Klappbarer Teelichthalter

Auf Pinterest teilen per E-Mail teilen IC-send-mail Drucken IC-print-circle
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

In der Nacht träumte ich irgendwas vom Verräumen unserer vielen Weihnachtsdeko (dabei haben wir die dieses Jahr noch gar nicht aus dem Keller geholt)! Unter anderem ging es darum, dass irgend ein Teil sich schlecht wegräumen ließ, da es zu sperrig für die Box war. Im Traum hatte ich die Idee für einen faltbaren Teelichthalter, der sich platzsparend verstauen lässt.

Nach dem Aufwachen hatte ich immer noch die Reste des Traums im Kopf und dachte mir: "Warum eigentlich nicht?"
Folgendes wurde aus der (geträumten) Idee.

Du brauchst

Icon my-product Icon--my-product-black-48x48
Werkzeuge
  • Dekupiersäge
  • Bandsäge
  • Bandschleifer
  • Tischbohrmaschine
  • Heißluftgebläse
  • 4 mm Holz- und 2 mm Stahlbohrer
Icon confirmation Icon--confirmation-black-48x48
Materialliste
  • 1 x Restholz | nach Belieben (siehe Plan)
  • 1 x Restholz (dunkel) | navh Belieben (siehe Plan)
  • 1 x Rundstab 4mm | Buche (mind. 25 cm)
  • 1 x Holzwachs | Wachs (nach Bedarf)

Los geht's - Schritt für Schritt

1 8

Vom Traum zum Plan

Bald nach dem Aufwachen machte ich mich daran den Traum umzusetzen. Als erstes sollte aus der Idee ein Plan werden. Ich setzte mich an den Computer, startete Inkscape und legte los.

Nach wenigen Minuten hatte ich eine Skizze fertig (Bild 1). Noch einmal kontrollieren und die einzelnen Arbeitsschritte durchgehen. Nachdem ich von der Machbarkeit überzeugt war druckte ich den Plan aus (Bild 2).

Hier kann der Plan heruntergeladen werden: klappbarer Teelichthalter

2 8

Holz vorbereiten

Aus meiner Holzsammlung suchte ich mir ein geeignetes Stück. War ein Rest eines Möbels, ich glaube aus Buche. Das Teil wurde mittels Bandsäge auf die benötigte Dicke gebracht (Bild 1), in der Breite angepasst (Bild 2) und durch die Hobelmaschine geschickt (Bild 3).

Nachdem ich mit der Glätte und Dicke zufrieden war klebte ich erst eine Schicht Paketband, danach die zurechtgeschnittene Vorlage auf (Bild 4). Nachdem ich das Werkstück auf die Länge der Vorlage zugeschnitten hatte war es bereit für die weiteren Arbeitsschritte.

3 8

Hauptteil fertigen

Ich baute mir einen Anschlag an der Bohrmaschine und klemmte das Werkstück fest. So konnten die Bohrungen für die Scharniere gesetzt werden. Ich bohrte erst von der einen (Bild 1), dann von der anderen Seite (Bild 2).

Nun konnte die Leiste in die drei Teile zersägt werden (Bilder 3+4). Ein Teil bekam mit dem 40er-Forstner das Kerzenloch angesenkt (Bild 5). Nachdem die Vorlagenreste entfernt waren habe ich die Enden mit den Bohrungen so gerundet, dass die Teile sich klappen lassen (Bild 6). Darauf achten, in welche Richtung die Teile geklappt erden, entsprechend die Rundungen machen!

Mittels 4mm Gewindestange steckte ich die Teile zusammen um zu sehen, ob sie sich problemlos in die gewünschte Position bewegen lassen (Bild 7). Das kurze Video zeigt, dass alles wie gedacht funktioniert.

4 8

Stützteile fertigen

Damit der Kerzenhalter stabil steht bekommt er seitliche Stützen verpasst. Das Holz dazu war ein Rest meiner Tischbowlingbahn und sollte einen möglichst großen Kontrast darstellen (ich weiß den Namen des Holzes nicht, aber beim Sägen riecht es nach Lakritze).

Ich zeichnete mit weißem Stift die benötigte Breite an (Bild 1) und trennte das Teil ab (Bild 2). Darauf kam die Vorlage (Bild 3). Entsprechend der Vorlage wurden zwei Bohrungen gesetzt (Bild 4) ehe das erste Teil mit der Dekupiersäge grob ausgeschnitten wurde (Bild 5). Mittels Bandschleifer bekam es seine endgültige Form (Bild 6).

Das fertige Teil legte ich auf die Leiste und bohrte das erste Loch. Ein Stück Rundstab hielt das Teil in Position wärend die zweite Bohrung gesetzt wurde (Bild 7). Auch in diese kam ein Stück Rundstab. So fixiert konnte ich die Außenkontur auf der Dekupiersäge exakt kopieren (Bild 8).
Auf dieselbe Art und Weise machte ich zwei weitere Kopien.

5 8

Bohrungen für Stützteile

Ich legte eine Stütze in ihrer ungefähren Position an. Als ich mit der Lage zufrieden war setzte ich die erste Bohrung mit einer Tiefe von ca. 5-6 mm. Durch die Stütze drückte ich ein Rundholz um sie in Position zu halten. So konnte ich die Lage der zweiten Position ermitteln und mittels Körner markieren (Bild 1). Diese Bohrung ist gut 10mm tief (Bild 2).

