Kleine Bündigsäge (Miniprojekt)

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Ich benutze immer wieder gerne Runddübel bei Holzverbindungen. Das spätere Ablängen der Dübel mit Fein- oder Japansäge hinterließ bei mir immer häßliche Spuren und Kratzer in der Oberfläche wo die Holzdübel drin saßen. Abstechen mit dem Stechbeitel war auch nicht immer von Erfolg gekrönt, vermutlich waren meine Stecheisen auch etwas zu stumpf um quer zur Faserrichtung zu arbeiten - ja, ja... hinterher und schlauer, ich weiß ;).

Ich blätterte vor kurzem alte Hefte der "Holzidee" (früheres Holzbearbeitungs-Magazin von Festool, mittlerweile eingestellt) durch, da fiel mir ein Artikel von Guido Henn über kleine Werkstatthelfer förmlich auf die Zehen... Eine Bündigsäge mit einem Sägeblatt der Stichsäge... Horridoh! Das mußte ich haben! Natürlich nicht 1:1 nachgebaut - wäre ja langweilig ;) - sondern noch ein wenig optimiert.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Arbeitstisch
  • Frästisch
  • Oberfräse
  • Tellerschleifer
  • Schleifpapier
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Materialliste
  • 1 x Reststück | Multiplex Birke 18 (140x65)
  • 1 x Stichsägeblatt
  • 1 x 2K Epoxydharzkleber | z. b. UHU endfest 300

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialauswahl und Zuschnitt

Also: die obigen Maße für den Korpus sind natürlich auch davon abhängig wie lang das Stichsägeblatt ist, das dann verwendet wird. Und natürlich was die Restekiste auch so hergibt...

Ich habe ein neues Stichsägeblatt für Holz ausgesucht. Die Überlegung war: das Stichsägeblatt bleibt bis Lebensende der Säge da drin, warum soll ich dann gleich mit einem stumpfen, abgenutzten Sägeblatt anfangen? Also: neues Holzsägeblatt, 100mm lang.

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Einbringen der Sägeöffnung

Die Öffnung der Säge ist 50mm breit und 20mm tief und ist symetrisch im Korpus eingelassen.

Zum Einbringen der Öffnung gibts so gefühlt 1*10^6 Möglichkeiten, ich habe mich dazu entschieden, über Einsetzfräsen auf dem Frästisch, somit habe ich schöne tangentiale gerundete Übergänge.

TIPP: beim Einsetzfräsen werden die Frässpäne immer gegen die Anschlagstopps geblasen und wenn man nicht aufpaßt, dann verfälscht sich das Ergebnis, weil Späne zwischen Anschlagstopp und Werkstück liegen. Beim Einrichten der Anschlagstopps lege ich immer dünne Leisten zwischen Anschlagstopp und Frästisch, so daß die Frässpäne ungehindert durch den Anschlagstopp "durchgeblasen" werden. Die Dicke der Leisten muß natürlich auf die Werkstückstärke abgestimmt werden. Auf dem ersten Bild ist gut zu sehen, daß die Anschlagstopps nicht auf dem Frästisch direkt aufliegen.

Und: die Dicke der Holzleisten muß immer dünner als die Werkstückdicke sein, sonst wird der Anschlagstopp seiner Aufgabe nur wenig gerecht ;).

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Nut für das Stichsägeblatt

Hier kommt die erste Abweichung zum Original von Guido Henn. Er hat die Nut durchgängig gemacht. Das wollte ich nicht, da ich die zuerst ausgefräste Nut nicht wieder später mit Epoxydharz zukleistern wollte - zu teuer ;)....

Also: wieder Einsetzfräsen wie oben, dazu den Fräsanschlag so einstellen, daß das Sägeblatt mittig sitzt. Die Frästiefe etwas geringer einstellen als die Stärke des Sägeblattes! Dazu später noch etwas mehr.

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Abrunden der Kanten mit dem Abrundfräser

Oh, Schreck, da hatte ich gar kein Bild gemacht... Aber ist klar: die Kanten - nicht die Kanten der Auflageflächen! - abrunden mit dem Abrundfräser.

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Einkleben des Sägeblattes

Es erfolgt ein eigentlich eher unspektakulärer Arbeitsschritt: das Einkleben des Sägeblattes. Nun ja, eigentlich... Ich wollte für diesen Zweck noch einen Rest 2K-Epoxydharzkleber aufbrauchen und dann die Doppelspritzen in die Tonne kicken (dieser Teil klappte auch hervorragend ;) )... Nur: das Einkleben funktionierte nicht. Spritzen bereits halb eingetrocknet usw. der ganz normale Wahnsinn eben.. Epoxydharz über Nacht trocknen lassen, schon schlecht geschlafen... (Nomen est Omen... sagte ich bereits, daß ich in meinem ersten Leben Epoxydharzkleber war?? ;) ) am nächsten Morgen Zwinge entfernt... mit dem Finger am Stichsägeblatt nur leicht gezupft... und schon lag es auf dem Boden... *shit*...

Also: neuer Versuch mit neuem Kleber.... im letzten Bild ist schön zu sehen, wie der Epoxy das Sägeblatt umschließt...

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Was den Unterschied macht... Bündigsäge

Sägeblätter sind im Allgemeinen "geschränkt" (eigentlich sollte hier der Wikipedia-Artikel verlinkt sein, funktioniert aber nicht). Somit: https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%A4nkung_%28S%C3%A4ge%29.

Das bedeutet, daß die einzelnen Sägezähne über den Sägezahnträger seitlich hinausragen. Dies bedeutet aber auch, daß diese hinausragenden Zähne eben die eingangs erwähnten Kratzer und Spuren in der umgebenden Oberfläche hinterlassen.

Um dies zu verhindern wurden auf dem Tellerschleifer der überstehende Teil des Sägeblattes (einschließlich Schränkung) mit dem Korpus plan geschliffen. Somit ergeben sich keinerlei Beschädigungen mehr auf der umgebenden Oberfläche.

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Oberflächenbehandlung

Auch wieder ohne Bilder, da selbsterklärend.

Die neue Säge wurde nach dem Schleifen mit Antikwachs mehrfach behandelt.

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Anwendung

An die Oberflächenbehandlung anschließend kam die neue Säge zum EInsatz... Es war OK, aber Begeisterungsstürme brachen nicht aus... siehe nächsten Abschnitt

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Fazit, Verbessungsmöglichkeiten und Vorlagen

  • Es stellte sich heraus, daß das Holzsägeblatt zu grob ist, die Säge hakt deutlich beim Kürzen von Dübeln. Ein Sägeblatt für dünne Materialien oder gar Metall würde deutlich besser funktionieren.
  • Es steht die Überlegung im Raum, daß das Stichsägeblatt nochmal deutlich dünner geschliffen werden soll um die aufzuwendende Kraft beim Sägen zu reduzieren.
  • Es stellte sich heraus, daß eine asymetrische Anordnung des Sägeblattes zur Sägeseite hin, Vorteile bringen würde.


Rechtlicher Hinweis

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