Schlafcouch / Klappsofa - ein Gemeinschaftsprojekt

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    300 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Wir waren schon länger auf der Suche nach einer Klappcouch. Leider ist an der vorgesehenen Stelle lediglich 1,5m (in der Breite) platz. Und irgendwie haben wir bisher für "schmales Geld" nichts ansprechendes gefunden.

Als wir dann beim sonntäglichen Stöbern in den 1-2-do-Projekten auf eine Recamiére gestoßen sind, sagte meine Frau "Super, sowas kannst du uns auch bauen!". Mein "Klar, wenn du nähst?", erwiederte sie dann mit einem "Geht klar!" - Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet... Zu spät - die Idee zum Projekt war bereits entstanden. Und so nahm dieses Gemeinschaftsprojekt seinen Lauf.

Anmerkung: Das Projekt hat sich über längere Zeit gezogen und insbesondere beim Bau des Rahmens haben ich viel experimentiert. Ihr müsst mir daher bitte nachsehen, wenn evtl. auf dem ein oder anderen Foto schon Schritte zu sehen sind, die ich erst später beschreibe. Es war im Nachgang gar nicht mehr so einfach alles in die richtige Reihenfolge zu bringen ;-)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Handkreissäge
  • Akku-Schrauber
  • Tacker
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Nähmaschine
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Materialliste
  • 1 x OSB-Platten | Sperrholz (15mm)
  • 1 x Polsterviles | ??? (div. Stärken)
  • 1 x Schaumstoff | ??? (div. Stärken)
  • 1 x Stoff | Baumwolle (nach Bedarf)
  • 1 x Matratze | Kaltschaum (nach Bedarf)
  • 1 x Rundholz | Buche (nach Bedarf)
  • 1 x Sprühkleber | --- (nach Bedarf)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Wie man sich bettet...

so schläft man bekanntlich. Daher stand am Anfang zunächst einmal die grobe Planung. Insbesondere der Klapp- oder Ausziehmechanismus war zu konstruieren. Die Entscheidung fiel auf einen Klappmechanismus - einfach wegen der leichteren Umsetzbarkeit.

Und was den Liegekomfort angeht, wollten wir das Rad auch nicht neu erfinden. Unsere "alte" Matratze (Kaltschaum, 1,40x2m, Top-Zustand), die bisher als Gästebett diente, sollte als Sitz- und Liegefläche dienen.

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Rahmenbau

Zunächst galt es einen Rahmen zu konstruieren, der das spätere Möbelstück trägt und ausreichend "Holz" bietet um daran später die Füße der Couch zu befestigen.

Hierzu habe ich Kanthölzer auf Gehrung geschnitten und mit Flachdübeln verleimt. Um das Gewicht später besser auf die Füße verteilen zu können habe ich den Rahmen um einen zweiten erweitert - somit hat die Sitzfläche einen Tragrahmen und die Rückenlehne einen eigenen. Das sollte die auftretenden Kräfte ganz gut verteilen.

Da ich anfangs etwas experimentiert habe und die verwendeten Hölzer für den Grundrahmen doch deutlich zu dünn gewesen wären, habe ich anschließend mit 44er Kanthölzern aufgedoppelt. Sieht etwas merkwürdig aus, aber da es die Unterseite der Couch ist, soll das nicht weiter stören.

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Gut zu Fuß

Da ich keine Möbelfüße in ausreichender Menge in meinem Fundus hatte, musste ich kurzerhand selbst welche anfertigen. Ich habe mir dazu zwei recht große Rundstäbe im Baumarkt geholt und diese auf der Kappsäge auf das gewünschte Maß abgelängt.

Anschließend habe ich auf der Tischbohrmaschine ein senkrechtes Loch (1 Nr. kleiner als der Schraubendurchmesser) gebohrt. Die Mitte des jeweilgen Fußes habe ich markiert, indem ich mir ein Holzstück in (fast) der halben Stärke des Rundholzes daneben gelegt habe. Schaut euch das Bild an, der Rest erklärt sich von selbst.

Anschließend haben die Füße noch alle einen Filz-Schuh bekommen, damit sie keine Kratzer auf dem Boden hinterlassen.

Danach konnten die Füße (nach Vorbohren des Rahmens) mit 140er SPAX-Schrauben am Rahmen angebracht werden.

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Jetzt wird's fluffig

Damit man sich auch später bequem anlehen kann, sollte die Rückenlehne natürlich gut gepolstert sein - und genau das wurde sie. Mehrere Lagen Schaumstoff und extra dicke Polsterwatte wurden mit Sprühkleber auf dem Holz fixiert und anschließend festgetackert. Unterschiedlich dicker / harter Schaumstoff ermöglichte in Verbindung mit der Polsterwatte auch das "ergonomische Ausformen" des Rückenelements.

