Heimkino Extrem

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    999 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Seit gut 2 Jahren bin ich dabei, mir meinen Traum zu verwirklichen und stehe kurz vor der Vollendung.

Ein eigenes Heimkino.
Zur Geschichte, wie man überhaupt auf so etwas abgefahrenes kommt. ;-)

Als wir noch kein Haus hatte, war das Heimkino (Beamer + Rolloleinwand + 5.1 Anlage) im Wohnzimmer integriert. Das ist nicht wirklich optimal.

Mit dem Hausbau war klar, dass das Heimkino nicht mehr im Wohnzimmer integriert wird, da hier immer Kompromisse eingegangen werden müssen. Im Keller haben wir von Anfang einen extra Raum dafür vorgesehen. Zum Glück ist meine Frau genauso Film begeistert wie ich selber und hat mich zu jeder Zeit voll unterstützt.

Im Keller hat der erwählte Raum die Abmessungen von knapp 8 m x4,30 m. Also durchaus viel Platz um den Traum zu verwirklichen und dabei die ein oder andere Besonderheit einfließen zu lassen.

Ich habe überlegt, wie ich das ganze Projekt hier vorstellen kann bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach einzelne Punkte/Besonderheiten des Projektes in der Bauanleitung beschreiben werde, auch wenn es keine Bauanleitung ist. Anders weiß ich aber nicht, wie das ganze Sinnvoll gegliedert und mit Bilder ausgeschmückt werden kann.

Man wird in den einzelnen Bauanleitungsabschnitten immer wieder Zeitsprünge erleben (sachen sind plötzlich nicht mehr fertig, obwohl sie in einem früheren Abschnitt schon gezeigt wurden, usw.) Das liegt daran, dass viele Arbeiten nicht immer durchgehend hintereinander sondern auch im Wechsel und teilweise auch parallel ausgeführt wurden.

Um das ganze überhaupt kostenmäßig im Rahmen halten zu können habe ich, bis auf die Fußbodenheizung und den Estrich, alles selber gemacht und gebaut.
Auch der lange Bauzeitraum hat geholfen die Kosten zu verteilen.
Des weiteren habe ich versucht immer die günstigste Lösung zu finden. Anstelle von tollem MDF habe ich halt OSB genommen, um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Da die Heimwerkerei halt auch ein großes Hobby von mir ist, hat mir die Erstellung in den meisten Fällen (mal von ein paar blöden Arbeiten abgesehen) ähnlich viel Spaß gemacht, wie das Filme gucken ansich. Auch habe ich während diesem Projekt unglaublich viel gelernt.

Aber genug der Vorworte.... jetzt geht es los.... viel Spaß beim Lesen und Bilder gucken.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Technikraum

Aufgrund der tollen Größe des Raumes habe ich einen extra Technikraum gebaut. Ich wollte im eigentlichen Raum keine Technik sehen. Die Technikraumwand ist die hintere Wand, die in Ständerbauweise gebaut wurde.

Die hinteren Lautsprecher sind jetzt in der Wand eingelasse und vom Heimkino selber aus nicht zu sehen. (nur die Lautsprechergitter). Daher auch diese komischen Querträge. Darauf steht die Technik.

Ansonsten steht in dem Raum auch der Beamer und die komplette Anlage.

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Der Deckenkranz

Rings herum wollten wir einen Deckenkranz mit einer Spotbeleuchtung (die sind in der späteren Beschreibung noch zu sehen) haben. 
Der Deckenkranz bietet die Möglichkeit auch größere Kabelmengen versteckt führen zu können.

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Das Podest

Ziel waren 5 Sitzplätze in 2 Reihen. Vorne 2 und hinten 3 Plätze. Damit die hintere Reihe ebenfalls einen guten Blick auf die Leinwand hat, habe ich ein 30cm hohes Podest gebaut. Diese Höhe hat sich nach einem Test als gut herausgestellt.

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Der Ton war wichtig

Mir war der Ton sehr wichtig. Um von Anfang an einige grobe Fehler zu umgehen habe ich mich mit dem Thema Akustik auseinander gesetzt. Ein sehr komplexes und schwieriges Thema.
Ein paar einfache und günstige Baumaßnahmen konnten aber helfen den Ton merklich positiv zu beeinflussen.
Dazu zählen z.B große Eckabsorber die den Tieftonbereich positiv beeinflussen.
Das sind einfach Deckenhohe Holzgerüste mit Dämmmaterial drin, die den Ton absorbieren.

Da die Leinwand Schalltransparent ausgeführt wurde, stehen die Lautsprecher hinter der Leinwand ( wie im richtigen Kino ) . Diese Schalltransparenz wird erreicht, weil das Leinwandtuch kleine Löcher hat.
Damit man später aber nicht durch die Löcher hindurch sehen kann ist der Bereich hinter der Leinwand schwarz gestrichen worden.

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Die Leinwand

Wie angesprochen ist die Leinwand schalltransparent.
Da die Kauflösungen leider sehr sehr teuer sind, blieb nur der Selbstbau. Also habe ich mir ein spezielles Tuch in entsprechender Größe besorgt und dazu einen Keilrahmen aus dem Künstlerbedarf.
Die Abmessungen der Leinwand sind 3m x 1,70m.
Das Tuch wurde dann auf den Keilrahmen gespannt und das ganze in die Leinwandhalterung, die zuvor gebaut wurde, eingebaut.

