Frühstücksterrase

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    350 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ich habe im Sommer 2012 eine Frühstücksterrase geplant und zusammen mit meinem Sohn und meinem Neffen gebaut. Hier möchte ich vorstellen, wie ich dabei vorgegangen bin. Die Terrase ist aus Douglasienholz gebaut.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Stelle für die Terrase

Die Lage unseres Endreihenhauses mit einem süd-ost gerichteten Grundstück bietet Gelegenheit an der freien Seite, an der von früh morgens bis zum früh nachmittags herrlich die Sonne scheint, eine Frühstücktsterrase einzurichten. Die Idee schwebte lange im Raum, umgesetzt haben wir sie schliesslich im Sommer 2012.
Im Foto kann man die Stelle sehen, an der die Terrasse gebaut werden soll. Wie man sieht ist dort ein Weg, der vom vorderen Teil des Hauses bis zur (regulären) Terrase hinterm Haus führt.
Auf dem Foto sieht man, wie die jungen Männer (mein Sohn und mein Neffe) angefangen haben, die Pflastersteine zu entfernen, an der Stelle, an der der Weg unterbrochen wird.

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Unterbrechung des vorhandenen Weges

Zunächst mussten wir den vorhandenen Weg unterbrechen. Nach der Enfernung der Pflastersteine, mussten auch die Betonplatten, die den Rand des Weges bildeten ebenfalls entfernen.
Die Abmessungen der Terrase waren nicht von vornherein ganz festgelegt, sondern ergaben sich sozusagen "während dessen". Aufgrund der Platzverhältnisse und der Dielenabmessungen.
Wie gesagt, es handelt sich um eine zweite Terrase. Die "Haupterrase" ist hinter'm Haus.

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Den Untergrund bilden

Nach dem Entfernen des Weges wird der Bereich für die neue Terrase abgesteckt.
 
Danach wird die Muttererde entfernt und mit Sand ersetzt.
Der Rand für den Untegrund wird aus runden Betonpallisaden (aus 10er Elementen vom Baumarkt) gebildet.

Die Betonpallissade wird bis 1/3 in die Erde gesteckt und mit Estrichbeton fixiert. Dabei muss immer mit der Wasserwage auf die korrekte Position geachtet werden. Als Hilfestellung wird ebenso eine rote Schnur gespannt.


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Die Abschlüsse für den Weg

Der unterbrochene Weg muss natürlich auf beiden Seiten wieder geschlossen werden. Hierfür werden aus den entfernten Betonplatten, entsprechende Abschlüsse gebildet und mit Estrichbeton fixiert.

Für das Schneiden der Platten benutze ich eine Betonflex. Selbstverständlich trägt man dabei Atem-  und Ohrenschutz, sowie ganz wichtig (!) eine Schutzbrille ;-).

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Die Punktfundamente

Eine Besonderheit des Konzeptes bildet die Fundamentierung der tragenden Holzkonstruktion.

Um eine Bessere Durchluftung der Holzkonstruktion zu gewährleisten entscheide ich mich, bis auf die Stelle dicht an der Hauswand, für Punktfundamente.

Die Punktfundamente habe ich mir folgendemaßen ausgedacht. Aus PVC Rohr (DN150) werden Rohrstücke geschnitten. Die Rohrstücke werden bis mind. zu 1/3 in die Erde gesteckt. Der komplette Holhraum im Innen des Rohrs wird mit füssigen Estrichbeton gefüllt.

Bevor der Estrich trocken ist, werden ausserdem flache Metallverbinder an geeigneter Positionen in den Beton gesteckt, die später die Tragbalken fixieren. In den Fotos kann man das Konzept gut erkennen.

Zur Hauswand hin ruhen die Tragbalken auf Platten.
Der Abstand der Punktfundamente wurde natürlich genaustens nach einer statischen Berechnung (Trägerost-Theorie) ermittelt und mittels der Methode der Finiten Elemente  nochmals überprüft und optimiert ;-). Ha ha ha, wer's glaubt ist selber schuld.




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Unkrautschutz...

Damit uns kein Unkraut unter der Terrasse wächst, musste ein Unkrautvlies verlegt werden (aus dem Baumarkt). Es muss korrekt geschnitten werden, so dass an den Punktfundamenten keine Lücken entstehen. Dabei wird an der Stelle eines Punktfundamentes zwei sich kreuzende Schlitze im Vlies geschnitten, durch die das Rohr gesteckt wird.

Dann wird die ganze Fläche mit Kiessteinen gefüllt. Die Kieselsteine nicht vom Baumarkt holen(!); zu teuer, da sackweise verkauft. Ich, Anhänger geliehen, zum nächsten Kieswerk gefahren (bei mir fast um die Ecke) und eine Ladung Kieststeine gegen eine kleine Spende für die Kaffedose getauscht. So macht man das ;-).

Mit dem Vlies und den Kieselsteinen ist ein guter Schutz gegen Unkraut unter der Terrasse gegeben (so hoffe ich).


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Die tragende Rahmenkonstruktion

Nun kommt ein ganz spannender und wichtiger Teil. Die tragende Rahmenkonstruktion...ta ta tattaaa...
Hier bedarf es einer detallierten Plannung und Überlegung (!). Bevor alles fixiert ist, messen, prüfen, skizzieren, nochmals messen etc.

In welcher Richtung die Längsfugen der Dielen verlaufen bestimmt letzendlich die Ausrichtung der tragenden Konstruktion. In unserem Fall entschied ich mich für einen Verlauf der Längsfuge senkrecht zur Hauswand.

