Testprojekt PPS 7 S // Pelletlager für die neue Heizung eines Freundes

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    600 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Ein befreundetes Ehepaar hatte bereits vor einigen Wochen bei mir angefragt, ob ich als handwerklich begabter "junger Mann" bei dem Bau eines Pelletlager (Pelletsilo) behilflich sein könne. Man beabsichtige eine neue Heizung installieren zu lassen und nach reiflicher Überlegung habe man sich für eine Pelletheizung entschieden.

Die Installationsfirma habe ihnen zwar ein Komplettangebot gemacht, jedoch sei der Bau des Pelletlagers nicht gerade billig und aus diesem Grund sei man auf die Idee gekommen, ein paar Euro sparen zu können, wenn Pedder ihnen dabei helfen würde.

Obwohl ich ganz genau wußte, dass mein Freund zwei linke Hände hat und die meiste Arbeit bei mir hängen bleiben würde, sagte ich unseren Freunden sofort zu. Außerdem war ich als Tester der Tischkreissäge Bosch PPS 7 S ausgewählt worden und der Bau eines Pelletlagers war doch das geeignete Objekt, um die Säge auf Herz und Nieren zu testen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBH 3000 FRE  - Bohrhammer (elektrisch)
  • PSR 18  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PST 18 LI  - Stichsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (Akku)
  • Tischkreissäge
  • Lochsägen
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Materialliste
  • 70 x Lfm gehobelte Kanthölzer (8 x 8 cm)
  • 18 x OSB-Platten 18 mm (250 x 62,5 cm)
  • 1 x Jede Menge Spaxschrauben (Torx) (verschiedene Größen)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Berechnung der erforderlichen Lagergröße

Die Größe des benötigten Lagerraums hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Er sollte größtmöglich ausgeführt werden, jedoch maximal die notwendige Jahresbrennstoffmenge aufnehmen können.

Durch das Einbringen einer beidseitigen Schräge reduziert sich jedoch das Raumvolumen um etwa ein Drittel und unter Berücksichtigung dieser Tatsache ergibt sich daraus folgende Faustregel:

  • pro 1KW Heizlast = 0,9 m³ Raum (incl. Leerraum)
  • nutzbarer Lagerraum = 2/3 Raum (incl. Leerraum)
  • 1 m³ Pellets wiegen = 650 kg
  • Der Energieinhalt von Pellets = 5 kWh pro kg

Beispiel im Fall meines Freundes:

Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 15 kW

15 kW Wärmedarf x 09 m³ benötigter Raum = 13,5 m³ benötigtes Lagervolumen
nutzbarer Rauminhalt = 13,5 m³
13,5 m³ geteilt durch 2/3 = 9 m³
benötigte jährliche Pelletmenge = 9 m³
9 m³ x 650 kg = 5850 kg (aufgerundet 6 t)

Bei einer Deckenhöhe von 240 cm beträgt die Grundfläche des benötigten Lagerraumes 5,6 m² Grundfläche.

Die hierin gelagerte Pelletmenge eintspricht einer Heizölmenge von 3000 Litern.

Der benötigte Lagerraum sollte also eine Mindestgröße von 5,6 m² haben, wobei eine Mindestgröße von 2 x 3 nicht unterschritten werden sollte.

Wir entschieden uns für eine Grundfläche von 2 x 4 Metern, um die Größe des Heizungsraumes auch vollends auszuschöpfen.

Nachdem die Fläche ausgewinkel worden war, begann ich mit dem Zusammenbau und dem anschließenden Einbau der Schnecke. Hierbei handelt es sich um eine Metallspirale mit Motorantrieb, die sich bei Bedarf dreht und mit Hilfe eines Saugmotors das Brennsystem im Heizungsofenfüllt.

Die Schnecke war nicht zusammen gebaut, aber gemäß der tollen Beschreibung war der Zusammenbau ein Kinderspiel. Alles war gut beschrieben und nach etwa 2 Stunden stand das Teil auf dem Bodeb des geplanten Pellertlagers.


 

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Ständerwerk wurde erstellt

Die Seitenwände des Lagerraumes sollten mit OSB Platten verkleidet werden. Das benötigte Ständerwerk wurde mit 8 x 8 cm starken Kanthölzern hergestellt. Hierfür wurden zunächst 1 Kantholz auf dem Boden befestigt und eines an die Decke angeschraubt. Sehr hilfreich war hier der Kreuzlinienlaser PCL 20 von Bosch, den ich mir vor einigen Monaten einmal zugelegt hatte.

