Schülerschreibtisch

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    170 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Wenn die Enkel zur Schule gehen, sollten sie eigentlich einen Schreibtisch haben, an dem sie ungestört und ohne zu stören ihre Hausaufgaben machen können.
Das war die Ausgangssituation, die dazu führte, dass ich wieder einige Stunden in der Werkstatt verbrachte.
Da es sich um zwei Enkel handelt, habe ich nach dem Prototypen gleich noch eine Kopie erstellt.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung

Zuerst musste natürlich der verfügbare Raum ermittelt und dann der Plan mit den Kunden abgestimmt werden.
Deshalb habe ich mich wieder mit Sketchup ans Werk gemacht und mich erst mal darüber gewundert, wie viel ich von der Bedienung seit dem letzten Anwendungsfall schon wieder vergessen hatte. Aber langsam kam's dann zurück.
Der Entwurf wurde ohne wesentliche Änderungswünsche akzeptiert.
Das Material sollte Fichte sein, weil es am einfachsten zu bekommen ist. Außerdem gefällt es mir tatsächlich, insbesondere dann, wenn es im Lauf der Zeit etwas nachgedunkelt ist.
Trotzdem würde ich auch gerne mal ein anderes Holz verarbeiten, einfach um zu erfahren, was anders ist.
Die Tischplatte sollte unempfindlich sein. Sie besteht hauptsächlich aus beschichteter Spanplatte.
Die Beschläge sind im Internet zu akzeptablen Preisen erhältlich.

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Einzelteile zusägen

Der Ablauf ist eigentlich immer derselbe. Das Material wird zuerst auf ungefähre Größe gesägt und falls notwendig verleimt.
Meine Hilfsmittel (Bild 2) um Leimholz herzustellen, sind einige Kanthölzer, die mit Löchern versehen sind. In die Löcher auf der Oberseite passen meine Bankhaken und Spannelemente, die eigentlich für die Werkbank gedacht sind. In den Querbohrungen können Zwingen angesetzt werden, die ein Druckstück auf die Oberseite des Werkstücks drücken, was dafür sorgt, dass das Leimholz eben bleibt. Diese Drückstücke sind etwas ballig gehobelt, so dass auch in der Mitte Druck entsteht, wenn das Druckstück an beiden Enden nach unten gezogen wird.
Die Flächen, die mit ausgetretenem Leim in Berührung kommen können, sind bei Kantholz und Druckstück mit Klebeband belegt, an dem sich der Leim später ganz leicht entfernen lässt.
Bild 3 zeigt die Anwendung.

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Weitere Bearbeitung der Einzelteile

Nachdem dann die Einzelteile der beiden Unterschrank-Korpusse auf genaues Maß gesägt waren, habe ich sie grob geschliffen und dann gefräst.
Zu fräsen waren die Nuten für die Rückwände, was ich allerdings mit Handkreissäge und Schiene erledigt habe. Dazu machte ich einfach mehrere Schnitte nebeneinander mit begrenzter Schnitttiefe.
Desweiteren sollten die Verbindungen mit Flachdübeln geleimt werden. Dazu mussten die notwendigen Fräsungen gemacht werden.
In die Seitenwände des Unterschrankes, der später die Tür bekommen sollte, habe ich Lochreihen gebohrt, in denen sowohl die Scharniere als auch Auflagen für Zwischenböden befestigt werden können. Solche Lochreihen gelingen sehr gut mit der Oberfräse mit Kopierring, einem geeigneten Bohrer und einer Schablone, die ich schon früher mal gebaut hatte.

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Zusammenbau der Korpusse

Um zu prüfen ob alles passt, habe ich die Teile zuerst zusammen mit den Flachdübeln trocken zusammengesteckt. Hat sich gelohnt, denn tatsächlich war eine Fräsung verrutscht. Das konnte ich dann in aller Ruhe korrigieren und anschließend alles verleimen.

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Türe

Die Türe besteht aus Rahmen und Füllung.
Die 4 Rahmenteile wurden auf Gehrung gesägt, und an den Verbindungsstellen wurden die Nuten für die Flachdübel eingefräst.
An Rahmeninnenseite und an der Füllung wurden die Aussparungen für das jeweils andere Teil ausgefräst.
Dann konnte der Rahmen verleimt werden. Nach dem Verleimen habe ich an der Außenseite des Rahmens ringsum einen Radius angefräst.
 Beim Einpassen der Füllung habe ich darauf geachtet, dass quer zur Faserrichtung etwas Luft bleibt, damit sie sich gegebenenfalls etwas dehnen kann ohne den Ramen zu sprengen. Aus diesem Grund wird die Füllung auch nur durch Leisten im Rahmen gehalten und bleibt dadurch beweglich.
Zwischendurch wurden auch noch die Bohrungen für die Topfscharniere in den Ramen eingebracht.

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Schubladen

Die Schubladen laufen auf einfachen Rollenführungen.
Ich habe Korpusse und Frontblenden separat gemacht weil dadurch die Justage der Blenden nachträglich erfolgen kann und damit eventuelle Toleranzen ausgeglichen werden können.
Die 4 Seiten der Korpusse wurden wieder mit Flachdübeln verbunden. Drei der vier Teile bekamen wieder eine Nut für die Aufnahme des Bodens, der aus MDF besteht. Die Rückseite des Korpus reicht von oben nur bis zur Nut, so dass der Boden später von hinten eingeschoben werden kann. Er wird dann von unten gegen das hintere Brett des Korpus geschraubt.
Um die Frontblenden zu justieren habe ich die Schubladen in den Korpus eingeschoben. Mit einem kleinen Stück doppelseitigem Klebeband konnte ich dann die Blende an der richtigen Stelle fixieren und anschließend von hinten verschrauben.

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Griffe

Die Griffe für Tür und Schubladen bestehen jeweils aus zwei Teilen, die ich ausgesägt, rundgefräst und zusammengeleimt habe.

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Tischplatte

Die Tischplatte besteht aus beschichteter Spanplatte, an deren Kanten Leisten angeleimt sind.
Diese Leisten habe ich gesägt, glatt gehobelt und dann mit etwas Überstand an die Kanten der Spanplatte geleimt.
Nachdem der Leim getrocknet war habe ich den überstehenden Teil der Leisten vorsichtig bündig gehobelt.

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Oberfläche und Endmontage

Nachdem ich den Tisch montiert hatte um zu sehen ob alles zusammen paßt, habe ich ihn wieder komplett zerlegt um die Oberflächen 2 mal zu ölen und zwischendurch zu schleifen.
Danach konnte dann alles wieder montiert werden.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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