MasterCut1000 Umbau -> "MFT light“

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Umbau und Optimierung eines Wolfcraft MasterCut1000 Säge-Fräs-und Maschinentisch.

Los geht's - Schritt für Schritt

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MasterCut1000 Umbau -> MFT „light“

Motivation:

Vor gut zwei Jahren ist bei mir das Interesse am Holzwerken entbrannt.Relativ schnell war klar: aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse muss eine möglichst flexible Werkbank her, mit der unterschiedlichste Arbeiten ausgeführt werdenkönnen. Entschieden habe ich mich für einen WolfcraftMasterCut1000. Mit diesem kann man Werkstücke spannen und bearbeiten. Ausserdem kann man eine Handkreissäge, eineOberfräse sowie eine Stichsäge stationär einbauen,was den Einsatzbereich immens erweitert. Die so erreichbaren Arbeitsergebnisse stehen dem professioneller Lösungen wie Tischkreissäge, Frästisch oder Bandsäge in nichts nach. Allerdings leider nur im Werbevideo...

In der Praxis ergaben sich folgende Kritikpunkte, die es zu verbessern galt:

  • Das Festspannen von Werkstücken funktioniert nur sehr eingeschränkt. Mit Zwingen kann eigentlich nur auf einer Seite geklemmt werden, da sonst kein überstehender Rand existiert.

  • Die Fixierung von HKS, Stichsäge oder Oberfräse im Tisch ist sehr fummelig. Hier müssen kleine Metallwinkel mit Schrauben fixiert werden. Jedes Gerät muss anders ausgerichtet werden, es dauert also sehr lange von Fräse auf Säge um zu rüsten.

  • Parallel- und Winkelanschlag sind nur sehr ungenau zu fixieren und extrem weich. Präzises Sägen ist so nicht möglich.
Da ichmittlerweile in eine vernünftige Tischkreissäge investiert habe ist dieser Anwendungsfall nicht mehr relevant für denMaster Cut.

Frästisch,Stichsägetisch, vernünftige Spannmöglichkeiten und eine Lösung zum Sägen mit der Handkreissäge standen auf der Anforderungsliste. Teilweise hab ich mir einige Tips von der Festool Seite geholt. Ein MFT ist dadurch aus dem MasterCut zwarnicht geworden, eine Verbesserung stellte der Umbau aber alle Mal dar.

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Frästisch:

Um die Fixierschrauben nicht immer von Fräse auf Stichsäge versetzen zu müssen habe ich eine Holzplatte auf die Unterseite geschraubt, aus der der Umriß der Fräse ausgeschnitten wurde. Jetzt muss also nur noch der Tisch aufgeklappt, die Oberfräse eingesetzt und mit den Flügelschrauben geklemmt werden.

Der Fräsanschlag von Wolfcraft war leider auch keine Ideale Lösung.Er ist nicht wirklich steif, zu kurz und die Öffnung lässtsich nicht anpassen. Hier musste also auch eine Verbesserung her.

Auseinem Buchebrett und zwei Stücken Siebdruckplatte wurde einAnschlag erstellt. Die Siebdruckplatten können verschoben undgeklemmt werden, so dass die Öffnung an die Fräsergrößeangepasst werden kann.

DerFräsanschlag selbst wird in den Nuten auf dem Maschinentisch mitFlügelschrauben fixiert.

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Stichsägetisch:

Die Holzplatte unter dem Maschinentisch wurde auch für die Stichsäge angepasst. Die Stichsäge wird also nur noch eingesetzt und über zwei Klemmungen fixiert. Bei der Bearbeitung kleiner Werkstücke und bei randnahem Schnitten ist so prinzipiell angenehmer zu arbeiten.Leider bewährt sich diese Lösung bis dato nicht 100%. Irgendwie vibriert die Säge so viel mehr und sie zieht auch deutlich schlechter durch, als wenn Sie „normal“ verwendet wird. Ich dachte erst, eine bessere Fixierung würde das Problem beheben. Ein anderer Versuch, bei dem ich die Säge in die Unterseite eines Stück Küchenplatte eingelassen und festgeschraubt habe, verlief nicht viel besser.Vielleicht würde eine bessere Stichsäge hier eine vernünftiges Ergebnis liefern. Ein wirklicher Ersatz für eine Bandsäge ist es definitiv nicht.

