• Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Sodele.... nach vielen langen Monden (so schreibt man doch Monate, oder? ;)) endlich mal wieder ein Projekt von mir hier.

Anläßlich eines bestimmten Ereignisses wurde mir der Wunsch nach einem Schneidbrett eingeflüstert. Also, Wunsch in die (natürlich nicht real existente ;)) Projektliste eingetragen und schwupps landete der Wunsch auf Prio 1... *Dinge gibts, sagenhaft* ;)...

Wer mag, darf mir gerne schreiben, daß er es nachgebaut hat und natürlich auch BIlder schicken.

Meine anderen Projekte findet ihr hier.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Es geht los.... Holzauswahl und Leimen

Nachdem mein Vorrat an Holzauswahl überschaubar ist: fiel die Wahl auf ein helles Ahorn - natürlich wissend, daß es härtere Hölzer gibt, aber es sollte kein gewöhnliches, banales Schneidbrett werden... und außerdem sollte ich ja auch noch was lernen dabei ;). Optik ist schließlich auch nicht zu unterschätzen ;)...

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Nach dem Leimen kommt das Schleifen

Nach dem Leimen wurde die Basis dann auf einer Seite plan geschliffen als Bezugsebene für die gegenüberliegende Ebene... Wurde alles auf dem Bohrständer mit einer Tellerschleifscheibe erledigt. Ich muß sagen, daß ich das Teil vor etlicher Zeit "mal so" gekauft habe, aber die Tellerschleifscheibe wirklich liebgewonnen habe. Mit Klettauflage, damit man die herkömmlichen Schleifscheiben verwenden kann. Ich habe nur bis Korn 120 geschliffen, da ich nur plane Flächen benötigte. Oberfläche war zu dem Zeitpunkt noch kein Thema...

Beim Schleifen wurde dann offenbar, was sich nach dem entfernen der Zwingen bereits angedeutet hatte: Lücken, besonders am Ende der Lamellen... ich muß nochmal meine TKS prüfen...

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"Rally-Streifen": erzeugen

Das Schneidebrett sollte einen "Eye-Catcher", einen Blickfang haben, das war meine Anforderung an das Projekt. Da das Basisbrett aufgrund der vielen Lücken in den Leimfugen auch mehr als genügend Potential bot...

Die Lamellenbreite betrug ca. 38mm, ich suchte die beiden größten Lücken und fand die an einer Lamelle im Inneren des Basisbrettes. Somit hatte ich eine Distanz von 38 (Bleistiftanriß auf Bild 3) für die Straklinie.

Anmerkung: Ich will jetzt kein Faß aufmachen über Straken, Straklinien oder auf neudeutsch Splines. Man nehme sie jetzt einfach mal an als natürliche Biegelinie eines natürlichen Werkstoffs an.

Also für diese Biegelinie mit einem Wendepunkt benötigt man 4 Fixpunkte, die habe ich mit 4 Dübeln erzeugt und mit dem Bleistift angezeichnet. Um die Kontur der Linie noch ein wenig beeinflußen zu können, habe ich zunächst 3 Fixpunkte mit den Dübeln festgelegt und dann noch mit einem variablen Stützholz variiert. Nach Gefallen wurde das Stützholz durch einen Holzdübel ersetzt - wäre nicht unbedingt nötig gewesen.. ist ja nur ein Bleistiftriß...


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"Rally-Streifen": viele, viele Fragen....

Zum hellen Ahorn als Basismaterial für das Schneidbrett brauchte es natürlich einen entsprechenden Kontrast um den "Eye-Catcher" zu erzeugen. Ich hatte einen (sündhaft teuren!!) Abschnitt dunkler Wenge in 3mm Stärke zur Verfügung, alternativ einen nicht ganz so sündhaft teuren (aber immer noch kostspieligen!) Abschnitt Nußbaum in 6mm Stärke.

Als Neuling in Sachen Holz biegen stellte sich mir die Frage: läßt sich 6mm starkes Nußbaum so biegen, daß es die Kontur erfüllt und sich auch zwingen läßt? Oder soll ich doch lieber zwei 3mm Wenge Streifen nehmen? Oder: wie teuer ist Furnier? Wie stark ist Furnier? Gibts dazu einen passenden Fräser in ganzzahligem Vielfachem? Soll ich mehrere Millimeter teurem Nußbaum einfach nur den Zähnen des Sägeblattes opfern?

