Holzpfeile - wohin damit?

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Wie jeder weiß, kann ein Bogen noch so schön oder technisch gelungen oder beides sein, ohne richtig gute Pfeile ist er gar nichts. Außerdem haben Holzpfeile, die man beim traditionellen Bogenschießen verwendet, die dumme Eigenschaft, dass sie nur zu gerne zerbrechen, wenn man nicht ordentlich mit ihnen umgeht.
Daher war ich letzte Woche fleißig und habe einen Satz Pfeile gebaut (Bild).

Doch dies ist nicht das Projekt, sondern die Beantwortung der Frage: Wohin damit? In einen Köcher, na klar. Aber in welche Art von Köcher?
Das war leicht zu beantworten. Wenn man schon traditionelle Bögen baut, wie etwa diesen oder besonders jenen, dann auch entsprechende Köcher. Und es ging nicht um diesen, sondern um jenen Bogen, gebaut aus amerikanischem Osage-Orange-Holz, benannt nach den Erfindern dieser Bogenart, nämlich den Indianern vom Stamme der Osage, einem Stamm der Plains-Indianer aus der großen Familie der Sioux.

Damit war aber auch festgelegt, dass (weitgehend) natürliche Materialien verwendet werden sollten und die Optik entsprechend ausfallen muss.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Scharfes Messer
  • Lochpfeife
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Materialliste
  • Rindsleder
  • Lederschnüre
  • 2 x Nieten
  • Klebstoff
  • schmückendes Material

Los geht's - Schritt für Schritt

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Schärfen der Außenhülle

Da man Büffelleder bei uns eher selten erjagen kann, wird ein Stück Rindsleder als Ersatz genommen (Bild 1). Vor der Weiterverarbeitung muss das 3-4 mm dicke Leder an den Kanten mit einem scharfen Messer schräg beschnitten werden, da es sonst nach dem Zusammenfügen zu stark auftragen würde (Bild 2 und 3).

Man nennt dies Schärfen und das Endergebnis sieht dann so aus: (Bild 4).


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Der Boden

Nun taucht plötzlich die Spreekönigin als dienstbarer Geist auf (Bild 1).
Aber wozu?
Sie will als Vorlage für den Boden dienen (Bild 2).

 Es gehört zur Natur von Pfeilen, am vorderen Ende sehr spitz zu sein, doch dem kann abgeholfen werden.In gleicher Größe wird ein Kreis aus Holz gesägt, der als Verstärkung dem Lederkringel aufgeleimt werden soll.

Aber: bei einer ersten Probe erweist sich der Radius des Bodens als zu klein. Also wird gestückelt (Bild 3 und 4). Im zweiten Anlauf erhält der Boden seine endgültige Form (Bild 5) und kann ohne viel Aufhebens in die Hülle eingeleimt werden (Bild 6).


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Fertigstellen der Röhre

Aus einem flachen Stück Leder wird nun schrittweise eine Röhre (Bild 1).
Bevor die Form aber gänzlich geschlossen wird, bekommt sie noch eine Aufhängung in Gestalt von Gürtelschlaufen verpasst.

 Diese müssen die Röhre so halten, dass deren unteres Ende beim Gehen nicht ständig gegen das rechte Knie klopft. Auf Dauer wäre das zu lästig, und außerdem sollen Schützin oder Schütze die Pfeile bequem entnehmen können - also Schrägstellung des Ganzen (Bild 2 und 3).
Natürlich verfügten die Indianer nicht über Nietenzangen, aber dies ist ein erster Kompromiss, der um der Stabilität willen geschlossen wurde.
Oder vielleicht sogar ein zweiter, denn ob die Verklebung von Boden und Röhre mit Birkenpech erfolgte, wird nicht verraten.

Die Aufhängung wird (zur Zierde) noch mit zwei Lederriemen verstärkt.

Das Zwischenergebnis sieht jedenfalls so aus, wie Bild 4 es zeigt. Die Schrägstellung am Gürtel möge man sich vorstellen.

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Verzierungen sind Geschmackssache ...

Was noch fehlt, ist eine zünftige Naht längsseits und einige Verzierungen, die den Ursprung des Köchers unterstreichen.

Mit einer Lochpfeife werden also Löcher gehämmert (Bild 1) und diese mit einer Lederschnur durchflochten (Bild 2).

Ein freundlicher Waschbär stiftet seinen Schwanz, eine nicht minder freundliche Indianerin zwei Perlenstickereien - und fertig ist der Köcher - jedenfalls für den Moment (Bild 3).
 
Wer weiß, was sich noch an stilechten Zierelementen finden wird.

Und die Pfeile haben jetzt endlich eine Heimat gefunden.


Rechtlicher Hinweis

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