Klappbarer und mobiler Gitarrenständer

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Wie schon in meinem Projekt "Plektrenbox" geschrieben, hat meine Tochter vor kurzem das Gitarre spielen für sich entdeckt. Das führt dazu, dass das Instrument ständig irgendwo herumliegt - meist im Wege (sagt ihr Mann).

Es musste eine einfache Lösung her, die - je nach Bedarf - schnell zur Hand ist, aber auch ebenso schnell und möglichst platzsparend verräumt werden kann. Nach einigen Netzrecherchen entschied ich mich für den Bau eines klappbaren Ständers, den man leicht auch mal wohin mitnehmen kann. Und der geht so:

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Bandsäge
  • Dekupiersäge
  • Schleifgeräte
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Materialliste
  • 1 x Reste | Holz (je nach Größe)
  • 1 x Stück Band | Gummi, Leder (nach Bedarf)
  • 1 x Reste | Leder (nach Bedarf)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorarbeiten

Vorlage gab es diesmal keine. Ich suchte mir ein Stück MDF-Platte (eine dünner hatte ich gerade nicht) und zeichnete darauf freihand und mit Hilfe eines Lineals die Umrisse des Ständers (Bild 1). Als ich mit der Formgebung zufrieden war sägte ich das Ganze mit der Dekupiersäge aus (Bild 2). Noch ein Loch bohren (Bild 3), dann konnte ich den Innenschnitt für den Tragegriff sägen.
Mit feinem Papier und einem Schleifklotz wurden die Kanten gegättet (Bild 4).

In meinem Restevorrat fand ich ein ausreichend großes Stück Fichtenleimholz. Eine ausgemusterte Kasterltüre, die ich erst wenige Tage zuvor auf dem Heimweg entdeckt und mitgenommen hatte. Ich entfernte die Beschläge und den Griff (Bild 5). Jetzt konnten die Konturen für die beiden Teile aufgezeichnet werden. Ein Teil wurde um 180° gedreht gezeichnet, damit es sich platzmäßig ausging (Bild 6).

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Teile sägen

Ab auf die Bandsäge (Bild 1). Hier sägte ich die Außenkonturen der beiden Teile (Bild 2).

Die Aussparungen der beiden Tragegriffe und die Rundung in den oberen Ecken sägte ich mit der Dekupiersäge (Bild 3).

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Teile angleichen

Da man freihand natürlich nie zwei exakt gleiche Teile sägen kann mussten die beiden Teile angeglichen werden.

Dazu wurden sie mit etwas Doppelklebeband möglichst genau zusammengeklebt. Auf dem Frästisch wurden mittels Bündigfräser die Konturen angeglichen (Bilder 1+2). Dabei habe ich erst eine Seite angeglichen, danach alles gedreht und die zweite Seite gefräst. Das garantiert, dass wirklich beide Teile genau gleich sind.

Anschließend wurden die Innen- und Außenkanten geschliffen (Bild 3).

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Weitere Holzarbeiten

An der oberen Kante werden die beiden Teile mit einem kleinen Scharnier verbunden, das ermöglicht das Zusammenklappen des Ständers zum leichteren Transport, oder um ihn möglichst platzsparend zu verstauen.

Ich zeichnete die entsprechenden Positionen für das Scharnier an. Vorsichtig stemmte ich die Aussparungen ein (Bild 1). So kann der Ständer später bündig zusammengeklappt werden.

Danach ging es ans Schleifen. Mit unterschiedlichen Handgeräten und Schleifpapier von grob bis fein wurden die Flächen geglättet (Bilder 2-4). Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war klebte ich die Teile probeweise mit Malerkrepp zusammen um einen ersten Eindruck zu bekommen (Bild 5) - könnte was werden.

Nochmals auf den Frästisch um die Kanten abzurunden (Bild 6). Dabei habe ich nur die Kanten der Außenseiten gerundet.

Ich entdeckte eine fehlerhafte Stelle im oberen Bereich. Die Dreischichtplatte zeigte hier einen unschönen Spalt. Das konnte so nicht bleiben und ich machte eine Blitzreparatur:
In den Spalt gab ich etwas Leim (Bild 7). Dann füllte ich ihn mit Zahnstochern auf (Bild 8). Diese wurden mit der Japansäge gekürzt (Bild 9), die Stelle überschliffen und schon war nichts mehr vom Fehler zu sehen (Bild 10).

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Verzierungen

Mittels Brandmalgerät wurden die Teile verziert. Passend zum Thema hatte ich mir ein Motiv gesucht. Dieses wurde auf dem Computer in die richtige Größe gebracht und ausgedruckt. Mit einem Stück Pauspapier wurde das Motiv übertragen (Bilder 1+2).

Anschließend brannte ich das Motiv mit dem Brandmalkolben (vor lauter Arbeitseifer aufs fotografieren vergessen). Nach einem ersten Durchgang schliff ich über das Branding. Nach dem Entstauben erfolgte ein zweiter Branddurchgang um ein kräftigeres Bild zu erhalten.

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Endfertigung

Die beiden Teile wurden mittels des Scharniers verbunden  (Bilder 1+2).

Damit der Ständer nicht zu weit auseinanderrutschen kann (wenn er mit der Gitarre belastet ist) baute ich eine Sicherung ein. Dazu nahm ich ein Stück rundes Gummiband (Überbleibsel meiner Holzkrawatte).

Mit der Tischbohrmaschine wurde an geeigneter Stelle ein 4mm dickes Loch durch beide Teile gebohrt. Das 5mm dicke Gummiband wurde durch die Bohrungen gefudelt  (Bild 3), in passendem Abstand beidseitig verknotet und abgeschnitten. Die Schnittenden wurden mit einem Feuerzeug verschmort um ein Auftrennen des Gewebes zu verhindern.

Damit die Gitarre auf dem Holz keinen Schaden nimmt wurden die Auflagestellen geschützt. Auch hier kam meine Restekiste zum Einsatz.
Vor kurzem hat meine Gattin eine Paar Stiefel ausgemustert (die Reparatur hätte deutlich mehr gekostet als ein neues Paar). Ehe diese in den Mist wanderten schnitt ich die Schäfte ab und behielt auch die genieteten Zierbänder (Bild 4). Vom Leder schnitt ich mir ein paar Streifen ab (Bild 5). Diese wurden abgelängt und angeklebt. Ein paar Klemmen hielten alles bis zum Trocknen in Position (Bild 6).

Zum Schluss wurde der Ständer mit mattem Klarlack eingesprüht und war fertig zum Einpacken (wird ja ein Weihnachtsgeschenk) (Bilder 7-10).

PS:
Wenn das Geschenk überreicht ist werde ich ein Bild mit Gitarre einstellen.

Edit 24.12.13:
Das Geschenk ist nun übergeben und fand großen Anklang. Habe zwei Bilder vom Gitarrenständer "in aktion" angefügt.


Rechtlicher Hinweis

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