Mastercut 1000 Umbau zur Tischkreissäge mit Schiebeschlitten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    100 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Hallo, liebe Heimwerker/innen

Das nächste Lautsprecherboxen - Projekt steht an. Dafür benötige ich eine vernünftige Tischkreissäge. Am liebsten natürlich eine Formatkreissäge. Da ich gerade nicht das nötige
Kleingeld besitze und mir keine billige aus dem Baumarkt kaufen möchte, muss Plan-B her.
Eine Tauchkreissäge mit Führungsschiene besitze ich bereits. Und ein wackeliger Mastercut
1000 mit billiger Handkreissäge steht auch noch in der Ecke rum. Da ich mit beiden Geräten (schon gar nicht mit dem Mastercut) die etwas präzieseren Kleinteile sägen kann, war ich nunmal gezwungen mir den besagten Plan-B auszudenken. Nachdem ich dann eine Weile hin und her überlegt habe, kam mir dann auch eine Idee. Aus der Tauchsäge, der Führungsschiene und dem Mastercut baue ich mir eine Tischkreissäge mit Schiebeschlitten. Ich musste allerdings beachten, dass mir die Funktion der Tauchsäge und der Führungsschiene bleibt. Also muss die Säge mit geringem Aufwand demontierbar sein.

Ein paar Überlegungen später ging es dann auch los.

Leider habe ich nicht genügend Fotos bei den einzelnen Arbeitsschritten gemacht. Habe daher einige Dinge anhand von Fotos nahe der Fertigstellung erklärt. Ist vielleicht nicht ganz so einfach zu erkennen, aber ich habe mein Bestes gegeben, es so leicht wie möglich zu machen.

Viel Spass beim Anschauen.

MfG AllroundAndy

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Winkelschleifer
  • Exzenterschleifer
  • Diverse Schraubenschlüssel, Schraubendreher etc.
  • Schweissgerät
  • Bohrer, Senker
  • Schleifpapierscheiben
  • Trenn- und Schleifscheiben
  • Zangen, groß und klein, alle Arten
  • Hammer
  • Schraubzwingen
  • Drahtbürste
  • Pinsel
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Materialliste
  • 1 x Vierkantrohr | Stahl (25*25*1,5 2000mm lang)
  • 1 x Winkelstahl | Stahl (30*30*3 2000mm lang)
  • 1 x Flachstahl | Stahl (30*5 2000mm lang)
  • 1 x diverse Schrauben, Muttern u. Scheiben | Stahl 8.8 (diverse)
  • 1 x Hammerite (Hammerschlag-Grün) | Lack (1 Liter)
  • 1 x Multiplex-Platte | Holz (500*ca.1000*15)
  • 2 x Scharniere | Stahl verzinkt (100*80)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Sägetisch fertigen (eigentlich Arbeitsschritt 7)

Leider habe ich diesen Arbeitsschritt aus Versehen entfernt. Daher füge ich ihn als letzten nochmal hinzu.

Der Sägetisch besteht aus einer 15mm starken Birken Multiplex-Platte Länge entspricht der Länge des Sägegestells und die Breite beträgt 500mm. Gleiche Länge wie die Schiene vom Parallelanschlag.
Der Sägetisch ist klappbar, da man sonst die Tauchsäge nicht ein- und ausbauen kann.
Die Fräsung in der Tischplatte dient dazu, dass man die eingebaute Tauchsäge im Winkel verstellen kann (für Gehrungsschnitte). Ansonsten hat die Säge keinen Platz und würde bei ca. 30 Grad an der Platte anschlagen. Mit der Fräsung kann man sie auf ihre vollen 45 Grad schwenken.
Klappbar wird das Ganze durch zwei Scharniere, die mit einer Seite am Grundgestell angeschweißt sind. Die Tischplatte ist mit Einschlagmuttern versehen, in die die andere Seite der Scharniere verschraubt werden. Zwei zusätzliche Einschlagmuttern dienen zur Fixierung der Tischplatte im runter geklappten Zustand.
Auf der Bedienseite der Tischplatte habe ich mittels Winkelstahl 30mm*30mm die Schiene für den Parallelanschlag befestigt. Der Winkel ist, im runter geklappten Zustand der Tischplatte, am Gestell anschraubbar. Die Schiene klappt zusammen mit dem Tisch weg. Spart auch viel Platz, wenn die Säge längere Zeit nicht genutzt wird. Der Abstand der Tischplatte zur Führungsschiene beträgt die Sägeblattbreite von 3mm. Somit ist auch hier ein Nullpunkt gegeben.

