Spielhaus - Alles, nur nicht normal

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    2000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ein Garten ist vorhanden, das Kind wächst und gedeiht, Papa kann (meist) unfallfrei einen Nagel einschlagen...Alles zusammen führt zwangsläufig zu einem Spielhaus...und zwar zu einer Eigenkreation.

Ein Haus von der Stange kam nie in Frage. Also wurde lange überlegt, Ideen gesammelt, geplant, verworfen, neu geplant, ein Modell gebaut, Materialbedarf ermittelt, Material bestellt, Material geliefert...jetzt gehts los!

Grundregeln: Alles schief, keine rechten Winkel und so wie es dann passt

Los geht's - Schritt für Schritt

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Material

Bevor es losgeht noch ein paar Worte zur gewählten Holzart: Robinie.

Im Zuge der Ideensammlung stießen wir auf Spielplätze aus Stämmen die nicht rund gefräst, sondern wie gewachsen verwendet wurden. Das gefiel uns sehr gut und sollte bei uns Verwendung finden.

Die Recherche ergab, dass die Stämme meist Robinienstämme sind. Bei der weiteren Beschäftigung mit der Holzart war die Begesiterung schnell groß. Robinienholz ist äußerst Robust und als einzige heimische Holzart in der Resistenzklasse 1. Selbst ohne Holzschutz übersteht das Holz min. 15 Jahre in der Witterung...das sollte reichen.

Die Stämme haben einen Durchmesser von 14-18 cm, sind entsplintet und grob geschliffen.
Balken und Bretter vierseitig gehobelt.

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Das Grundgerüst

Im ersten Schritt werden die Stämme an die Eckpunkte gesetzt.

Die Frage wie diese zu befestigen sind hat uns lange beschäftigt. Eine oberirdische Verankerung mittels H-Anker o.ä. kam aus optischen und Sicherheitsgründen nicht in Frage.

Letzendlich haben uns die Meinungen überzeugt die auf Beton verzichten und "nur" auf Eingraben setzen.

Hierzu erst einmal ca. 60 cm tiefe Löche gegraben und unten eine Schicht groben Kies als Drainage rein.
Die ersten  Stämme wurden erst einmal gesetzt und provisorisch gesichert um einen Eindruck von den Dimensionen zu gewinnen.

Statt mit dem Erdaushub zu verfüllen haben wir Grobkies verwendet. Das sorgt für einen  schnellen Wasserabfluss um die Stämme und verhindert so Staunässe und die daraus resultierenden Probleme.

Nach und nach wurden die weiteren Stämme gesetzt, die Löcher verfüllt und der Kies festgestampft.

Am Ende stehen die Stämme schon sehr solide, richtig stabil wird die Konstruktion dann durch die Verbindungen untereinander.

Es sieht nicht nur so aus, die Stämme stehen nicht genau senkrecht. Das ist gewollt.
 

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Der Fußboden

In dem Bereich über dem später der Fußboden sein wird wurde das Erdreich ca. 10 tief ausgekoffert, mit Unkrautvlies ausgelegt und mit Grobkies beschwert. So wächst hoffentlich kein Grünzeug von unten durch.

Der Fußboden besteht recht unspektakulär aus einer Unterkonstruktion aus 50 x 80 mm Balken und einer Deckschicht aus 22 x 150 mm Brettern.

Zeitintensiv war der erforderliche Einzelzuschnitt der Bretter und das Aussparen der Stämme.

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Das Oberdeck

Das Oberdeck besteht ebenfalls aus 50 x 80 Balken. Als Deckschicht kommen allerdings Bretter mit 35 mm Stärke zum Einsatz.

Die Balken sind mit 8 mm Gewindestangen an den Stämmen befestigt. Auf die Enden und über die Muttern kommen Kappen aus Kunststoff um Verletzungen zu vermeiden.

