Fräs- und Kreissägentisch

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Meine lang ersehnte Tischkreissäge fand nun endlich ihren Weg in meine Werkstatt. Da mein Platz begrenzt ist, musste ich meinen bisherigen Frästisch auflösen und ihn in eine Kombination mit der Tischkreissäge neu aufbauen.

Einige Sachen hätten einfacher gelöst werden können, aber ich versuche immer wieder neue Techniken auszuprobieren.

Auch fand mal wieder eine große Resteverwertung statt. Also nicht wundern wenn nicht unbedingt alles optisch zusammenpasst ;)

Innerhalb dieses Projektes habe ich auch ein kleines Hilfsprojekt mit eingebaut, für das es sich nicht gelohnt hätte ein eigenes Projekt zu erstellen.

Vorweg: Es gibt Projekte, da läuft mal was schief... bei diesem lief ziemlich viel schief *argh*...
Aber nicht´s davon war irreparabel bzw. man(ich!!!) konnte mit dem Ergebnis leben...
Entschuldigt die doch tlw. vorkommende Fäkalsprache...

Los geht's - Schritt für Schritt

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Sie ist da!!!

Einige von euch haben meine Odyssee mitbekommen. Planungen für eine Tischkreissäge gabs eigentlich seit Dezember 2015. Erst sollte es die PTS 10 werden. Dann, auch aufgrund der Berichte hier und eigener Erfahrung, umgeschwengt auf die Metabo TS 216 Floor.
Letztendlich dann noch ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen und mich für die GTS 10J aus der "Blauen Serie" entschieden. Hauptsächliche Gründe waren der, im Vergleich zu den anderen, große Tisch, das größere Sägeblatt, die Schwenkrichtung des Sägeblattes und der exorbitant geile Anschlag - wenn ich das mal so sagen darf. Auch die Qualität hatte mich bei einer "persönlichen Begegnung" mehr als überzeugt!

Man kann fast schon sagen, dass das ganze Projekt "Tischkreissäge" irgendwie bei mir unter keinen guten Stern stand. Das sollte sich auch während des Projektes fortsetzen.

Auf geht´s...

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Ist-Zustand

Ich habe ein Frästisch, ich habe eine Tischkreissäge aber was ich definitiv nicht mehr habe - Platz!!!
Also musste eine Planung her für einen Kombitisch, der auch mobil(auf Rädern) ist. Dann lass uns mal was hübsches mit SketchUp planen. Vorbilder hierfür waren die ach so vielen Kombitische bei Youtube!

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Planung

Grundsätzlich erst mal wieder SketchUp angeschmissen und alles geplant. Da die Planung bereits zu einem Zeitpunkt stattfand wo die Säge noch nicht bei mir in der Werkstatt stand und ich auch nirgendswo gesicherte Maßangaben gefunden hatte, wurden die Maße nachher noch angepasst. Dadurch fehlen jetzt die Schubladen unter dem Frästisch. Der Platz reichte hierfür einfach nicht. Einzig und allein die Arbeitshöhe stand fest - 89cm wie alles bei mir in der Werkstatt. Auch habe ich mich dafür entschieden Den Schrank unterhalb der TKS nicht von vorne sondern seitlich zugänglich zu machen. Der Grund hierfür war die Länge der zukünftigen Schiebeschlitten die ich dann direkt darunter lagern kann. Der Platz bei mir ist halt sehr endlich...

Material sollte wie bei allen meinen Werkstattprojekten hauptsächlich Konstruktionsvollholz(KVH), OSB-, MDF- sowie Siebdruckplatten sein. Das waren auch die einzigen Sachen die gekauft werden mussten, denn die Tiefen meiner Materialschubladen geben eine Menge Improvisationsmöglichkeiten :D

Auch sollten Teile wie die Räder und Schalter des alten Frästisches wieder verwendet werden.


Ausmaße: 1.10 breit * 0.70 tief * 0.89m hoch

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Rahmenbau

So nachdem ich die Planung mit der angekommen Säge abschließen konnte und diverse Maße angepasst hatte, gings an die Zuschnittliste.
Dann alles mit der Kappsäge abgelängt.

