Pimp my Werktisch

Auf Pinterest teilen per E-Mail teilen IC-send-mail Drucken IC-print-circle
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Mein bisheriger Werktisch war ein relativ kleiner alter Esstisch, ca. 80x80 cm plus seitlichen Auszügen. Der Tisch war leider nicht sonderlich stabil, die seitlichen Auszügen waren eigentlich gar nicht belastbar.
Ich überlegte schon lange, ob den Tisch mit einer neuen Arbeitsplatte versehen sollte, oder mir einnen neuen anschaffen, oder einen neuen selbst bauen sollte.

Der Zufall kam mir dann zu Hilfe: der Vater einer Freundin räumte seinen Keller auf und zum Vorschein kam ein alter Werktisch, den er loswerden wollte. Da schlug meine Stunde.

Der Tisch war nicht ganz neu - anhand der Inhalte der Schubladen wohl mindestens 25 Jahre alt.
Aber er basierte auf einem soliden Vierkant-Stahl-Gestell und einer massiven schweren melaminbeschichteten Tischplatte. Zusätzlich waren noch zwei Unterbauschubkastenkontainer vorhanden, die ursprünglich unter dem Tisch hingen und mit diesem verschraubt waren.

Die Zeit und wohl mehrere Vorbesitzer hatten dem Werktisch, der wohl aus einem professionellen, industriellen Umfeld entstammte, doch zugesetzt. Die Tischplatte hatte Macken, Kratzer, Flecken und Farbreste. Das Gestänge hatte Rostflecken und war verzogen, die Befestigung der Container war nicht mehr vollständig und die Schlüssel zu den Schlössern fehlten sowieso.

MIt ein wenig Aufwand konnte ich den Tisch aber für meine Zwecken überarbeiten und ergänzen.

Die Projektkosten von 20 € beziehen sich hauptsächlich auf das Elektroinstallationsmaterial.
Ich konnte aus diversen Gründen nicht kontinuierlich an dem Projekt dran bleiben, aber insgesamt wären wohl alle Arbeiten an einem Tag machbar.

Du brauchst

Icon my-product Icon--my-product-black-48x48
Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Bohrmaschine
  • Tischkreissäge
  • diverse Schraubenzieher und Schraubenschlüssel
  • Abisolierzangen
  • Schleifteller für Bohrmaschine
Icon confirmation Icon--confirmation-black-48x48
Materialliste
  • Schleifscheibe für Schleifteller | 240er Korn

Los geht's - Schritt für Schritt

1 5

Aufstellung und Ausrichtung

Man kann zwar immer viel messen, aber ob es so passt, wie man sich das denkt, ist immer spannend.
In dem Fall passte es. Der Tisch ist 1,4 m breit und 80 cm tief und passt somit perfekt an die Stelle des alten Tisches vor der Werkzeugwand, der kleiner war.

Allerdings zeigte sich, dass die Beine durch Transport oder vielleicht frühere aufrechte Lagerung verzogen waren.
Der Rahmen besteht aus Vierkantrohr und ist verschweißt. Die Möglichkeiten, die Beine zurecht zu biegen, sind in meinem Bastelkeller, und generell mit meiner Ausrüstung, beschränkt.
MIr kam aber die Idee, dafür einen Wagenheber einzusetzen.
Mit einem Brett überbrückte ich die Entfernung zum anderen Tischbein und spreizte die Beine mit Gefühl bis leicht über den rechten rechten Winkel. Nach dem lösen des Wagenhebers federten die Beine leicht zurück. Die Prozedur wiederholte ich noch einmal, und der Winkel passte. Das Ganze dann noch einmal für die hinteren Beine und mein Tisch stand gerade.

2 5

Reinigung der Tischplatte

Die Tischplatte hatte über die Jahre einiges durchgemacht. Kratzer, Flecken von Lösungsmitteln, Farbenreste, Brandspuren (wohl von einem Lötkolben).
Klar, es war ein Werktisch, und er wird wohl auch bei mir über die Zeit leiden ;-), aber ich wollte die Spuren der Vergangenheit weitestgehend beseitigen.

Glücklicherweise war in einer der Schubladen der Container noch ein Aufklber mit Pflegehinweisen für die Melaminarbeitsplatte zu finden.
Grob gesagt: man kann sie z.B. mit Mitteln behandeln, mit denen man auch Edelstahloberflächen behandelt, z.B. Sidol, Stahlfix, o.ä.
Zunächst wischte ich den gröbsten Schmutz einfach mal mit einem feuchten Lappen ab.
Dann nahm ich mir einen handelsüblichen Putzstein und einen Schwamm zur Hand und schrubbte die Platte ordentlich.
Es blieben aber immer noch einige Flecken zurück.
Beim Versuch, die kleinen Brandfelcken, etwas heraus zu schmiergeln, stellte ich fest, dass die Platte auf die Schleifversuche gut reagierte. Also spannte ich ein 240er Schleifbaltt auf meinen Schleifteller, spannte den in den Akkuschrauber ein, setzte die Staubmaske auf (GANZ WICHTIG !!!), und setzte damit der Oberfläche zu. Relativ schnell kam dann eine schöne glatte und saubere Melaminoberfläche durch. Ich war zufrieden!

