Benchcookies - Ich will Keeeesksssöööhhh

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Ich wollte ja mal solide ein schön beschriebenes Projekt raushauen. Fing auch damit an, seriös Schritt für Schritt aufzuschreiben, mochte das aber selber irgendwie nicht glauben, wie planvoll toll sowas aussehen kann…

Der Anfang war ein anderer:

Ich darf mir zu Weihnachten wirklich tolle Sachen wünschen. Vorschläge von der Frau dazu eingeholt (Zitat: „Was hältst Du vonner professionellen Zahnreinigung? Oder ein neues Parfüm?“) und Stinkie Ruesay-Stinkman lässt in der Feiertagswünsche-Trommel rühren. Nach einer wohl überlegten Spontan-Zweiwort-Kriegserklärung („Geht’s noch?“) begab ich mich auf die Suche nach dem, was alle anderen schon haben. Dann stieß ich zum hundertsten Mal bei „Iiieeh-Bääääh“ auf Bench cookies. Schick-schnittiges Design gepaart mit Multi-Funktionsfunktionalität. Die sollen das Weghoppeln von Werkstücken bei der brakkeligen Bearbeitung verhindern.

Zusatzfunktion nachrüstbar: kreisrund-spitz zulaufende Vollplastik-Kopfbedeckungen, damit man diese als punktuelle Lackierhilfe nutzen kann.

Kostenpunkt: verdaaammmmt teuer für jeweils vier oder acht Krümeleinheiten. Zudem kann man aus „mit und ohne Aufbewahrungsmöglichkeit“ in Form eines schwarz lackierten Weissblech-Regals wählen.

Kostenpunkt dann: Nochmals mehr teurer! Und die „Bank Kekse“ dann auch noch ummantelt in der stylischen Farbe von denen, die nächstes Jahr vor der Glotze sitzen, wenn der laszive Lederball durch Frankreich geschubst wird.

Da ich relativ oft lackiere und mir immer wieder Holzkonstruktionen ausdenken musste, damit ich viele Teile gleichzeitig im Keller bepinseln konnte, wollte ich die haben. Wie konnte ich diesen Weihnachtswunsch im Austausch gegen die Feudelaktion unserer langjährigen dentalen Spachtelgehilfin in meinem persönlichen Esszimmer abwenden (Ma‘ ehrlich: wer lässt sich so eine Gesichtsabschnittsvollsanierung zum „Fest der Liebe und Besinnlichkeit“ schenken?)?

Ich stand wieder mal allein sinnierend im Keller und hab die Grübelgrütze angeworfen. Muss doch machbar sein, die Teile mit ordentlicher Handarbeit selber herzustellen und somit die Chancen auf Nummer zwei von der Weihnachtswunschliste zu erhöhen (Orginal Kreg jig!).

Und anscheinend haben sich die zwei verbliebenen Synapsen in Symbiose gepaart und was Gutes rausgehauen… Aber seht selbst.

Randnotiz: Die Nachbau-Idee ist hier als Projekt schon vorhanden, somit nichts Neues. Allerdings habe ich meine Keksöööh anders hergestellt und mit der „Lackier-Lasier-Streich-doch-was-du-willst“-Funktion“ aufgepimpt! Plürps!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
  • Tellerschleifer
  • Allzwecksauger
  • Schleifklotz
  • Cuttermesser
  • Haushaltsschere
  • Holzzwingen ohne Ende
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Materialliste
  • 3 x Kiefer-Schichtholz | Kiefer (600x90mm)
  • 22 x Anti-Rutsch-Unterlage | Tartanbahn-Belag (100x160mm)
  • 40 x Regalbodenträger | Eisen (?) (4,5 x 24mm)
  • 20ml x Kontaktbleber | 2-K-Mumpe (zähflüssig)
  • 8 m x Panzer-Tape | Gewebeband (40mm breit)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zuschnitt und Kreise aussägen

Ich habe mit listiger Leichtigkeit eine Platte von Kiefer-Schichtholz im Keller gefunden. Da die Rutsche-Verhinderer im Original einen Durchmesser von 70mm haben, kann man hier die Maße ruhig klauen.

