Prototyp: Windlicht "schwäbelnde Jungfrau"

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"Schwäbelnde Jungfrau" :)
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Nachdem ich ja die Flaschen-Guillotine habe, sollte es vor Weihnachten noch ein Projekt damit werden.

Windlicht "schwäbelnde" (oder schwebende? ;) ) Jungfrau :)

Ich hoffe, es gefällt Euch :)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Akku-Schrauber
  • Tischbohrmaschine
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Heißluftgebläse
  • Drechselbank/Drehbank
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Materialliste
  • 1 x Restholz | Buche (200mm x 200mm)
  • 1 x Flasche | Wein (rot oder weiß)
  • 3 x V2A-Stangen | V2A (D7x210)
  • 1 x Kork

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorbereitung: Flasche köpfen

"Köpfen" serienweise ;)
Schnittergebnis
So siehts aus, wenn der "Kopf" ab ist...

Mit meiner selbstgebauten Flaschen-Guillotine habe ich ein paar Versuche gemacht um herauszufinden, wie das mit dem Flaschenschneiden eben so geht.

Ich habe verschiedene Flaschentypen (Wein- und Sektflaschen) probiert ich fand einen ganz praktikablen Modus.

Zuerst die Flaschen eben anritzen auf der Guillotine und dann mit dem Heißluftgebläse erwärmt. Anschließend mit Eiswasser abgeschreck und auf den "Klick" gewartet. Ohne Erwärmen mit dem Heißluftgebläse hat's bei mir nicht oder nur unzureichend funktioniert.

Auf den beiden letzten Bildern ist das Schnittergebnis der Flasche zu sehen. Das muß dann natürlich noch geschliffen werden um die Flächen zu glätten.

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Grundplatte vorbereiten

Grundplatte aus einem anderen Projekt
Grundplatte grob ausgesägt
Überraschung... :(
Überraschung unsichtbar machen
Aufgeleimte Bucheleisten
Mitnehmerplatte
"Work in progress..."
Leisten abgedrechselt

Von einem anderen Projekt hatte ich noch eine Platte aus vier Quadranten zuammengeleimt übrig. Die kam mir genau richtig für dieses Projekt.

Zunächst mit der Stichsäge grob in Form gebracht, dann auf die Drehbank (die ich auch als Drechselbank nutze) damit. Mit einer mit grobem Schleifpapier beklebten Andruckplatte im Dreibackenfutter, einer mitlaufenden Reitstockspitze, die den Anpreßdruck auf die Andruckplatte erzeugt gehts los. Erstmal die Vorderfläche plandrehen und dann den Außendurchmesser.

Beim Außendurchmesser begann ich stutzig zu werden, dachte erst an einen Fehler im Holz. Ein weiterer Span... und der Fehler (erst wars nur einer) wurde größer... ein weiterer Span.. und auf einmal warens auf einmal viele Fehler.. :(... Ein wenig genauer geschaut und dann mal kräftig geflucht... auf den Heini, der die vier Quaranten mit Lamello's zusammengeleimt hat... die dann nach und nach zum Vorschein kamen.. *grrrr*... Ich sags besser nicht, wer dieser Heini war... *Spieglein, Spieglein an der Wand...* ;)...

So konnte das nicht bleiben... also, wie auf den weiteren Bildern zu sehen, die 4 "Überraschungs-Eier" auf dem Frästisch weggefräst und Bucheleisten eingesetzt. Wieder auf die Drehbank damit und wieder Material weg...

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Oberer Ring

6 Segmente für den Ring (links von der Grundplatte)
Segemente zuschleifen
Paßform: naja...
Eine Hälfte aus 3 Segmenten wird geleimt
Auf der Drehbank, gleich wirst "rund gemacht" ;)
Außen ist der Kerl schon rundgemacht...
Innen jetzt auch... ;)
Anzeichnen des Lochkreisdurchmessers für die Metallstäbe

Der obere Ring um den Flaschenkörper wird aus 6 Segmenten erzeugt.

