Staubsauger Umbau zum Zyklon

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    1 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Ein guter und funktionierender Sauger ist in einer Holzwerkstatt ein muß, allein beim Schleifen erstickt man sonst am Staub.

Nachdem mein erster Sauger Anfang des Jahres das zeitliche gesegnet hatte, kaufte ich mir einen neuen. Um den Verschleiß an Staubbeuteln zu minimieren, habe ich den Eimer des alten Saugers als vorgeschalteten Auffangbehälter benutzt. 

Durch die abgewinkelte Saugrohrzuführung enteht so etwas wie ein Zyklon im Inneren. Die groben Späne werden auch recht gut getrennt.Aber selbst grober Staub, der sich erstmal im Vorbehälter ablagert wird durch den Luftstrom wieder aufgenommen und über kurz oder lang in den Staubbeutel befördert.

Enstanden ist daher dieser Zyklonsauger mit einem Rohr als Zyklonkörper. Wie dieser im Gegesatz zu den Saugern mit Trichter funktioniert, wird sich zeigen müssen.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundplatte

Als Grundplatte habe ich 19mm Multiplex benutzt. Die Platte zuschneiden auf 2cm mehr als der untere Behälter (bei mir das Unterteil eines defekten Saugers) im Durchmesser hat.

Die Mitte der Platte markieren und mit einem 4mm Bohrer duchbohren.

Auf die Unterseite einen Kreis fräsen, der auf den Rand des Eimers passt.

Auf die Oberseite einen Kreis passend zum gewählten Rohr fräsen, bei mir ein 200 mm KG Abflußrohr mit 5mm Wandstärke. Bei einem 8mm Nutfräser also mit 96mm Radius.

Anschließend musste der innere Kreis weichen, so dass das KG-Rohr auf dem Rand steht, der Rand aber nach innen nicht übersteht. Hier hatte ich das Problem, dass meine POF 1400 diese Durchmesser micht mehr geschafft hat. Da kam mir die Erkenntnis, unter der Werkbank steht noch eine POF 500. Ausprobiert, die konnte den inneren Ring fräsen. Allerdings hatte ich für die vorhandene Spannzange (6mm) keinen Nutfräser. Ich habe dann die Spannzange aus der POF 1400 ausgebaut und siehe da, sie passt perfekt auch in die POF 500. Also wieder rechnen und dann mit 91mm Radius in 2 Durchgängen durchgefräst.

Damit war der Deckel soweit fertig, allerdings störten mich die 4 hervorstehenden Ecken nun doch etwas. Rundfräsen ging ja nicht mehr, die Zentrierbohrung war schon weg (oder nur mit hohem Aufwand). Da kam mir die Idee, mach ich ein Achteck daraus. 

Gesagt, getan. Auf der Unterseite die angezeichneten Diagonalen (Zur Zentrumsbestimmung) mit 1 cm Abstand eine Markierung gesetzt, die senkrechte zur Diagonalen angezeichnet und auf der Tischkreissäge die Ecken entfernt

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Zyklon

Als Zyklonkörper verwende ich ein KG-Abflußrohr mit 200 mm Außendurchmesser bei 5 mm Wandstärke.

Länge des Rohres 45 cm.

Ich habe bereits längere Zeit nach einem "einsamen" Pylon Ausschau gehalten, war aber leider nichts zu finden.

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Deckel

Als Deckel wieder eine 19mm Multiplex.

Wieder das Zentrum des Deckels markieren, bohren und den Teil ausfräsen, der in das Rohr versenkt wird. Tiefe ca. 12mm (2/3 des Multiplex). 

Passt die Platte, mit dem äußeren Durchmesser des Rohres den Deckel aus der Platte fräsen.

In die Mitte dann noch ein passendes Loch bohren für das Zentralrohr. Bei mir 35mm, dann geht das Rohr des aktiven Saugers ca. 25cm in den Zyklonkörper.

Im letzten Bild habe ich die bisher gefertigten Teile einmal probehlaber zusammengestellt.

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Saugrohrzuführung (1. Versuch)

Die Saugrohrzuführung muss im oberen Bereich tangential in den Zyklonkörper erfolgen. 

Nach einigen Überlegungen habe ich mich entschieden, die originale Zuführung in den Eimer wiederzuverwenden und mit einem Holzklotz als Adapter an das Rohr zu montieren.

Ich hatte noch ein paar Stücke Sperrholz von meinem Sägewagen liegen. Maße ca.10X10 cm bei 24 mm Dicke. Davon habe ich 3 Stück verwendet.

Als erstes eine Schablone anfertigen, um die Rundung des Rohres auf die Brettstücke zu übertragen.

Die angezeichnete Schnittlinie auf den Brettern habe ich mit einer Zugabe nachgebohrt und bei einem Brett mit einer Puksäge die Löcher nachgesägt.

Anschließend die 3 Bretter verleimt, das Brett mit dem bereits entfernten Teil als mittleres.