Nach dem Zuschnitt der Streifen von der Platte (ohne vorher auszumessen, wie lang diese ist! Weil ich ja so cleeevvvveeerrr bin!) drei Streifen á ca. 600mm Länge mit einer Breite von 90mm zugesägt und zum Löchern mit einem neu erworbenen Lochbohrer (70mm) frech-frivol die Kreisrunden raus gelöst.

Ich kam auf die krumme 21 als Stückzahl hinaus. Dämlich, wenn man nicht mal eben den Taschenrechner rauszwurbelt und kurz die Eckdaten zum Multiplizieren eintickert…

Schönreden: „Konfuzius sagt, wenn man Dinge 21 Mal in seinem Leben sagt oder macht, vergisst man diese sein Leben lang nicht!“

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Entgraten der Kekse

Das ging relativ fix, da ich das ja nur 42 Mal machen musste (vergesse ich doppelt nie wieder in meinem Leben!). Ein Stück 120er- Schleifpapier von der Rolle auf dem Werktisch festgeklebt und die Cookies darüber abziehen.

Das nächste Mal, wenn ich sowas machen muss, klebe ich das Papier mit doppelseitigem Klebeband auf der Werkbank fest. Dann löst sich das auch nicht ständig.

Schönreden: „Konfuzius sagt, der Dumme lernt aus seinen Fehlern, der Kluge aus den Fehlern der anderen“.

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Bekleben mit Anti-Rutsch-Belag

Jetzt wurde es lustig! Also, für mich. In meiner kleinen 4-Quadratmeter-Butze den Kraftkleber ausgepackt und Kleben fühlen lernen…

… wuff, in dem Kontaktkleber-Muff konnte ich nach kürzester Zeit die mitlaufende Musik aus dem Radio schmecken. Alle Maler fliegen hoooochhh! Seidig-glänzende Glitzersterne umgaben die eingestrichenen Holz-Rundlinge!

Den Belag hatte ich im Drive-Inn beim Bauhaus an der Kasse gefunden. Je Stück 0,50 Euro. Maße sind 100 mm breit x 160mm lang. Von der Dicke her sind die Dinger 4mm. Um Längen besser, als die Kofferraum-Anti-Rutschmatte, die ich bisher genutzt habe und die eigentlich viel zu dünn ist.

Also das rohe Holz zweimal mit Kontaktkleber bestreichen, ebenso den Belag. Die Abluftzeiten von ca. 10 Minuten eingehalten. Danach dann zielsicher (was bei dem „Schwips der Sinne“ nicht ganz so einfach war) jeweils zwei Holzkekse auf einen Beleg per Hand gedrückt. Von der anderen Seite gleiches schummeriges Schauspiel und dann zwischen zwei Brettern fest verpressen. Presszeit in meinem Fall: 18 Stunden, da das Delirium bei mir vorher nicht abgeschwollen war…

Schönreden: „Konfizius sagt, Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

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Ausschneiden und hübsch machen

Die ersten Kekse habe ich noch umständlich mit dem Cuttermesser versucht bündig zu schneiden. Fummelige Friggelei.

Dann habe ich bei den anderen eine scharfe Schere benutzt. Trotzdem schneidet man niemals wirklich gut. Also habe ich die bebackten Rundlinge nach dem zackigen Ausschneiden auf dem Tellerschleifer glatt geschliffen und auch der Belag lässt sich damit (240er Schleifpapier) wunderbar bündig anpassen.

21 Mal den Kreisdreher gemacht. Schhhhöööönnnnn!

Schönreden: „Konfuzius sagt, Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen!“

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Holzbearbeitung

Wollte ich wirklich Orange-Lack als Lackierung? Nö!
Wollte ich Hart-Öl nehmen? Nö!
Klarlack? Nö!
Arbeitsplatten-Öl? Nö!


