Multiwerkbank Teil 2 - Anschläge und Führungsschienenhalterung

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Da bei mir aktuell leider keine Tischkreissäge in Aussicht steht, das genaue Ausrichten der Führungsschiene vor allem bei kleinen teilen aber sehr aufwändig ist, wollte ich eine Führungsschiene in meine Werkbank integrieren.
Das sollte ungefähr so aussehen, wie bei der Werkbank von Guido Henn.

Für die Festool schienen gibt es im Netz einige Beispiele dazu und vor allem eine sehr Praktische Verlängerung, die für die Montage am Tisch zweckentfremdet werden kann.

Ich habe mich allerdings für das Bosch System entschieden und wollte mir nicht extra für meine Werkbank eine Festool Schiene kaufen.

Deshalb musste ich mir für die Halterung etwas einfallen lassen, da die Aufnahme für die zwingen bei der Bosch schiene sehr flach ist.
Also habe ich mal meine Zeichenprogramm angeschmissen, die Maße übertragen und das Ganze auf den 3D Drucker geschoben.
Ich war mal wieder überrascht, wie stabil Druckteile sind.
Herausgekommen ist eine sauber ausgerichtete, am Tisch befestigte Führungsschiene, mit der Schnitte relativ schnell und sauber ausgeführt werden können.
Und das wichtigste, ich kann jetzt ohne viel messen wiederholgenaue Schnitte ausführen.

Die Grundlage für dieses Projekt bildet mein Werktisch, den ich euch hier vorstelle.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBD 40  - Bohrmaschine (stationär)
  • POF 1400 ACE  - Fräse (elektrisch)
  • Akku-Schrauber,  GSR 10,8-2-LI
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Materialliste
  • 1 x Anschlag lang | Multiplex 21mm (124,7x20cm)
  • 1 x Anschlag kurz | Multiplex 21mm (56,7x20cm)
  • 1 x Halterung FSN | Multiplex 21mm (18x20cm)
  • 1 x Abstandshalter | Multiplex 18mm (3,5x18cm)
  • 1 x Auflage FSN | Multiplex 18mm (14x18cm)
  • 1 x Gegenstück FSN | Multiplex 18mm (18x20cm)
  • 2 x Tischversteifung | Multiplex 18mm (196,4x6cm)
  • 3 x Tischversteifung | Multiplex 18mm (68,8x6cm)
  • 9 x Einschlagmuttern (M8)
  • 9 x Sechskantschrauben/Sternschrauben (M8x40)
  • 7 x Schrauben/Unterlegscheiben/Muttern (M3)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Tischversteifung

Letze Woche war ich mal wieder beim Holzhandel und im ersten Bild seht ihr die Ausbeute.

Aus den Teilen habe ich zuerst die von einigen bemängelte fehlende Versteifung für die Füße unten gemacht.
Auf längere Sicht kommt dort noch eine Platte drauf, was das ganze nochmal stabiler machen sollte. Die konnte ich aber letzte Woche einfach nicht transportieren.

Für die Versteifung habe ich die Bohrlöcher angezeichnet und dann auf der PBD 40 vorgebohrt.
Danach die Teile sauber ausgerichtet, festgeklemmt und mit 4x50 verschraubt.
Um die Versteifung an die Füße zu bekommen habe ich eine 10cm hohe Unterlage daruntergelegt und alles sauber ausgerichtet.
Ebenfalls festgespannt und auch mit 4x50 verschraubt.

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Neuen Tisch durchlöchern

Ok, die Überschrift passt nicht ganz, denn eigentlich habe ich erstmal nur die Zargen gelöchert.
Um meine Führungen seitlich zu fixieren wollte ich die Löcher verwenden, die auch für das spannen verwendet werden können.

Ich habe mich für 20mm Löcher in einem Abstand von 80mm entschieden
um den Abstand sauber hin zu bekommen habe ich mir eine Schablone gebohrt, die ich dann mit Nägeln immer in die bereits gebohrten Löcher gesteckt habe.
Alle Löcher habe ich zuerst mit 1,5mm vorgebohrt um etwas Führung mit dem Forstnerbohrer zu haben und vor allem die Nagelmethode verwenden zu können.

Nach dem Bohren habe ich die Kanten mit einem 45° Fräser noch etwas "gesäubert".

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Druckteile

In diesem Projekt habe ich sehr oft meinen 3D Drucker verwendet. Er lief fast während der gesamten Arbeit nebenher.
Der Drucker ist ein Eigenbau und liefert für das verwendete FDM verfahren sehr genaue Ergebnisse.
Aus dem Drucker kommen die Führungen für die Anschläge und die Führungsschienenauflage, die Sterngriffe für die Schrauben sowie die Halterung für die Führungsschiene.

Vor allem das letzte Teil erfordert einen genauen Druck oder eine sehr aufwändige Nachbearbeitung.

Die Arbeit für die Druckteile beschränkt sich auf das Erstellen der Zeichnungen, weshalb ich hier nicht genauer auf diese Teile eingehen möchte.
Wer die entsprechenden STL Dateien haben möchte, kann sich gerne bei mir melden.