Ganz wichtig beschriften welches Bauteil wofür ist, und alle Maße nochmal überprüfen. Das könnte wichtig sein(Ironie)Aber später dazu mehr...

Alle Ausklinkungen angezeichnet und Mit der Zugsäge herausgearbeitet. Das Ganze dann mit Stechbeitel und Schleifpapier gesäubert.
Dann verleimt und verschraubt. Immer wieder auch den Winkel zur Hilfe genommen damit das auch im rechten Winkel ist.  Somit waren Tragrahmen unten und die beiden Rahmen fertig. Da war die Welt noch in Ordnung...


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Ständer

Die Ständer mit der Kappsäge auf Länge gesägt- 4 Lange und 2 Kurze. Dann an jedes Ende 4 Pockeholes gebohrt um damit diese mit den Rahmenelementen zu verbinden.

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Rahmen/ Ständer Zusamenbau

Eigentlich ne ganze einfache Geschichte. Ein Schrauber, viele Schrauben, Holzleim und los... eigentlich!
Beim Probelegen festgestellt dass die zwei kurzen Ständer um drei Zentimeter zu lang waren. Hatte, warum auch immer, die TKS-Höhe mit 30cm angenommen und nicht 33. Na gut, kann passieren. Da die Löcher schon da waren, mussten 2 neue her. Gesagt, getan!

Dann die Ständer mit dem Rahmen verleimt und  verschraubt. Das lief ganz gut. Nachdem ich 3/4 fertig hatte, viel mir auf, dass alle Schrauben am Ende etwas durchschauten, verdammte Sch***se!!!
Na Gut, muss der Flex halt herhalten. Das ganze dann schön über Nacht stehen gelassen. Am nächsten Tag die TKS schon mal Probe stehen lassen... meine Stimmung war nicht in Worte zu fassen...Ich hatte beim Zusammenbau die beiden oberen Rahmen vertauscht. Der größere war eigentlich für die TKS gedacht. Jetzt war er aber in der Position des Frästisches...
Ich mach jetzt mal ein langes "Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep" für die ganze Worte die durch meine Werkstatt schallten.
Ich mach´s kurz -  da die TKS sicher steht und nur wenige Zentimeter übersteht bleibt das so...

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Verkleidung mit OSB

Nichts weltbewegendes passiert. Zuschnitt mit der HKS und angeschraubt. Alles 16mm OSB

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Räder...

Die Räder von meinem alten Frästisch sollten weiterhin  genutzt werden.
Also angezeichnet, vorgebohrt und angeschraubt. Das waren zwei Lenkrollen mit Bremse und 2 nicht lenkbare Rollen.
Dann kurz ausprobiert... das klappt nicht wirklich gut. Der alte Frästisch war war nur halb so groß wie der neue Kombitisch. Da klappte das alles verhältnismäßig gut. Aber der Große lies sich nur sehr schwer und umständlich in der kleinen Werkstatt manövrieren... also noch eben 2 weitere Lenkrollen mit Bremse besorgt... Jetzt ist´s, zumindest das, perfekt!

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Ende Tag 1 - hoffen dass der Rest besser läuft...

Da lief einiges schief würde ich sagen... ich schieb das mal auf die Vorfreude und das Adrenalin... kann nur besser werden...

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Frästisch

Morgens zeitig hoch nach dem grauenvollen Vortag und direkt Maße genommen für die Deckplatten. Dann direkt zum Holzhändler und die Platten gekauft - Für den Frästisch 18mm Siebdruckplatte. Die ist schön glatt so dass das Holz wunderbar gleitet. Für die TKS 2 Platten. Eine 10mm und eine 19mm.Eigentlich war nur die 19er vorgesehen. Da ich mir aber in Summe genau 2cm Restlänge für die beiden erneuerten kurzen Ständer fehlten, musste ich noch 1cm Höhe mehr ausgleichen. Das war das kleinere Übel an diesem Tag...
Aber erstmal ganz normal weiter!
Zuhause den Ausschnitt für die Tischfräse gefräst damit mir nicht so viel Tiefe abhanden kommt. Dann die Löcher markiert durch die die Schrauben zu Befestigung der Oberfräse gebraucht werden. Dann die Platte schon mal provisorisch befestigt. Ausrichtung kommt später. Schön und gut.Das passt alles. Dann eben die Elektrik vom alten Frästisch abmontiert und neu angebracht. Es fehlte noch der Regalboden für den Fräslift. Kein großes Ding. Den Fräslift auch übernommen. Scheint ein guter Tag zu werden...

