Holzunterstand aus 78 Konstruktionslatten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Ein guter Freund wollte einen Holzunterstand für möglichst wenig Geld. Und stabil sollte dieser Unterstand auch noch sein. Da wir bei ihm daheim (und das ist 300 km von meinem Heim entfernt) arbeiten wollten, hate ich auch keine große Lust, meine halbe Werkstatt mitzunehmen. Ich wollte nur meine Handsäge und die elektrische Kappsäge einsetzen (und natürlich einige Schrauben nebst Akkuschrauber), außerdem den Exzenterschleifer. Als Ergebnis ist ein Holzunterstand mit einer Grundfläche von knapp 2 qm und eine Höhe von ebenfalls etwa 2 m entstanden. Die Materialkosten sind inklusive 2,5 Liter Dauerschutzlasur berechnet.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Akku-Schrauber
  • Handsäge
  • PU-Leim
  • Schrauben
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Materialliste
  • 78 x Konstruktionslatten | Fichte/Tanne (28 mm x 48 mm x 2000 mm)
  • 2 x Rauhspundpakete | Fichte/Tanne (96 mm x 3000 mm)
  • 2 x Pakete Dachschindeln | Bitumenpappe (Paket reicht für 2 qm)
  • 300 x Schrauben | Edelstahl (3 mm x 35 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Rahmenkonstruktion herstellen

Ich habe hier einfach aus je einer durchgehenden Latte und entsprechend abgelängten Stücken einer zweiten Latte eine Art Kreuzüberblattung hergestellt (Bild 1). Die Teile habe ich dann mit PU-Leim (quillt gut auf + ist wasserfest) und Spax-Schrauben aus Edelstahl verbunden. Resulat: 3 Rahmenkonstruktionen mit 48 x x48 mm Rahmenholtquerschnitt (Bild 2). Da die Rahmen ein Gefälle haben sollen, damit nachher der Regen vom Dach abfließen kann, sind die vorderen Teile ein wenig kürzer. Um die Auflagen für die Dachplatten anbringen zu können, wird am oberen Ende die durchgehende Latte und das Passstück (um 48 mm versetzt) mit einem 7-Grad-Gehrungsschnitt versehen.
Analog werden die waagerechten Verbindungsstücke hergestellt, die mann dann mit den senkrechten Stücken überblattet und zu einem Trägerrahmen verleimen kann (Bild 3). Diese Rahmen habe ich dann nach dem Streichen mit Bläueschutz + Holzlasur einfach an der Hauswand auf zwei Klinkersteine als Basis aufgesetzt, nach dem senkrechten Ausrichten mit je zwei langen Schrauben befestigt und mit einer weiteren Dachlatte am vorderen Dachüberstand ausgerichtet (Bild 4). In Bild 5 siehr man nochmal im Detail meine "Kreuzüberblattung".

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Seiten verkleiden + Dach draufschrauben

Jetzt werden die Seitenwände ebenfalls mit den Dachlatten verkleidet. Den Abstand kann man errechnen, indem man vom Abstand zwischen den äußeren senkrechten Verbindern die Breite der gewünschten Anzahl aufzuschraubender Latten subtrahiert und das ganze durch ebendiese Anzahl an verwendeten Latten +1 teilt. Beim Verschrauben trotzdem ein wenig Augenmaß walten lassen ... auf 0,5 mm genau arbeite ich im Garten nicht unbedingt.
Aufgrund der Dachschräge stehen die Latten oben ein wenig über; diesen Überstand habe ich einfach mit der Handsäge bündig zum Rahmen abgesägt. Unten sind die Verkleidungslatten um 10 Grad nach innen (!) abgeschrägt (kontruktiver Holzschutz: Das Wasser hat so eine Tropfkante und kann so besser abtropfen).
Nun wird auf das Ganze noch der Rauhspund als Dachgrundlage aufgeschraubt. Da die Konstruktion etwa 2 Meter breit ist, ein Rauhspund brett aber 3 m misst, habe ich immer ein 2 m-Rauspundbrett + 2x 1 m-Rauhspundbrett verschraubt; die Naht in der Mitte ist genau über dem mittleren Trägerrahmen, so dass man sie von unten nicht sieht.
Zum Schluss je eine Dachlatte links und rechts unter den Rauhspund als Dachabschluss schrauben ... fertig ist der Rohbau.

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Fußboden einbauen

Auch der Fußboden besteht aus einem Lattenrost der bereits reichlich verwendeten 24x48 mm Latten. Im Prinzip werden durchgehende Querlatten als Fußboden auf 4 Trägerlattenstücken rechtwinklig verschraubt. An den Ecken, wo der Rost auf die Trägerrahmen trifft, wird einfach das ganze ausgespart. Jetzt lässt sich der Rahmen in den Rohbau einlegen. Ich habe ihn an den Ecken mit jeweils einer Schraube an den Trägerrahmen verschraubt.

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Dachpappe draufkleben

Um das Dach regenfest zu machen, habe ich fertige Bitumenschindeln in Lagen auf das Dach geklebt (Fotos dazu sind leider im Nirwana verschwunden). Vorher habe ich die Rauhspund bretter allerdings noch vorsichtig (!) mit dem Brenner erhitzt und die Holzporen verschlossen; ich denke, dass die Oberseite dadurch noch etwas feuchtigkeitsresistenter ist. Das Handling ist ganz simpel und auch für Nichtdachdecker wie mich durchführbar. Ich habe den Abschluss zur Hauswand auf Anraten des Baumarktes meines Vertrauens mit "Schwarzem Blocker" (einer richtig fiesen Bitumenmasse aus der Kartusche) versiegelt. Und gerade als alles fertig war, fing's natürlich an zu regnen ... und ich konnte schön trocken unter dem neuen Dach stehen; der Regen kommt nicht ganz beim Fußboden an. 

Fazit: Trotz einfacher Ausgangangsmaterialien (es sind ja nur 78 gleiche Konstruktionslatten und 2 Pakete Rauhspund) hält das Ganze immerhin locker 200 kg Masse (genau: 2 Erwachsene mit Werkzeug und Co) auf dem Dach aus, ohne auch nur nach rechts oder links zu wackeln oder irgendwie unschön zu knarzen oder zu knacken. Richtg stabil wird das Ganze aber erst durch die wasserfeste Verleimung der Trägerrahmen; nur eine Verschraubung bringt es mit Sicherheit nicht.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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