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Sitzkissen

Damit man nicht nur bequem lehnt, sondern auch bequem sitzt, fehlte es noch an Polstern. Hierfür hatten wir die Kaltschaummatratze unseres ausgedienten Gästebettes vorgesehen. Diese wurde mit kurzerhand mit einem scharfen Messer in zwei Hälften geteilt, so dass sie übereinander auf die Bodenplatte gelegt werden können.

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Under Cover

Endlich war der Zeitpunkt erreicht, an dem ich mich zurücklehnen konnte und meine Frau an der Reihe war. Es ging an das Nähen der Bezüge!

Vereinfacht gesagt, hat sie Maß genommen, Stoff bestellt und drauf los genäht...ich übergebe mal das Beschreibungsruder:

Wichtig war zunächst den richtigen Stoff auszusuchen, der oben bereits zum Bespannen der Unterkonstruktion zum Einsatz kam.
Nach ausgiebigem Testfühlen habe ich mich für einen Baumwollstoff in Möbeldicke bei 3 % Elastan entschieden. Der Stoff musste breit genug für die Matratzen bei ausreichender Nahtzugabe sein.

Der Rückenbezug:
Es gestaltete sich schon als sehr schwierig korrekt Maß zu nehmen. Aufgrund der unterschiedlichen Schaumstoffdicke war daher schnell klar, dass ich die Seitenteile des Rückenbezuges mit Rundungen würde nähen müssen und den jeweiligen Beginn einer Verjüngung einplanen musste. Daher habe ich zunächst mit einer Sicherheitszulage von 5 cm Nahtzugabe gerechnet, die Teile (mit Ausnahme hinten links, wo ich den Verschluss mit Klett auf der gesamten Länge einrbeiten wollte) gesteckt und erst mal anprobiert. Klar waren einige Stellen zu weit oder zu eng geworden, so dass ich einzelne Nadeln wieder entfernen und am Objekt neu angebracht habe.
Anschließend habe ich die Nahtzugabe auf 1,5 cm zurück geschnitten und die Kanten versäubert. 

Sodann habe ich den zur schöneren Optik einzuarbeitenden Keder hergestellt. Das ist ganz einfach. Diagonal zu Webkante in 3 cm Breite einige Streifen schneiden, Kordel in beliebiger Dicke ( bei mir 0,5cm) mittig einlegen und mit dem Reißverschlussfüßchen sauber zunähen. Am Ende eines Stoffstreifens umschlagen, den neuen Einlegen und so einen "endlosen" Keder herstellen. 
Der Keder wird auf rechts zwischen die Stoffteile gelegt, so dass die Nahtzugaben aufeinander liegen. Dann wird von links zusammen genähnt und fertig.
Zum Schluss noch den Klett an der Öffnung einnähen, um den Bezug später zum Waschen abnehmen zu können. Aufgezogen war ich zufrieden mit dem Ergebnis.

Nun an die Matratzenbezüge:
Nach dem Schneiden der Matratze ergaben sich 1,38m*0,975m*0,16m.
Hier wolle ich für den besseren Komfort mit Reißverschlüssen zum Beziehen und Abziehen der Bezüge arbeiten. Bei dieser Dicke der Matratze mussten es meiner Meinung nach also zwei Reißverschlüsse werden, einer je auf Ober- und Unterseite einer Matratze. 
Bei den Matratzenbezügen habe ich beim ersten Bezug zusätzlich zur Nahtzugabe von 1,5 cm eine Reserve von 0,5 cm eingerechnet, die ich beim zweiten Bezug auf 1 cm erhöht habe. Der erste Bezug ließ sich nämlich trotz Sicherheitszugabe sehr schwer aufziehen, der zweite dafür genau richtig, ohne das der Bezug schlabberig sitzt. 
Den Keder habe ich nur auf der Oberseite des ersten Bezuges eingearbeitet. So konnte ich sicher gehen, dass die beiden Matratzenteile sauber aufeinander liegen und der spätere Gast bei ausgeklapptem Bett nicht auf dem Keder liegt. Hat sich als gute Idee herausgestellt. 

Später habe ich aus den Resten unseres Stoffes vom Bespannen des Betthauptes noch einen Bezug fürs Seitenschläferkissen genäht. Das erhöhte den Sitzkomfort und gab dem ganzen noch einen kleinen Akzent.