Der Grund dafür ist, dass die Terrase (upps, das hätte ich eigentlich am Anfang erwähnen müssen, aber es war mir selbsverständlich) ein Gefälle hat; bei uns sind das 3%. Wenn es regnet soll ja das Wasser ablaufen können. Unsere Terrassendielen haben auch Antirutsch-Rillen, daher war es naheliegend diese in Richtung des Gefälles laufen zu lassen. Mit einer Ausnahme(!)...

...bei den letzten Zentimetern der Terrase veläuft eine Diele in Querrichtung. Warum? tja, weil es schöner aussieht. Es ist halt Geschmacksache. Ich habe es in irgend so einem Prospekt gesehen und es hat mir gefallen...da dachte ich so mache ich das auch !.

Aber... dieses Detail hat auch eine entscheidende Auswirkung auf die tragende Konstruktion. Sowohl die längst laufenden Dielen als auch die Querdiele müssen in geeigneter Art und Weise mit der Unterkonstruktion verbunden werden. Daher ist eine Art "Verstärkung" der tragenden Holzkonstruktion in diesem Bereich erforderlich... In den Fotos sieht man es deutlich, was ich meine.
Es soll verhindert werden, dass die Querdiele "weg kippt" wenn man darauf steht.
 
Der Punkt ist, dass die Dielen mit "unsichtbaren" Schrauben verbunden werden... Oh je, jetzt habe ich es wohl doch verraten müssen (dass wollte ich erst im nächsten Schritt erwähnen). Durch diese Verbindungsweise wäre meine Querdiele quasi nur einseitig verbunden, was unweigerlich zu einem "weg kippen" führen würde.

Noch ein Detail, zwischen den Punktfundamenten und den tragenden Balken habe ich aus geräuschdämmenden Gründen Parketuntergrundfolie (hatte nocht einige Reste) gelegt. In den Fotos sieht man vielleicht diese  komischen blauen Stellen, das ist nämlich das Zeug.
 
Übrigens, die Stützbalken und die darauf liegenden Querbalken werden mittels metallischen L-Verbindern mit einander verbunden. Alles super solide!

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Anbringen der Terrasendielen

Wie bereits erwähnt, entschied ich mich für ein System, das es erlaubt, ohne sichtbaren Schrauben die Dielen zu fixieren. Ich soll hier keine Schleichwerbung betreiben, aber anhand der Fotos sollte jeder erkennen können, welches konkrete System hier gemeint ist. 

An jeder Diele wird von der unteren Seite an jeder Position eines Querbalkens ein Verbinder (aus Kunstoff) angebracht (unbedingt Schrauben aus rostfreien Edelstahl verwenden! ..die Redundanz sei an der Stelle erlaubt).
Im nächsten Schritt wird die Diele umgedreht und die überstehenden Enden der Verbinder werden von oben mit dem jeweiligen Querbalken verschraubt. Auch hierfür unbedingt Schrauben aus hochwertigem rostfreiem Material verwenden!. Die verschraubte Stelle wird mit der nächsten Diele verdeckt usw. und sofort. Eigentlich recht simpel und selbsterklärend.

Nun ja, es ist wirklich etwas teuerer im Vergleich zur herkömmlichen Methode. Aber mir war es halt wichtig keine Schrauben zu sehen.
Das war wohl das teuerste des ganzen Projektes(!). Aber es hat sich wirklich gelohnt :-) :-).

Ich musste sogar dabei doch ein besonderes Werkzeug kaufen (eine große Zwinge) um die Dielen im richtigen Abstand zu halten. Das bringt wirklich die nötige Präzision. Die Zwinge habe ich jedoch mittlerweile für andere Projekte verwendet. Insofern war es eine gute Investition.

Für den Abstand zwischen den Dielen habe ich improvisiert. Zunächst mit Metallstücken aus meinem IKEA Koffer (alles was bei Montagen so übrig bleibt). Danach probierte ich es mit Fliesenkreuzen und das klappte sogar sehr gut.




 

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Abdecken der Seiten und des vorderen Bereichs.

Aus ästhetischen Gründen müssen natürlich die Seiten sowie der vordere Bereich abgedeckt werden. Bei der Materialbeschaffung bitte unbedingt daran denken(!).

Schliesslich werden im Bereich der Wegunterbrechungen die Pflastersteine usw. wieder angebracht, für einen sauberen Abschluss.

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Die fertige Terrasse

Hier kann man sehen wie sie geworden ist. Unsere Frühstücksterrase, die so manche Party bereits überstanden hat.

Das war unser Sommerprojekt 2012. Ich hoffe es hat Euch gefallen!

Mir hat es viel Spaß gamacht. Die Jungs haben auch viel dabei gelernt...ich natürlich auch.

Einiges würde ich vielleicht ein nächstes mal (was ich nicht glaube) machen. Aber als Tipp für die jenigen die es noch vor sich haben: Ich denke es wäre ästhetischer, wenn die vorderen Ecken schräg in 45 Grad enden würden. D.h. jeweils an jeder Seite die äußerste Längsdiele und die Querdiele schräg zusammen laufen würden. Bei mir ging das nicht mehr, weil ich die Dielenlänge komplett genutzt habe und ich nicht "stückeln" wollte. Wie veilleicht bemerkt, wurden bei unserer Terrasse überwiegend komplette Dielen verbaut und das hat die Abmessung der Terrase (in der Richtung) bestimmt.
 
Daher immer gut überlegen, plannen, Skizzen anfertigen, messen, prüfen, etc.
 
Ich finde trotzdem, die Terrase ist schön geworden oder sagen wir fürs erste Mal nicht schlecht ;-).   
 


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