Fräslift mit Bowdenzugsystem

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    25 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Wie versprochen kommt hier nun das Projekt zum Fräslift mit Bowdenzugsystem.

Der Fräslift ist ein Teil meines aktuellen Projekts, dem Umbau meiner Woodstar BS 52 Tischfräse und wird als zusätzliche, handbetriebene Vorrichtung eingebaut. Sollte der Hubmotor oder ein anderes Bauteil einmal streiken, kann die Fräsarbeit damit dann trotzdem fortgesetzt und beendet werden.

Durch die "schlanke" Bauform, die man selbst an seinen Frästisch anpassen kann, ist man durch die flexiblen Bowdenzüge unabhängig in der Befestigungsposition.

Extra für dieses Projekt habe ich zwei Halterungen an meine alte GOF900ACE montiert, um das Bowdenzugsystem an der Oberfräse zu demonstrieren. Im Frästisch wird jedoch ein andere Fräsmotor verwendet.

Weil die verbauten Materialien noch in meinem Restebestand waren, schätze ich die Materialkosten auf grob 25,00 Euro.
 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Oberfräse
  • Stichsäge
  • Akku-Schrauber
  • Tischbohrmaschine
  • Frästisch
  • Stichsägetisch
  • Eisensäge
  • Schraubenschlüssel
  • Holzbohrer
  • Feilen
  • Kneifzange
  • Zollstock, Wikel, Bleistift
  • Leim, Zwingen, Schleifpapier
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Materialliste
  • 2 x Birke-Multiplex Restholz | MultiplexMaterial (20cmx4cm)
  • 2 x Sperrholz 10mm | Sperrholz (20cm x 9cm)
  • 2 x Birke-Multiplex Restholz | Multiplex (42cm x 8cm)
  • 2 x Birke-Multiplex Restholz | Multiplex (10cm x 8cm)
  • 3 x Sperrholz 10mm | Kiefer oder Sperrholz (8cm x 8cm)
  • 2 x Birke-Multiplex Restholz | Multiplex (10cm x 6cm)
  • 1 x Gewindestange M10 | Gewindestange M10 (50cm)
  • 1 x Alurohr 12mm / 10mm | Aluminium (30cm)
  • 3 x Muttern M10 Selbstsichernd | Inkl. Beilagscheibe (M10)
  • 2 x Einschlagmuttern | Mutter (M10)
  • 1 x Bowdenzug | Kunststoffbeschichtetes Stahlseil (ca. 120cm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Führungsschlitten und Rahmen

Aus zwei Reststücken Multiplex, 18mm, wurden zwei Streifen á 4cm Breite und 20cm Länge auf der Tischkreissäge gesägt.

An je einer Seite dieser Streifen werden mittig eine 6mm tiefe Hohlkehle mit einem 12er Hohlkehlfräser gefräst.

Wenn man beide Streifen dann lose zusammenlegt und das 12mm Alurohr mit 10mm Innendurchmesser genau passt, werden die Halterungen für die Einschlagmuffen gesägt.

Dazu beide Streifen zusammenlegen und vermittelt auf die Länge einen Abstand von 10-12cm anzeichnen. Mit der Stichsäge bzw. am Stichsägetisch werden die Makierungen dann auf den Radius der Einschlagmuffen eingesägt.

Die vier Spitzen der Einschlagmuffen habe ich mit der Zange zurückgebogen, dass sie abbrechen. Die Kanten mit der Feile etwas glätten. In meinem System sind zwei Einschlagmuffen eingebaut, wobei eine einzelne sicher ausreichend ist.

Beide Einschlagmuffen entgegengesetzt auf die M10er Gewindestange aufschrauben und in die eingesägten Schlitze in die Hohlkehle legen. Zwischen die beiden Einschlagmuffen wird dann das Aluminiumrohr mit 10mm Innendurchmesser und 12mm Aussendurchmesser eingepasst. Bei zwei Einschlagmuffen ist unbedingt darauf zu achten, das die Gewindestange sauber und nicht Schwergängig läuft, ggf. eine der Muffen leicht nachdrehen. Links und rechts mit einer Zwinge leicht fixieren.

Wenn alles passt und sauber läuft kann der Schlitten nun zusammengeleimt werden.

Oben und unten wird dazu je ein Streifen Sperrholz, 10mm stark mit 8mm Überstand zur Seite verleimt und mit kleinen Spaxschrauben fixiert. In meinem Fall mussten an den Sperrholzstreifen noch zwei kleine Schlitze pro Sperrholzstreifen mit dem Stechbeitel gemacht werden, weil der Durchmesser  der Einschlagmuffen etwas grösser ist als die Stärke der Multiplexstreifen.

Mit je zwei Spaxschrauben werden die kugelgelagerten Schubladenführungen in die entstandene Nut am Schlitten befestigt.

Die Rahmenteile entstehen ebenfalls aus 18mm Multiplex. Für meinen Frästisch und einem 100mm Hub wurde der Rahmen 42cm lang und 8cm hoch.

Zum zusammensetzen von Schlitten und Rahmen mit den Schubladenschienen wird an den beiden seitlichen Rahmenteile je ein Abstand von 25mm der Länge nach angezeichnet. Den Schlitten dann mit dem Gegenlauf der Schubladenschiene auf die Markierung legen und die Schraublöcher markieren. Beide Rahmenteile dann ausrichten und anschrauben. Den Schlitten muss man beim festschrauben vor- oder zurückschieben.

