Schwalbenschwänze richtig ausrichten

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Wer schon einmal eine Schwalbenschwanzzinkung hergestellt hat, weiß, wie wichtig das genaue Ausrichten der zu verbindenden Holzstücke ist. Als kleine Hilfe hierfür habe ich mir ein Hilfsbrett gebaut, mit dem das Ausrichten und Anzeichnen vereinfacht wird.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • säge
  • Schmiege
  • Winkel
  • Stechbeitel
  • Holzhammer
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Materialliste
  • 2 x Holzplatte | Kiefernleimholz 18 mm dick (15 * 25 cm)
  • 1 x Rahmenleste | Kiefer, Fichte (3,5 * 50 cm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialstärke anreißen

Los geht’s mit dem Anreißen der Materialstärke. Hierfür verwende ich ein Streichmaß. Auch wenn das Messer ins Holz schneidet, ziehe ich es in diesem Fall einem Stift vor, denn die Schnitte werden später verdeckt bzw. beim Verputzen entfernt und die angerissene Linie verläuft exakt parallel zur Holzkante, und zwar auf allen vier Seiten. Der wichtigste Grund ist aber, dass man später den Stechbeitel in die Schnittlinie setzen kann.

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Schwalbenschwänze einteilen

Als nächstes geht es an die Einteilung der Schwalbenschwänze. Es gibt eine Formel, mit der die Anzahl der Schwalben berechnet werden kann:
Anzahl der Schwalben = Holzbreite geteilt durch dreimal die halbe Holzstärke
Das würde in diesem Fall bedeuten: Das Holz ist 150mm breit und 18mm stark. Die Anzahl der Zinken wäre also 150 geteilt durch 27, also 6 Schwalbenschwänze. Das ist mir für ein erstes Übungsprojet aber zu viel. Außerdem wurde das früher so gemacht, um eine optimale Stabilität der Verbindung hinzukriegen; da heutige Leime allerdings sehr stabil sind, ist die Gestaltung eher Geschmackssache. Ich lege daher fest, dass die Schwalben drei Zentimeter breit sein sollen. Bei drei Schwalben gehen dafür dann neun Zentimeter drauf. Für die Zwischenräume lege ich zwei Zentimeter fest, das sind dann insgesamt 13cm. An den Rändern bleibt dann noch ein Zentimeter übrig.
Ich reiße also 1 – 3 – 2 – 3 – 2 – 3 – 1 Zentimeter an. Als Steigung wähle ich 6:1 (das sind 9,42°, ich runde hierauf 10° auf) und stelle die Schmiege entsprechend ein.
Das ganze wird dann umgewinkelt und auf alle drei Seiten übertragen. Außerdem markiere ich noch die Stellen, die später verschwinden sollen.

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Aussägen

Ist alles markiert, geht’s ans Aussägen. Sie Stücke an den Seiten werden komplett ausgesägt, bei den inneren Stücken werden nur die Schrägen ausgesägt. Um den Winkel zu treffen, habe ich mir aus einem Rest Spanplatte und Sperrholz eine kleine Schablone (siehe dieses Projekt) gebastelt, die ich nicht nur zum Einstellen der Schmiege benutzen kann, sondern auch als Führung für die Säge.
Beim Aussägen habe ich darauf geachtet, die Säge auf der Abfallseite des Strichs anzusetzen – es ist leichter, hinterher ein wenig mehr Holz abzunehmen, als es wieder dran zu kleben…

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Ausstemmen

Nach dem Aussägen wird gebeitelt. Hier zeigt sich, dass es richtig war, die Linien mit dem Streichmaß anzureißen: Der Stechbeitel passt genau in die Schnittlinie.
Ich habe immer nur wenig Holz auf einmal weggenommen – hätte ich den Beitel zu kräftig ins Holz getrieben, wären leichte Verformungen entstanden, die man später hätte sehen können. Nach ungefähr der halben Tiefe habe ich das Brett umgedreht und von der anderen Seite weiter gemacht – irgendwann ist das Holz so dünn, dass es ausbricht, und in der Mitte stört diese Bruchkante nicht so sehr wie am Rand. Um zu vermeiden, dass das Holz allzu stark bricht, habe ich am Rand ein wenig stehen lassen.
Das fertige Brett sah nach einiger Zeit so aus:

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Übertragen

Jetzt ist der heikle Teil an der Reihe: Das Übertragen auf die andere Platte. Hierbei ist wichtig, dass die Platten nicht verrutschen und im rechten Winkel zueinander liegen. Mit einem Hilfsbrett wäre das viel einfacher, aber das wollen wir ja erst bauen…
Also wird die Platte, auf die die Zinken übertragen werden sollen, senkrecht an die Werkbank geklemmt und die fertig ausgebeitelte Platte bündig darüber gelegt. Das Übertragen der Zinken habe ich in Ermangelung eines Anreißmessers mit einem Cutter erledigt. Hierbei ist essentiell, dass die Platten nicht gegeneinander verrutschen.
Ist alles übertragen, werden wieder die Abfallstücke markiert und ausgesägt.

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Ausstemmen, korrigieren und zusammensetzen

Danach wurde wieder zum Stechbeitel gegriffen und die Abfallstücke ausgestochen. Achtung: Da die Stücke trapezförmig sind, muss man darauf achten, nicht zu tief zu stechen, denn sonst würde man die Zinken beschädigen.
Ist alles fertig ausgestemmt, können wir die Teile zusammen stecken – natürlich erst einmal ohne Leim, denn es kann ja sein, dass wir an der einen oder anderen Stelle noch nacharbeiten müssen.
Für den ersten Versuch sieht das schon mal gar nicht schlecht aus; ein paar kleine Stellen müssen mit dem Beitel nachbearbeitet werden, aber im Großen und Ganzen passt es schon sehr gut zusammen. Und das Beste: Es ist rechtwinklig!
Sind die letzten Korrekturen erfolgt, kann Leim auf die Innenseiten der Zinken gegeben und die beiden Bretter zusammengesteckt und verpresst werden.
Ist der Leim ausgehärtet, wird das Brett eingespannt und verputzt.
 

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Die Seitenleiste

Damit ist der erste Teil erledigt – wir haben jetzt ein rechtwinkliges Brett. Damit können wir nun Bretter gegeneinander ausrichten. Das konnten wir allerdings vorher auch schon, also müssen wir dieses Brett noch ein wenig erweitern: Mit einer Leiste auf einer Seite. Ich habe für ein anderes Projekt Esche-Leimholz benötigt; davon war noch eine 18mm dicke und knapp 80cm lange Leiste übrig. Die habe ich mit der Kappsäge im 45°-Winkel durchgeschnitten und dann auf die Länge der Seiten des Bretts abgelängt.
Auf der Rückseite dieser beiden Leisten habe ich drei Markierungen aufgezeichnet, an diesen Stellen Löcher vorgebohrt und diese von der Vorderseite aus angesenkt.
Dann habe ich die Leisten auf die rechte Seite des Bretts geschraubt (ich hätte die Leisten auch anleimen können, aber falls ich sie mal – aus welchen Gründen auch immer – abnehmen muss, wäre ich mit Leim nicht weit gekommen).
Damit sind wir fertig! Wir haben ein Brett, an dem wir Hölzer für Schwalbenschwanzzinkungen bündig ausrichten können.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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