Schornstein für einen Kaminofen

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    2000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Dieses ist ein Projekt aus dem Jahr 2009.
Es soll euch nur einmal zeigen wieviel Arbeit es macht damit man im Winter gemütlich mit einem guten Wein vor dem Kaminofen sitzen kann.


Wir wollten schon immer einen Kaminofen in unserer Wohnung haben. Das Problem war,
der alte Schornstein ist vor Jahren zum Teil abgetragen und der Rest mit Bauschutt verfüllt wurden und an den Schornstein der Heizung konnten wir nicht ran.
Also musste ein neuer Schornstein her. Da war guter Rat teuer. Das Budget war begrenzt sodas wir genau planen mussten. Wir machten uns auf die Suche im Inet und sahen uns dieverse Systeme an. Ettliche Prospekte wurden geordert und Preise engeholt.
Zum schluß entschieden wir uns für ein Selbstbau-System der Firma Kago.
Der Bezirksschornsteinfeger wurde eingeladen um mit Ihm unseren Plan zu besprechen.
Nachdem alles geplant und von ihm abgesegnet war konnte es losgehen.

Der Schornstein wurde in einem an das Haus grenzenden Schuppen augestellt und ist 4,5 m über Dach freistehend.

In der folgenden Beschreibung erkläre Ich die teilweise umfangreichen Arbeiten des Projekts. Vorneweg ist schon mal zu sagen das Ich selbst solch einen Bau nie wieder machen würde. Das ist einfach eine Nummer zu groß für mich gewesen. Obwohl es auch Spaß gemacht hat.


Du brauchst

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Werkzeuge
  • Winkelschleifer
  • Akku-Schrauber
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Stichsäge
  • Maurerkellen
  • Wasserwaage
  • Richtscheit
  • Mörtelkübel
  • Gummihammer
  • Fäustel
  • Maurerhammer
  • Fliesenlegerwerkzeug
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Materialliste
  • 1 x Systemschornstein-Bausatz | Beton (26 Elemente 40 x 40 cm)
  • 1 x Kragplatte | Beton (70 x 70 cm 60 Kg)
  • 5 x Stangen Baustahl | Stahl (6,00 m x 16 mm)
  • 20 x Sack Fertigbeton a 40 Kg | Beton (800 Kg)
  • 5 x Schornsteinmörtel a 40 kg | Mörtel (200 Kg)
  • 1 x Stahlträger Doppel-T | Stahl (1700 x 150 x100 mm)
  • 14 x Dachpappe | Pappe (14 m²)
  • 7 x Mineradämplatten (7 m²)
  • 12 x Rauhspund 19 mm | Holz (12 m²)
  • 9 x Schiefer-Bitumenschindeln | Bitumen (9 m²)
  • 600 x Spaxschrauben | Metall (4 x 45)
  • 2 x Schiefernägel / Dachpappennägel | Metall (3,5 x 30 )
  • 1 x Rolle Bindedraht | Metall (?)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Das Fundament

Als erstes musste ein Fundament für den Schonstein gegossen werden. Dieses musste so ausgelegt werden das es hinterher die Last von ca. 2 Tonnen tragen kann. Dazu habe Ich einen Maurer befragt der mir dazu Tipps gegeben hat.

Das Fundamet besteht im wesentlichen aus einem Stahlträger der in der Hausmauer und auf einem querverlaufenden Stahlträger aufliegt. Zudem wurde zur Bewährung eine Baustahlmatte eingebracht.

Der erste Formstein des Schornsteins wurde auch gleich in das Fundament eingesetzt und ausgerichtet. So wurde eine ordenliche Basis geschaffen. Anschließend wurde eine Schalung augebaut und das Fundament mit ca. 400 kg Fertigbeton betoniert. Durch Stochern und stampfen wurde der Beton ordentlich verdichtet.

Das Fundament wurde ca. 4 Wochen zum austrocknen stehen gelassen.

Nach ca. 3 wochen habe Ich die ersten 2 Steine aufgesetzt und mit Beton ausgefüllt um die Höhe für die Reinigungsklappe festzulegen. 

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Zwischenschritte

Um die Zeit des trocknens sinnvoll zu nutzen wurden schon ein paar andere Arbeiten ausgeführt.

Die wandmuffe für das Ofenrohr wurde eingesetzt, nachdem vorher die genaue Position ermittel wurde um hinterher auch den Schornstein an der richtigen Stelle zu treffen.

