Rustikaler Nussknacker

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Vor einiger Zeit gab es hier im Forum eine Anfrage wie man Walnüsse möglichst schonend öffnen kann - und möglichst schnell, da eine ganze Menge zu öffnen waren. Vor einem solchen Problem stehe ich auch. Jetzt nicht wegen dem schonenden Öffnen, sondern wegen der Menge. Wie im Bild zu sehen bekam ich einen großen Sack mit Walnüssen geschenkt. Mein kleiner Knacker und meine Daumengelenke wären damit überfordert, es musste also etwas stärkeres her.

Mir war nur klar, dass es nicht ein "normaler" Nussknacker á la Erzgebirge werden soll. Das reichte um frisch ans Werk zu gehen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Bandsäge
  • Dekupiersäge
  • elektr. Schnitzgerät
  • Schleifgerät
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Materialliste
  • 1 x Hartholzleiste | Eiche (ca. 600 x 70 x 35mm)
  • 1 x Scharnier | Messing (mind. 30mm)
  • 1 x kleinmaterial (siehe Beschreibung)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorarbeiten

Schnelle Idee (hatte da mal was gesehen), schnelle Skizze (Bild 1) und es konnte losgehen.

Von meinem Miniatur-Eisstock hatte ich noch ein Stück Eiche über (Bild 2). Dieses hatte zwar einen unschönen Längsriss, aber das rissfreie Stück reichte für mein Vorhaben aus. Ich trennte es auf der Bandsäge ab (Bild 3) und brachte es mit dem Hobel auf 36mm Dicke.
Einen 260mm langen Rest Kantholz (55 x 55mm) teilte ich der Länge nach mittig durch (Bild 4). Von einem der Teile sägte ich ein 145mm langes Stück ab (Bild 5). Soweit hatte ich nun alles beisammen.

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Teile bearbeiten

Zum Bau des Knackers werden drei Teile benötigt. Diese hatte ich mit der Bandsäge zugeschnitten. Rückenteil (145mm lang) und untere Platte (Eiche) brauchen derweil keine weitere Bearbeitung.
Das zweite Teil (der spätere Druckhebel) allerdings schon. Er bekommt an einem Ende eine leichte Schräge. Dazu legte ich ein Stück Laminat unter (Bild 1) und sägte einen Winkel von etwa 8° (Bilder 2+3). Ein erstes Zusammenstellen der Teile zeigt, dass soweit alles im grünen Bereich ist (Bild 4).

Auf dem Eichenstück markiere ich die Position an der später das Opfer (die Nuss) platziert werden soll. Dazu gleich mehr.
Der Hebelteil (der mit der Schräge) bekommt einen Handgriff. Dazu werden von der Leiste an beiden Seiten 20 mm breite und 75mm tiefe Einschnitte gemacht (Bild 5). Abschließend können die Teile geschliffen werden (Bild 6).

Der Handgriff bekommt mit dem Dremel (wollte nicht den großen Frästisch rausräumen) eine Kante gefräst (Bilder 6+7). Mit den abgerundeten Kanten lässt er sich auch besser greifen.

Die ersten beiden Teile können zusammengefügt werden. Bodenplatte und Rückwand werden im rechten Winkel verleimt. Überschüssiger Leim wie gewohnt mit einem angeschrägten Halm aufnehmen (Bild 8). Da spätere doch starke Kräfte auf die Teile wirken werden sie zusätzlich mit zwei Schrauben gesichert. Vorbohren, Ansenken und Schrauben setzen (Bilder 9+10).

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Einlegearbeiten

Ich entschloss mich trotz der Härte des Holzes zu einer Einlage. Eine große Beilagscheibe soll die Nuss in Position halten. Ich zeichnete die Umrisse der Scheibe nach (Bild 1). Da Walnüsse naturgemäß meist länglich sind musste ich die Bohrung der Scheibe etwas anpassen (Bilder 2+3). Da das Metall beim Sägen unangenehm heiß werden kann zog ich mir Arbeitshandschuhe an. Ein kurzes Video vom Metall sägen ging sich auch aus (Bild 4).