Ein Rundstab in der zweiten Bohrung hält das Stützteil in Position. Wenn es nach rechts geschwenkt wird lässt sich so die Position für die Bohrung der "Parkposition" ermitteln. Einfach durch den Stützteil bohren - wieder 5-6mm tief (Bild 3).

6 8

Zusammenbau

Jedes Stützteil bekommt zwei Rundhölzer eingeleimt. Eines steht an der Innenseite 10, das andere 5mm über (Bild 1). An der Außenseite sind sie plan. Die Enden werden leicht gerundet (Bild 2) und der Halter geschliffen (Bild 3).

Die äußeren Bohrungen der Scharniere (und nur diese!) bekommen etwas Leim (Bild 4), dann werden Rundstäbe als Drehachsen eingeschlagen (Bild 5).
Sind beide Achsen angebracht werden die Überstände plan abgetrennt. Das machte ich wieder mit der Deku.

Jetzt werden alle Teile gewachst. Dazu verwendete ich natürlich mein Eigenbauwachs in Verbindung mit einem Heißluftgebläse (Bild 6+7). Nach dem Polieren setzte ich die Stützen in ihrer Parkposition ein (Bild 8). Noch liegend wurden die Teile aufgeklappte und die Stützen in ihre Halteposition gesteckt (Bild 9). Der Halter wurde aufgestellt und erstmals mit einer Kerze bestückt (Bild 10).

Hier eine kleine Animation wie die Teile hochgeklappt werden.

7 8

Verschönerung

Als ich den Halter so vor mir sah war ich schon sehr zufrieden damit dass alles wie gedacht/geträumt funktioniert hatte. Auch der Kontrast der Hölzer und der Rundstäbe gefiel mir gut. Aber irgendwie war es mir noch etwas zu wenig.

Zuerst überlegte ich, in den Mittelteil ein Fretworkmotiv zu sägen. Dann fiel mein Blick auf einen Packen Zeitungspapier. Mir fiel ein, das ich von einem befreundeten Spengler einige Teile Kupfer bekommen hatte (Bild 1). Ob sich damit was machen ließ?

Ich klebte ein Stück mittels Paketband ab. Da ich noch keinerlei Erfahrungen mit Kupfer auf der Deku hatte klebte ich auf beiden Seiten Paketband (wegen Verkratzen und so) (Bild 2). Darauf kam die Vorlage.

Anmerkung:
Ich habe beim ersten Mal absichtlich ein größeres Kupferstück genommen, da ich nicht wusste, wie es sich beim Sägen verhält. In Zukunft kann ich hier natürlich Material sparender zur Sache gehen!

Mit einem dünnen Metallbohrer setzte ich die Bohrungen für die Innenschnitte (Bild 3). Die Rückseite ebnete ich indem ich mit leichten Hammerschlägen die Ausrisse flachklopfte (Bild 4).

Jetzt konnte gesägt werden. Ein Metallsägeblatt #1 hat nicht lange gehalten, so dass ich auf die nächste vorhandene Größe wechseln musste. Ein Blatt #5, eigentlich für diese Arbeit zu dick, aber ich hatte nichts anderes. Zuerst sägte ich die Schrift (Bild 5), danach die Platte auf Größe (Bild 6).

Tipp:
Im Gegensatz zu Holz ist das filigrane Sägen von Kupfer nicht so einfach, da sich die kleinen Teile verbiegen und nachgeben. Ich werde bei solchen Arbeiten in Zukunft eine dünne Platte unterlegen, die am Sägeblatt nur eine sehr feine Aussparung (kaum mehr als das Blatt) hat. Somit liegt immer möglichst viel vom Motiv eben auf und es kann sich nichts verbiegen.

Nach dem Entfernen der Vorlagenreste und des Paketbandes brachte ich mit einem 180er Schleifpapier etwas Struktur ins Kupfer indem ich der Länge nach feine Linien schliff (Bild 7).

Den Mittelteil malte ich teilweise schwarz an (wo später die Schrift zu sehen ist). Mit ein paar Tropfen Superkleber klebte ich die Kupferplatte an (Bilder 8+9).

Der Halter wird aufgeklappt. So sieht er von vorne und hinten aus wenn er verstaut wird, wobei beim zweiten Bild die Stützen nicht in ihrer Parkposition sind (Bilder 10+11).

Der Halter war nun fertig und konnte seinen ersten Test bestehen (Bild 12).

8 8

Anmerkung

Einige Stellen sind nicht 100% zu meiner Zufriedenheit ausgefallen, aber die Grundidee funktioniert!

Ich hatte mir einen Tag zuvor bei Dreharbeiten einen Einriss der rechten Bizepssehne und massive Muskelfaserrisse an beiden Oberamen zugezogen, so dass mir manche Arbeiten im Moment etwas schwer fallen.
Hoffe aber trotzdem, dass für den/die eine/n oder andere/n eine Idee dabei ist.

Ich werde jetzt auch mind. eine Woche Pause machen ehe ich meine restlichen Weihnachtsgeschenke fertig mache.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


Tags

Meinungen und Reaktionen

Wie hat dir das Projekt gefallen? Indem du deine Meinung mit uns teilst, hilfst du uns und anderen Community-Mitgliedern zukünftige Inhalte zu verbessern.