Sommerlaube auf der Dachterrasse

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    400 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Zu unserer alten Wohnung gehörte eine schöne große L-förmige Dachterrasse. Da eine Seite der Terrasse an der Aussenmauer des Nachbarhauses endete, wo ein schräges Regenrohr vorbeiführte und sich im Laufe der Jahre ein hässlicher Wasserfleck gebildet hatte, lag es nahe, hier etwas davor zu bauen. Also hatten wir hier recht bald nach dem Einzug einen einfachen Pavillon aus Holz aufgestellt und die Wand verhangen. Auf den Pavillon wurde als Wetterschutz einfaches Plexiglas (Rollenware) aufgeschraubt. Über die Jahre wurde der Pavillon immer unansehnlicher und wir überlegten, einen neuen zu bauen.
Diese Entscheidung hat uns Kyrill dann abgenommen und im Januar 2007 ein großes Stück aus der Überdachung herausgerissen und mitgenommen.
Daraufhin haben wir die hier beschriebene Laube aus Douglasienholz, Bambusstäben und Ripstop-Nylon gebaut. Für das Dach wurden Trapezplatten aus Acrylglas verwendet.
Leider habe ich nicht von allen Arbeitsschritten genaue Fotos. Ich denke aber, dass sich mit den vorhandenen Fotos der Bau der Laube recht gut erklären läßt und vielleicht als Anregung für einen Nachbau dienen kann.

Hier kannst Du noch weitere interessante Projekte von mir anschauen.

 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Arbeitstisch
  • Handkreissäge
  • Hammer
  • Holzbohrer bzw. Forstnerbohrer
  • Fuchsschwanz
  • Ringschlüssel

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zustand der alten Laube nach dem Orkan / Planung der neuen Laube

Nach dem Orkan wäre die alte Laube eigentlich nur noch durch eine Notoperation zu retten gewesen, Bild1 und Bild2.
Das verwendete Holz war aber schon sehr unansehnlich und wohl auch nicht mehr allzu stabil, also gings an die Planung einer neuen Laube.

In der alten Laube hatte wir 50cm x 50cm Bodenfliesen aus Holz  verlegt. Diese Holzfliesen waren durch auf den Terrassenboden aufgedübelte Bretter gegen Wegrutschen gesichert.
Dadurch ergab sich eine Grundfläche von 200cm x 250cm. Die Bodenfliesen waren noch OK und wurden weiter verwendet.
Auch die neue Laube sollte höher als die Traufe des Hausdaches werden, deshalb der Abstand der Bodenfläche zur Hauswand, Bild3 und Bild4.

Die Durchgangshöhe sollte 220cm sein.
Das Flachdach sollte eine Neigung von ca. 5% haben und sollte zum Hausdach abfallen, damit hier gleich die vorhandene Regenrinne mit genutzt werden konnte.
Die Laube sollte keine festen Wände haben, sondern welche aus Stoff. "Untenrum" sollten Gatter aus Holz und Bambusstäben aufgestellt werden, durch die Bambusstäbe sollten Stoffbahnen aus Ripstop-Nylon (Stoff für Zelte) geflochten werden. Darüber sollten selbstgebaute Rollos aus Ripstop-Nylon hängen.
Um das Ganze gemütlicher zu machen, sollte innen unter dem Dach ein Baldachin angehängt werden.

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Materialbeschaffung und Zuschnitt

Weil ich nur eine Handkreissäge besaß, habe ich das verwendete Holz gleich im Baumarkt sägen lassen. Wir haben für die Holzkonstruktion Douglasie verwendet und alles 3 x lasiert. Das ergab einen schönen braunen Holzton.
Für die 4 Eckpfeiler wurden Kanthölzer von 8cm x 8cm gewählt, alle restlichen Konstruktionshölzer hatten das Maß 8cm x 4cm.
Die Gatter wurden aus Leisten 4cm x 2cm gebaut.
Da sehr viele Bambusstäbe benötigt wurden, mußten wir etliche Baumärkte aufsuchen und haben hier fast die kompletten Bestände aufgekauft und dabei darauf geachtet, dass sich die Bambusstäbe auf ihre Länge nicht zu sehr verjüngen und nicht dicker als 2 cm waren.
Das Ripstop-Nylon haben wir als Meterware bei einem Outdoor-Ausstatter gekauft.

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Bau der Holzkonstruktion

Zuerst wurden die beiden Längsseiten - je 2 Eckpfosten plus 2 Querbalken - am Boden montiert. Die linken Eckpfosten waren wegen der geplanten Dachneigung nach rechts jeweils 20cm länger als die rechten.

Danach wurden die beiden montierten Längsseiten aufgestellt und mit jeweils 2 Querbalken vorn und hinten verschraubt. Zum Verschrauben wurden M10 Schloßschrauben mit Muttern bzw. M10 Sechskant-Holzschrauben verwendet.

An der linken Längsseite wurde zusätzlich noch ein Querbalken angeschraubt, weil hier das Dach aufliegen sollte.

Abschliessend wurden die 4 Eckpfosten mit Metallwinkeln an die am Terrassenboden angedübelten Bretter geschraubt.

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Dachkonstruktion

Das Dach wurde als Flachdach gebaut. Es bestand aus einem umlaufenden Rahmen aus Latten 8cm x 4cm, die mit Sechskant-Holzschrauben verschraubt waren.

