• Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

In meinem letzten Projekt, dem weißen Apothekerschrank , hatte ich zum Ende erwähnt, dass da ja noch Platz für ein weiteres Projekt ist . Genau darum geht es jetzt .
An der Wand war noch ca. 650 x 600 ( B x H ) Platz und diesen sollte ein selbst gebauter Schrank ausfüllen . Dieses Mal kein Umbau, sondern alles neu . Mein erstes Mal ...
Zur Verfügung standen einige Restplatten aus MPX- und Siebdruckplatten, sowie zwei Schubladen, die ich vor 2 Jahren aus dem Sperrmüll gerettet hatte . Die lagen immer im Weg, aber zerlegen wollte ich sie auch nicht, weil sie solide gemacht waren . Nun sollten sie hier mit eingebaut werden . Wenn ich etwas baue, sollte es auch Spaß machen. Also warum nicht einen Schrank um die Schubladen planen ? Es sind dann drei Schubladen geworden, ein Schrank darüber und weil sie nur 450 breit waren, als kleine Herausforderung - noch ein Apothekerauszug für Fräser und Bohrer ...
Plan fertig . Schaut und lest selbst, wie ich da vorgegangen bin ... viel Spaß .

Mehr Projekte von mir findet ihr hier : Bastelfreddy

Du brauchst

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Werkzeuge
  • EasyImpact 550
  • PKS 40  - Kreissäge (elektrisch)
  • POF 1100 AE  - Fräse (elektrisch)
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Materialliste
  • 1 x Schrankplatte, oben | 17 mm Multiplex (613 x 320 mm)
  • 1 x Schrankplatte, unten | 12 mm Siebdruck (613 x 320 mm)
  • 2 x Seitenwände | 18mm Siebdruck (600 x 320 mm)
  • 1 x Rückwand | 12 mm Spahnplatte (630 x 585 mm)
  • 1 x Trennwand, senkrecht | 9 mm Siebdruck (573 x 305 mm)
  • 1 x Trennwand, waagerecht | 9 mm Siebdruck (495 x 305 mm)
  • 1 x Schubladenblende | 9 mm Siebdruck (100 x 517 mm)
  • 1 x Schubladenblende | 9 mm Siebdruck (90 x 517 mm)
  • 1 x Schubladenblende | 9 mm Siebdruck (97 x 517 mm)
  • 1 x Schubladenblende | 9 mm Siebdruck (600 x 130 mm)
  • 1 x Schranktür | 9 mm Siebdruck (303 x 517 mm)
  • Viele x Holzdübel | Buche (6 mm)
  • 8 x Vollauszüge | Metall (45 x 300 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Korpus ...

Meine Materialliste sieht aus, wie das Inhaltsverzeichnis der Restekiste vom Baumarkt und das trifft zu . Allerdings habe ich das nicht an einem Tag zusammen getragen , auch ohne Plan ...
Da die Dübel von der Seite in der Deck- und Bodenplatte stecken , ist die dünnere der beiden die Bodenplatte . Ich nehme einfach an, dass sie am wenigsten zu tragen haben wird .
Mit Dübelspitzen habe ich die zuvor gebohrten Dübellöcher auf die Seitenplatten übertragen .
Im zweiten und dritten Bild sieht man auch den Falz, der später die Rückwand aufnehmen soll .Außer bei der Rückwand wird hier alles mit Dübeln vorbereitet und dann ohne Leim probiert .

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Zwei Schubladen sind zuwenig ...

Damit die Symmetrie stimmt und man in die oberste Schublade noch bequem hineinschauen kann, habe ich mich entschlossen, eine dritte Schublade zu bauen .
Also wurden aus 9 mm MPX die Seiten zugeschnitten und für den 6mm- Boden in das vordere und die zwei Seitenteile eine Nut eingefräst. Damit man den Boden zum Schluss von hinten einschieben kann, wird das hintere Teil entsprechend schmaler gemacht .
Dann wird alles verleimt , der Boden aus 6mm Sperrholz ( eine Restplatte aus einer Verpackung ) eingeschoben und mit kleinen Nägeln befestigt .
Da der Boden hinten noch über stand, habe ich das mit dem Bündigfräser korrigiert ( Bei mir unverzichtbar ...) .
Bei den Maßen habe ich die beiden alten Schubladen kopiert ( innen 450x280x70mm ) . Diese ist beim Innenmaß etwas größer, weil die alten Schubladen aus 12mm Massivholz gemacht sind , aber im Außenmaß sind sie alle gleich . Das ist wichtig, für den Einbau der Vollauszüge !

