PTS 10 / Werkbank- Umbau

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    40 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Werte Community,...

mehrfach darauf angesprochen habe ich mal versucht anhand der vorhandenen Bilder, die ich noch habe, den Werdegang meines geänderten Anschlagsystems für meine Bosch PTS 10 nachzuvollziehen.

Für die Anzahl der Bilder, welche einigermaßen gering ist, entschuldige ich mich jetzt schonmal.

Dennoch hoffe ich, dass die Herstellung einigermaßen klar wird.

Zumindest ist es eine Möglichkeit den Bereich des Anschlages um ein Vielfaches zu erweitern.
Beidseitig.

Also dann, ...

Gruß
Stefan

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Schlagbohrmaschine
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Los geht's - Schritt für Schritt

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Die "alte" Werkbank mit integrierter PTS 10

Die Werkbank, die Ihr seht habe ich eigens um die PTS 10 gebaut.
Ausreichend Platz drumherum sollte es einfacher machen auch größere Werkstücke zu sägen.
Aber durch die Demontage der seitlichen verstellbaren Führung reduzierte sich die Schnittbreite immens.
So musste ich mir eine Möglichkeit schaffen breitere Bretter sägen zu können.
Auf der linken Seite des Sägeblattes hatte ich eh schon Schienen für den Anschlag der Tischfräse eingebaut. So habe ich diesen immer, je nach Gerät, welches ich benutzt habe, umgedreht.
Aber ich merkte schnell, dass das keine besonders gelungene Art war, denn mal eben umbauen war nicht.
Es musste eine bessere Lösung her.

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Internetrecherche

Dann kam eine Videositzung in YouTube und dort fand ich einige Videos von
"AskWoodman" in denen er zeigte, wie er einen Biesemeier-Anschlagsystem nachgebaut hat.
Hierzu gehörte als Kernstück eine Schiene, auf  der der Anschlag der Säge entlang geführt werden konnte. Die Schiene war da schon so breit, wie die gesamte Breite der TKS mitsamt seitlichen Anbauten.
Ich war angefixt. Das musste es sein !!
Aber wie?

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Jetzt geht's los !!

Eigentlich hatte ich Metallteile gekauft um noch eine weitere Erweiterung für die Rückseite der Werkbank zu bauen. Darunter waren L-Profile ( 3 x 3 cm) und auch Vierkant-Rohre (2,5 x 2,5 cm) je 1 Meter lang.
Diese Teile hatte ich zunächst auf der Werkbank geparkt.
Beim Aufräumen legte ich zufällig den Originalanschlag der PTS 10 quer auf den Stapel der Metallteile.
Beim Absaugen der Oberfläche der Werkbank eckte ich an den Anschlag und dieser verrutschte so günstig, dass der Teil, der normalerweise auf der Schiene der PTS 10 sitzt, genau auf ein Vierkant-Rohr rutschte.
Huch, momentchen mal, das passt ja ??!!
So zeigte mir der Zufall, dass ein 2,5 x 2,5 cm Vierkant-Rohr genau in die Aufnahme des Anschlags passte.
Ich habe direkt aufgehört aufzuräumen und befasste mich mit den Möglichkeiten das Vierkant-Rohr als neue Schiene zu verbauen.

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Erste Planungen

Ich habe dann die Schiene an der PTS 10 ausgemessen.
Abstand von der Oberfläche der PTS 10 zu der original Schiene, Höhenunterschied, etc.
Mit einem L-Profil und einem Vierkant-Rohr ahmte ich auf einer Seite der PTS 10 die Schiene so gut es ging nach.
Ich plante zu dem Zeitpunkt die Schiene der PTS 10 auf beiden Seiten schlicht zu erweteitern.
Das habe ich dann auch erstmal so nachgebaut, allerdings habe ich nichts verschraubt, sondern alles nur mit Klemmen  annähernd fixiert.
Das funktionierte schon recht ordentlich, aber ich bekam die Vierkant-Rohre nicht so gut angebracht, dass der Anschlag so richtig gut über den Übergang glitt.

Kein Bild hier, 't'schuldigung !!

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Endgültig, aber notwendig.