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Größere Arbeitsfläche und Spannmöglichkeiten:

Eine größere Arbeitplatte, die einen umlaufenden Rand zum Festspannen von Werkstücken hat, war einer der Punkte auf der Wunschliste. Dabei wollte ich aber nicht auf die Möglichkeit verzichten schnell auf den Frästisch umbauen zu können. Ein Austausch der Platte kam damit nicht in Frage. Ich entschied mich dazu eine Platte auf zu legen. Die Platte wurde aus MDF gemacht. Auf die Unterseite wurden Lattenstücke geschraubt, die genau den hinteren Umrissen des Maschinentischs entsprechen. Vorne wurden zwei Lattenstücke aufgeschraubt, die dann mit dem Schraubstock des MasterCut festgespannt werden können. Der Umbau geht somit sehr schnell von statten.In die Platte wurden 20mm breite Bohrungen gemacht. In den Löchern am Rand können so direkt Schraubzwingen eingesetzt werden. Bei den meißten Löchern klappt dies leider nicht, da drunter ja die Tischplatte ist.Aus 20mm Rundstäben und Plattenstücken (10x10cm) hab ich mir „Bankhaken“ gebastelt. Mit diesen und Keilen kann ein Werkstück sehr flexibel zum Schleifen, oder Fräsen fixiert werden. Der Rundstab für die „Bankhaken“ hab ich nicht mittig gemacht. Somit können unterschiedliche Abstände zum Werkstück ausgeglichen werden.Ich habe mir Bankhaken in 10 und 15mm Stärke erstellt, damit beim Schleifen der Bankhaken nicht übersteht.Die Lösung bewährt sich sehr gut, allerdings lösen sich beim Schleifen mit dem Exzentschleifer die Verkeilungen aufgrund der Vibrationen immer wieder mal.

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so kann gespannt werden:

hier noch ein Paar Bilder

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Handkreissägentisch:

Gefallen hätte mir sehr gut ein Festool MFT, speziell die Möglichkeiten mit der Tauchkreissäge zu schneiden fand ich toll. Weniger toll fand ich leider die preislichen Vorstellung von Festool... Es musste also eine günstigere Selbstbaulösung her:Grundplatte mit Anschlägen für die Führungsschiene:Prinzip: Auf die Platte werden zwei Metallwinkel geschraubt an denen die Führungsschiene angelegt wird. Es wird also immer im gleichen Abstand gesägt. Über eine verstellbaren Anschlagleiste können unterschiedliche Winkel geschnitten werden. Die Anschlagleiste hat vorne ein Stück Rundstag aufgeschraubt, das in ein Loch in der Platte gesteckt wird und so drehbar ist. Hinten wird die „90° Stellung“ mit einem Dübel realisiert. Gegen verstellen wird hinten mit einer Zwinge geklemmt. Auf der Anschlagleiste wurde eine T-Nutschiene eingelassen in der ein Ablänganschlag fixiert wird. Die Sägetiefe wird immer so eingestellt, dass maximal 3-5mm in die Platte geschnitten wird.Da die Anschläge beim Fräsen oder Schleifen stören würde wurde eine zweite Platte erstellt, die auf die erste aufgelegt und mit 4 Dübeln in den Ecken zusammengesteckt wird. Der Umbau erfolgt also recht fix. Auch der Anschlag hat sich recht gut bewährt. Jetzt macht Sägen wieder Spaß ; )

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Handkreissägentisch 2:

Noch ein Paar Bilder:
Die Führungsschiene wird immer an die Metallwinkel angelegt. Man sägt also immer im gleichen Schnitt. Der Winkel wird über die verstellbare Anschlaglatte eingestellt.


Rechtlicher Hinweis

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