Der Wandspiegel für den Ofen wurde angebracht und ausgefugt. So kann hier alles in Ruhe trocknen und es mussten erstmal keine weiteren Arbeiten in der Wohnung durchgeführt werden. Der Ofen wurde zur Probe schonmal aufgestellt. Damit kein Baustaub u.s.w. in den Ofen eindringen konnte wurde eine Styroporscheibe in die Wandmuffe gesetzt die nach den Bauarbeiten wieder entfernt wurde.

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Schonsteinbau

Jetzt konte der Bau vorran gehen. Als erstes wurde der Stein für die Reinigungsklappe aufgesetzt und in alle 4 Ecken des Steins eine Baustahlstange von 2,5 m länge einbetoniert. Die Betonelemente mussten mit einem speziellen Mörtel verklebt werden, die Baustahlstängen mit herkömmlichem Fertigmörtel (Aussage des Herstellers).

Die Steine wurden bis auf die höhe des Ofenanschlußrohres übereinender geklebt.

Zum weiterbau musste jetzt das Dach des Schuppens geöffnet werden und eine Arbeitsplattform würde eingerichtet. Die Plattform musste sehr stabil gebaut werden weil später auch noch ein Gerüst auf Ihr stehen musste.

Dazu wurden einige Kanthölzer auf den Sparren befestigt die an der Vorderseite des Schuppen dann auf Drehstützen gelagert wurden. Die gesamte Fläche wurde anschließen mit Rauhspund beplankt.

Der weitere Verlauf des Baus wurde immer wieder durch Regenschauer unterbrochen, der Schuppen stand ein paarmal unter Wasser :)
Die Betonelemente wurden Stück für Stück über die Baustahlstangen gefädelt und verklebt.
Ein Sparren des Daches musste nebenbei noch versetzt werden um einen Betonanker in das Dach einzubauen (der Schornsteinfeger wollte das so haben).

Der Schornstein wurde auf eine höhe von etwa 4,5 m über dem Dach freistehend gebaut.

Vom Hersteller wurden 12 mm starke Eisen in den Ecken gefordert. Ich habe zur Sicherheit 16 mm strake eingebaut. So konnte Ich mir ersparen den Schornstein zusätzlich durch einen Ringanker am Haus abzustützen.

Insgesamt wurden 26 Betonelement aufeinander geklebt, das entspricht ohne Mörtel und Eisen einem Gewicht von etwa 920 Kg.

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Verkleidung und Abdeckung

Nachdem Ich mich erstmal 2 Tage erholt hatte konnte es mit der Verkleidung des Schornsteins losgehen.
Als erstes wurde ein Untergestell aus Rauhspund um den Schonstein gebaut. Das Gestell muß selbstragend sein da Schornsteine nicht angebohrt werden dürfen.
Anschließend wurde erstmal die Kragplatte (obere Abdeckung) auf den Schornstein betoniert, was nochmal ordentlich Kraftanstrengung bedeutete. Die Platte wiegt etwa 70 kg. Mein Nachbar hat mal wieder tatkrätig mit zugefasst.
Jetzt konnte ein Lage Mineralwolle (3cm) rund um den Schornstein gelegt werden und anschließend mit Dachpappe ummantelt werden.
Am nächsten Tag wurden auf der Kappsäge jede Menge Bretter für die Vekleidug zugeschnitten. Bei einer Höhe von über 4 m kommt ein ordentlicher Berg zusammen. 
Die Bretter wurden Stück für Stück auf das Untergestell geschraubt.
Im nächsten Schritt kamen die Bitumeschindeln an die Reihe, sie wurden Reihe für Reihe um den Schornstein genagelt. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wurde nochmals eine Lage Dachpappe unter die Schindeln gelegt..
Als Abschluß wurden über die Ecken einzelne Schindeln genagelt.
Nachdem alles vernagelt und dicht war konnten Gerüst und Arbeitsplattform abgebaut und das Dach wieder ordentlich verschlossen werden.

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Abschlussarbeiten

Als letztes wurden noch das Ofenrohr zwischen Wandmuffe und Schornstein eingesetzt.
Das Rohr wurde mit Mineralwolle ordendlich gedämmt und mit Brandschutzmörtel eingeputzt. Die Styroporscheibe wurde ebenfalls aus der Wandmuffe entfernt.

Etwa 4-5 Wochen nach fertigstellung kam der Schornsteinfeger zur Abnahme und zum anheizen. Beides machte keine Problem.
Ich habe den schornsteinfeger während der gesammten Bauzeit auf dem laufenden gehalten und er war einigemal vor Ort. So konnten Mängel schon im Ansatz vermieden werden.
Bauzeit des gesamten Projekts waren etwas 9 Wochen. Eingerechent die Wartezeit bis das Fundament trocken war und die vielen Regentage. Aber es hat sich gelohnt. 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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