Nach einiger Überlegung beschloß ich eine durchgehende Schiene zu bauen und die Originalschiene von Gehäuse der PTS 10 abzutrennen.
Hier war wirklich viel Überlegung angebracht, denn damit nahm ich mir ja die Möglichkeit die Originalschiene wieder an der PTS 10 anzubringen und sie einzeln zu nutzen.
Doch ich entschied mich letztendlich doch für die lange, durchgehende Schiene.
Die Schiene der PTS 10 war einigermaßen leicht abzutrennen.
Ich habe direkt an der innenliegenden Kante entlang der Oberfläche gesägt und dann die Schnittkante bündig gefeilt.

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Schienenmontage

Jetzt nahm ich zwei L-Profile und klemmte sie so an die Werkbank, dass ich eine durchgehende Auflage für das Vierkant-Rohr bekam.
Ich zeichnete mir Löcher an, wo ich das L-Profil an die Werkbank anschrauben wollte. Hier achtete ich besonders auf den Höhenunterschied zur Oberfläche der Werkbank.
Ein Blick auf die Uhr zeigte mir 19:30 Uhr.
Oooh, Oooh, ...
Es blieb nicht mehr viel Zeit !!
Ich düste zum Baumarkt und kaufte ein zwei Meter langes Vierkant-Rohr 2,5 x 2,5 cm.
Da meine Werkbank in der Breite "nur" 1,60 Meter aufweist, sollten zwei Meter mehr als genug sein.
Das zwei Meter Rohr habe ich ebenfalls erstmal mit Klemmen auf dem L-Profil fixiert. Hier habe ich auf den Abstand zur Werkbankseite geachtet.
Als die Abstände passten und das Vierkant-Rohr parallel zur Werkbank verlief wurde es ordentlich fixiert.
Danach habe ich die Kombination von L-Profil und Vierkant-Rohr von der Werkbank gelöst und umgedreht auf die Werkbank gelegt.
Auf der Unterseite des L-Profils habe ich mir Bohrungen angezeichnet, die dann mittig im Vierkant-Rohr herauskommen sollten.
Mit einem 5,7 mm Bohrer habe ich die Löcher durch das L-Profil und das Vierkant-Rohr gebohrt, da ich im Vierkant-Rohr noch Gewinde schneiden wollte.
Als die Löcher gebohrt waren habe ich L-Profil und Vierkant-Rohr getrennt.
Hiernach habe ich im Vierkant-Rohr die Gewinde gesetzt und die Löcher im L-Profile auf 6,1 mm erweitert.
So konnte ich dann das L-Profil, mit M6er Imbus-Schrauben und einer Unterlegmutter zwischen den Teilen direkt wieder anschrauben.
Das wenige Spiel, durch die 6,1 mm Bohrung im L-Profil, sollte ich leichte Abstandsunterschiede ausgleichen können.
Dann habe ich die Löcher im L-Profil gebohrt, die für die Fixierung an der Werkbank benutzt werden sollten.
Hier hatte ich noch Schrauben gefunden ( 8 x 40 mm ) die ich von einem anderen Projekt übrig hatte. So bohrte ich 8,1 mm Löcher, die ich dann noch so versenkt habe, dass die Schrauben mit ihrer Unterseite gut passten und der Kopf dann bündig auf dem Profil sitzen konnte.
Als Nächstes habe ich die zusammengesetzten Teile ( L-Profil und Vierkant-Rohr)
wieder mit Klemmen am Rand der Werkbank fixiert.
Hier habe wiederum versucht so genau wie möglich zu sein.

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Schienenmontage, fast geschafft.

Anhand der gebohrten Löcher konnte ich die Positionen der Schrauben am Rand der Werkband anzeichnen und habe sie auch an Ort und Stelle gebohrt. Hier nahm ich einen 6 mm Holzbohrer.
Die Löcher habe ich soweit gebohrt, dass sie soeben nicht durch den gesamten Rand gingen. Das Holz des Werkbankrandes ist 4,1 cm dick. Das L-Profil hat ca. 3 mm Dicke, die Schrauben sind 40 mm lang.
War also noch ein bisschen Holzmaterial übrig um nicht durchbohren zu müssen.
Die Schrauben habe ich dann auch direkt gesetzt und alles nochmal auf Genauigkeit geprüft.
Es passte. Generell war die Schiene nun im richtigen Abstand ( in der Höhe ) parallel zur Werkbankoberfläche.
Nun ging es daran den Abstand zwischen Werkbankrand und Vierkant-Rohr zu bestimmen.
Hier habe ich mir Abstandhalter gehobelt, die genau den Abstand hergaben.
Den Abstandhalter habe ich dann zunächst bei der ersten M6er Schrauben links zwischengelegt, das Vierkant-Rohr angedrückt und die Schraube angezogen.
Nach diesem Verfahren habe ich eine Schraube nach der anderen angezogen.
Letztendlich war die Schiene in vertikaler und horizontaler Richtung parallel zur Werkbank.
Perfekt. :)
 

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Nachteile, die angemerkt werden sollten.

