Frästisch mit Hubeinrichtung

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    300 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ich habe mir einen Oberfräsentisch selbst gebaut.

Als Grundlage habe ich einen Plan von Matthias Wandel verwendet. 

Die Maße habe ich übernommen, jedoch in der Fertigstellung einige Details angepasst.

Die recht hohen Kosten von 300 €sind geschätzt.Kostentreibend bei einem derartigen Projekt sind die zugekauften Artikel wie Halteplatte für die Fräse, T-Nut-Schienen und der Nullspannungsschalter.

Die Hubeinrichtung ist separat beschrieben und hier zu finden.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Rahmen und -verbindungen

Abweichend vom Plan habe ich für die senkrechten und oberen waagerechten Leisten 50x50mm, für die unteren umlaufenden Leisten 30x50mm verwendet. Außerdem habe ich oben 2 weitere Querstreben (30x40mm eingesetzt, die rechts und links der Fräse montiert sind (Auf Bild 8 zu sehen). Die weiteren Streben im Innern sind aus 20x50mm Leisten.

Im Plan ist vorgesehen, die einzelnen Rahmenteile mit Zapfen zu verbinden. Nach einigen Versuchen diese herzustellen und unbefriedigenden Ergebnissen habe ich mir eine Alternative überlegt:

Ich habe in die jeweiligen Querleisten eine Vertiefung von 10mm gefräst, in die die jeweilige senkrechte Leiste eingeschoben wird. (Bild 1 - 4)

Zur weiteren Verbindung habe ich 2 bzw. 4 10mm Holzdübel in die Stirnseiten der jeweilig senkrechten Leisten gesetzt. Zum Bohren der Löcher in die Stirnseiten der Leisten habe ich aus 2 Reststücken eine Schablone hergestellt, so dass die Löcher einen Abstand von 10mm zum Rand haben. Mit Dübelmarkierern habe ich die Lochpositionen dann auf die jeweiligen Querleisten übertragen. Die schmaleren 20x50mm Leisten habe ich je mit einem 6mm Holzdübel bestückt. (Bild 5)

Die seitlichen Verkleidungen aus 6mm Sperrholz sind in den Rahmen eingelassen in eine 6mm Nut. (Bild 6)

Dann den Rahmen verleimen (Bilder 7 und 8).

Auf den Bildern sind die unten überstehenden Eckleisten zu erkennen. Diese habe ich im Laufe des weiteren Baus bündig mit den unteren Querleisten abgesägt, Stattdessen habe ich eine 100x100mm 22mm dicke Sperrholzplatte druntergeschraubt und darunter Rollen. (Bild 9)

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Schubladenführungen

Die Schubladenführungen bestehen aus Holzleisten (Kiefer 20x30 und Buche 15x20).

Die Kieferleisten werden auf 50cm abgelängt, so dass sie zwischen die Rahmenleisten des Tisches passen. Die Buchenleisten werden 2cm kürzer als das Außenmass des Rahmens abgesägt. 

Dann die flachgelegte Buchenleiste mit der hochkant gestellten Kieferleiste an der Unterkante bündig verleimen und pressen. Dabei den Überstand der Buchenleiste auf beiden Enden gleichmäßig verteilen.

Nach dem Abbinden und Aushärten des Leims werden die Schubladenführungen an den Rahmen des Tisches verleimt. Zusätzlich wird noch an jedem Ende mit einer Schraube gesichert, da bei herausgezogener Schublade die gesamte Last auf dem vorderen Befestigungspunkt hängt.

Bei den jeweils untersten Schubladenführungen, die direkt auf den Rahmenleisten aufliegen, habe ich keine Schrauben gesetzt.

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Schubladen

Die Schubladen habe ich aus 6 und 12mm Pappelsperrholz angefertigt. 

Die Bodenplatte (6mm) auf das gewünschte Maß zusägen.

Vorder- und Rückseite (12mm)  der Schubladen gehen über die volle Breite, die Seitenteile (12mm) sind um 24mm kürzer als die Grundplatte und kommen zwischen Vorder- und Rückwand.

Als Blende kommt an die Vorderseite der Schubladen zum Schluß noch eine 6mm Buchensperrholzplatte die nach unten 10mm übersteht und so den Tiefenanschlag darstellt. Dann noch einen Griff dran und fertig.