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Innere Aufteilung ...

Jetzt musste ich mir langsam Gedanken machen, wie ich die Aufteilung innen mache ...
Also hinein mit der selbst gebauten Schublade und den eingetroffenen Auszügen .
" Nehme ich dünne Platten als Zwischenwände, ist noch Platz für ein Extra, das mir im Kopf herum schwirrt .
Ich schneide also die Trennwand und den Zwischenboden , der über den Schubladen Platz finden wird, aus 9 mm Siebdruck- Platten zu.
Dann werden die Positionen festgelegt und ich weiß , wie viel Platz für das " Extra " übrig bleibt ...

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Das " Extra " ...

Als Extra- Herausforderung sollte hier ein schmaler Apotheker- Auszug in den Schrank, um später Fräser und Bohrer aufzunehmen .
Das passende Reststück war ein leichtes Sperrholz . Ich hätte besser MPX nehmen sollen ....
Also einmal zu sägen und probieren .
In die langen Seiten dieser Schublade wollte ich Nuten machen, wie ich es im Netz oder hier schon einmal gesehen hatte . In diese Nuten sollten die Halter für Bohrer oder Fräser dann später einfach eingeschoben werden können und so auch einfach zu entnehmen sein .
Wie aber fräse ich in zwei Bretter Nuten, die auch noch deckungsgleich sind ? Eine Vorrichtung musste her .
Ich hab also meinen kleinen Frästisch rechts mit einer Leiste als Anschlag ausgerüstet . Dann habe ich mit der Lochkreissäge und der Stichsäge einer sehr dünnen Siebdruckplatte ein passendes Langloch verpasst, wo der Fräser später durch schaut .
Als Anschlag für meine Bretter habe ich noch ein Stück Spanplatte winklig darauf geklebt .
Im passenden Abstand zum Fräser habe ich dann in meine Vorrichtung mit der Oberfräse eine Nut gefräst und ein Stück Leiste als " Passfeder " eingeklebt .
Auf diese Leiste wird immer die zuvor gefräste Nut gesteckt und der Abstand zur nächsten Nut ist fest gelegt und sie kann gefräst werden ...
Das Ganze hat gut funktioniert . Der einzige Mangel war, dass die Vorrichtung lediglich auf der rechten Seite einen Anschlag am Frästisch hatte und sich manchmal ein wenig nach links verschob . Ärgerlich .
Aber ein Millimeter ist hier nicht tragisch .
Nun wurde alles wieder verdübelt und zusammen geleimt .Die Rückwand musste auch mit vielen Dübeln angeleimt werden, weil die langen Seiten mit den vielen Nuten sich leider böse verziehen wollten .
( letztes Bild ) Mit vielen Schraubzwingen habe ich es in Form gebracht und gut trocknen lassen .

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Weiter zusammen bauen ...

Die Dübelverbindungen für den Einbau von der Trennwand und dem Zwischenboden werden jetzt gemacht . Die Positionen sind schon festgelegt . Mit einer Anlegeleiste und den Dübelspitzen werden die Dübellöcher einfach übertragen und dann passend gebohrt .
Im Anschluß daran wird wieder alles Trocken zusammengesetzt und
... alles passt hinein - Wahnsinn !

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Schubladen rein ...

Weil ich meiner Kunst nicht traue und weil man jetzt noch am besten dran kommt,werden vor dem großen Zusammenleimen noch die Auszüge eingebaut .
Auf den ersten vier Bildern sieht man den Einbau der Auszüge für den Apothekerauszug .Mit einer Abstandsleiste werden sie fast ganz oben und unten angebaut .
Für mehr Stabilität werden schon mal die Trennwand und der Zwischenboden miteinander verleimt .
Danach kommen die Schubladen hinein. Stück für Stück , von unten nach oben .
Die Sortierkästen habe ich im Vorfeld schon mal passend aus Leisten von einem alten Lattenrost gemacht . Die erste Serie mußte ich außen mächtig schleifen, weil sie einfach zu passend waren ...
Als letztes nochmal ein Gruppenbild ...