Premiere, noch nie gemacht!! Also: aus Bucheresten die 6 Segmente auf der Kappsäge zurechtgesägt und mit dem Tellerschleifer nachgearbeitet. Dann die erste Ringhälfte aus 3 Segmenten zusammengeleimt, dann die andere Hälfte... Bei dieser Vorgehensweise passen die beiden Hälften in aller Regel nicht zusammen. Dazu werden die beiden Hälften an den noch offenen Enden am Tellerschleifer nachgearbeitet, damit beide Flächen eben und parallel sind. Erst danach werden die beiden Hälften zusammengefügt.

Den 6-Eck-Ring auf die Drehbank, innen und außen runddrehen. Da ich (selbstverständlich!!) keine Zeichnung von dem Windlicht gemacht habe, gehen die Maße alle direkt vom Kopf ins Holz ... Nachdem der Ring sein Fertigmaß hatte, konnte ich den Lochkreisdurchmesser bestimmen und auf dem Ring anzeichnen.

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Übertragen der Bohrungen auf die Grundplatte

Zentrumsbohrung in der Grundplatte
Abgebohrte Bohrungen Ring/Grundplatte

Mittels einer kleinen Adapterplatte mit einer 10er Bohrung wurde der Ring auf der Grundplatte ausgerichtet und die Bohrungen vom Ring auf die Grundplatte mit einem 7er Bohrer abgebohrt. Da kommen später die 3 Metallsäulen rein

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Befestigung Flasche auf der Grundplatte

Sektkorken "reif gelagert"
Sektkorken in Form gebracht
YEAH: Das erstemal ;)

Tjo, die auserkorene Weinflasche hatte nun einen völlig stillosen, deshalb indiskutablen, Schraubverschluß - "DAS GEHT GAR NICHT!".

Ich erinnerte mich an ein paar Sektkorken eines spanischen Sektimporteurs die da noch irgendwo rumliegen mußten... Laaaaaaaaaaaaaaaaaange gereift und abgelagert. Das tut einem Korken nun gar nicht gut, der gerät dann übel aus der Form... Und geht auf gar keinen Fall in den Flaschenhals. Also, Aufgabe: wie einen Korken "kleiner machen". Während meiner Berufsausbildung war Kork auch eher nicht der Werkkstoff der Wahl...

Auf der Drehbank versucht abzudrehen... KV = Kannst vergessen, tutto completti!... Mit grobem Schleifpapier (Körnung 40) das Gros an Material entfernt und dann langsam bis 120 gesteigert, so daß der Korken stramm in den Flaschenhals paßt. Dabei einen Bund stehenlassen, damit es eben auch aussieht wie ein Sektkorken.

Umspannen und mit einem 10er Bohrer ein Loch bohren. In diese kommt später ein Stück einer 10er Dübelstange, die auf der Gegenseite in die Grundplatte geleimt wird.

Yeah, auf dem letzten Bild ist "das erstemal" zu sehen ;)

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Wie kommt die Jungfrau nun ans Schweben???

Anprobe :)
Maß nehmen :)
Böser Bohrer ;)
Bohrer, ganz nah...
Geschafft, bin drin... ;)

Eigentlich müßten hier gefühlte 10 Arbeitsschritte mit "denk", "tüftel", "verwerf" stehen....

Außen rum steht nun alles... aber wie soll man nun ein Teelicht in einer geköpften Weinflasche unterbringen? Man bedenke, daß es auch mal gewechselt (soll vorkommen ;) ) oder angezündet (in seltenen bekannt gewordenen Fällen ;) ) werden. Also ist ganz tief im Flaschenhals etwas schwierig... höher.. aber wie "schwebt" nun so ein Teelicht da drin?

Erst wollte ich einen Zwischenboden aus Holz machen, verworfen... sieht nicht gut aus... wie wäre es mit einem transparenten Boden? Aber wie den befestigen so in halber Höhe?

Da kam mir die Idee mit einem Zwischenboden aus Plexiglas... In Höhe des Rings, das ließe sich machen... Aber wie Plexiglas in einer Glasflasche kleben? Eine dicke, unansehnliche "Wurst" aus Silikon kam gar nicht in Frage.