So blieb es auch für fast ein halbes Jahr.
In der Zeit habe ich stets mit einem Zollstock die Breite vom Anschlag zum Sägeblatt eingestellt.
Festgestellte Nachteile:
Mein Fehler zu dieser Zeit war, dass ich den Feststeller am hinteren Ende des Anschlags der PTS 10 demontieren musste, weil die Oberflächen rechts und links der Tischkreissäge durchgehend waren. So war der Feststeller im Weg.
Dadurch wurde der Anschlag "wabbelig".
Eine Abweichung von nahezu 4 mm in der Winkligkeit am hinteren Ende des Anschlags brachten mich des öfteren an den Rand der Verzweiflung.
Links neben der Säge hatte ich ja noch die Führungsschienen bei der Fräse, wo ich den Anschlag nochmals fixieren konnte.
Aber auf der rechten Seite gab es diese Möglichkeit nicht.
Nach einigen Versuchen kam ich zu der Überzeugung, dass der Anschlag einfach nicht starr genug war.
 

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Versteifung des Anschlags

Letztendlich fand ich heraus, dass eine Versteifung mit 18 mm Multiplex-Streifen ausreichend war um das Spiel im Winkel zum Sägeblatt zu halten.
Hier habe ich einfach zwei Streifen gesägt und diese mit dem Originalanschlag verbunden.
Dies machten zwei Löcher im Anschlag möglich.
Damit die Schrauben, die durch die Multiplex-Streifen und den Anschlag gehen, nicht beim Sägen im Weg stehen, habe ich diese mit einem 20 mm Forstnerbohrer versenkt. Dies lässt auch genug Platz um die Schrauben mit einer 10er Nuss anziehen zu können.
Zu Beachten war nur, dass die Löcher nicht so sitzen, dass die Stange des Feststellmechanismus nicht blockiert wurde.
(Um eventuell den Mechanismus wieder herzustellen !! )
Die kleinen Teile Multiplex, die zwischen den seitlichen Streifen Multiplexplatte sitzen, sind eigentlich nur geklemmt.
Die entstandenen Zwischenräume dienen mir eigentlich nur für die Aufbewahrung von Stiften, Zollstock Maßband oder Ähnlichem. Sie sind also nicht essentiell für den Anschlag.

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Komplettierung der Anschlagschiene.

Letztendlich hatte ich im Baumarkt einen hellen Moment.
Ich fand aufklebbare Maßbänder, die normalerweise für Wasserwaagen vorgesehen sind.
Diese Maßbänder sind zwei Meter lang und boten so genügend Raum um die Schiene anzudecken.
Ich kaufte zwei Sets. Eines für links und eines für rechts.
Dummerweise gibt es die Maßbänder nur in einer Ausrichtung, deshalb stehen die Zahlen auf der linken Seite des Sägeblatts auf dem Kopf, aber naja, ....
Klapt halt nicht immer alles so, wie man es will. Ich könnte natürlich mit TippEx (o.ä.) die Zahlen entfernen, aber bisher komme ich mit den auf dem Kopf stehenden Zahlen sehr gut zurecht.
Für das Aufkleben der Maßbänder brachte ich den Anschlag direkt an das komplett ausgefahrene Sägeblatt. Eine kleine Aussparung an der Unterseite des Anschlags der PTS 10 machte es möglich das Band zu justieren..
Als es in Position gebracht war habe ich von Anschlag aus das Schutzpaier gelöst und dass Band nach aussen aufgeklebt.
Schön mittig auf dem Vierkant-Rohr.
Dann habe ich den Anschlag auf die Seite bewegt und den Rest aufgeklebt.
Auf der anderen Seite verfuhr ich ebenso.
Endlich kann ich die Breite anhand des Maßbandes einstellen und es funktioniert.
Nach acht Monaten ist das System endlich so weit, dass ich mich darauf verlassen kann.
Wahrscheinlich wäre es schneller gegangen, aber da ich sowas auch nur nach Feierabend mache, dauert's eben manchmal ein Bisschen.
Auf bald
Stefan. :)
Hoffe es hilft.


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