• Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    0 h
  • Wertung

Wir hatten einen sehr guten Papierschredder einer Nonamefilter, der leider irgendwann aus Altersschwäche kaputt ging. Dieser Schredder hatte auch einen normal großen Auffangbehälter und der Motor saß oben auf dem Behälter bündig wie ein Deckel.
Beim Kauf eines Nachfolgers hatte ich lange im Internet recherchiert und mich dann für ein hoch gelobtes und mit vielen Sternchen bewertetes preiswertes Markenobjekt entschieden. Leider hatte ich es entweder überlesen oder es war nicht deutlich genug beschrieben, denn als der Schredder ausgepackt war, stellte ich fest, daß
a) der Auffangbehälter winzig ist und schon nach 10-15 Blättern voll ist
b) der Motor oben kleiner ist als der Behälter unten, dadurch eine breite Fläche nicht abgedeckt ist und beim Schreddern jede Menge Papierstaub hochsteigt
c) die vielen Sterne völlig zu Unrecht vergeben waren (mittlerweile sind die Bewertungen für dieses Modell sehr schlecht)
d) der Händler sich weigerte den Schredder zurückzunehmen und gegen einen anderen umzutauschen (Umtausch nur gegen gleiches Modell - sinnlos).

Hier musste dringend Abhilfe geschaffen werden, da mich jeder Gebrauch des Schredders ärgerte und außerdem es mir nicht gefiel, dass mich mein Mann jedes mal angrinste, wenn geschreddert wurde, so nach dem Motto: schimpfe nicht, diesen Schrott hast doch du ausgesucht.
Das einfachste wäre natürlich gewesen, einfach einen neuen Schredder zu kaufen, aber das ging auf keinen Fall. Nochmals Geld ausgeben wollte ich nicht, da das Teil ja noch neu war.
Nach etlichen Wochen des missmutigen Verwendens habe ich mich dann aufgerafft und für Abhilfe gesorgt.
Da ich meinen Mann mit dem "verbesserten Schredder" überraschen wollte, habe ich meinen Drechslerfreund gebeten seine Werkstatt dafür nutzen zu dürfen. Er sagte sofort zu, aber ich habe erst dort dann leider festgestellt, dass ich etliches besser mit der Dekupiersäge hätte zurecht schneiden können.
Seht selbst, wie ich mit minimalem Materialverbrauch den Schredder für meine Bedürfnisse umgebaut habe.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Multicut S2
  • Bandsäge
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Materialliste
  • Platte | größer als Behälter
  • Sekundenkleber |

Los geht's - Schritt für Schritt

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Kopfarbeit

Ich trauerte immer noch dem großen Auffangbehälter meines alten Schredders nach. Ausserdem ärgerte es mich, dass jedes mal beim Schreddern feiner Papierstaub aus der Öffnung austrat und in Schredderumgebung liegen blieb.
Das musste geändert werden - aber wie?

Mir musste irgend etwas einfallen, was ich komplett ohne Hilfe machen konnte, weil ich derjenige war, der das "Klump" gekauft hatte, mich für diesen Fehlkauf verantwortlich fühlte und es deshalb auch alleine bereinigen wollte.

Deshalb entschloß ich mich den vorhandenen großen Auffangbehälter des alten Schredders zu verwenden und eine neue Abdeckung dafür zu bauen in die dann der Motor des neuen Schredders eingesetzt werden soll. Der Motor muss dann bündig sitzen, damit kein Papierstaub mehr austreten kann.

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Materialauswahl

Ich hatte eine sehr schöne dunkle Siebdruckplatte mit glatter Oberfläche, diese wollte ich dafür hernehmen. Mit der Bandsäge schnitt ich sie schon so zurecht, daß ich 2 gleich große Platten erhielt.

