Hobelbank reloaded - Teil 3 Arbeitsplatte

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Der dritte und letzte Teil des Projektes „Hobelbank reloaded“ befasst sich mit dem wohl wichtigsten Teil, der Arbeitsplatte. Die vorhandene Platte war schon ziemlich in die Jahre gekommen, alles wackelte und keine Fuge war mehr so richtig dicht. Dazu war die Oberfläche auch recht lädiert und die Kanten wurden irgendwann mal stark abgerundet, was sehr störte. Diesmal blieb es nicht aus, dass ich Material hinzu kaufen musste um alles anständig herzurichten.
Bei der Beschreibung und den Bildern habe ich mich aufs Wesentliche beschränkt, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Die Kosten für das verwendete Buche-Multiplex 19mm und das Hartöl lagen bei ca. 50,-€.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Schlagbohrmaschine
  • Tischkreissäge
  • Oberfräse
  • Akku-Schrauber
  • Nusskasten
  • Schleifer
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Materialliste
  • 1 x Buche Multiplex 19mm (ca 1,5m²)
  • 1 x 0,75l Hartöl

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangszustand

Zunächst musste die Platte in ihre Einzelteile zerlegt werden, da ja eine Komplettüberholung anstand. Jetzt wurde klar, dass mehr Teile repariert oder ausgetauscht werden müssen, als ich vorher angenommen habe. Auf den Bildern ist der recht desolate Zustand ganz gut erkennbar.

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Schatzsuche

Jetzt nahm ich mir den Hauptteil der Platte vor, um sie auf Einschlüsse, wie Nägel etc. zu untersuchen. Meine Bemühungen wurden reichlich „belohnt“ und ich machte viele Funde, welche ich anschließend aus der Platte herausoperierte. Dabei stellte sich heraus, dass ein einfaches Abschleifen nicht ausreichte, die Plattenoberfläche wurde offensichtlich schon mal abgetragen und ist in ihrer Gesamtheit nicht mehr eben und zu den Ecken hin sogar regelrecht schief.

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Planfräsen

Also blieb nicht anderes übrig, als einen Weg zu finden, die Oberfläche wieder plan zu fräsen. Dabei waren ein paar Bosch-Profile sehr hilfreich, um mir einen Frässchlitten herzustellen, Als Auflage-Führung dienten mir zwei Aluminium-Richtscheide. Die Referenzpunkte zum Ausrichten der ganzen Geschichte fand ich an der Unterseite der Platte, da sich diese noch im Originalzustand befand
Das abschließende „Feintuning“ der ganzen Vorrichtung hat ca. 2 Stunden gedauert.
An der höchsten Stelle (Ecke) fing ich also an, ca. 3mm abzutragen und fräste bis keine Spanabnahme mehr erfolgte. Danach wiederholte ich die Aktion mit weiteren 3mm und auch noch ein drittes mal mit 2mm so dass ich letztendlich die gesamte Platte abgefräst habe.
Die Seitenteile der Platte passte ich mit Übertragungsplatte und Oberfräse der Oberfläche an.

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Begradigung

Der nächste Schritt ist die Begradigung der hinteren Kante der Arbeitsplatte, an welcher das Bankfach anschließt. Dazu diente mir ein Richtscheid und die Oberfräse, mit welcher ich nach mehreren Durchläufen die hintere Kante wieder auf Linie brachte.

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Führungsschienen

An der Unterseite der Platte habe ich die Befestigung der Führungsschienen für die Seitenzange vorgenommen. Da diese schon ziemlich stark wackelten und nicht mehr leichtläufig waren, musste ich mit dem Grundhobel etwas Material abtragen, damit die gesamte Aufhängung der Seitenzange weiter nach oben kommt. Die Schienen habe ich vorher gründlich gereinigt und mit neuem Fett versehen. Die Schraublöcher waren leider komplett ausgeleiert, so dass die Schrauben nicht mehr richtig hielten. Deshalb habe ich die Löcher auf 10mm aufgebohrt und mit entsprechenden Dübeln verschlossen. Später habe ich an gleicher Stelle wieder neue (natürlich kleinere) Löcher gebohrt, so dass die Holzschrauben jetzt wieder bombenfest greifen.

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Aufdoppeln

Da ich bis zu 8mm von der Platte runtergefräst habe, musste die Oberfläche wieder verstärkt werden.
Dazu besorgte ich mir 19mm Buche-Multiplex und schnitt diese mit etwas Überstand zu. Zusätzlich benutzte ich noch Flachdübel (auch Lamello genannt) um eine genaue Fixierung zu gewährleisten und ein späteres Lösen der Platte zu verhindern. Die ganze Geschichte hab ich dann vollflächig verleimt und 2 Tage verspannt. Die anderen Teile, welche ebenfalls zur Arbeitsplatte gehören wurden natürlich auch aufgedoppelt.

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Aufdopplung anpassen

Nach den Ausspannen der Platte wurden mit der Oberfräse die überstehenden Kanten plangefräst und die Löcher der Bankhaken wieder hergestellt.
Die Nute für den neuen Boden des Bankfaches wurden auf 6mm aufgefräst.

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Austausch und Neuanfertigung

Einige Teile waren so schlecht, dass sich das Aufarbeiten weniger lohnte, als eine Neuanfertigung. Dazu zählte z.B. die Rückwand des Bankfaches welche jetzt ebenfalls aus Multiplex besteht und mit Fingerzinken an die originalen Teile angepasst wurde. Auch die Andruckplatte der Vorderzange wurde durch eine neue aus 24mm Buche-Multiplex ersetzt.
Weitere Neuteile sind neben den alten auf den Bildern zu sehen.
Die noch guten Originalteile wurden gründlich abgeschliffen und von ihrer Patina befreit. Schwierig war es allerdings beim Frontteil der Vorderzange, da ich den originalen Schriftzug gerne beibehalten und wieder restaurieren wollte.

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Fertigstellung

Bereits vor dem endgültigen Zusammenbau wurden sämtliche Holzteile ordentlich mit Hartöl versehen. Die einzelnen Teile der Platte sind nicht miteinander verleimt, sondern „trocken“ zusammengefügt, durch die originale Verschraubung hält alles bombenfest. Alle Metallteile wurden vorher gereinigt, die Drehspindeln wurden mit schwarzem Lack überzogen (selbstverständlich nicht die Gewinde!) und neu gefettet. Die Platte musste allerdings noch mehrere Male mit Hartöl behandelt werden bis die Oberfläche endlich gesättigt war.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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