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Zerlegen des Mastercut 1000

Erstmal habe ich den Mastercut soweit zerlegt, dass nur noch die Beine, der Klappmechanismus, das Ablagefach und die Trägerprofile der ursprünglichen Arbeitsplatte vorhanden waren. 

Leider musste ich feststellen, dass das dünne Blechgestell des Mastercuts sehr, sehr instabil ist. Je weniger dran ist, desto wackeliger wird es nunmal. Das ist klar. Vorher war es ja auch nur besser, wegen der massiven MDF Arbeitsplatte.


Aber da werden wir schon mit.

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Stabilisieren des Grundgestells

Auf Grund der Instabilität habe ich mich entschlossen, auch das Grundgestell zu zerlegen.

Ist ja alles nur geschraubt.

Nach dem Zerlegen habe ich das Grundgestell wieder aufgebaut. Diesmal sind die Verbindungen allerdings verschweißt. Die Beine habe ich etwas weiter auseinander gesetzt. Ich muss zugeben, dass das eher der Zufall ergeben hat. Steckt keine geplante Funktion dahinter.

Auf dem Foto sieht man schon etwas mehr wie das Grundgestell. Aber da kommen wir noch zu. Habe leider keine einzelnen Fotos.

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Kostruktion für den Einbau der Tauchsäge

Nach längerem Grübeln, wie ich die Säge da rein bekomme, ist mir dann doch noch eine Idee gekommen.

Ich habe erstmal 2 Vierkantrohre 25mm*25mm auf Abstand der Sägeschlittenlänge (unterer Teil der Tauchsäge) in den Rahmen eingeschweißt. Da der Schlitten 2 Nuten (siehe Foto) an den Seiten hat, habe ich mir gedacht, dass ich diesen nachher einfach auf 2 Flacheisen 30mm*5mm zwischen den Vierkantrohren schiebe. Super, das passt schon mal. Das sind die beiden längeren Flacheisen, die ihr in der Mitte des Rahmens sehen könnt. Dazu habe ich noch 2 kleinere Flacheisen als Anschlag für den Sägeschlitten parallel daneben gesetzt. Die Säge darf ja auf keinen Fall wandern, wenns los geht. Zudem wird sie noch durch 2 Schrauben (siehe Foto) auf dem Flacheisen gelemmt. 

Rechts und links außen habe ich jeweils einen Winkelstahl 30mm*30mm eingeschweißt.

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Gleitschienen für die Führungsschiene

Da die Führungsschiene beim Auflegen auf die Säge vor und hinter dem Sägeschlitten runter hängen würde, habe ich die Aflagefläche auf die komplette Länge der künftigen Tischkreissäge verlängert.

Für die Schienen habe ich wieder das 25mm*25mm Vierkantrohr und das 30mm*5mm Flacheisen verwendet. Wollte eigentlich beide Schienen aus dem Vierkantrohr machen, aber leider hatte ich keins mehr.

Aber das Flacheisen erfüllt die Aufgabe ebenso gut. Ein wenig improvisieren muss man schon mal.

Jeweils an einer Seite der Flacheisen und der Vierkantrohre habe ich zusätzlich noch ein kleines Knotenstück aus Restmaterial (Flacheisen) angeschweißt, da die Schienen an der Sägeseite sonst nur minimal angeschweißt wären.

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Verstärkung der Beine und Haltewinkel für Ablagefach

Im unteren Teil des Grundgestells habe ich auf jeder Seite noch eine zusätzliche Strebe aus 30mm*5mm Flachstahl eingesetzt. Beide habe ich dann noch mit einer diagonalen Strebe versehen. Meisten werden 2 Diagonalen eingesetzt. Doch in diesem Fall ist eine schon völlig ausreichend.

Im mittleren Teil des Grundgestells habe ich die beiden Haltewinkel für das Ablagefach wieder eingesetzt (geschweißt). 

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Die Farbgebung

Das Gestell ist nun soweit fertig und kann lackiert werden.

In diesem Fall nichts Kompliziertes. Habe dass Gestell etwas übergeschliffen und danach mit Verdünnung abgewaschen.


Als Lack kam hier 1 Dose Hammerite (Hammerschlag Grün) zum Einsatz. Der Lack wurde nur gepinselt. Nächstes Mal werde ich es aber richtig lackieren. Sieht ja auch schöner aus.