Bevor jetzt einige sogenannte Schlaumeier mit dem Einwand kommen, dass Energiequellen wie Steckdosen oder Lichtquellen nicht in ein Pelletlager eingebaut werden dürfen:

"Die Deckenlampe auf dem 3. Foto wurde natürlich entfernt!"

Bevor ich es vergesse, sämtliche Sägearbeiten wurden mit dem Testgerät Tischkreissäge Bosch PPS 7 S durchgeführt. (Bitte lest auch meinen Testbericht).

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Seitenschräge (Pelletrutsche) eingebaut

Damit die gelagerten Pellets auch immer in Richtung Schnecke rutschen, muß zu beiden Seiten eine Schräge von etwa 45 Grad eingebaut werden. Der Bau dieser Schräge erfolgte ebenfalls mit 8 x 8 cm starken Kanthölzern, die an der Außenwand sowie auf dem Fußboden auf Trägerbalken angeschraubt wurden. Um das sehr hohe Gewicht der Pellets aufzufangen, wurden die schräg eingebauten Balken nach unten hin aufgefangen. An jedem Schrägbalken wurden beidseitig Teile von OSB Platten als zusätzliche Ständer angeschraubt. Hiervon wurde lediglich Foto aus dem Internet eingestellt, da ich diesen Arbeitsschritt leider nicht fotografiert habe.

Anschließend wurde die entstandene Schräge mit OSB-Platten verkleidet.

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Verkleidung der Seitenwände und Einbau einer "Arbeitstür"

Nachdem die Schräge fertig war, erfolgte das Verkleiden der Seitenwände. Auch hierfür wurden 18 mm starke OSB-Platten verwendet.

Da der Einbau einer sogenannten Arbeitstür zwar nicht zwingend vorgeschrieben ist, jedoch bei einer Störung der Schnecke äußerst hilfreich ist, wurde an der Längsseite eine Öffnung von etwa 100 x 60 cm eingebaut bzw. frei gelassen und nicht verkleidet. Dieser Einbau sieht eine doppelte Sicherung vor. Zum Einen erden von der Innenseite zwei Z-Schienen angeschraubt, in die man von außen 20 cm breite Bretter einschieben kann. Insgesamt 5 Bretter passen von der Höhe her in diese Schienen. Die Bretter haben eine Stärke von 22 mm und dienen eigentlich nur zur zusätzlichen Sicherung. Die Bretter wurden eigentlich nur auf die Breite von 20 cm gesägt, weil man eine gesamte Platte aufgrund der Höhe nicht in diese Schienen einschieben kann.

Ich weiß nicht, ob sich alle Mitglieder anhand meiner Beschreibung eine Vorstellung machen können. Ich hoffe ja, eine andere Beschreibung ist mir leider nicht eingefallen.

Anschließend habe ich 6 Stockschrauben in die Außenwand eingeschraubt und eine OSB Platte von 120 x 80 xm zurecht gesägt. In diese Platte bohrte ich 6 Löcher, nämlich genau dort, wo sich auch die Stockschrauben befanden. Die Platte wurde auf die Stockschrauben gesetzt und anschließend mit Flügelmuttern festgeschraubt.

Fertig war die sogenannte Arbeitstür. Liegt eine Störung vor, kann man die Flügelmuttern lösen, die äußere Platte entfernen und anschließend die einzelnen Bretter der Innentür entfernen, indem man sie nach oben aus den Schienen schiebt. So ist auf jeden Fall gewährleistet, dass man nur bis zur Höhe der gelagerten Pellets die Bretter entnimmt und ins Lager gelangen kann.

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Einbau der Prallschutzmatte

Die Pellets werden mit einem Tankwagen angeliefert und mit einem Druck ins Pelletlager geblasen. Damit die Pellets nicht gegen die Wand geschleudert und zerstört werden, ist der Einbau einer Prallschutzmatte erforderlich. Es handelt sich hierbei um eine Gummimatte von 1 - 3 mm Stärke. Sie hat die Größe von 150 x 150 cm und wird mit Hilfe einer Winkelschiene an der Decke angebracht.

