Tapeten anbringen

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    160 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Da ich nun fertig bin mit renovieren und vor einiger Zeit Tapeten anbringen musste, möchte ich nun endlich mal niederschreiben, welche Tipps man umsetzten sollte.

In meinem Projekt "Tapeten abreißen" welches ich vor Wochen eingestellt habe, gehe ich auf Werkzeuge und Materialen ein, die ich hier nicht erwähnen werden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Quigo  - Kreuz- und Linienlaser
  • Tapeziertisch
  • Tapetenbürste
  • Kleistermaschine oder Quast
  • Leiter
  • Eimer für den Kleister
  • Rührstab zum Anmischen
  • Maßband oder Zollstock
  • Tapetenschere (eine große 'scharfe' Schere reicht)
  • Cutter/Universalmesser
  • Tapetenroller (sehr wichtig bei glatten Tapeten)
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Materialliste
  • min.1 x Kleister | Cellulose (für ca. 4m²)
  • Wasser
  • ca.5 x Tücher (alte Stofffetzen) | Textil
  • Tapeten

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ermitteln der Tapetenmenge

In meinem Projekt “Tapeten abreißen“ habe ich beschrieben, worauf man bei denVorbereitungen achten muss und was man vorbereiten sollte zum Tapezieren.
Nun möchte ich darauf eingehen, welche Tipps und Arbeiten man durchführen sollte, um Tapeten erfolgreich an die Wand zu bringen.

Als erstes ist es wichtig Tapetenlängen und die benötigten Bahnendes jeweiligen Raumes zu ermitteln.

Als Bild habe ich eine Tabelle mit eingestellt, die für eineGesamtlänge eines Raumes benutzt werden kann.

Sagen wir, wir haben einen Raum der 4 Wände in rechteckigerForm aufweist. 5m x 3,5m (2x), dann haben wir eine Gesamtlänge von 17m, die die Wände bilden würden, wären sie eine durchgehende Wand.
Man schaue sich nun meine eingestellte Tabelle an. Diese findet man in Prospekten, die die Baumärkte im Eingangsbereich ausliegen haben.

Haben wir nun also eine Raumhöhe von 2,35m so braucht man für diesen einen Raum ca. 8 Rollen, seiner auserwählten Tapete.

Keine Angst!
Tapeten haben ein Standartmaß von ca. 53,5cm,somit trifft dies auf die meisten gebräuchlichen Tapeten auf dem Markt zu.

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Anmischen des Kleisters

Sind die Wände sauber und tapezierbereit, so beginnen wir mit dem Anrühren des Kleisters.

Hat man Pulver, so muss man erst das Wasser in der angegebenen Menge auf der Packung vorlegen (im Eimer). Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass die Mischung dann etwas dünner sein darf. Da Kleister immer noch "andickt".
Dies hängt mit den Cellulosefaser in dem Kleister zusammnen, diese quillen auf und verbinden nach dem Trocknen die Bahn mit der Wand.

Metylan bietet mittlerweile auch Flüssigkonzentrate an (wurd auch Zeit...), diese werden ohne zu verklumpen in des Wasswer im Eimer gekippt.

Zurück zum Pulver, hat man die Wassermenge vorgelegt, so rührt man zuerst mit dem Stab/Rührer das Wasser, dann "rieselt" man das Pulver langsam in das Wasser (kann spritzen), damit es keine Klumpen bildet.
Viele Kleistersorten müssen nach dem Mischvorgang erst ruhen.
Also messen wir in der Zwischenzeit die benötigten Bahnlängen und schneiden diese auf dem Tapeziertisch schon einmal zu.

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Tapeten anbringen

Es gibt die verschiedensten Tapetensorten, von Papiertapete, über Struktur.-Vlies.- oder wer es teuer mag, Satintapeten.

Jede dieser Tapeten hat Vorlieben bezüglich des Kleisters. Vliestapeten sollten am sinnvollsten auch mit Vliestapetenkleister verarbeitet werden, während es für Papiertapeten einen Universalkleister gibt.
Sind die Tapeten zugeschnitten, dann wird die Bahn mit dem vorher angerührten Kleister eingekleistert.
Vliestapten haben den unendlichen Vorteil, dass die Wand nicht eingekleistert werden muss, somit entfällt der übliche Arbeitsschritt, die Wand einzukleistern.

Muss die Bahn aber noch durchweichen (wegen dem Kleister) sollte man sie zweimal locker zusammen legen. Die gekleisterten Seiten einfach aufeinander legen. Die Schnittkante der auf Länge geschnittenen Bahn bildet nun das Ende was nach unten kommt, wenn wir die Bahn an die Wand anbringen.

Dann wird die Tapete angebracht.
Die erste Bahn "muss" ganz im Lot an die Wand gebracht werden, da man danach die nächsten Bahnen an die erste Bahn anlegt (Stoß an Stoß).
Sehr gut hat sich erwiesen, dass man rechts in der Raumecke vom dem Fenster anfängt. Da so am wenigsten zugeschnitten werden muss.
Vom Vorteil ist es, nicht um die Ecke rum zu tapezieren, da Raumecken oft schief sind und die nächste Bahn nach der Raumecke schief an die Wand kommen würde.
Außerdem verhindert man so, dass eventuelle Ecken nicht rund werden oder sich die Bahn in der Ecke nach dem Trocken rausdrückt und total spannt.

