Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Nachdem meine älteste Schwester mir letztes Jahr nicht sagen konnte, was sie sich zum Geburtstag wünscht, habe ich mir halt notgedrungen selber was überlegt. Tja, dann bekommt sie halt etwas mit Liebe selbst gemachtes, ätsch! Das hat sie jetzt davon!


Leider lässt meine Foto-Dokumentation etwas zu wünschen übrig - ich hoffe, meine Beschreibung ist erklärend genug. Detailfotos (teils nachträglich geschossen) tun hoffentlich ihr übriges. Bei Fragen: fragen!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Oberfräse
  • Exzenterschleifer
  • Dremel
  • Blechschere
  • Hammer
  • Spannzwingen
  • Dekupiersäge
  • Kombischleifer
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Materialliste
  • 1 x Leimholzbrett | Fichte/Tanne (1000mm x 200mm x 18mm )
  • Holzdübel | Buche (6mm)
  • 2 x Hobbyglas | Polystyrolglas (250x500 mm)
  • Blech | Edelstahl
  • 2 x Minischarniere | Metall
  • Rechteckleiste | Fichte (5x5x5 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Pläne? nur im Kopf!

Wie sieht denn so eine Laterne in der Regel aus und welche Funktionalität muss sie haben?
Ich wollte die Laterne nicht nur wettersicher (also für den Außengebrauch tauglich), sondern auch für echte Kerzen nutzbar machen. Außerdem wollte ich unbedingt meine damals neue Oberfräse mal ausprobieren.
Meine Vorstellung habe ich nur grob auf Papier skizziert und bin damit dann einkaufen gegangen. Das Ergebnis sieht bei mir allerdings etwas anders aus - kommt halt vor, wenn einem während des Baus Verbesserungen einfallen...

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Boden und Deckel - und der Abstand zueinander

Du machst die Kanten schön...

Der quadratische Boden sollte einen Sockel bekommen, deswegen habe ich von einem Leimholzbrett mit der TKS zwei Stücke hierfür abgelängt, einmal 20 cm und einmal 18 cm lang. Da das verwendete Brett 20cm breit war, habe ich nun also für den Sockel ein Brettchen mit 20x20cm und für die Bodenplatte eines mit 18x20cm. Das Letztere wird nun noch in der Breite um 2cm gekürzt: man erhält folglich in Summe ein Brettchen 20cm x 20cm, eines 18cm x 18cm ein Reststück 2cm x 18 cm (das kann man z.B. zum Kamin anzünden verwenden) und natürlich noch das große Reststück.

Für den Deckel benötige ich nochmal ein 18cm x 18cm großes Brettchen, das fertige ich genauso wie zuvor den Boden. Jetzt hab ich damit ja schon Übung!
Damit die Kerze nicht ihr Zuhause abbrennt, bohre ich am Bohrständer mit der Lochsäge (50mm) mittig ein Abluftloch in den Deckel.

Im Anschluss werden mit der Oberfräse (Abrundfräser) die Kanten noch ein bisschen profiliert und alles schön mit dem Excenterschleifer und von Hand geschliffen.

Die Seitenleisten (bzw. Scheibenhalterungen) fertige ich mir natürlich auch selber:
Das Leimholz-Reststück trenne ich mit der TKS der Länge nach auf und erhalte also Leisten mit 18mm x 18mm.
Jetzt stellt sich die Frage, wie hoch die Laterne denn überhaupt sein soll? Die Antwort findet sich schnell: Die Seitenscheiben sollen aus Hobbyglasgefertigt werden, weil es sich prima sägen lässt. Das gibt es in Platten mit Größe 250mm x 500mm x 2mm. Ich kaufe einfach 2 Platten und beschließe, dass meine Laterne 25cm hoch sein wird. 
Also säge ich mir vier Leisten zu je 250mm Länge.

Leider habe ich hier keinerlei Fotos gemacht.

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durchsichtiger Windschutz, auch Seitenscheiben genannt!

Not macht erfinderisch: Meine Fräse!
eine Scheibe da rein und eine Scheibe da rein!
So sieht's dann von oben aus (rechts erkennt man meine erste "Sockel-Idee", wurde später verworfen)

Damit die Kerze vor Wind geschützt schön still vor sich hin brennen kann, brauche ich irgend einen Wetterschutz, sprich Seitenscheiben. Anfangs wollte ich diese aus Echtglas machen, da sprach aber die Logistik dagegen: Versand hätte zu lange gedauert und preislich (zumindest in meiner Abnahmemenge) keine Alternative zu Hobbyglas. Außerdem hab ich mit Glas keinerlei Erfahrungen.
 
Die Seitenscheiben sollen später in die Seitenleisten versenkt werden. Leider habe ich aber weder einen 3mm Nutfräser noch einen Frästisch, und muss deswegen ein wenig improvisieren:
Mit Hilfe einer Konstruktion aus Einhandzwingen und einem langen aber schmalen Reststück Multiplex als Anschlag in Kombination mit meinem Dremel kann ich relativ ungefährdet und rasch die erforderlichen Nuten schrittweise (!!!) in die Leisten fräsen.
Hier sagen die Bilder mehr als Worte.

