, habe ich in die Wand Holzbalken eingebaut. Die Lage habe ich mir genau notiert. Hier kann später der Spiegel sicher angebracht werden (Bild 8).

Normalerweise hätte man die Wand im Inneren noch dämmen können (Wärme/Kälte/Schall). Aber auch das ist hier bei einer freistehenden Wand nicht nötig gewesen.

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TAG 2 - Die Vorwand

Diese Wand hat zwei Besonderheiten: In der bestehenden Wand sind Steckdosen, die ich auch später noch verwenden will. Ich hätte also einfach in die neue Wand neue Steckdosen einbauen und neu anschließen können. Da das Bett aber vor den Dosen und direkt an der Wand stehen soll, wären die Stecker im Weg und das Bett müsste 5-10cm von der Wand abgerückt werden. Aus diesem Grund habe ich die alten Dosen dort gelassen wo sie waren und einen Kasten konstruiert, so dass diese später tiefer in der Wand liegen (die Bilder machen deutlich, was ich meine). Der Fachmann spricht hier – glaube ich – von aus- oder einkoffern.
 
Zweite Besonderheit: Damit die neue Wand nicht so langweilig ist und damit auch kein Platz verschwendet wird, habe ich über dem Bett eine Art Fenster eingeplant. Ursprünglich war hier noch eine Beleuchtung geplant. Diese ist allerdings nach einigen Überlegungen wieder verworfen worden. Spot oben dürften nie an sein, weil man von diesen (im Bett liegend) geblendet wird. Von unten war mit zu heikel wegen der Brandgefahr (an LED hatte ich nicht gedacht…).
 
Begonnen habe ich also mit den beiden „Koffern“ um die Steckdosen. Dazu wurden Profile an der Wand (Schlagdübel) und an den Profilen Rigipsplatten befestigt. Auf Bild 5 sieht man auch die Säule, die durch diese Vorwand verdeckt werden soll.
 
Decken und Bodenprofile wurden wie oben beschrieben befestigt. Das erste Seitenprofil kam an die am Vortag errichtete Zwischenwand. Die Beplankung erfolgte ebenfalls dem Prinzip vom Vortag. Das Ständerwerk „wächst“ also mit der Beplankung. Besonderheit war hier lediglich die Aussparungen um die Steckdosen und das Fenster.
 
Die Aussparungen bei den Steckdosen habe ich zunächst ausgemessen und auf die Platte angezeichnet. Mit einer Lochsäge habe ich Löcher geschnitten und dann mit eine Säge den Ausschnitt gefertigt. Ein-, zweimal nachgearbeitet und die Platte sitzt. Ergebnis auf Bild 2 + 3. Für das „Fenster“ wurden ebenfalls erst Profile an die Wand gedübelt an die später die Laibungen geschraubt werden. Hier ist es etwas kniffelig mit dem vorderen Eckprofil. Denn man baut quasi zunächst ins Leere (vom Bodenprofil nach oben), schraubt erst dann ein Profil ans obere Ende der Platte und kann dieses erst danach mit einer weiteren Platte (die „Fensterbank“) an dem Wandprofil befestigen. Hat mich ein paar Überlegungen gekostet – ist aber in Praxis dann doch gar nicht so schwer. So wurden auch die drei anderen Seiten des Fensters hergestellt. Bilder 7 – 9 zeigen die fertige Vorwand.

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TAG 3 - Verspachteln

Hier passierte der dickste Fehler meiner ersten Trockenbauarbeit: Ich habe die falschen Eck-Profile verwendet! Statt der flachen Profile habe ich Putzprofile gekauft. Erstens gab es keine anderen, zweitens hab ich irgendwie gedacht, die gehen auch…
 
Bild 1 zeigt also die ersten Schienen und lässt erahnen, welche Konsequenzen das hat. Aber die Vorgehensweise an sich hat sich bewährt: Die Schienen habe ich zunächst mit Klebeband fixiert und dann mit einzelnen Kleberbatzen befestigt. Das Band wir nach dem Abbinden des Klebers wieder entfernt. So habe ich alle Ecken mit den (falschen) Schienen versehen.
 