Danach wurden 5 Sparren in Richtung der Dachneigung eingeschraubt. Zwischen den Sparren wurden noch kurze Latten eingesetzt, die mit Flacheisen von oben und unten angeschraubt wurden.

Die ganze Dachkonstruktion lag als solche auf der Laube auf und wurde mit Winkeln und Flacheisen an der Laube angeschraubt.

Das Dach wurde mit Trapezplatten aus Acryl komplettiert.

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Bau und Einbau der Gatter / Schiebetüren

Um die beiden Längsseiten nochmal zu teilen und stabiler zu machen wurde jeweils in der Mitte ein senkrechter Pfosten aus 8cm x 4cm Kantholz aufgestellt und oben / unten festgeschraubt.

Da hinten und an den beiden Längsseiten jeweils Verkleidungen / Gatter eingebaut werden sollten, ergab das:
4 x Gatter, je 1,2m breit und 1 x Gatter, 1,9m breit.

Die Gatter sollten je 1,2m hoch sein. Der Rahmen wurde aus 4cm x 2cm Leisten gebaut, in den Rahmen sollten je 10 Bambusstäbe eingeschoben werden.
Also war zunächst die Aufgabe in 21 Leisten je 10 Löcher (2cm Durchmesser) mit einem Forstnerbohrer zu bohren.
210 Löcher ohne Standbohrmaschine!

Als das erledigt war, wurden die Rahmen zusammengeschraubt und die auf Länge gesägten Bambus-Stäbe durch die Löcher gesteckt.

Zum Abschluß wurde in jedem Gatter oben und unten Klettband festgetackert und daran Stoffbahnen aus Ripstop-Nylon angeklettet.
Diese Stoffbahnen hatte meine Frau zugeschnitten und umsäumt und an beiden Ende Klettband (die Hakenseite) angenäht. Die Stoffbahnen wurden um die Bambusstäbe gezogen (abwechseln innen und aussen) und oben und unten an den Rahmen festgeklettet.
Damit hielten sie einerseits sehr gut und waren andererseits - um sie zu waschen oder über den Winter - sehr leicht entfernbar.

Für die Vorderseite wurden danach noch zwei schmale Türen gebaut. Der Rahmen dafür war 2,3m hoch und 50cm breit. Hier wurden ebenfalls Bambus-Stäbe eingesetzt. Die Löcher dafür wurden nicht durchgebohrt sondern jeweils nur 1cm tief gebohrt, damit die Stäbe nicht seitlich herausfallen konnten. Ich habe also nochmal 46 Löcher bohren müssen.
In die beiden Türrahmen wurden dann ebenfalls Stoffbahnen eingezogen und festgeklettet.
Die Türen wurden nicht befestigt, sondern nur aufgestellt und konnten wegen der doppelten Querträger oben nicht umfallen.

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Rollos / Vorhänge

Oberhalb der Gatter wurden auf den beiden Längsseiten und an der Hinterseite Vorhänge / selbstgebaute Rollos befestigt (Ich habe leider kein Foto von dieser Konstruktion).
Wir haben dafür 2cm starke Besenstiele verwendet und an beiden Enden ein kleinen Holzbrettchen (3cm x 3cm x 1cm) aufgeschraubt. Das deswegen, damit die Vorhänge nicht von selbst abrollen, sondern durch den Holzklotz arretiert werden können.
Auf den Besenstielen wurde wieder Klettband festgetackert um daran den Stoff für die Rollos befestigen zu können.

Auf die Stoffbahnen (insgesamt 16) wurde am oberen Ende Klettband aufgenäht, am unteren Ende wurde ein sogenannter Tunnel genäht, um hier eine Leiste durchschieben zu können.
Die Leiste diente einmal als Gewicht, damit die Vorhänge nicht so flattern und als Arretierung. Um sie arretieren zu können wurden an die Eck- und Mittelpfosten je 3x kleine Brettchen angeschraubt, zwischen die dann die Leisten geklemmt werden konnten.
Dadurch ergaben sich für jedes Rollo 3 Möglichkeiten der Öffnung.

Durch die Verwendung von 3 bzw. 4 Stoffbahnen je Vorhang / Rollo war die ganze Konstruktion weniger windanfällig und die unterhalb bei den Gattern benutzte Form wurde optisch nach oben fortgesetzt.

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Fertigstellung

Zum Abschluss wurde noch der Baldachin eingehangen, den meine Frau genäht hatte. Für den Baldachin wurden mehrere Bahnen Stoff auf das Maß der Grundfläche der Laube plus ein wenig Zugabe zusammengenäht. Die 4 Ecken und die Mitte wurden durch mehrere Lagen Stoff verstärkt und je eine Niete eingeschlagen. Mit den 5 Nieten wurde der Baldachin in der Hütte jeweils an Haken aufgehangen.

Wir haben in der Laube viele Parties gefeiert, lauschige Sommerabende verbracht und im Hochsommer auch gern drin übernachtet.   

Im Winter wurden alle Stoffbahnen - da nur mit Klettbändern befestigt - abgenommen. An der Aussenseite haben wir eine feste Plane angehangen und verspannt. In der Laube durften dann unsere winterharten Terrassenpflanzen wohnen.


Rechtlicher Hinweis

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