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Verkleidung

Da wir noch eine alte Werbetafel (Dibond Platte) von meinem Onkel rumliegen hatten, habe ich daraus noch 3 Verkleidungen geschnitten. Nur fürs Auge.

Eine kleine, die sitzt direkt neben der Führungsschiene. Sie ist mit zwei schrägen Winkeln am Rahmen angebaut. Winkel geschweißt und Platte genietet.

Dann jeweils auf der rechten und linken Seite noch eine Platte. Ebenfalls genietet.


Von den Platten habe ich voher die Aufkleber abgezogen und auf einer Seite den Lack komplett weggeschliffen (Excenterschleifer). Dadurch kommt dann auch etwas mehr Alu-Look an die Säge.

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Der erste Zusammenbau

So, nun werden wir mal schauen, was sich da so als Ergebnis herausstellt.
Die Verkleidung und die Tischplatte sind montiert.
Jetzt wird die Säge bis zum Anschlag auf die Schienen geschoben und mit 2 Schrauben festgeklemmt.
Dann wird die Tischplatte runter geklappt und mit 2 Schrauben von der Unterseite (durch Rahmen in die Einschlagmuttern in der Tischplatte) und mit 2 Schrauben durch den Winkel der Parallelanschlagschiene festgeschraubt. Bei Bedarf kann die Anschlagschiene oder die ganze Tischplatte noch ausgerichtet werden. Habe dort bewusst etwas Spiel gelasssen.
So, jetzt kommt die Führungsschiene von 1400mm Länge zu Einsatz. Diese wird erstmal nur aufgelegt, da ich noch die genaue Position für zwei Schrauben zum Niederhalten der Schiene ausmessen muss.
Gesagt, getan. Schrauben sind eingesetzt (siehe Foto). Die Führungsschiene kann nun nicht mehr von der Säge kippen. Allerdings kann man sie noch über die Führung hinaus schieben. Da schaffen 2 kleine Schrauben (jeweils am Ende der Führungsschiene) Abhilfe. Sie dienen als Anschlag.

Der Sicherheitsschalter stammt vom original Mastercut 1000. Habe ihn leicht zugänglich neben dem Schiebeschlitten montiert.

Auch die Kunststofffüße vom Mastercut habe ich wieder verbaut. Werden einfach nur aufgesteckt.

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Anschläge austüfteln

Ich brauche einen Parallelanschlag, einen im Wnkel verstellbaren Anschlag auf dem Schiebeschlitten und einen festen Anschlag für 90 Grad Schnitte auf dem Schiebeschlitten.

Ich habe allerdings nur das eine original Alu - Anschlagprofil mit Verstellung vom Mastercut 1000. Daher habe ich 2 Aufnahmen, aus dem alten Maschinentisch des Mastercuts, für den 90 Grad Anschlag und den Parallelanschlag gebaut. Die verstellbare Aufnahme ist vom Mastercut geblieben. An jede von ihnen passt nun das original Alu - Profil.
Das heißt, wir haben einen Wechselanschlag anstatt 3 einzelne Anschläge.
Ist aber nicht weiter schlimm. Das Wechseln geht fix, da die Aufnahmen ja dauerhaft montiert sind.

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Höhenfeststellung der Tauchsäge

Es gibt ein extra Umbaukit für diese Tauchsäge. Leider besitze ich dieses noch nicht.
Die hier verwendete Tauchsäge hat ansonsten keine Möglichkeit sie auf Höhe bzw. Schnitttiefe festzustellen.
Durch Federkraft fährt sie wieder zurück. So soll es ja auch sein. Aber nicht bei einer Tischkreissäge.
Das Schöne ist, dass die eingebaute Rückholfeder mit einem Drehverschluss eingebaut ist.
Kurz gedreht und schon kann man die Feder heraus nehmen. Durch eine am Maschinengehäuse und Sägeschlitten angebrachte Feder ist die Kraft genau entgegengesetzt der original Federkraft. Die Säge will jetzt nur noch ausfahren. Und in dieser Richtung haben wir auch einen verstellbaren Anschlag, den wir uns zu Nutze machen. Die Feder hält die Säge stramm am Anchlag. Ebenfalls hält sie den Anschlag fest in seiner Verzahnung, damit er sich nicht plötzlich verschiebt. Denn das kann böse ins Auge gehen. Den Bedienknopf habe ich in diesem Fall mit einem Kabelbinder fixiert.

Trotz super Funktion dieser Art der Verstellung, empfehle ich euch aus Sicherheitsgründen das original Umbaukit zu verwenden. Ich werde diese Säge auch noch umrüsten.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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