Neben den Aussparungen für die Stämme war vor allem die Form der Fläche zeitraubend.
Auf den Bildern ist es nicht zu erkennen, aber die beiden mittleren Stämme stehen weiter auseinander als die anderen beiden Paare. Zusätzlich gibt es natürlich auch sonst keine paralellen Kanten oder rechte Winkel.

Die Handläufe der Brüstung sind aus Stämmen/Ästen mit ca. 6 - 8 cm Druchmesser. Natürlich wie gewachsen, nicht rund gefräst.

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Dach und Brüstung

Jetzt kommt leider die Bausphase die nur sehr unzureichend dokumentiert wurde.

Der Dachstuhl besteht aus 50 x 80 mm Balken und wurde so Pi mal Daumen gebaut, die Neigungen der einzelnen Dachflächen passen also natürlich nicht zueinander und folgen auch keinen Normen, Richtlinien o.ä.

Das Dach ist mit Brettern in der Dimension 22 x 150 mm und einseitiger Waldkante beplankt.

Die Brüstung besteht aus 22 mm starken Brettern in den Breiten 100 und 150 mm und einigen übriggebliebenen Stämmen/Ästen zur Auflockerung.
Um bloß nicht zu viele grade Linien zu haben wurden die Bretter noch "frei Schnauze" mit der Stichsäge bearbeitet und anschließend per Oberfräse die Kanten gerundet.

Falls euch die Murmeln schon aufgefallen sind: Dazu später mehr.

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Wände

Die Wände bestehen alle aus Bretten in 22 mm Stärke und den Breiten 100 und 150 mm, die sich unregelmäßig abwechseln um keine zu glatte fläche entstehen zu lassen.
Die Bretter sind nicht direkt an die Stämme geschraubt, da von diesen möglichst viel von außen zu sehen sein sollte.
Um die Bretter zwischen die Stämme zu bekommen sind 30 x 50 mm Leisten an die Stämme geschraubt, diese nehmen dann die Bretter auf.

Die Wände im vorderen Bereich sind halbhoch ausgeführt und oben mit einem waagerechten Brett abgeschlossen.

Auch hier waren natürlich wieder keine zwei Bretter gleich lang, teilweise sind die Schnitte auch noch den Schwüngen der Stämme angepasst.

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Dies und das

Die Rückwand wurde mit ein paar Klettersteinen versehen.

Alternativ dazu gibt es eine Leiter um aufs Oberdeck zu kommen.

Runter geht es dann über die Rutsche.

Die Schaukel ist nicht selbst gebaut und stand eigentlich an anderer Stelle, musste dann aber weichen als das Pferd eingezogen ist und wurde ans Spielhaus angebaut.

Hier jetzt noch ein paar Warte zu den Murmeln im Holz.
Das hatte ich mal irgendwo im Internet gesehen und fand es eine schöne Abwechslung.
Um die Murmeln ins Holz zu bekommen ist nur ein Bohrer nötig der minimal kleiner ist als die entsprechende Murmel. Die Murmel wird dann einfach per Hammer und Holzstück eingeschlagen. Bei ca. 20 Stück ist mir nur eine kaputt gegangen, die Ausfallquote ist also erträglich.
Besonders wenn die Sonne durch die Murmeln scheint ergeben sich tolle Farbspiele.
Zusätzlich bieten die Murmeln auch einige Anreize für die Kinder: "wir zählen alle bleuen Murmeln", "wie viele Murmeln sind im ganzen Haus verbaut", ...

Fazit:
Ein Spielhaus von der Stange wäre sicherlich nicht teurer gewesen und bestimmt nicht mit mehr Aufwand verbunden, aber ich bin immer noch jeden Tag vom Ergebnis begeistert und würde es wieder so machen...fast jedenfalls.
Wenn ich noch einmal anfangen würde wäre ich mutiger und würde noch schiefer und schräger bauen.

Falls ihr Fragen habt: Immer raus damit, ich versuche alle zu beantworten.


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