Kerzen giessen

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Hier mal ein kleines Projekt, welches zeigen soll, wie man mit wenig Aufwand und Material selber Kerzen giessen kann. Ich habe mal als Projektkosten 2,00 angeben. Das einzige was man wirklich kaufen muss, ist der Docht. Den gibt es im Bastelladen oder als Meterware auch im Kurzwarengeschäft. Alles andere fällt in jedem Haushalt regelmäßig an.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • alter Kochtopf
  • Wäschklammern
  • Hammer
  • alter Pinsel
  • ggf. altes Küchenmesser
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Materialliste
  • Viele x Kerzenreste | Wachs
  • Baumwollfaden/Docht
  • Altglas
  • Schaschlikspiese
  • Beutel/Tüten | Baumwolle/Plastik

Los geht's - Schritt für Schritt

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Wachs sammeln und schmelzen

Immer wenn eine Kerze abgebrannt ist, hebe ich die Wachsreste auf. Um dies etwas zu organisieren, habe ich mir in einem Ramschladen mal ein paar billige Gefrierdosen gekauft. Das ermöglicht es, die Reste ein wenig nach Farben zu sortieren. Kleine Plastiktüten, wie man sie oft auch in Apotheken bekommt, erfüllen den gleichen Zweck. Mit einem alten Küchenmesser werden die Reste in kleine Stücke geschnitten. Das ist nicht zwingend erforderlich, aber je kleiner die Stücke, desto schneller sind sie eingeschmolzen.

Zum Einschmelzen verwende ich einen ausgemusterten Kochtopf. Es ist wichtig, dass man mit der Temperatur sehr zurückhaltend umgeht. Macht man das Wachs zu heiss, fängt es an zu verdampfen und riecht sehr unangenehm. Als Faustregel gilt: Nur so heiss werden lassen, dass man dem Wachs beim langsamen Schmelzen zusehen kann. Wenn man das Wachs beim Schmelzen mit einem Schaschlikspiess ein wenig rührt, geht es noch etwas schneller. Eventuelle alte Dochtreste sollte man herausfischen, ich versuche die schon beim Sammeln zu vermeiden.

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Docht und "Bodenschmelz"

Für jede Kerze länge ich den Docht ab. Er muss etwas länger sein, als das Glas hoch ist. Dieser Docht wird dann als erstes im Kochtopf im geschmolzenen Wachs getränkt. Macht man das nicht, besteht die Gefahr, dass der Docht später in der Kerze ohne das Kerzenwachs verbrennt. Dann nimmt man ihn heraus, lässt ihn ein paar Sekunden abkühlen und zieht ihn dann mit den Fingern ausseinander, damit er eine möglichst gerade Form annimmt.
Jetzt wird etwas kniffelig.
An einem Ende des Dochts drehe ich eine kleine Schlaufe rein und giesse in das Glas ein wenig Wachs, maximal 5 mm hoch, ein. Der Docht wird nun mit der Schlaufe in dieses Wachsbett möglichst genau mittig eingedrückt. Mit einem Schaschlikspiess muss man da oft ein wenig nachhelfen. Sobald der Bodenschmelz aushärtet ist der Docht fixiert. Oben am Glasrand wird er mit einer Wäscheklammer in Position gehalten.

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Das Giessen

Nun kann das weitere Wachs ins Glas. Ich mache zumeist mehrere Gläser gleichzeitig und giesse in jedes immer nur ein paar Zentimeter ein. Mit unterschiedlichen Wachsfarben ergibt das ein paar schöne Schichten. Hier nochmal der Hinweis, das Wachs nicht zu heiss werden zu lassen. Sonst bekommt die Kerze nämlich einen "Trichter" rund um den Docht. Nach jeder Schicht abkühlen lassen. Jetzt bei diesem etwas kühleren Wetter geht das sehr gut auf der Aussenfensterbank.
Zu den Gläsern:
Hier sammle ich, was im Haushalt so anfällt. Die Gläser sollten eine möglichst zylindrische und hohe Form haben. Sehr gut funktionieren Senfgläser und vergleichbare Formen. Bei dieser Runde habe ich leider Gläser genommen, die relativ dickwandig sind, dass sollte sich im nächsten Arbeitsschritt noch rächen.

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Das Ausformen und Endergebnis

Wie kommt denn nun die Kerze aus dem Glas? Ganz einfach! Das Glas wird mit dem Hammer zerschlagen. Hierfür die fertig gegossenen und vollständig abgekühlten Gläser in ein Tuch, eine alte Baumwolltasche oder ähnliches legen/wickeln. Dann mit dem Hammer vorsichtig gegen die Glasseiten schlagen. Nicht zu fest, damit erstens die Hammerspitze sich nicht bis ins Wachs drückt und zweitens keine Glasplitter im Wachs stecken bleiben. Gegen den Glasboden zu schlagen, sollte man lassen, der ist meist zu dick. Dann kann man die Kerze vorsichtig entnehmen, passt auf eventuelle Glassplitter auf! Meine Gläser waren diesesmal eigentlich zu dickwandig und liessen sich nur mit viel Gewalt (mehr als ich wollte) zertrümmern. Trotz aller Sorgfalt und der Tatsache, dass ich dabei Handschuhe getragen habe, bohrte sich ein verirrter Splitter in meinen Zeigefinger. Also seid bitte vorsichtig, wenn ihr das hier nachzumachen versucht!!!
Mit einem alten Pinsel befreie ich die ausgeformten Kerzen von kleinen Glasplittern und dem weislichen Glasmehl.
Der obere Rand der Kerze steht oft ein wenig über, das kann man mit einem erwärmten Messer begradigen, muss man aber nicht. Den Docht muss man noch auf die richtige Länge abschneiden. Und schon ist die Kerze fertig. Sowas eignet sich auch als Geschenk und das Kerzengiessen ist gerade in der kalten Jahreszeit auch eine Sache, an der Kinder Freude haben können (natürlich nur unter Aufsicht!).


Rechtlicher Hinweis

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