Mit dem PSE 180E schnitzte ich die Aussparung für die Beilagscheibe (Bilder 5+6). Dabei achtete ich darauf, dass die Vertiefung genau so groß wie die Scheibe wurde und sich nach unten leicht verjüngte. Als ich zufrieden war wurde die Auskerbung geglättet (Bild 7). Dann konnte die Scheibe eingeklopft werden (Bild 8).

Für den Oberteil (Handgriff innen) fand ich in  meinem Schraubenkoffer ein seltsames Metallteil (Bild 9). Ich glaube, das ist ein Teil vom klappbaren Werktisch, mit dem man eine Stichsaäge befestigen kann. Krumm und schief, trotzdem genau richtig.
Ein paar gezielte Schläge mit dem Hammer und das Teil konnte unter die Säge. Mit der Deku und einem Metallsägeblatt #5 sägte ich den kleinen Winkel ab (Bilder 10+11).

Die spätere Position (genau über der Beilagscheibe) wird angezeichnet und mit dem Stemmeisen ausgestemmt (Bild 12). Wenn alles passt (Bild 13) kann das Stück eingeklopft werden (Bild 14). Hat man zu groß gestemmt helfen ein paar Tropfen Superkleber.

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Endfertigung

Gleich ist es geschafft!
Als nächsten Schritt habe ich den Hebelarm mit der Rückwand verbunden. Dazu verwendete ich ein kleines Scharnier (30mm) welches von meinem Geburtstagsbuch über war.

Ich markierte die Löcher des Scharniers und bohrte mit sie vor (Bild 1). Die einzigen Schrauben in meinem Vorrat mit einem passenden Kopf hatten leider zwei Nachteile. Erstens waren es Schlitzschrauben, was ich nicht ändern konnte. Zweitens waren sie etwas zu lang. Das konnte ich sehrwohl ändern. Da das Metallblatt eh noch eingespannt war erledigte ich das Kürzen gleich mit der Hegner (Bild 2).
Jetzt konnte das Scharnier angebracht werden.

Um bei Nichtgebrauch keine Spannung auf dem Scharnier zu haben bastelte ich aus Resten eine Entlastung. Zwei passende Kabelklemmen wurden mit kleinen Schrauben an geeigneter Stelle befestigt (Bild 3). 

Das Ganze wurde nun ordentlich gewachst und poliert (Bild 4). Schade dass man hier nicht zeigen kann wie angenhem weich sich das Holz nach der Wachsbehandlung anfühlte.

Durch die Quetschösen fädelte ich eine Schnur und verknotete sie in der richtigen Länge (Bilder 5+6).

Fertig!
Zeit für einen ersten Test (Bild 7-9). Funktioniert. Und sogar gleich so, dass die beiden Hälften ganz blieben ;-)  Das wird aber nicht immer so sein. Jetzt brauch ich nur noch etwas Zeit um mir den Sack mit den Nüssen vorzunehmen. Vorher habe ich aber noch ein Projekt "im Ofen", dass demnächst fertig werden soll.

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Anmerkung

Anstatt der Schnur zur Entlastung kann man auch eine passende Rundfeder oder ein Gummiband verwenden.

Damit Grobmotoriker die Nüsse nicht mit überschüssiger Kraft zermatschen kann man am vorderen Ende des Unterteiles eine Leiste/Gummipuffer/Mossgummi ankleben, die verhindern, dass der Hebel zu weit nach unten gedrückt wird.

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Nachtrag

Mittlerweile hat der Knacker seine erste Bewährungsprobe hinter sich gebracht. Und das zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Als ich mich an einen Forenbeitrag von Harry erinnerte versuchte ich die Nüsse so zu knacken, dass die Nuss in zwei Hälften geteilt wird ohne dabei die Schale zu beschädigen. Das kleine Video im Anhang zeigt, wie schnell und einfach das funktioniert.


Rechtlicher Hinweis

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