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Befüll- und Absaugstutzen werden eingebracht

Um das Pelletlager auch von einem Tankwagen befüllen lassen zu können, müssen in einem Mindestabstand von 20 cm zur Decke ein Einfüll- und ein Absaugstutzen eingebaut werden. Der Befüllstutzen dient zum Einblasen der Pellets und der Absaugstutzen entzieht gleichzeitig den Staub und die Luft aus dem Lagerraum. Würde man beim Befüllen das Absaugen der Luft nicht durchführen, würde ein so hoher Druck entstehen, dass der Lagerraum gesprengt wird.

Die Stuzen haben wir uns im Fachhandel besorgt, damit bei der Anlieferung der Pellets auch die Schläuche des Tankwagens angeschlossen werden können. Uns wurde geraten, Kupplungen der Marke Storz Typ A einzubauen, weil sich diese Kupplungen bei den Anlieferfirmen etabliert haben.

Der Einbau der Stutzen ist relativ einfach. Es werden 125 mm kreisrunde Löcher in die Außend gesägt. Entweder mit der Stichsäge oder wie in meinem Fall mit einer Lochsäge. Die etwa 60 cm langen Rohre werden durch die Öffnung geschoben und von außen mit Schrauben befestigt. Um eine zusätzliche Sicherung zu erhalten, habe ich im Innenraum noch 2 Rohrschellen mit Stockschrauben, Verbindungsmuttern und Gewindestangen an die Decke geschraubt und diese um die Rohre geschraubt. So war alles bombenfest verankert und einer ordnungsgemäßen Befüllung stand nicht mehr im Wege.

Bitte folgendes beachten:     Die Einfüllstutzen müssen geerdet werden, um eine elektrostatische Aufladen beim Befüllen auszuschließen. In meinem Fall hat die Heizungsfirma beim Anschluss des Schneckenmotor und des Gebläsemotor dieses mit übernommen.

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Einbau einer Füllstandkontrolle

Da das Innere des Lagers nicht einsehbar ist, man aber trotzdem eine ungefähre Füllstandskontrolle haben möchte, habe ich mit entschlossen sogenannte Bullaugen in die Außenwand einzubauen. Hierfür wurden insgesamt 3 kreisrunde Löcher mit einem Durchmesser von 100 mm in die Außenwand gesägt. Die Löcher sind in einem Abstand von etwa 20 cm in die Platten gesägt worden. Anschließend wurde von innen eine 5 mm starke Plexiglasscheibe vor die Löcher geschraubt und geklebt. Der Kleber (Silikon) ist notwendig, um einem Staubaustritt vorzubeugen. Ein paar Leisten als Rahmen von außen um die Bullaugen und fertig ist eine Füllstandsanzeige.

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Abschließende Arbeiten

Zu guter Letzt wurden in Absprache mit der Heizungsfirma noch der Füllschlauch und der Luftschlauch vom Schneckenmotor zum Brenner verlegt. Diese Schläuche wurden mit Rohschellen an die Außenwand des Lagers befestigt.

Ich hoffe sehr, dass ich Euch mit dieser umfangreichen Beschreibung keine Langeweile bereitet habe. Mir hat der Bau eine große Freude bereitet und das Projekt ist bei allen Nachbarn so gut angekommen, dass ich in der Zwischenzeit bereits ein 2. Lager gebaut habe und ein 3. in Auftrag ist.

Anzumerken ist noch, dass mein Freund allein für den Arbeitslohn insgesamt 2500,00 Euro einsparen konnte. Die Schnecke, der Motor, die Einfüllstutzen, die Prallmatte und die Schläuche wurden von der Heizungsfirma angeliefert. Das benötigte Holz haben wir im Baumarkt besorgt.

Die angegebenen Kosten des Material beziehen sich nur auf das Holz und das Befestigungsmaterial wie Schrauben und Rohrschellen.

Und nun viel Spass beim Nachbau. Falls noch Fragen offen sein sollte, bitte eine persönliche Nachricht an Pedder aus dem Schwarzwald.

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Was ich noch vergessen habe

Bevor das Pelletlager gefüllt wurde, habe ich natürlich einen Probelauf gemacht, um auch ganz sicher zu gehen, dass die Schnecke vernünftig arbeitet. Hierfür habe ich insgesamt 10 Pelletsäcke ins Innere geschüttet und den Motor laufen gelassen. Hat alles funktioniert und ich war schon ein bisschen stolz, als die Pellets durch den Füllschlauch in Richtung Brenner flogen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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