Beim Verspachteln rächte sich dann die Auswahl der falschen Schienen: Alle Ecken wurden krumm und schief. Die Putzschienen haben eine ca. 5mm dicke Kante. Auch wenn ich einen möglichst breiten Übergang gewählt habe, gleiche ich hiermit eine Differenz von eben diesen 5mm aus. Das sieht im Rohbau fürchterlich aus und wird natürlich auch nach dem Tapezieren nicht unsichtbar. Und natürlich brauchte ich Unmengen an Spachtelmasse.
 
Auch die Schraubenköpfe und alle Plattenstöße wurden gespachtelt. Hier zeigte sich eine zweite Merkwürdigkeit: Die Platten waren nicht plan nebeneinander. Offenbar haben sich im inneren der Wand die Profile während des Beplankens verzogen.
 
Nach dem Trocknen erfolgte ein grober Zwischenschliff und eine zweite Schicht Spachtelmasse.

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TAG 4 -Schleifen und Tapezieren

Über Nacht getrocknet wurde ein letztes Mal geschliffen. Fiese Arbeit mit viiieel Staub! Zumindest muss ich jetzt diese falschen Eckprofile nicht mehr sehen. Und die krummen Ecken rede ich mir schön.
 
Auf das Tapezieren möchte ich hier nicht näher eingehen. Nur, dass ich keinen Tiefengrund benutzt habe. Stattdessen habe ich nicht nur die Tapete sondern auch die Wand eingekleistert. Das verhindert, dass die Wand zu viel und schnell die Feuchtigkeit aus dem Kleister zieht und die Tapete hält nicht richtig.

Am Abend habe ich noch die Übergänge der neuen Wand zur Decke mit Acyl versiegelt.

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TAG 5 - Streichen und Einräumen

Auch das Streichen bedarf keiner näheren Beschreibung. In das Fenster sollten zunächst nur einzelne Blätter. Dazu wurden Schablonen aus Holz und Moosgummi erstellt und die Blätter dann an die Wand „gestempelt“. Das hat zwar ganz gut funktioniert, sah aber dann soch nicht so gut aus. Also wurde das Fenster komplett farbig. Später soll hier noch ein schönes Bild rein.
 
Es folgten Feinarbeiten wie Steckdosen anschließen und Fußleiste montieren. Dann konnte geputzt und wieder eingeräumt werden.

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FAZIT

Es war mein erstes Trockenbau-Projekt. Und es hat riesig Spaß gemacht. Aus den Fehlern habe ich gelernt: Beim nächsten Mal kaufe ich die richtigen Eckprofilschienen. Und die Unebenheiten zwischen den einzelnen Platten bekomme ich auch noch weg. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich zufrieden. Die schiefen Ecken sieht man nun kaum – aber ich weiß, dass sie da sind (was eigentlich noch schlimmer ist…)

Für die optische Unterteilung hätte es allerdings auch eine halbhohe Wand getan, weshalb ich die Zwischenwand an dieser Stelle nicht noch mal raumhoch bauen würde.

An die Moderatoren: Zu viel Text? Zu viele Fotos? Kleiner Hinweis und ich ändere das.

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Der Bau im Überblick (Fotos Teil 1):

Hier noch mal die wichtigsten Etappen im
„Zeitraffer“ – Teil 1
Ein Video aus allen 500 Bildern siehe unten.

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Der Bau im Überblick (Fotos Teil 2):

Hier noch mal die wichtigsten Etappen im
„Zeitraffer“ – Teil 2
Ein Video aus allen 500 Bildern siehe unten.

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Der Bau im Überblick (Video):

Hier noch mal der gesamte
Aufbau im „Zeitraffer“


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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