Rollschrank für meine Zug-, Kapp- und Gehrungssäge und den Werkstattsauger

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Bisher hatte meine Zug-, Kapp- und Gehrungssäge keinen festen Platz, blockierte meist wichtige Arbeitsfläche und mußte ständig umgesetzt werden. Gleichzeitig sah die Nische, in der mein Werkstattsauger mit seinem Schlauch und dem ganzen Kabelkram stand immer etwas unordentlich aus.

Daher habe ich mir gedacht, dass ich für die beiden Geräte einen Rollschrank baue. Dadurch bleibt die flexible Positionierung des Werkstattsaugers erhalten und die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge hat ihren festen Platz, kann diesen aber auch problemlos wieder verlassen.

Bei diesem Projekt, für das ich mir nicht wirklich einen RICHTIGEN Plan gemacht habe, bin ich auf einige Probleme gestossen und habe mehr als einmal Fehler korrigieren müssen. Welche das waren, steht in der Bauanleitung.

Bei diesem Projekt habe ich soweit es ging versucht, Restmaterialien zu verbauen. Von daher ist die Angabe für die Materialkosten nur eine grobe Schätzung. Leider funktioniert scheinbar das Hinzufügen weiterer Elemente bei der Materialliste nicht korrekt. Deshalb hier eine ergänzende Auflistung der wesentlichen Komponenten:

  • Flügelmuttern & Kreuzgriffe
  • alte Rückwand eines entsprechend großen Bilderrahmens
  • Lichtschalter und Dreifachsteckdose (oder einfach eine schaltbare Dreifachsteckdose)
  • 4 Lenkrollen
  • Ringhaken
  • Hohlraumdose
  • jede Menge Schrauben und Leim

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Handkreissäge
  • Akku-Schrauber
  • Stichsäge
  • Schraubendreher
  • Lochkranzsäge
  • Zwingen
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Materialliste
  • 1 x Holzplatte | MDF (2500 x 500 x 13)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der aktuelle Zustand und die ersten Planungen

Mein Werkstattsauger stand immer zwischen meiner selbstgemachten Werkbank und einem alten Schreibtisch, der derzeit (und leider auch schon länger) als Gerümpelablage dient. In diese Niesche sollte der Rollschrank reinpassen. Als Höhenmass habe ich mir meine Werkbank vorgenommen.

Der erste Plan sah vor, dass der Rollschrank die gleiche Höhe haben sollte wie meine Werkbank. Diesen Plan habe ich kurzfristig verworfen und mich dazu entschlossen, ihn nur so hoch zu bauen, dass die Tischverbreiterung meiner Zug-, Kapp- und Gehrungssäge auf einer Höhe wie die Werkbank sein sollte, so dass die Werkbank als zusätzliche Ablage für lange Werkstücke genutzt werden kann. Die Höhe des Rollschrank und der Auflagefläche der Säge auf dem Schrank soll also der Höhe der Werkbank entsprechen.

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Der nächste Plan

Kurz bevor ich anfing, die Brettchen entsprechend meiner Planung zu sägen, fiel mir ein, dass ich noch einmal nachschauen sollte, wie hoch eigentlich mein Werkstattsauger ist. Das ist ja nicht ganz unwichtig, wenn ich ihn in den Rollschrank stehen will. Glücklicherweise habe ich das getan. Mit seinen knapp 60 cm Höhe hätte er die Innenhöhe des Rollschranks um 1,1 cm überschritten.

Also noch einmal planen. An der Gesamthöhe kann ich nichts ändern, also muss ich irgendwie den Boden absenken. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, das Gehäuse etwas zu verbreitern und den Boden, auf dem der Werkstattsauger stehen soll, zwischen die Räder statt darüber zu setzen. Das brachte mir wertvolle Zentimeter, so dass ich nun eine Innenhöhe von 63,1 cm zur Verfügung habe - passt!

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Brettchen sägen, verleimen und verschrauben

So, nun kann's endlich losgehen. Die Brettchen sind auf der Werkbank mit meiner zur Tischkreissäge umfunktionierten Handkreissäge schnell gesägt.

Die ersten Elemente, die zur Absenkung des Bodens dienen, sind schnell verleimt. Da ich nicht weiß, welche Kräfte durch die Zug-, Kapp und Gehrungssäge auf den Rollschrank wirken werden und ich mir nicht sicher bin , ob die Verleimung hält, verschraube ich es zur Sicherheit noch.

Den Druck für die Verleimung des Bodens erzeuge ich statt mit Zwingen der Einfachheit halber mit der Zug-, Kapp- und Gehrungssäge selber. Geht einfach schneller. Während die Verleimung noch trocknet, beschleicht mich aber ein unguter Gedanke ...

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Der erste Lapsus

Verdammt, ich hatte zwar die Breite des Werkstattsaugers ausgemessen (~ 41 cm), aber das Bodenbrett, auf dem er stehen sollte, ebenfalls nur 41 cm breit gesägt. Und die Seitenwände sollten auf diesen Boden aufsetzen, sprich ich hatte im Endeffekt nur 38,4 cm Platz. Mist, das reicht natürlich nicht! Zum Glück war die Verleimung noch nicht trocken, so dass ich die problemlos wieder auseinander bekommen habe.

Dummerweise hatte ich nicht mehr genug Holz übrig, so dass ich den bestehenden, zu kurzen, Boden einfach um 90 Grad gedreht und in der Mitte geteilt habe. Zum Glück war der Rollschrank für eine Tief von 50 cm geplant, so dass ich nun doch noch die benötigte Breite erreichen konnte.

Ich hatte nun zwar in der Mitte des Bodens eine Lücke, aber das macht nichts. Da steht eh der Werkstattsauger drauf und deckt diese ab.