Ich bin bei weitem kein Nähprofi, aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden. 

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Hochzeit

Jetzt war es an der Zeit alle Elemente zusammenzuführen.

Hierzu wurde die Rückenlehne auf dem Bodenelement fixiert. Sowohl durch schrauben von unten, als auch durch Winkeleisen an der Seite. Dies sorgt für festen Halt, auch wenn man sich mal etwas kräftiger zurücklehnt.

Nachdem alles zusammengebaut war, wurden die Bezüge aufgezogen.

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Testlauf

Finale Sitzprobe - perfekt. Man sitzt recht hoch und die Sitzfläche ist riesig. Das Polster ist schön fest und wirklich bequem. Auch die Rückenlehne passt perfekt.

Schlaffunktion: Aufbau fluppt, es steht stabil man liegt bequem!

Resultat: viel Arbeit (mehr als erwartet), preislich - nicht ganz so günstig wie erhofft, aber ein tolles Ergebnis!

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Bühnenbau

Nachdem der Rahmen auf eigenen Beinen stand, konnte von oben die Grundplatte aufgeschraubt werden - ebenfalls 15mm OSB.

Und weil blankes Sperrholz wenig einladend aussieht und so gar nicht nach Sofa, musste es unter Stoff verschwinden. Hierzu wurde zunächst die gesamte Fläche mit Sprühkleber besprüht, worauf extra dicke Polsterwatte ausgelegt wurde - die sollte am Rand auch ein Stück überstehen, damit man später die Kanten schön weich ausformen kann.

Jetzt kam das erste Mal Stoff, und damit meine Frau ins Spiel. Passend zur Grundplatte hatte sie bereits den Stoff ausgeschnitten. Dieser wurde plan auf dem Boden ausgelegt und die Unterkonstruktion mit der Platte nach unten darauf ausgelegt. Nun konnte mit dem Bespannen begonnen werden. Sie zog dabei den Stoff in Form und schlug die Kanten sauber um und ich tackerte ihn fest - mit getauschten Rollen wäre das Ergebnis wohl optisch nicht so ansprechend geworden ;-)

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Klappe, die Erste - Auftritt Z, wie Zorro

Was wäre ein Klappsofa ohne Klappe? Für das auszuklappende Teil ließ ich mir im Baumarkt eine entsprechend große OSB-Platte zurechtschneiden, da ich mit der Plattenware nicht auf das gewünschte Maß kam. Stellte sich nur die Frage, was man mit den Füßen macht, denn die mussten ja abnehmbar sein.

Meine Lösung hierfür war ein abnehmbarer Rahmen, der einfach unter das abgeklappert Fußteil gestellt werden sollte. Um Platz zu sparen, musste er natürlich faltbar sein.

Daher habe ich drei Kanthölzer abgelängt, sie mit Scharnieren und Füßen versehen - fertig ist die Unterkonstruktion in Form eines Z, wie Zorro!

Auch dieses Teil wurde, wie die Grundplatte gepolstert und bespannt. Beide Teile wurden anschließen mit einem Klavierband verbunden.

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Klappe, die Zweite - Auftritt Magneto

Ich hatte eine Idee... Toll wäre es gewesen, wenn man das Z nicht bei jedem Aufklappen der Couch nach Augenmaß davor positioniert werden müssten sondern wenn man es noch vor dem Ausklappen des Fußteils darauf fixieren könnte. Mit Magnetos Hilfe schien eine Lösung in Sicht.

Somit habe ich je fünf Neodym-Magneten in die Trägerplatte und "das Z" implantiert. Leider waren die verwendeten Magneten zu schwach, um das Z beim Umschlagen der Bodenplatte in Position zu halten.

Auch wenn mein ursprünglicher Ansatz leider nicht zum Erfolg geführt hat, ermöglichen die verbauten Magnete aber immerhin noch ein exakte Positionierung des "Z".

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Ich hab' Rücken

Damit man auf der Coch auch später bequem sitzen kann, braucht es eine ordentliche Rückenlehne. Diese habe ich ebenfalls aus 15er OSB-Platten gebaut. Dazu wurden die Teile mit Tisch- und Handkreissäge ausgeschnitten und miteinander verdübelt und verschraubt.

Zur Stabilisierung der recht dünnen Platten habe ich noch Verstrebungen aus Kanthölzern eingebracht. Das ist insbesondere an der unteren Aufstellfäche wichtig, da  das Rückenteil mit der Grundplatte verschraubt werden soll und die Schrauben natürlich etwas mehr Futter brauchen, als popelige 15mm Sperrholz.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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