Intarsie Edelholz Gutenberg

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    100 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Um die kalte Jahreszeit zu überbrücken, habe ich mich vor einigen Wochen an diese Intarsie gesetzt. Diese alte Technik hat leider den Ruf, etwas "altbacken" zu sein und das Wissen darüber wird leider kaum noch weitergegeben. Man kennt diese aufwändigen Handarbeiten meist von antiken Möbelstücken des Barocks etc. oder findet sie noch in einigen Kirchen.
Zum Motiv: Gewählt wurde von mir ein Portrait von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des modernen Buchdruckes und damit ein großer Pioniergeist seiner Zeit.
Um das Portrait herum habe ich frei nach alten Vorlagen des 15. Jahrhunderts einen Rahmen in Form einer Fensterlaibung konstruiert, um dem ganzen eine perspektivische Wirkung zu verleihen.
Auf dem momentanen Titelbild seht ihr die nahezu fertig zusammengefügte Einlegearbeit in seiner Negativform, das heißt, das Bild wird mit der jetzt sichtbaren Seite auf eine Trägerplatte geleimt und erscheint dann spiegelverkehrt.
Weiterhin stehen nun weitere Arbeitsschritte aus, wie zum Beispiel das Auskitten der Fugen, das Aufleimen auf die Trägerplatte, der Schliff, das Gravieren der feinen Linien, Schattieren mittels Brandtechnik, Highlight- und Buchstabensetzung mit Blattgold und eventuelle Arbeiten mit Perlmutt. Da ich das Perlmutt aus eigenen leeren Teichmuschelgehäusen gewinnen will, ist der Erfolg noch nicht sicher.
Ich halte euch gerne auf dem Laufenden!

Ich hoffe weiterhin auf konstruktive Vorschläge und Fragen hier im Forum,
am liebsten natürlich zur Machart oder gerne auch Kritik zum Projekt.
Die Veröffentlichungsrichtlinien sind mir nun ausreichend verdeutlicht worden und Endbewertungen zu dem gerade begonnenen Projekt habe ich auch schon bekommen

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Exzenterschleifer
  • Skalpell
  • Fadenmesser
  • Schneidunterlage
  • Schere
  • Furniersäge
  • Pinzette
  • Lineal
  • Dekupiersäge
  • Backofen ( zum Andunkeln des Furniers )
  • Prilwasser ( Gleitmittel für das Schneiden )
  • Füge-Klebeband
  • Schwamm
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Materialliste
  • 10 m x Furnier- Fügeband | Papierklebestreifen
  • Furnier | Makassar- Ebenholz
  • Furnier | Riegelahorn
  • Furnier | Mahagoni, Khaya, Pyramide
  • Furnier | Kirschbaum
  • Furnier | Zebrano
  • Furnier | Ovengkol
  • Furnier | Palisander, Rio, FSC- zertifiziert
  • Furnier | Cedro
  • Furnier | Mooreiche

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vergolden und Gravieren

Ein wenig Blattgold landete auf der Patritze von Johannes G, in Form des Buchstaben "A" nach einer Vorlage aus seiner wohlbekannten 42- zeiligen Bibel.
Diese, zu sehen im Vordergrund, erhielt von mir noch ein originalgetreues Karo in Gold und zu guter Letzt erhielt der gute Herr noch goldene Knöpfe.
Das Applizieren dieses Materials stellte ich mir leichter vor, da die Anlegemilch exakt an den richtigen Stellen aufgetragen werden muss.
Kleider und Körper wurden sanft graviert, um Faltenwürfe und Bart etc. plastischer darzustellen.
Ganz gut zu sehen sind die Gravuren auf den Handknöcheln auf dem Foto.

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Motivauswahl

Zu Beginn des Projekts stand das Portrait dieses ziemlich bekannten Mannes im Raum, welches ich zwecks Langeweile und dem passend dazu stattfindenen Reformationsjahres 2017 gerne in Holz umsetzen wollte

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Die Holzauswahl

Da ich zudem noch viele Furnierreste aus vergangenen Projekten und zum Erstellen einer Furniermustersammlung besessen habe, wählte ich die passenden aus meinem Vorrat aus und besorgte mir bei meinem Holzhändler des Vertrauens die restlichen Sorten.
Die Stärken der Furniere variieren ein wenig, allerdings sollte kein Starkfurnier dazwischen sein!
Ansonsten stellen die geringen Unterschiede bei genügend Pressdruck kein Problem dar.

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Der Zuschnitt des Portraits

Zunächst nahm ich mir einen alten Schubkastenboden ( oder auch eine Schrankrückwand ) zuhilfe. Diese dünne Platte diente mir dazu, das gemalte Motiv auf dem Papier aufzukleben. Unter dieser Platte befanden sich drei Furnierarten übereinander gelegt. Zu guter letzt folgte eine weitere Schicht der dünnen Platte und das ganze wurde mit stabilem Klebeband von außen herum dicht zu einer Art Sandwichplatte verklebt.
Dann kam das Ganze auf die Dekupiersäge mit einem feinen Blatt und die Umrisse wurden ausgesägt.
Hat man die Umrisse ausgesägt, erhält man bei drei Furnieren gleich drei Intarsien.
Ich stellte mir die gewünschte Farbkombination zusammen und behielt die restlichen Teile als Ersatzteile.

Tipp: Wer den Sägetisch etwas schräg stellt, bekommt kleinere Fugen.
Und: Niemals mit laufender Säge anhalten! Der Schnitt wird immer größer...

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Das Fügen

Hat man alle Teile für die innere Intarsie zusammen und gegebenenfalls fehlende Bruchstücke und große Lücken per Handfertigung geschlossen, wählt man nun die sichtbare Seite aus.
Diese wird mit dem Fügeband, einer Art Briefmarkenpapier auf der Rolle, verklebt.
Im Klartext: Die am Ende sichtbare Seite ist die mit dem Fügepapier,
  Daher ist die Schriftgestaltung in Intarsien spiegel- und seitenverkehrt zu fertigen!

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Der Rahmen

Um ein perspektivisches Bild zu fertigen, entschied ich mich eine Art Fenster samt Bank, Flügeln und Sturz um Johannes Gutenberg herum.
Die geraden Stücke können wahlweise mit einer scharfen Schere, dem Skalpell oder einer Furniersäge geschnitten werden, für runde oder geschwungene Teile empfehle ich ein Fadenmesser, benutzt wird dies in Krankenhäusern. Liebe Ärzte, hiermit entschuldige ich mich für die Zweckentfremdung

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Das Kitten

Damit der Leim bei dem Pressen nicht durch die Fugen tritt, ist das Auskitten ratsam.
Da ich eine niedrige Presstemperatur ( etwa 50 Grad Celsius ) geplant habe, konnte ich mich ruhigen Gewissens auf gewöhnlichen Wachskitt in verschiedenen Farbtönen verlassen.
Es ist darauf zu achten, dass die Farbtöne des Wachses mit denen des lackierten Furniers übereinstimmen.
Etwas Anfeuchten zum Farbabgleich hilft ungemein

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Verleimen, Entfernen des Fügebandes, Schliff

Das Verleimen gelang mit dem gewöhnlichen Weißleim, einem Zahnspachtel und ca. 30 bar Druck bei 50 Grad auf der Furnierpresse.

Die Trägerplatte ist ein Stuck Pappelsperrholz mit etwa 6 mm Dicke, die Rückseite wurde mit schlichtem Furnier als Gegenzug beschichtet.
Das Fügeband hatte nun seinen Zweck erfüllt und wurde mit Wasser eingeweicht, um besser mit einem Kunststoffspatel abgekratzt werden zu können.


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