Renovierung eines Duschraums in einem Holz-Fachwerkhaus

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    1800 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Die Renovierung der Herrendusche in unserem Bootshaus war ein größeres Unterfangen:

Schwierigkeiten:
- Das Haus ist ein Holz-Fachwerkhaus von 1929 mit Holz-Fassade, der Duschraum befindet sich im ersten Stock
- Die Dusche war zuletzt Anfang der 1980er über die alte Dusche rüber-renoviert worden
- unmittelbar neben der Dusche befindet sich im Boden ein tragender Balken, der die Decke und die Räume im Obergeschoss über 11m Länge trägt. Hier bestand der Verdacht, dass die Feuchtigkeit durch die Wand bereits Schäden angerichtet hat.

Los geht's - Schritt für Schritt

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So wurde es gemacht!

Phase 1 Rauskloppen:
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Das war im Groben nicht weiter schwer:
- Eine Trennwand wurde mit dem Vorschlaghammer eingerissen.
- Die Fliesen an den Wänden zum Fachwerk und die Wandkonstruktion dahinter kamen mit Meißel und Brecheisen runter.
- Die Wand zur Toilette nebenan war schwieriger: Eine dünne (5-8cm), geschüttete Wand, die unten auf dem durch drei Räume gehenden Estrich steht und oben und an den Seiten scheinbar nur durch eingeschüttete Nägel mit dem Haus verbunden ist. Hier haben wir die Fliesen vorsichtig runtergemeißelt und sämtliche Wasserinstallationen vorsichtig entfernt (auch die für die Toilette nebenan, aber dazu später mehr).
- Die Fliesen auf dem Fußboden lösten sich mit ein parr Schlägen mit dem Vorschlaghammer. Gleich mit kam die Dickschicht-Verklebung. Darunter war der alte Estrich, den wir zu etwa einem Drittel entfernten, da instabil, während die restliche Fläche noch massiv war.
- Die Leistenverkleidung an der Decke wurde nicht entfernt, da die Isolierung im Moment noch unmittelbar dahinter liegt (wird später bei der Renovierung des Dachbodens von oben gelöst).

2. Neuaufbau Wände/Decke/Fussboden
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- Glück: der tragende Balken im Boden war unversehrt!
- Pech: Zur Hauswand hin waren drei Querbalken des Fachwerks teilweise komplett weggegammelt.
- Wir haben erstmal ausgiebig neue und zusätzliche Balken in die Wände eingesetzt, um später bei Druck auf der Wand keine Verformungen zu haben, die Fliesen oder Fugen platzen lassen.
- Auf die neue Unterkonstruktion kam eine Lage OSB-Platten. Diese fangen die natürlichen Bewegungen im Fachwerkhaus ab und lassen die Wand "in einem Stück" mitschwingen. Darauf kamen zwei lagen wasserfeste Fermacellplatten, die großzügig überlappend verlegt wurden.
- Die geschüttete Wand zur Toilette wurde grob geglättet
- Der alte Estrich dient als Basis für den neuen Fußboden, das fehlende Stück wurde neu geschüttet und das Gefälle leicht erhöht.
- In die Decke wurde ein neuer Abluftkanaleingesetzt. 
- auf die alte gerade Decke werden zwei Lagen wasserdichtes Fermacell aufgebracht, die Fugen verspachtelt und mit Latex-Farbe gestrichen.

3. Installationen:
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- Abfluß: Wegen der Bodenkonstruktion im Haus mußte der Abluß bleiben wo er war. Aber wir haben Querschnitt und Gefälle erhöht. Zusätzlich zur späteren Abdichtung wurde die Wanne im Estrich, in der der Abfluß liegt, mit Abdichtmasse bestrichen, damit eventuell austretendes Wasser abfliessen kann (Praktischerweise endet der Abluß außerhalb des Haupthauses in einem Schuppen, dass Wasser könnte dort nur einen geringen Schaden anrichten.).
- Duschinstallation: Statt zwei gibt es jetzt drei Duschplätze. Die Leitungen für warm und kalt kommen von links und rechts, so dass wir keine Kreuzungen auf der Wand haben. Die Wandanschlüsse wurden sauber ausgerichtet.
Die ehemals vorhanden Installationen für die Toiletten nebenan wurden erstmal provisorisch in den Toilettenraum verlegt, damit hier in Zukunft eine klare Trennung der Räume und ihrer Installationen besteht.

4. Fliesen
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- die geschüttete Wand mit den Installtionen
- Alle Ecken und Kanten wurden mit Abdichtbändern und -ecken beklebt. Darauf kamen dann großzügig zwei Lagen flexible Abdichtmasse über den gesamten Boden und die Wände bis 2m Höhe um erstmal Ruhe für die Zukunft zu haben.
-  Die geschüttete Wand mit den Installationen wurde noch mit einer Lage Fliesenkleber geglättet.
- Zuerst wurde der Boden gefliest. Wegen des starken Gefälles und einem nicht gerade perfekt glatten Estrichs haben wir mit relativ kleinen Fliesen 7,5cm x 7,5 cm gearbeitet.
- Die Wände konnten dank der guten Vorbereitung problemlos mit großformatigen Fliesen belegt werden.
- Ecken wurden dauerelastisch gedichtet.

5. Feinarbeit:
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- Bei der Installation der Duscharmaturen und -stangen haben wir an allen Bohrungen und Anschlüssen auf zusätzliche Abdichtung mit Silikon geachtet, damit auch hier nirgends Wasser in die Wand einzieht.
- Der Abfluß hat eine angeschweißte Abdichtung, die wir mit in unsere Abdichtung eingearbeitet haben.


Rechtlicher Hinweis

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