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Innenverkleidung

Die Innenverkleidung um die Oberfräse herum besteht aus seitlich 6mm und unten 12mm Sperrholz. Die Platten sind mit Rückwandschrauben am Rahmen befestigt.

Die Verkleidung dient dazu, dass die Frässpäne sich nicht in den Schubladen verteilen.

Zusätzlich habe ich die noch vorhandenen Ritzen mit Silikon abgedichtet (Keine Ahnung, obs hält. Ist aber erstmal dicht.)

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Arbeitsplatte

Im Plan soll die Arbeitsplatte aus 2 Lagen Sperrholz bzw. MDF gefertigt werden. Ich hatte bezüglich der Verbindung der beiden Platten (Verleimen) meine Bedenken, das plan hinzubekommen. Im Baumarkt habe ich dann einen Rest einer Arbeitsplatte mit 90cm Tiefe gefunden. Davon habe ich mir einen 72 cm Streifen abtrennen lassen.

Um den Ausschnitt für die Grundplatte für die Oberfräse herzustellen, habe ich den Fräsrahmen von Geronimo nachgebaut. Ging damit super. Danke Geronimo.

Leider hat sich durch falsche Materialwahl der Fräser verabschiedet und durch zu hohe Hitzeentwicklung die Kante der Arbeitsplatte verformt und stand nun ca. 1,5 mm hoch. Also musste ein Lösung her, um nicht die gesamte Arbeitsplatte abzuschreiben.

Die Lösung fand sich in meinem Restefundus: Eine 22mm Multiplex. Also die Platte zuschneiden mit einigem Aufmass zur Aluplatte, die Ausfräsung vergrößern und die Multiplexplatte von unten mit Schrauben an der Arbeitsplatte befestigen.

Danach wieder eine Fräsung für die Aluplatte herstellen. 

Dann noch die Oberfräse an der Aluplatte befestigen und das Ganze einsetzen und festschrauben.

Die Arbeitsplatte wird mit 6 6x80 Spax von unten durch den oberen Rahmen verschraubt.

In die Oberseite der Arbeitsplatte sind noch T-Nutschienen eingelassen für den Fräsanschlag und einen Queranschlag.

Von diesen Schritten habe ich leider keine Bilder gemacht, daher nur von der bereits fertigen Arbeitsfläche.

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Hubvorrichtung

Die Hubvorrichtung habe ich in einem eigenen Projekt veröffentlicht, es ist doch sehr umfangreich und auch auf andere Tische zu portieren.

Die Beschreibung der Hubeinrichtung ist hier zu finden.

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Verkleidung der Rückseite

Nachdem alles soweit zusammen ist, habe ich die Rückseite des Tisches noch mit Sperrholzplatten verschlossen, damit hier ebenfalls nicht so viel Dreck in die Schubladen kommt.

Die Befestigung wieder mit Rückwandschrauben.

Die unteren Schubladen sind mit einer durchgehenden, die oberen je rechts und links mit einer schmalen Platte verschlossen.

Als letztes habe ich nach der Fertigstellung der Hubvorrichtung das obere, mittlere Fach verschlossen. So kann die Platte bei Bedarf entfernt werden, um besser an die Hubvorrichtung heranzukommen.

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Fräsanschlag

Der Fräsanschlag besteht aus einer 19mm Tischlerplatte, der Länge nach aufgetrennt und im 90°Winkel verleimt. Auf der Rückseite mit 4 Dreiecken verstärkt. Die beiden mittleren Dreiecke haben eine Deckplatte mit einer 35mm Bohrung, die gleichzeitig als Staubabsaugung dient.

An der Vorderseite sind 2 verschiebbare Anschlagbacken und eine T-Nut-Schiene montiert.

Die Sternmuttern habe ich aus 12mm Pappelsperrholz gefertigt. Wie die hergestellt werden, habe ich hier in Schritt 4 beschrieben. Es gab hierzu auch schon ein eigenes Projekt.

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Diverses und Sonstiges

Ein paar Sachen am Rande noch:
- Verbaut ist im Tisch eine Bosch POF 1200 AE
- Die Höhenarretierung habe ich deaktiviert durch Verstellen der Klemmschraube
- Der Einschaltknopf der Oberfräse ist mit einer Klemme aus Sperrholz festgestellt
- Am Tisch ist ein Nullspannungsschalter verbaut


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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