In einer Art Trockenübung setze ich die bisherigen Teile zusammen und messe die Abstände zwischen den Nuten, um die tatsächlichen Maße der benötigten Scheiben zu ermitteln. Hätte ich zwar auch errechnen können, da verhau' ich mich aber gern mal. Ich kenn mich halt!

Die drei Seitenscheiben säge ich daraufhin mit der Dekupiersäge auf passende Größe zurecht (Anriß per Cutter, Bleistift sieht man nicht gut genug).

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a Hauberl für's Lamperl: Schutz von oben

Was tun bei Wind und Wetter? Mütze anziehen! Hilft auch bei Laternen.
Über das Loch im Deckel muss ein Regenschutz und der sollte tunlichst nicht aus Holz sein. Also schneide ich mit der Blechschere aus einem (Rest-)Stück Edelstahlblech ein Quadrat mit Seitenlänge 70mm aus, von dem ich die Ecken per Doppelschleifer rund schleife.
In die runden Ecken (harharhar) bohre ich Löcher für die Befestigungsschrauben.

Für den nötigen Abstand zum Laternendeckel sorgen bei mir billige 6er Holzdübel. Im Schraubstock einspannen und mit einem 2mm Bohrer (möglichst) mittig ein Loch bohren.
Test: passt die Schraube oder reißt der Dübel? Passt und hält! Hervorragend!
Jetzt nur noch das Blech auf den Laternendeckel legen, die Löcher anzeichnen und mit dem 6er Bohrer 5mm tief bohren.
 

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Wie kommt das Licht in die Lampe? Durch die Türe!

Ihr habt euch sicher schon gefragt warum ich im 3. Arbeitsschritt nur drei Seitenscheiben gesägt habe. Ganz einfach: ich wusste noch nicht, wie ich die Türe bauen soll!
Ich hatte noch ein paar zuvor gesägte 18mm x 18mm Leisten übrig, diese habe ich kurzerhand für die Türkonstuktion hergenommen:

Boden und Deckel sind 25cm auseinander. Damit die Tür in der Höhe genug Spiel hat, habe ich mir für die Längsbalken zwei Stücke zu je 24,5 cm und für die Querbalken zwei Stücke zu je 14 cm Länge zurechtgesägt. So hatte ich es mir errechnet. 
Aber sicher ist sicher. Passt alles?

Bauen wir es doch mal "trocken" zusammen, halten das Gebilde per Einhandzwingen stabil und messen lieber nochmal nach:
Dachte ich es mir doch! Die Querbalken sind fast 4 cm zu lang! Ich hatte das gefräste Profil der Bodenplatte nicht in meine Berechnungen mit einbezogen! grrrr!
Dann säg ich halt doch noch ein Stück ab!

Auch hier benötige ich die Nuten für die Türenscheibe. Wie vorhin baue ich mir meine bewährte Fräsvorrichtung auf. Zeitraubende Arbeit - ich brauch 'nen Frästisch! (Juchee, ein neues Projekt!) 

Als nächstes für mich eine Premiere: ich habe mir eingebildet, die Tür nicht auf Gehrung zusammen zu setzen, sondern Längs- und Querträger zu verblatten. Hab ich noch nie versucht, sollte aber nicht soo schwer sein (dachte ich mir).

Anzeichnen und an der KZS die Verblattung herausarbeiten. Hmm.

Ich gebe es zu: ich habe alle Vorgänge dieses Arbeitsschritts dann noch ein zweites Mal gemacht. Dieses Mal habe ich mich aber zusammengerissen und konzentriert und die Verblattung richtig rum gesägt!
Jaja, es hilft, sich zu markieren, was weg soll...  HRMPF!

Die Scheibengröße für die Türe habe ich dann lieber nicht "errechnet" sondern ausgemessen und an der Deku passend gesägt.

 

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Farbe bekennen!

Es folgt, was ich am meisten hasse: anmalen!

Meine Schwester steht auf dunkle, warme Farbtöne. Ich wollte auf jeden Fall die Holzstruktur sichtbar lassen, daher fiel meine Wahl auf Lasur, Farbton "Wenge". Alle Holzteile nochmal mit 180er Schmirgel geschliffen und dann angemalt. Über Nacht trocknen lassen und anderntags nochmal mit klarem Holzsiegel verfeinert. Dadurch gewinnt die Farbe und die Struktur an Tiefe.
Ein weiterer (durchaus gewollter) Vorteil: jetzt ist das Ganze auch noch wetterfest!
Ein (leider nicht bedachter) Nachteil: Holzsiegel braucht LANGE zum durchtrocknen. Mist.

Kein Bild. Bewusst! Das möchte ich nicht festhalten.