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Leim muss dran ...

Jetzt kann der Korpus zusammen geleimt werden .
Da die Innenteile schon miteinander verleimt sind, sind zuerst " nur " drei Verbindungen auszurichten und zu leimen .
Nach etwas Trocknungszeit kommt auch die Deckenplatte dran .
In dieser Länge muss ich mit meinen selbstgebauten hölzernen Zwingen arbeiten . Dazu ein paar Gewichte .
Zum Schluss noch die rechte Aussenwand oben drauf .

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Haben wir Griffe ...?

Wenn ich Tür und Schubladenblenden haben will, brauche ich auch Griffe ... Mach ich mal selber .
Aus einem Meter gehobelter Latte mache ich zunächst den Prototyp
und dann werden die restlichen Griffe aufgezeichnet .
Mit einem 20er Flachfräsbohrer werden jeweils zwei Löcher gebohrt und dann kann man den Rest mit der Bandsäge oder mit einer Stichsäge heraus trennen .
Mit einem Spindelschleifer an der Bohrmaschine und mit dem Tellerschleifer wird alles schön in Form gebracht und dann mit dem Fräser abgerundet .
Schleifschwamm oder Schleifpapier machen das Ganze je nach Geschmack zum Handschmeichler und dann kommt noch etwas Öl ( hier Danish Oil )drauf .

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Endmontage ...

Endlich geht es an die Endmontage - nur die Tür musste ich noch im Baumarkt kaufen . Es fand sich hier einfach kein passendes Stück mehr . Ein netter Mitarbeiter hat mir sogar ein Reststück passend zugeschnitten . Passt .
Die Scharniere hatte ich noch im Fundus, von einem alten Küchenschrank . Allerdings hatte ich nicht den Mut, die auftretenden Kräfte an kurze Holzschrauben zu übergeben . Ich habe einfach nach dem Motto : " Wenn es sich nicht vermeiden lässt , muss es richtig auffallen ! ", je zwei hübsche Schlitzschrauben aufällig durch gesteckt  . Da kam der Schlosser durch ...
Dann wurde die lange Blende für den Apothekerschrank angeschraubt und auch die drei Schubladenblenden . Natürlich bekam jede einen wunderschönen Griff !
Jetzt wird endlich die Rückwand angeschraubt - mit den Frech Cleat - Leisten . Ebenso die Leisten an der Wand ...
Ohne Schubladen ist der Schrank noch leicht genug, um ihn allein aufzuhängen .
Dann alles wieder rein ... und gut sieht er aus !

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Ausstattung ...

Um die Apothekerschublade zu füllen, habe ich mir eine Bohrschablone gemacht, mit der ich in passende Leisten auf jeder Seite zwei Dübellöcher bohren kann . Mit Hilfe von zwei sechser Dübeln lassen sich die Leisten variabel im Schrank positionieren . Die Nuten haben 1/4 Zoll = 6,35 mm.
Es gibt zwei Leisten für Fräser, weil die Kantenfräse nur 1/4 Zoll Fräser aufnehmen kann . Dafür habe ich mir ein paar günstige Bosch- Fräser aus Thailand mitgebracht .
Die zweite Leiste trägt 6- und 8mm Fräser für die Bosch Oberfräse .
Die dritte Leiste trägt die Bohrer und Senker . Da musste ich die Stellung der Dübel an den Seiten nochmal ändern, weil das Brett zu schräg stand und der Schrank nicht zu ging ...
Jetzt muss ich nur noch die Schubladen füllen .
Damit mir die Schranktür nicht dauernd auf die Hand fällt, habe ich mir aus Hongkong  zwei Gasdruckfedern bestellt, die jetzt die Tür offen halten. Eine davon würde das auch schaffen, doch sie drückt mir die Schranktür im geschlossenen Zustand so schief, dass es furchtbar aussieht . Aber sie waren günstig ( je 1,80€ ) .

So, ich hoffe, das war dieses Mal nicht zu lang oder langweilig und ihr hattet Spaß beim Lesen !
Das war ordentlich was zu schreiben, aber es hat mir auch Spaß gemacht .



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