3 5

Schubkastencontainer

Bei den Schubkastencontainer waren die Aufhängungen nicht mehr vollständig, um diese unter den Tisch hängend zu montieren. Das waren ursprünglich diverse Spezialwinkel, die nicht mehr auf zu finden waren.
Ich entschloss mich kurzerhand, die Container zu modifizieren und auf dem Boden stehend zu nutzen. Das schuf mir sogar zusätzlich Ablageflächen.
Aber von Anfang an.

Füße
Zunächst musste ich mal die diversen Abmontieren, die für die hängende Befestigung noch dran waren.
Damit die Container nicht mit irgendwelchen Metallecken durch meinen PVC-Boden im Bastelkeller drücken, habe ich mir Fußleisten montiert.
Die Leisten habe ich aus Restholz (alte Deckenpanele) auf der Tischkreissäge zurechgeschnitten.
Zur Befestigung nutzte ich an den Containern vorhandene Bohrungen, und schraubte die Füße von innen mit Spanplattenschrauben an.

Verriegelung
Wie schon oben angedeutet: es gab zu den Schlössern der Schubladen keine Schlüssel mehr.
Der Schließmechanismus war aber so, dass ein Druck auf das Schloss dieses verriegelt. So ich mich kenne, würde mir das öfter passieren. Man kommt zwar, wenn der Deckel vom Container ab ist, wie hier noch zu sehen, an den Schließmechanismus und kann diesen entriegeln, aber das wird später nicht mehr so einfach sein.
Da ich in meinem Bastelkeller nicht das Bedürfnis und die Erforderlichkeit habe, die Schubladen zu verriegeln, habe ich kurzerhand die Verriegelungsstift entfernt, und die Gefahr damit gebannt.

Deckel
Da ja nun die Container nicht mehr unter dem Tisch hängen sind sie oben offen.
Hierfür schnitt ich mir auf der TKS passende Pressspanplatten aus meinem Fundus auf das passende Maß zurecht und schraubte sie als Deckel auf die Container. Der 3mm Pressspan hält zwar keine großen Lasten aus, aber es soll auch eher als einfach Ablage dienen und muss keine großen Lasten aushalten.
Da meine Arme leider nicht lange genug sind um außen anzuhalten, während ich innen die Schrauben anzog (oder umgekehrt), und mir in dem Moment eine helfende Hand fehlte, nutzte ich den Akkuschrauber mit seinem Eigengewicht zum Festhalten der Schraube außen, während ich von innen die Schrauben anzog.
Hier kamen einfache M4-Sechkantschrauben  und Muttern mit Beilagscheiben zum Einsatz.




4 5

Elektrifizierung

Mein alter Tisch hatte zur Stromversorgung einfach eine Mehrfachsteckerleiste, die ich an das Tischbein geschraubt hatte.
Das war von der Lösung nicht optimal.

Am neuen Tisch wollte ich das besser machen.

Glücklicherweise hatte just zur Zeit des Projektes der große Discounter mit den Spezialangeboten Steckdosensets im Angebot: 8 Steckdosen mit Zierblenden für unter 10 €.

Da ich die Steckdosen ja nicht einfach so in die OSB-Platte setzen konnte, da auf der Rückseite sonst stromführende Teile herausstehen würden, die vielleicht noch mit den Metallcontainern in Kontakt kommen könnten, habe ich die Steckdosen in Hohlraumdosen gesetzt und die Übergänge zwischen den Dosen noch mit flexiblem Installationsschlauch abgedeckt.

Auf der linken Seite habe ich eine größere Platte verwendet, die ich zufällig noch in dem Maß rumliegen hatte. Für die Fläche zwischen den Steckdosen wird mir noch was sinnvolles einfallen.

Auf der rechten Seite brauchte ich nicht so viele Dosen und nur eine einfacheres Brett. Wichtig war hier nur der Anschluss für die Lampe, für die Funksteckdose für den Staubsauger und für die Dekupiersäge, die ich hier anschließen will.

Wie auf den Bildern zu sehen ist, waren die Schrauben, mit denen ich die Platten an den Tisch schrauben wollte, einen Tick zu kurz. Ich behalf mir, indem ich mit einem Forstnerbohrer bis auf halbe Plattenstärke das Loch erweiterte und somit die Schraube ausreichte.

Die rechte und linke Seite sind unter dem Tisch mit einem Kabel verbunden, das ich mit Kabelbinderklebepads und Kabelbindern fixiert habe.
Die Steckdosen eines Blocks sind jeweils untereinander direkt verbunden, die Blöcke sind in der Verteilerdose zusammengeführt, an der auch der Anschluss des Tisches angeschlossen ist, der einfach per Stecker in der nahe gelegen Wandsteckdose eingesteckt wird.

Für alle Elektroarbeiten weise ich darauf hin, dass die im Zweifel von einem Fachmann ausgeführt werden sollten. Deshalb verzichte ich hier auch auf eine detaillierte Beschreibung, wie die Steckdosen angeschlossen sind.


5 5

Tisch fertig

Nun ist mein neuer Werktisch fertig und ich kann mich daran an weiteren Projekten austoben.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


Tags

Meinungen und Reaktionen

Wie hat dir das Projekt gefallen? Indem du deine Meinung mit uns teilst, hilfst du uns und anderen Community-Mitgliedern zukünftige Inhalte zu verbessern.