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Optik des Raumes

Ich wollte ja keine technik sehen. Aber wie versteckt man die ganzen Lautsprecher.
Die vorderen 3 und der Subwoofer sind hinter der Leinwand verschwunden. Die hinteren Lautsprecher sind in der Rückwand integriert aber die seitlichen Lautsprecher mussten noch versteckt werden. Dafür haben wir Säulen gebaut, in die die Lautsprecher integriert wurden. Aus optikgründen haben wir das Säulenkonzept dann im ganzen Raum ausgeführt. Nur dann etwas kleiner als die Lautsperchersäulen.

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Lüftung

Falls man mal zu mehreren Leuten guckt und die Luft stickig wird, habe ich mit einer Lüftung die Möglichkeit die Luft aktiv im Raum auszutauschen.
In einer der Säulen gibt es einen Durchbruch in den Nachbarraum um die verbrauchte Luft aus dem Heimkino absaugen zu können. Sie wird dann in den Nachbarraum gepustet. Frische Luft wird aus dem Flur durch den minimalen Unterdruck dann wieder in den Raum gezogen.

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Elektrische Besonderheiten

Die nicht sichtbare Technik stellt mich auch vor gewisse Probleme. Ich muss ja trotzdem vom Heimkino aus alle Geräte bedienen können. Ich will ja nicht immer aufstehen.

Außerdem wollte ich vom Sitzplatz aus auch noch das Licht (2 Lichtkreise mit Dimmern), die Lüftung und die elektrische Leinwandmaskierung (dazu komme ich noch) bedienen können.

Also habe ich mir eine programmierbare Steuerung gelötet, die von meinem Android Handy aus Befehle entgegen nehmen und an die Elektrik weiter leiten kann. Außerdem kann sie vom einem PC erzeuge Infrarotbefehle entgegen nehmen. Die Steuerung schaltet dann entsprechende Relais und damit die Verbraucher wie Dimmer, Maskierung und Lüftung.

Die Steuerung habe ich als App am Handy selber entwicklet und programmiert.

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Farben

Was macht ein Kino aus ? Richtig. Es ist ein dunkler Raum. Je dunkler der Raum, desto beser das Bild. Also haben wir uns für ein freunliches Schwarz als Raumfarbe entschieden.
Aber damit das ganze auch aufgelockert wird, haben wir ein zur Couch passendes Rot für die Säulen genommen.

Die Decke haben wir mit schwarzer Tapete tapeziert. Damit man keine Zwischenräume zwischen der Tapete sehen kann, habe ich vorher die zukünftigen Nahtstellen schwarz vorgestrichen. Daher das Zebramuster. Diesen Tip haben wir aus dem Tapetenladen, die meinte, dass man ansonsten bei einer so dunklen Tapete selbst bei den Profis kleine Lücken sehen könnte.

Der Teppich ist ebenfalls schwarz. Damit man über die Stufen nicht stolpert haben sie AluLeisten bekommen. So ist ein toller Kontrast entstanden.

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Maskierung

weiter oben habe ich schon das Thema Maskierung angesprochen.
Jeder Film hat ein anderes Format. Kinofilme schwanken in der Regel zwischen 16:9 und 21:9. Um immer die perfekte Leinwandgröße zuhaben, habe ich eine Maskierung gebaut, die über die App gesteuert und verschoben werden kann.
Das sind im Endeffekt schwarze Balken, die von oben und unten das Bild einrahmen. So ist sichergestellt, dass man immer den optimalen Kontrasteindruck hat. In guten Kinos kann man das auch teilweise  beobachten, dass sich die Leinwandgröße verändert.
Gelöst habe ich das ganze mit Hilfe eines Rohrmotors für Rolladen, an dem verschiedene Seile hängen und über Umlenkrollen bis an die Maskierungsbretter geführt werden.

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Die Seitenwände

Zwischen den Säulen habe ich noch, ebenfalls für einen guten Ton, diverse Absorber gebaut, die die Erstreflektion des Tones an der Wand abfangen, bzw. abdämpfen sollen.
Das sind die horizontalen Kästen, die mit Basotect (ein spezieller Akustik-Schaumstoff) gefüllt wurden.
Die Schrägen Elemte über und unter diesen Kästen dienen nur der Optik. Gerade platte Wände waren uns zu langweilig ;-)

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Sonstiges

Hier noch zum Abschluss ein paar Impressionen aus dem Technikraum und hinter der Leinwand.

Ich hoffe Euch hat der Bericht ein wenig gefallen.

Mir ist klar, dass das eigentlich total bekloppt ist, was ich hier gebaut habe, aber es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht und das bald fertige Ergebnis macht mich auch ein wenig Stolz :-).

Das Filmerlebnis ist jetzt einfach unglaublich toll.

Ein paar Dinge bleiben aber noch zu tun. Diverse Leisten  müssen verlegt werden und ich möchte für neben die Sitzplätzen noch Ablageregale mit Becherhalten, Fernbedienungshaltern, Knabberzeugablage usw. bauen.


Rechtlicher Hinweis

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  1. Projekt des Monats

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