Die Montage des geteilten Bodens und der Seitenteile war dann schnell gemacht. Da ich keine passenden Zwingen habe, die die Verleimung der Seitenteile halten, musste der Druck durch die zusätzliche Verschraubung ausreichen. Anschließend kam dann nur noch der Deckel drauf.

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Stabilität durch die Rückwand

Noch ist der Rollschrank in sich nicht ganz stabil. Diese Stabilität bekommt er durch die Rückwand. Für diese nehme ich die Rückwand eines alten Bilderrahmens. Der Einfachheit halber nehme ich einfach nur die Höhe und Breite des Rollschranks und säge die Rückwand zurecht. Nach der Befestigung der Rückwand säge ich dann in einem weiteren Arbeitsschritt die Aussparungen passgenau am Schrank aus, wo die Räder sitzen. Ich hätte diese aber auch dran lassen können. Sie hätten nicht gestört.

Leider gehörte ich nicht zu den Glücklichen, die den Akku-Tacker PTK 3,6 LI testen durften. Von daher musste ich für die Befestigung der Rückwand am Rollschrank zu meinem Handtacker greifen. Das war leider nicht von großem Erfolg gekrönt. Keine einzige der Klammern wurde komplett versenkt. Also habe ich die kurzerhand mit einem Hammer eingeebnet und einmal rundum die Rückwand klassisch mit Nägeln befestigt.

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Beweglichkeit und Befestigung - und wieder eine Planabweichung

So, damit der Rollschrank auch in der Werkstatt problemlos umher geschoben werden kann, bekam er nun endlich die Lenkrollen verpasst.

Zur Befestigung der Zug-, Kapp- und Gehrungssäge habe ich vorgesehen, diese mit Einschraubmuttern und Kreuzgriffen zu befestigen. Ich musste wieder einmal feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, Einschraubmuttern gerade einzuschrauben. Als ich alle vier versenkt hatte, und die Säge erstmals am Rollschrank befestigen wollte, musste ich feststellen, dass ich beim Einschrauben der Kreuzgriffe die Einschraubmuttern unten wieder rausschraubte. Aaaargh!

Also wieder einmal eine Planänderung. Die Einschraubmuttern mussten wieder raus (waren sie ja zum Teil eh schon). Nun nehme ich Flügelmuttern und eine Unterlegscheibe, die ich unterhalb des Schrankdeckels auf die Kreuzgriffe schraube. Nun hält es wunderbar.

Damit mir der Werkstattsauger nicht bei jeder Bewegung halb aus dem Rollschrank rausrollt, habe ich vorne am Boden noch eine schmale Leiste befestigt. Als Hindernis gegen das Herausrollen ist sie hoch genug, lässt mir aber noch die Möglichkeit, den Sauger aus dem Rollschrank herauszuheben.

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Neue Idee - Kabelkram

Wer mein Schreibtisch-Projekt kennt, ahnt vielleicht, dass ich es nicht mag, wenn zu viele Kabel irgendwo sichtbar sind. Diese sind ja auch immer eine Stolperfalle. Von daher entschloss ich mich auch hier kurzerhand dazu, eine Dreiersteckdose in den Rollschrank zu integrieren. Um im Notfall den ganzen Rollschrank stromlos zu schalten, habe ich einen alten Lichtschalter zwischen das Stromkabel gesetzt. Ich hätte natürlich eine schaltbare Steckdose kaufen können. Aber hier ist der Schalter wesentlich einfacher zu erreichen.

Im Gegensatz zu meinem Schreibtischprojekt habe ich diesmal gleich an eine Hohlwanddose und die Zugentlastung gedacht.

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Der zweite Fehler und dessen Korrektur

Ihr ahnt es schon, irgendwas ging natürlich wieder schief. Kann ja nicht sein, dass ich mal drei Arbeitsschritte ohne ein Problem bleibe.

Nachdem der Schalter befestigt war, spielte ich ein wenig mit der Gehrungsverstellung der Säge herum und stellte fest, dass ich nicht mehr der vollen Winkel von 47 Grad erreichte, sondern nur noch knapp 40 Grad. Ein Fuß kollidierte mit dem Schalter. Hätte ich mir mal tatsächlich einfach nur eine schaltbare Steckdose dafür zugelegt.

Also habe ich den Schalter wieder ausgebaut und mir eine neue Position gesucht. Diesmal an der Seite. Dort sollte er der Säge auf jeden Fall nicht im Weg sein.

Dummerweise hatte ich nun ein großes Loch in der Schrankoberfläche. Die Frage, wie ich das wieder zu bekomme, war schnell beantwortet. Ich hatte ja kurz zuvor erst ein gleich großes Loch mit der Lochkranzsäge gebohrt. Und den Ausschnitt hatte ich noch. Also habe ich ein kleines Brettchen von unten als Unterstützung befestigt und den Ausschnitt einfach mit Leim in das Loch gesetzt.

Damit man es nicht sofort sieht, habe ich die Lücke, die durch die Stärke der Lochkranzsäge entstand mit Leim aufgefüllt und jede Menge MDF-Staub, den ich mittlerweile reichlich produziert hatte, vermischt. Man sieht es zwar noch, aber immerhin nicht mehr auf den ersten Blick.

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Endergebnis

Ganz habe ich die Niveaugleichheit zwischen Sägetisch und Werkstattbank leider nicht erreicht. Irgendwo habe ich einen Millimeter verloren. Aber für meine Zwecke wird das reichen.

Es ist stabil, flexibel. Meine Zug-, Kapp- und Gehrungssäge hat nun einen festen Platz und ich habe dort, wo sie vorher stand, noch etwas Arbeits- oder Ablagefläche gewonnen.

Trotz aller Problemchen hat's richtig viel Spaß gemacht.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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