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Ausführung - zurecht sägen

Um genau zu wissen wie gross mein Deckel werden sollte, legte ich meinen grossen Auffangbehälter umgekehrt auf eine der Siebdruckplatten und zeichnete den Umriss mit einem wasserfesten Filzstift nach. Doch leider musste ich feststellen, dass der Stift ungeignet war, da er sofort verwischte.
Da ich nichts anderes vorbereitet hatte, musste ich auf weiss beschichtete Sperrholzplatten 6mm dick zurück greifen. Diese Platten waren etwas schmutzig und hatten auch schon Farbspritzer abbekommen, aber ich hatte leider nichts anderes mehr. Auf diesen Platten hielt der Schreiber sehr gut und war auch gut zu erkennen.
Aus diesen Platten sägte ich mir zuerst zwei gleichgrosse Platten aus und dann einmal den aufgezeichneten Umriss und einmal um ca 1 cm kleiner den Umriss aus.

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warum umständlich sägen und nicht fräsen (in eigener Sache)

In der Forums-Tauschbörse hatte ich vor einem Jahr eine Oberfräse eingetauscht. Ganz begeistert fing ich damit zu üben an und war auch stolz auf meine Fortschritte. Doch der Spaß war schnell vorbei, da meine Hausmitbewohner jedesmal, wenn ich die OF anwarf, Amok liefen und sich über den "unzumutbaren Lärm" so heftig beschwerten, dass ich Angst hatte mir würde der Mietvertrag zu meiner Miniwerkstatt gekündigt werden.
Und seitdem ruht die OF, mir fehlt die Übung damit und ich versuche wieder ohne auszukommen und so musste ich einen Innendeckel sägen, der kleiner war als der äussere Deckel um einen gut und festsitzenden Deckel zu bekommen.
Wäre das Theater um die OF nicht gewesen, hätte ich sicherlich eine Nut gefräst, in die der untere Auffangbehälter einrastet.
Da ich diese Arbeiten bei meinem Drechslerfreund in dessen Werkstatt gemacht hatte, hätte ich dort auch fräsen können. Aber mir fehlt jetzt die Übung und die Erfahrung und so musste es eben anders gehen.
Wenn es mir gesundheitlich wieder etwas besser geht, möchte ich aber doch nochmals einen Versuch mit der OF starten.

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Innendeckel anpassen

In den kleineren Deckel habe ich dann, da ich ja meine Deku nicht zur Hand hatte und unbedingt fertig werden wollte, mit der Bandsäge den Innenausschnitt gemacht. Mann was ist das für eine Arbeit mit so einer riesigen Bandsäge um die Ecke zu kommen, was habe ich meine schön handliche Dekupiersäge vermisst.

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Deckel mit Innendeckel fertig machen

An den grösseren Deckel habe ich den kleineren passgenau angeleimt. Dann habe ich wieder probiert (so lange der Leim noch nicht getrocknet war) ob der Deckel passt und den Motor eingesetzt.
Da alles passte, habe ich dann die beiden Deckel mit Schraubzwingen fixiert und trocknen lassen.

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Deckel endgültig fertig machen

Der Deckel mit dem Innenteil gegen Verrutschen passt nun haargenau. Einzig die weiße Farbe der Platten stört mich. Daher habe ich schwarze Acrylfarbe genommen und alles schwarz angestrichen.
Anschlie0nd habe ich den Motorblock noch mit Sekundenkleber in den Deckelausschnitt hinein geklebt. Eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, da er wirklich gut passte und fest saß. Aber ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen.

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mein "Pimp-Schredder" ist fertig

Mein zurecht gebastelter neuer Deckel für den alten Auffangbehälter ist fertig. Nun habe ich ihn schon länger in Gebrauch und freue mich jedes mal wieder darüber, daß kein Papierstaub aus irgend welchen Öffnungen austritt und vor allem der Behälter nicht nach nur 10 Blättchen schon wieder ausgeleert werden muss.
Außerdem freute es mich sehr, den überraschten Gesichtsausdruck meines Mannes zu registrieren, als er mein Werk ziemlich kritisch begutachte und dann lobte - mei, was hab ich mich da gefreut.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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