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Anschläge

Fertige Anschläge
Einfräsen der Führungsnut
Einfräsen der Führungsnut
Eindrehen der Einschlagmuttern
Erster Test, noch ohne Sterngriffe

Die Anschläge habe ich aus 21mm multiplex hergestellt.

Damit die Anschläge seitlich nicht verrutschen wurde eine 12mm Nut mit 4mm Tiefe eingefräst.
Beide Anschläge haben jeweils 2 Führungen.
Als Führung wollte ich ursprünglich Aluprofile nehmen. Ich hatte aber nichts Passendes da und habe deshalb erstmal Druckteile verwendet.
Die Führungen haben die Abmessungen 12x4mm und es gibt auch entsprechende Aluprofile.
Sollten die Druckteile einmal nicht mehr passen, werden entweder neue gedruckt oder Aluprofile besorgt.

Die Führungen habe ich mit gedruckten 20mm Zylindern verschraubt und in die Löcher der Werkbank gesteckt.
Teilweise sind sie zusätzlich noch verschraubt, damit sie sich nicht verdrehen können.

Die Anschlagbretter befestige ich mit M8 Schrauben, für die ich von hinten eine Einschlagmutter angebracht habe.
Die Einschlagmuttern habe ich mit einem OSB Reststück und einem Winkel eingezogen, was gut funktioniert hat.
Nachdem ich gesehen habe was Schrauben mit Sterngriff kosten, habe ich mir Sechskantschrauben besorgt und die Sterngriffe ebenfalls gedruckt.
Das lohnt sich meistens nicht, aber in diesem Fall wären die gekauften Sterngriffe deutlich teurer gewesen.

Um die Anschläge in der Höhe verstellen zu können, habe ich 8mm Langlöcher gefräst.

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Führungschienenhalterung

Vorbohren fürs verschrauben
Erster Test der Führungsschienenhalterung, gut zu sehen ist hier auch die Führung für den Anschlag
Verleimen/verschrauben
Verleimen/verschrauben
Scharniere anbringen
erster Test - passt
die ersten Sterngriffe sind fertig
Die Halterung für die Führungsschiene (noch mit Muttern)
nach einigen zu großen/zu kleinen drucken passt die Halterung perfekt (kein Spiel)
aufgeschraubte Führungsschiene, hier mit schrauben in der Halterung und Muttern unten

Die Halterung für die Führungsschiene habe ich aus 18/21mm Multiplex hergestellt.
Alle Teile habe ich mir schon im Holzhandel zu sägen lassen (hoffentlich kann ich darauf in Zukunft öfter verzichten...der qm Preis ist bei zuschnitten immer ziemlich hoch).

Nachdem die Grundplatte ebenfalls gefräst war (ich frag mich immer wieder warum ich nicht schon viel früher angefangen habe mit der Oberfräse zu arbeiten) konnten die Löcher für den Abstandshalter gebohrt werden.

Danach wurden die Teile verleimt und verschraubt.

Die Scharniere habe ich nur aufgeschraubt und sie dabei jeweils in entgegen gesetzte Richtungen gezogen. Dadurch hat die Halterung kein Spiel.

Um die Löcher für die Führungsschienenhalterung zu bohren habe ich die Führungsschiene genau ausgerichtet, die Halterungen aber nicht ganz eingesteckt. So konnte ich mich bei den Löchern langsam vorarbeiten.

Wird die Führungsschiene mit der Halterung direkt auf die Platte geschraubt, dann steht sie hinter der Platte durch den Gummi an der Unterseite nach oben.
Deshalb habe ich noch jeweils eine Unterlegscheibe mit reingepackt und weil ich dann die nächst längeren Schrauben hätte absägen müssen, die schrauben einfach von oben durch die Halterung gesteckt und unten mit Muttern gesichert.

Durch die Unterlegscheiben müssen jetzt nur noch die unteren Muttern gelöst werden und die Führungsschiene kann aus der Halterung gezogen werden.

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Auflage für die Führungsschiene

Die Führungsschiene braucht auf der gegenüberliegenden Seite natürlich eine Auflage in gleicher Höhe. Diese wurde aus 18mm Multiplex gefertigt.
In die Platte habe ich ebenfalls eine Nut gefräst und zwei 8mm Langlöcher.
Danach habe ich die Führungsschiene sehr genau ausgerichtet und eines dieser kleinen gelben teile angeschraubt.
Der Dorn oben sorgt dafür, dass sich die Führungsschiene nach dem Absenken immer im rechten Winkel zu den vorderen Anschlagsbrettern befindet.

An dieser Stelle bin ich noch nicht ganz glücklich damit, dass der Dorn etwas über die Tischplatte steht.
Mal schauen, vielleicht fällt mir da noch etwas Gutes ein.

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Nachbearbeitung

Zum Abschluss habe ich alle Kanten mit der Oberfräse gefast und danach die Oberflächen geschliffen.

Um die Oberfläche zu schützen, habe ich danach noch Hartwachsöl aufgetragen.
Hier habe ich gute Erfahrung damit gemacht, es einfach mit einem relativ kleinen Lappen zu verstreichen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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