Jetzt habe ich die Bohrung für den Schlauchanschluß und die 40mm Durchgangsbohrung für den Luftstrom angefertigt. Deswegen hatte ich bei den beiden äußeren Brettern den Viertelkreis noch nicht entfernt.

Dies habe ich jetzt nachgeholt.

Zum Schluß musste die Rundung noch sauber geschlifen werden. Das erfolgte mit einer Schleifrolle im Bohrständer.

Dabei ist mir an der dünnsten Stelle des Blockes ein Stück ausgebrochen und dieser Versuch hat sein Ende gefunden. Das Sperrholz ist nicht gerade erste Qualität, vom Alter her weiß ich ebenfalls nicht, wie lange die Transportkisten, aus denen das Material stammt, bereits in der Weltgeschichte unterwegs waren.

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Saugrohrzuführung (2. Versuch) Teil 1

Für den zweiten Anlauf benutzte ich einen Rest einer Fichten Leimholzplatte. Ich schnitt 5 Bretter zurecht und verleimte diese vollflächig.

Leider sind sie beim Pressen noch um etwas verrutscht. Nach dem Trocknen habe ich die Seitenflächen auf dem Bandschleifer geplant und die Kanten gebrochen.

Anschließend mit der Schablone die Schnittlinie beidseitig angezeichnet.

Danach habe ich damit begonnen, die Stufenbohrung für den Schlauchanschluß zu fertigen. Mit der Lochsäge (60 mm Außendurchmesser) 15 mm tief eingesägt. Dann den Rand des Absatzes mit einem 15 mm Forstner einmal herum auf die Tiefe von 15mm ausgebohrt.

Als letztes wird die 40 mm Durchgangsbohrung gesetzt. Da der Forstner weder in der Mitte (6mm Zentrierloch der Lochsäge) noch am Rand Führung findet, das Werkstück gut festspannen und mit geringer Zustellung bohren, bis der Forstner eine Führung findet. Dann ca. 80 mm tief (ab Oberkante Werkstück) durchbohren. Da auf der Rückseite später Material abgenommen wird, reicht das für die Durchgangsbohrung.

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Saugrohrzuführung (2. Versuch) Teil 2

Um die Rundung für das Rohr zu Fertigen, mit einem 5 mm Bohrer mit 1-2 mm Abstand zur angezeichneten Linie Bohrungen mit geringem Abstand setzen. Dieses auf der anderen Seite wiederholen. Als zweiten Schritt habe ich eine weitere Reihe mit Abstand zur ersten gebohrt, diesmal mit einem 15 mm Forstner. Diese Bohrungen so setzen, das sich die Ränder der Löcher knapp überlappen. Zum Schluß dann die übriggebliebenen Stege mit einer Säge durchtrennen und die beiden Teile sind getrennt.

Die restlichen Stege der 5mm Bohrungen zu entfernen, die Fläche auf einem Spindelschleifer oder mit einer Schleifrolle in der Bohrmaschine abschleifen, bis die Rundung am Rohr anliegt. Jetzt noch die Kanten abrunden.

Der fertige Holzklotz wird am oberen Ende des Rohres befestigt. Hierzu diesen an das Rohr halten, die Umrisse und die innere Bohrung anzeichnen. Anhand der vorhandenen Materialstärke die Befestigungspunkte anzeichnen und 3 mm Löcher bohren.

Das innere Loch wird mittels eines 4mm Bohrers, mit dem die Umrisse nachgebohrt werden und einem Puksägeblatt hergestellt. Anschließend noch die Ränder mit einer Feile nacharbeiten. In Einblasrichtung die Kante des Rohres stärker ausschleifen, damit der Luftstrom wenig Widerstand findet.

Die Einführung des Saugschlauches aus dem Eimer ausbauen, den vorderen Teil (gebogener Kopf) abtrennen und das ganze in den Absatz des Hlzklotzes montieren.

Anschließend den Holzklotz an das Rohr anschrauben. Hierzu habe ich mehrere 3mm Spax in den Längen von 30 bzw. 20mm verwendet. Die Kontaktfläche habe ich mit Silikon abgedichtet, damit die letzten Unebenheiten ausgeglichen werden und möglichst wenig Verlust der Saugleistung erfolgt.

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Montage der Grundplatte und des Deckels

Die Grundplatte wird mit dem Rohr von Innen her mit 12 3x30 Spax verschraubt. In die Hohlkehle der Grundplatte wieder Silikon geben.

Der Deckel wird ebenfalls mit 3X30 Spax und Silikon befestigt.

In die Nut an der Unterseite der Grundplatte wird eine Dichtung eingeklebt.

Somit ist das Oberteil des zukünktigen Saugers fertig, das Silikon muss nur noch ein paar Tage trocknen.

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Loch verschließen

Da ich die Saugrohreinführung aus dem Eimer entfernt habe, klafft hier jetzt ein Loch.

Dieses habe ich mit 2 Holzplatten, 4 Schrauben und Silikon auf der Innen- und Außenseite abgedichtet.


Rechtlicher Hinweis

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