Lieber einen schmalen Streifen bis in die Raumecke eintapezieren, so erspart man sich oft spätere Ärgernisse.

Schalter und Steckdosen werden (Sicherung ist ja raus) übertapeziert. Wenn man später auf den Blechrahmen der Dosen mit dem Cuttermesser schneidet, so wird der Schalter oder Dosenrahmen die Schnittkante überdecken.

Dachschrägen habe ich persönlich wie eine 5.Wand behandelt, komplett seperat tapeziert. Da selbst die Schrägenecke für mich wie eine Raumecke galt. Die Bahnen habe ich genau übereinander tapeziert und das Ergebnis hat sich sehr gelohnt.

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Nacharbeiten (nach jeder Bahn)

Die Tapeten an die Wand zu drücken reicht nicht aus, man muss sie Stoß an Stoß anbürsten. Sitzt die Tapete richtig, so nimmt man am besten Tapetenroller und rollert die Bahn dann komplett ab, erst die Stöße und dann mit einer großen Rolle, die komplette Bahn.
So bilden sich keine Blasen, die später stören und der überschüssige Kleister wird verdrängt durch den gleichmäßigen Anpressdruck der Rolle.

Sollte sich Kleister aus dem Stoß der beiden Tapeten drücken, so wird dieser mit den Lappen weggewischt. Es ist wichtig, da sonst ein gelblicher Streifen bei jedem Stoß zurückbleiben wird.
Mit der Schere (ganz tolle Heimwerker haben elektrische Tapetenmesser, die viiiiieeeellll sauberer schneiden und viiiiieeeellll schneller schneiden als Scheren...) schneiden wir dann die überschüssigen Reste, Kanten oder Rundungen ab.
(Freut euch auf´s Fenster) ;)

Dann heißt es, trocknen für min. 24 Std. :)

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Nachnacharbeiten

Habt ihr also einen Tag ...
...voller Flüche die ihr sonst nicht ausgesprochen habt und viele aufregende Minuten mit dem Zuschneiden der Bahnen (besonders am Fenster....) mit einer Schere, die stumpf wurde, verbracht und habt nach Schere das Cuttermesser ausprobiert und festgestellt das dann die Tapeten die ihr mühevoll angebracht habt einreißen, weil dieses sch**ß Messer bei nassen Tapeten den Geist aufgibt.... Ähhhh sorry ich schweife ab...


Also, habt ihr die Bahnen hochprofessionell angebracht, 24 Std. abgewartet und seid ihr dann bereit für neue Schandtaten? So könnt ihr die "trockenen" Tapeten noch einmal prüfen.
Sollte es so sein das alle Tapeten dran geblieben sind, keine Beulen entstanden sind und kaum gelbe Streifen der Kleisterspuren zu sehen sein,
daaaaannn könnt ihr mit dem Cutter die Auflagerahmen (Blechrahmen) der Steckdosen und Schalter ein bzw. nachschneiden. Die Blenden der Schalter werden noch angebaut und nun sollte der Raum fertig sein!

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Thema Dachschräge

Hallo doityourselfgirl,
(dieser Arbeitsschritt ist nur für dich)
du hast recht. Deine Anmerkungen sind plausibel und ebenso durchfürbar.

Es gibt nur zwei Haken:

Die Tabelle hat Verschnitt mit einberechnet, denn Tapeten sind im allgemeinen über 10m lang und nun zeige mir bitte einen Raum, der keinen Verschnitt aufweist. Das was man an Verschnitt hat, hat man bei Fenstern und Türen über. Weil dann keine 2,5m lange Tapete gebarucht wird sondern nur ein Stück von 0,40m.

Die Sache mit den Dachschrägen Wie ich sie erwähnt habe, dass ich sie wie eine Raumecke behandelt habe.

Einen Ansatz zur Zimmerdecke sieht man auch nicht wirklich, was ja auch eine Ecke darstellt. Die Bilder beweisen, das ich hier Vier verschiedene Bahnen angebracht habe und man nur ein wenig den Stoß sieht.

Was ich sagen will, jeder hat eine Idealvorstellung und macht es immer ein wenig anders.

Ich schreibe hier keine Regelungen oder Vorgaben, sondern möchte nur, dass Laien die herkommen und Hilfe und Rat suchen, eine "so-kannst-du-es-machen"-Anleitung vorfinden.

Wenn du also eine 7m Bahn anbringst, wirst du ein Möglichkeit finden (was übrigens meinen vollsten Respekt abverlangt).
Jemand Anderes, wird eine andere Möglichkeit finden.

Ich will hier lediglich eine Möglichkeit geben, dass Tapezierlaien (du scheinst ja keiner zu sein ;) ) die sich selber was zutrauen, einen Weg von vielen zu beschreiten.

LG Pirenci


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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