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Es wird spannend: das Zusammenfügen der Einzelteile.

unten
oben
Wird langsam!
Schließmechanismus

Als erstes befestige ich die Stelen am Boden: Hierfür halte ich die erste Leiste senkrecht in eine Ecke der Bodenplatte und bohre von unten mit einem 2,5mm Bohrer vor. Das Loch im Boden wird erst noch mit dem Senker bearbeitet, bevor ich Bodenplatte und erste Seitenleiste miteinander verschraube. Nun schiebe ich eine Seitenscheibe in die Nut der verschraubten Stele und richte auf der Gegenseite die nächste Stele passen aus. Auch hier wieder von unten vorbohren, senken und verschrauben. Das Ganze weiter im Uhrzeigersinn noch zweimal, dann kommt der Deckel dran.

Ich wollte nicht, dass Schraubverbindungen zu sehen sind, deswegen habe ich den Deckel mit Dübeln auf den Stelen befestigt: 
Mit einem 6er Bohrer von oben Löcher in die Seitenleisten gebohrt und diese per Dübelsetzer auf die Unterseite des Deckels übertragen. Dann hier ebenfalls gebohrt. Damit ich nicht versehentlich zu tief komme, habe ich hier einen Tiefenanschlag verwendet.
Bisschen Leim, ein wenig mit dem Nylonhammer "überredet" und fertig ist das Grundgerüst!
Den Sockel habe ich einfach von unten auf die Bodenplatte geschraubt, natürlich die Löcher auch erst vorgebohrt und dann schön gesenkt, damit die Schraubenköpfe nicht das gute Kirchholzparkett meiner Schwester zerkratzen.

Den Regenschutz aus Edelstahl habe ich mit kleinen Maschinenschräubchen auf die 4 Haltedübel geschraubt und das Ganze mit etwas Leim und viel Überredungskunst (sprich: zuvor genannter Nylonhammer) in die scheinbar etwas schief gebohrten Löcher gezwungen. Geht doch!

Beim Zusammenbau der Türe bin ich folgendermaßen vorgegangen:
Den Unteren Querbalken habe ich mit den Längsbalken verleimt und zur besseren Stabilität noch mit je zwei 13mm Nägeln "gesichert". (Hier bestand der Hauptvorteil darin, dass ich gleich weiterarbeiten konnte und nicht erst warten musste, dass der Leim abbindet.) Dann habe ich die Türscheibe von oben reingeschoben und den oberen Balken eingepasst, verleimt und ebenso genagelt. Wegen der Symmetrie halt.

Eine Tür muss man öffnen und schließen können und hierfür brauchte ich noch eine Lösung.
Nach etwas kramen in der Restekiste (könnt ihr das Wort überhaupt noch hören?) fiel mir die Lösung die ihr auf dem Foto seht ein. Entstanden aus einer Vierkantleiste, welche ich am Bandschleifer konisch rund geschliffen habe und zwei Holzplättchen.

Die Türe habe ich mit kleinen Zierscharnieren angeschraubt.

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Übergeben & freuen. Oder freuen lassen!

Zum guter Letzt habe ich einfach nur noch eine LED Kerze reingestellt: so eine mit Zeitschaltung: wenn man sie einmal einschaltet, brennt sie 6 Stunden lang, geht dann aus und von nun an täglich zur gleichen Zeit wieder an. Bis die Batterien leer sind.

Am Tag vor der Geburtstagsfeier habe ich die Kerze auf Timer angeschaltet und dann eingepackt: so konnte ich meiner Schwester eine brennende Laterne zum Geburtstag schenken.

Sie hat sich gefreut.

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Anmerkungen & Fazit

Weils so gut ankam, habe ich meinen Eltern zu Weihnachten auch gleich eine Laterne gebaut!

Natürlich habe ich die Laterne nicht in einem Rutsch gebaut - leider gehöre ich noch ein wenig der arbeitenden Bevölkerung an und kann somit nur nach Feierabend in die Werkstatt, wenn es meine Frau und mein Hund (und auch der innere Schweinehund) zulassen. Die Zeitangabe ist also eine reine Schätzung. Natürlich muss man noch ca. zwei Wochen Trockenzeit hinzurechnen, wenn man so doof wie ich ist, statt normalem Klarlack Holzsiegel zu verwenden!

Auch die Angabe der Kosten kann ich wie immer nur grob schätzen: bis auf das Hobbyglas (und einen abgerissenen Fräsbohrer für den Dremel) habe ich alles vorrätig gehabt.

Ob die Laterne auch echte Kerzen verträgt? Vermutlich schon. Das Haus meiner Schwester steht zumindest noch. Und hell ist es auch noch bei ihr.
Vielleicht hat sie aber auch nur die Batterien gewechselt (die ersten dürften inzwischen leer sein).

Probiert es einfach aus, passende Kerzengröße vorrausgesetzt.
ABER BITTE NICHT UNBEAUFSICHTIGT LASSEN!!!

Die Laterne.
Meine Schwester ist schon groß!

Im Nachhinein betrachtet hätte ich (bei besserer Planung) mir viel Zeit und vermutlich auch Material sparen können - den Schließmechanismus würde ich heute auch anders machen ('n Stück Draht tut's doch auch) usw. usf.

Spaß gemacht hat's mir trotzdem und vielleicht dient euch das Ganze hier ja als Anregung!


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