Und man glaube nicht, daß eine Glasflasche perfekt rund sei!!! Meine war bestimmt 2mm unrund....

Idee war dann: 3 Metallstifte anspitzen, auf dem Umfang 3 Bohrungen in den Flaschenkörper bohren mit ca. 3mm Durchmesser. Der Plexiglasboden bekommt 3 korrespondierende Bohrungen mit einem Zentrierbohrer, in die dann die Spitze des Metallspitze greift.

Eine ganze Menge Überlegungen und neue Techniken. Wie bohrt man "Glas"?

Ich erinnerte mich an einen Billigdremel in meinem Fundus.. Dort war auch ein Sortiment an Werkzeugen dabei. Mit einem Kugelfräser erste Versuche an einer Weinflasche gemacht, Bohrungen einzubringen. Ging ganz gut, wenn man mit  Seifenwasser kräftig spülte und kühlte... Da stellte ich mir dann die Frage: wie kannst Du einigermaßen die Bohrungen platzieren?

Kurzerhand baute ich für die Flaschen-Giullotine einen Halter für den Dremel, und schon konnte es losgehen.

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Untergrund für "die Schwebende"

Rohling für Plexglas-Boden
Paßt er schon? ;)
Befestigung auf der Stiftspitze
Zentrierbohrer für Stiftspitze
Hilfsmittel: Sauger...
Taugt allet nüschd... :(
So wirds was...
Kürzen der Stifte

Nachdem die Entscheidung für den Plexiglas-Boden gefallen war, stellten sich diverse Fragen ein und Probleme in den Weg.

Der Plan war, der Plexiglasboden liegt nur auf den Spitzen der Metallstifte auf, damit man sie möglichst nicht sieht. Das Kleben mit Sekundenkleber erwies sich als eine solche Fummelei, die letztendlich dann doch nicht hielt... Das reinpressen mittels Hosengummi war mindestens genauso wild wie es auf dem Bild mit den Wäscheklammern aussieht... Also nächste Idee: mit einem Bohrer in Stärke des Metallstiftes ca. 2mm tief in die nun bereits vorhandenen Zentrierbohrungen im Plexiglasboden bohren, so, daß die Stifte von alleine halten, notfalls noch etwas fixiert mit Sekundenkleber.

Das ging dann soweit gut, bis ich die überstehenden Enden der Metallstifte mit dem Dremel kürzen wollte. Da wurden die Stifte so heiß, daß ein Stift wieder fast rausfiel, da das Plexglas aufgrund der Schleifhitze schmolz :(...

Nun gut: Stifte waren dann gekürzt und die Bohrungen der Stifte in der Flasche mit der Heißklebepistole verschlossen. Der Boden war dann "drin". War deutlich diffiziler als ich gedacht hatte... Wobei das Glas bohren erstaunlich gut ging. Die Schwierigkeiten steckten an anderer Stelle, wie oben beschrieben...

Ach ja, zwischendrin regte ich mich über einen Kratzer im Plexiglasboden auf... den hätte ich sonst "vergessen", aber nachdem es dann allen Ecken und Enden "gefuchst" hat, mußte der Kratzer dran glauben... Blöderweise war Sonntag... und die einschlägigen "Baumarkt to go" waren leider geschlossen... Amazonien hätte zwar offen gehabt, aber... ihr wißt ja ;). So kam ich auf die Idee mir eine Schwabbelscheibe zum aufpolieren des Plexglasbodens zu bauen .. Ja, sowas macht man aus Frust ;)

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Finish

Abrunden
Enbehandlung
Voi là :)

Nun kommen noch die abschließenden Schritte:

  • abrunden
  • Oberflächenbehandlung

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Fazit

Sie schwebt (oder schwäbelt sie?) ;)

Es waren wieder viele neue Techniken dabei, vieles war spannend, manches nervig. Insbesondere die ursprüngliche Idee mit den Metallspitzen war nervenzehrend... die jetzt gefundene und gewählte Lösung gefällt :).... mir und der besten Frau, die man haben kann... die hat den Prototypen nämlich zu Weihnachten bekommen :)


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