Nun noch die beiden kurzen Rahmenteile zurechtsägen und bündig mit den seitlichen Rahmenteilen verleimen und mit Zwingen fixieren.

Wenn der Leim abgebunden hat, müssen an den kurzen Rahmenteile noch die Löcher für die Gewindestange gebohrt werden. Zusätzlich kommt in diese Bohrung aber noch ein Stück Alurohr als Distanzstück für die Verschraubung. Die Bohrung muss also einen Durchmesser von 12mm haben.

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Bowdenzugaufnahme im Schlitten

Da zwar zwei Bowdenzüge zur besseren Kraftübertragung verbaut werden sollten, diese aber exakt gleich laufen müssen, wurde der Bowdenzugmantel am Rahmen unterbrochen, das Stahlseil im Schlitten umgelenkt und in den anderen Bowdenzugmantel zurückgeführt, ähnlich einer Umlenkrolle.

Die Bowdenzugaufnahme mit Umlenkung wurde aus 8mm Sperrholz gesägt. Dazu einen Halbkreis mit ca. 6cm Durchmesser aufzeichnen und die Enden des Halbkreises mit dem Winkel verlängern. Einen weiteren Halbkereis mit verlängerten Enden dann nochmals 5mm weiter innen anzeichnen. Auf der Tischstichsäge werden dann beide Markierungen sauber ausgesägt und anschliessend mit etwas Schleifpapier versäubert.

Beide Teile werden dann auf ein weiters Stück 8mm Sperrholz geleimt. Als Abdeckung wird ebenfalls Sperrholz der gleichen Stärke benutzt, diesmal jedoch geschraubt.

Die so entsandene Bowdenzugaufnahme wird dann auf den Schitten geleimt und mit den Schrauben der Abdeckung im Schlitten fest verschraubt.

Am hinteren Teil des Rahmens müssen dann noch die Bowdenzugdurchführungen gebohrt werden. Sauber vermessen, anzeichnen und von aussen im Rahmen mit einem 5mm Bohrer je ein 10mm tiefes Sackloch bohren. Mit einem 3mm Bohrer werden die Sacklöcher dann ganz durchgebohrt. (5mm für den Bowdenzugmantel, 3mm für das Stahlseil).

Nun kann die Gewindestange durch den Rahmen in den Schlitten geschraubt werden.

Mit Karosseriescheiben und selbstsichernden Muttern an den Rahmenenden bleibt die Gewindestage leichtgängig im Rahmen und bewegt nur den Schlitten. Zwei 19mm lange Aluröhrchen in den Durchführungen der kurzen Rahmenteile dienen als Distanzstücke beim verschrauben.

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Vorrichtung an der Oberfräse

Weil in meinem Frästisch ein anderer Fräsmotor benutzt wird, habe ich zu Demonstrationszwecken eine "schnelle" Vorrichtung für meine alte GOF900ACE gebaut.
(Man sehe es mir bitte nach, dass diese auf die schnelle nicht so ordentlich gebaut wurde.)

Da jeder eine andere Oberfräse besitzt und die Ausschnitte und Grössen dabei sehr unterschiedlich sind, wird eine Bauanleitung hierfür nicht gebraucht. Das müsste dann jeder selbst an seiner Oberfräse testen, weche Vorrichtung am besten wäre und auch passt. Bei mir wurden die Halterungen so montiert, das die Hubverriegelung dabei immer geöffnet bleibt.

Wichtig an den Halterungen sind hierbei nur, dass sie fest sitzen und je eine Bohrung für den Bowdenzug haben, wie im Arbeitsschritt 2 schon beschrieben.

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Bowdenzug montieren

Zur Montage des Bowdenzugs muss die Abdeckung der Bowdenzugaufnahme am Schlitten entfernt werden. In die Nut wird ein Stück vom Bowdenzugmantel eingepasst.
Das Stahlseil des Bowdenzugs durch die Bohrung am Rahmen ziehen, in die Schlittenaufnahme einfädeln und am anderen Ende des Rahmens wieder herausführen. Die Abdeckung wieder anschrauben.
Zwei  Bowdenzugmantelstücke mit der Kneifzange auf etwa 60cm Länge abschneiden und  die beiden, aus dem Rahmen heraushängenden Stahlseile einfädeln.
Die jeweils anderen Enden in die Halterungen an der Oberfräse einstecken und ebenfalls durchfädeln.
An die unteren Enden wurden je eine leicht aufgebohrte Kabelschuh-Ringzunge montiert bzw. gekrimpt. Sollte der Fräshub der OF auf 0 stehen, also ganz oben, muss man darauf achten, dass der Führungsschlitten auf ganz unten steht, also die Gewindestange bis zum Ende aufdrehen.
Durch diese Ringzungen dann die zwei Stangen schieben, die für den Parallelanschlag der meisten Oberfräsen beigefügt sind und in den Vorrichtungen festschrauben.

Fertig zum Testlauf.

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Handrad

Aus 12mm MDF, 4mm Sperrholz, einem Möbelkauf wurde mit der Oberfräse, dem Fräszirkel und dem Stichsägetisch schnell mal ein persönliches Handrad mit meinen Initialen gefertigt.

Dem Fräslift dann noch einen Boden und einen Deckel hinzufügen und die Gewindestange ist vor Staub und Schmutz geschützt.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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