Haus von außen dämmen

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    7500 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Die Heizkosten wachsen Euch über den Kopf? Ihr wollt nicht mehr die Umwelt aufheizen, sondern Energie sparen? Aber Ihr glaubt, ein altes Haus zu dämmen ist ungemein teuer? Nein, das muss nicht sein. Wer sein Wohnhaus von außen selbst dämmt, spart doppelt: Zuerst beim Wärmedämmen, und dann bei den laufenden Kosten für Öl oder Gas!
Wenn Ihr daran denkt, Energiekosten zu sparen, ist es immer sinnvoll, sich zuerst alle möglichen Maßnahmen anzuschauen. Die einfachsten und preiswertesten Aufgaben sind, die Kellerdecken und das Dach zu dämmen. Beim Dachboden können der Fußboden oder die Dachflächen gegen übermäßige Wärmeverluste geschützt werden. Erstere Maßnahme ist dann zu realisieren, wenn der Dachboden klassisch nur als Abstellraum genutzt werden soll. Bei der zweiten Möglichkeit wird die Basis für zusätzlichen Wohnraum geschaffen.
Aber auch über andere Möglichkeiten, Energie zu sparen, solltet Ihr Euch informieren. Zum Beispiel über die Nutzung von Sonnenenergie durch Kollektoren oder Solarzellen. Aber als erstes ist es immer geboten, das Wohngebäude so gut wie möglich gegen Wärmeverluste zu schützen.
Ein Haus sollte, wenn möglich, immer von außen gedämmt werden. Dagegen sprechen manchmal optische Gründe, z.B., wenn das Gebäude einen besonderen Stil hat. Aber die Innendämmung von Wänden ist heikel, weil sich Kondenswasser in der Wand niederschlagen könnte. Und sollte daher niemals ohne Rat eines Architekten erfolgen.
Die Außendämmung ist vor allem dann angebracht, wenn die Hauswände sanierungsbedürftig sind und gar Wasser ziehen. Eine feuchte Außenwand lässt viel mehr Wärme abfließen als eine trockene. Übrigens, auch wenn Feuchtigkeit aus dem Kellerbereich die Wand hochzieht, sollte eine Sanierung zu allererst hier ansetzen. Hier lohnt sich in jedem Fall der Rat eines Experten, der Auskunft darüber geben muss, ob wirklich bedenkenlos gedämmt werden kann. Eventuelle Feuchtigkeitseinschlüsse in der Wand könnten sich sonst nach einer Dämmung unbeobachtet ausbreiten und großen Schaden anrichten.
Unser Beispielhaus, dessen Fassade gedämmt werden soll, wurde 1923 gebaut. Es hat 135 qm Fläche auf zwei Etagen. Die Außenwände sind verputzt. Ein Anbau von etwa 20 qm wurde in Fachwerkbauweise errichtet. Ein Zusatznutzen: Eine Außendämmung erlaubt es auch, dem Wohngebäude ein einheitliches Kleid zu geben.
Die Außenwand-Dämmung besteht aus Lattung, Dämmstoff (hier: Steinwolle), luftdurchlässiger Folie, Konterlattung inkl. Hinterlüftung sowie Profilbrettern aus kanadischer Fichte samt einem Anstrich aus Acrylfarbe. Als Wetterschutz, auch „Vorhang“ genannt, könnte man auch andere Materialien, wie beispielsweise Holzschindeln, verwenden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Handkreissäge
  • Tischkreissäge
  • Stichsäge
  • Spachtel
  • Pinsel
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Materialliste
  • 1 x kanadische weißgetauchte Fichte mit Nut und Feder 2,5cm stark | Material (120 qm)
  • 90 x lfm gehobelte Kanthölzer ( 6x8cm)
  • 60 x lfm Schalbretter ( 2x10cm)
  • 1 x schwarze Schweißfolie 0,2cm stark (120 qm )
  • 10 x Tuben Acryl (Dichtungsmasse)
  • 6 x Dosen Holzanstrich für den Außenbereich "Cape Cod" weiß
  • 40 x lfm Insektengitter
  • 10000 x Hartholz Fassadenschrauben Edelstahl C2 (TX154 x 45mm)
  • 600 x Rahmenschrauben Fräsenkopf, verzinkt (TX 307,5 x 152mm)
  • Angaben für 120 qm Außendämmung

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Kanthölzer schneiden

Um eine Dämm- oder auch Vorhangfassade zu bauen, benötigst Du zunächst eine Unterkonstruktion aus gehobelten Kanthölzern mit dem Querschnitt von ca. 8 x 12 cm. Die Kanthölzer werden auf Länge geschnitten und vorgebohrt.

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Die Kanthölzer befestigen

Die Kanthölzer befestigst Du im Abstand von 80 cm mit Dübeln und Kreuzschlitz-Schrauben (so genannten Spaxschrauben) senkrecht auf der Außenwand. Die vorgebohrten Löcher werden dabei als Schablone benutzt.

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Kanten ausklinken

Wenn die Latten an Kanten – wie hier an das Fenstersims – stoßen, werden sie entsprechend ausgeklinkt. An den Gebäudeecken stoßen die Kanthölzer direkt aneinander.

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Die Zwischenräume auskleiden

Die Zwischenräume zwischen den Kanthölzern kleidest Du mit kaschierter Außen-Steinwolle aus. Die Dämmstoff-Platten sollten heutzutage eine Stärke von 12 cm nicht unterschreiten.

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Die Folie antackern

Auf die Lattung tackerst Du nun eine beschichtete, luftdurchlässige Folie, die für die benötigten Formen entsprechende Einschnitte erhält. Darauf achten, dass das Material sorgfältig verlegt und an den Rändern überlappend befestigt wird.

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Die Querlatten anschrauben

Im Abstand von 80 cm schraubst Du waagrechte Querlatten (12 x 3 cm) über der Folie an die Kanthölzer. Wichtig: Der Luftraum zwischen der Folie und der Konterlattung bleibt frei! Unbedingt darauf achten, dass auch die Querbretter den Luftfluss nicht stoppen. Die Luft muss zirkulieren können, um etwaige Feuchtigkeit abzuführen, sonst würde die Dämmung durch Kondensat langsam zerstört.

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Das Kunststoff-Gitter einbauen

Als Abschluss zum Boden wird ein Kunststoff-Gitter gebraucht, das verhindert, dass Kleintiere in den offenen Zwischenraum eindringen können. Das Gitter wird von unten angesetzt und befestigt.

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Die Konterlattung aufschrauben und anstreichen

Auf die Konterlattung schraubst Du z.B. kanadische Fichtenbretter (12 x 3 cm) senkrecht auf. Der Abstand vom Erdboden beträgt ca. 15 cm. Die mit Nut und Feder versehenen und bereits weiß gestrichenen Schalbretter werden mit zwei Edelstahl-Schrauben je Querlatte befestigt. Die Endbretter werden entsprechend längs gekürzt und die Sägekante nachträglich sorgfältig gestrichen.

Die Köpfe der Edelstahl-Schrauben werden mit Acryl abgedeckt und später nochmals mit weißer Farbe überstrichen.

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Die Fertigstellung

Die Dämmarbeiten außen am Haus kannst Du – je nach freier Zeit – auch schrittweise ausführen. Eines ist aber gewiss: Wenn alle Arbeiten beendet sind, sinken die Kosten fürs Heizen deutlich. Aber auch aus einem anderen Grunde lohnt sich die Arbeit: Euer Wohnhaus hat sich vom hässlichen Entlein zum schmucken Schwan gemausert!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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