Um den Belag an den Kanten nicht so anfällig gegen mich Holzamateur stehen zu lassen, habe ich Panzerband gekauft (20 Meter kosten 6 Euro) und habe jeden Cookie damit zweimal umwickelt. Datt haftet wie dat Hilton anner Handtasche!

Unten bündig angesetzt und den Überstand des Tapes oben dann wieder versucht bündig abzuschneiden. Das war nicht perfekt geschnitten in meinen Augen. Trotzdessen ich nach jedem Cookie die Klinge abgebrochen habe, so hatte ich kleine Überstände.

Ergo, testen, ob ich diese Überstände des Panzer-Gewebebandes mit 180er Schleifpapier „entgraten“ konnte. Und, es ging wie dummig! Nach dem Schleifen jeden der 21 Cookies nochmal von beiden Panzerklebebandseiten fest nachgedrückt und da bewegt sich nie wieder was. Nebeneffekt: das Klebeband verhindert zusätzlich, dass sich der Belag mal abhebt.

Schönreden: „Konfuzius sagt, wenn die Menschen nur von dem sprächen, was sie verstehen, würde bald ein großes Schweigen auf der Erde herrschen.“

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Zur Lackierhilfe umbauen

In diesem jetzigen flachen Zustand sind die Werkstatt-Pucks unbrauchbar, um meinen Bretters als Auflage zum Lackieren zu dienen. Nun musste ich überlegen, wie ich die Spitzen zum Ablegen installiere. Diese sollten abnehmbar sein.

Aber auch für kleine Werkstücke oder Leisten geeignet sein. Kleine Schrauben? Geht nicht gut, da der Aufwand zum wieder raus drehen zu hoch sind. Zudem Fummelei, jedes Mal die exakt gleiche Höhe der Schrauben hinzubekommen. Musste ich jetzt schon so oft machen, dass mein Gesichtsteppich bartgrau angesetzt ist.

Gucken, wie machen die Hersteller denn das? Da ist auf dem Plastikaufsatz ein Zentrierdorn. Also, in der großen Restekiste gekramt und… Regalbrett-Halter gefunden. Nur meine waren zu lang. Im Baumarkt dann 40 Stück für 4,40 Euro gekauft. 24mm lang.

Zuhause auf einem Reststück getestet, wie tief muss ich denn in den Keks bohren? 12mm ist gut. Beim ersten Testbohren mit der BPD40 dämlicher weise 1,2mm eingestellt und mit am Kopf kratzender Verwunderung doch noch auf die richtige Länge hinaus gefunden.

21 Löcher mit Vorrichtung auf dem Bohrtisch mittig in die 21 Glückskekse gebohrt und feuchtfröhlich gefreut. Funktioniert. Aber nur für große Teile. Und dafür braucht man dann immer vier Kekse. Ich wollte aber auch mal eine Leiste oder kleine Teile ablegen…

Schönreden: „Konfuzius sagt, Lernen ist wie rudern gegen den Strom - wer aufhört, treibt zurück.“

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Für Kleines, Großes und ein Fazit

Damit ich auch Leisten darauf ablegen kann, habe ich noch zwei weitere Löcher in die Kekse gebohrt. Knapp jeweils 10mm neben dem zentrierten Mittenloch. Leiste als Test drauf. Haut hin. Kippelt nicht und ist bei zärtlicher Zuneigung beim Ablegen auch sehr gut einsetzbar.

Fazit: Die Eigenherstellung ist nicht schwer. Die Einsparung gegenüber den industriell gefertigten Bench-Cookies schon ordentlich. Und den Spaß, mit dem Kontaktkleber rummanschen zu können, kann mir keiner mehr nehmen!

Schönreden: „Konfuzius sagt, Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“

Euch weiterhin gutes Gelingen!


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