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"Rally-Streifen": Umsetzung

Wie der vorige Abschnitt bereits andeutet: um den Rally-Streifen habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht.

Als erstes habe ich die Schablone aus Fichtenholz aus Siebdruckplatte neu erstellt. Das Fichtenholz eignet sich einfach nicht in meinen Augen... und wie das oft so ist: wenn man "billig" denkt, dann wirds teuer, denn so habe ich das billige Fichtenholz eigentlich unnütz ausgegeben... ist wie Werkzeug: billiges Werkzeug ist das teuerste, was man haben kann... denn zumindest das billige Werkzeug hätte man sich sparen können... Aber wir wollen hier ja nicht philosophisch werden...

Beim aufkleben der Schlablone muß natürlich der Durchmesserunterschied von Fräser und Kopierhülse berücksichtigt werden. Ich hatte mich beim vielen Grübeln im vorigen Schritt zu Furnier entschlossen.... das ist 0,6mm dick, 3mm "Rally-Streifen" ergibt 5 Lagen. Da ich das Furnier... *schäm* "erschnorrt" habe... (Zitat des Lageristen dort im Furnierkeller: "der Chef sagt immer: auch der Abfall gehört immer noch dem Chef"...). Vielen Dank nochmal unbekannterweise (ich werde dem nochmal einen Besuch abstatten) von hier...

Ich bekam 2 Lagen Wenge und 3 Lagen Nußbaum raus... Kundige Beurteiler im Vorfeld dieser Veröffentlichung monierten, daß der "Rally-Streifen" durchaus hätte noch stärker sein können... Kommentare diesbezüglich gerne gesehen :). Leider war aufgrund der Materialknappheit kein zweiter Rally-Streifen möglich... Ich hätte gerne noch einen zweiten gemacht... Aber... der Geist ist willig, einzig das Fleisch ist schwach ;)

Nachträge:

  • Ja, seit diesem Projekt nenne ich einen 3mm Nutfräser mein eigen ;)
  • Das Auftrennen erfolgte auf einer Metallbandsäge, da ich mich nicht getraut habe mit der Stichsäge, Stichwort: 3mm Breite...

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"Rally-Streifen": wiederholt sich an der Außenkontur

Damit das Schneidbrett nicht langweilig rechteckig daherkommt, habe ich die Frässchablone für den "Rally-Streifen" nochmal hergenommen und die beiden Querseiten noch damit angezeichnet. Zusätzlich werden natürlich noch die Ecken am Tellerschleifer abgerundet.


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Griffmulden

Hmmm... der Arbeitsschritt verfolgte mich lange vorher und noch nachher...

Nachdem nichts mehr rechteckig war (gewollt *hmmm*, manchmal ärgert man sich auch über manches früheres "Wollen", oder?)... Griffmulden sollten aber schon sein... nur, wie bekommt man die rein?

Ich erinnerte mich an Matthias Wandels Slot Mortiser und sagte mir: das bekommst du doch auf einem Bohständer auch hin... Nach vielem Ausrichten und Messen wars dann soweit und die Späne konnten fliegen ;)...

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Finishing

Vom Abrunden der oberen Kanten des Schneidbrettes habe ich leider keine Bilder gemacht - Eifer des Gefechtes... ebenso vom Einölen mit Olivenöl... Beim ersteren hatte ich nochmal Manschetten, da ich befürchtete, daß die zuvor eingebrachten Griffmulden die Führungsbahn des Abrundfräsers zerstört hätten... was jedoch zum Glück nicht der Fall war...

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Fazit

Das Projekt hat mir viel Spaß, aber auch einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Folgendes würde ich anders machen:

  • Griffmulden erst nach dem Abrunden einbringen
  • mehr Furnier schnorren ;)... Quatsch... ein zweiter "Rally-Streifen" sähe bestimmt nicht schlecht aus.
  • vermutlich würde ich Buche als Basis verwenden.


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