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*kruzitürken, Herrschaftszeitennochmal" was ist mit dir los Möller?!?

Also, jetzt hab ich mich ja wieder beruhigt. Folgendes ist passiert. Ich habe beim Anzeichnen der 3 Löcher für die Oberfräse die Fräse genau verkehrt herum gehalten. Jetzt werdet ihr sagen:
"Ja und? Der Fräskopf ist rotiert, verkehrt herum ist egal.Für die Funktion der Fräse ja aber... Ich muss, um den Fräskopf zu wechseln den Arretierung betätigen. Das geht nur seitlich von hinten. Er zeigte aber nach vorne und somit, aufgrund der Tischtiefe, nicht für mich erreichbar.
Langes abwägen ob ich damit leben kann 3 neue Löcher zu bohren oder ob ich eine neue Platte kaufen soll. Ich entschied mich für ersteres.
Also der einfachhaltshalber die Gleitplatte der Oberfräse angesetzt und die neuen Löcher angezeichnet, gebohrt und gesenkt. Dann wollte ich die Oberfräse anschrauben... aber... die Löcher waren wieder verkehrt. Ich hatte die Platte genau verkehrt aufgelegt udn somit waren die Löcher Spiegelverkehrt....
"nichtjugendfreiWortwahl"

Jetzt ist´s sowieso auch alle egal also noch mal drei markiert, gebohrt und gesenkt... jetzt passt es!!! Gottseidank...

12 21

Boden - Tischkreissäge

Den Boden einfach verschraubt. Das kann sogar der Möller!

Dann die Säge aufgesetzt. Jetzt musste "nur" der Frästisch in die genau gleiche Ebene mit der Tischplatte der TKS gebracht werden. un mit genau meine ich genau. Als Vermessungsingennieur bin ich da sehr penibel...
Das ganze hat ca. 1/2 Stunde gedauert. Alle  10cm am Rand eine Schraube und die entsprechende Unterlegscheibe. Von 0,2mm bis 3mm war alles dabei. jetzt ist die perfekt in einer Ebene mit dem Tisch der TKS...wenn man der Wasserwaage trauen kann :D

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Ende Tag 2 - Zwischenbericht

Die Fräsplatte sitzt genau in Waage mit der TKS. Der Fräslift funktioniert auch und die TKS bewegt sich keinen Millimeter...
Aber...die Fehler häufen sich.
Zuerst das Vertauschen der oberen Rahmen, dann der Höhenunterschied zwischen den beiden Tischen, ganz zu Schweigen  von den Bohrlöchern zum Befestigen der Oberfräse...

14 21

Besseres Handling - Griffe

Damit der Tisch halbwegs komfortabel zu bewegen ist brauchte er noch 2 Griffe. Einen an der Seite vom Frästisch und einen Mittig vor die Front. Ich hatte noch einen Handtuchhalter und einen wirklich nicht schönen Griff von... ehrlich gesagt hab ich keinen Plan wo der herkommt ?!?!?Beim Aufbohren der Löcher des Griffes passierte es. Wer nicht abwarten kann sich über den nächsten Schicksalschlag zu amüsieren springt direkt zum nächsten Arbeitsschritt...
Angeschraubt und gut. Gerade der Griff in der Tischmitte erleichtert das ganze extrem. Dadurch das er sich im Schwerpunkt des Wagens befindet kann man ihn, trotzt des hohen Gewicht fast einhändig manövrieren. 

15 21

So klein kann ein 2mm Bohrer sein... *argh*

Beim Arbeiten auf dem Werktisch rollte der kleine 2mm Bohrer vom Tisch auf mein Knie und unter den Tisch. Hier befinden sich aber der Mülleimer und der Späneeimer. Also entweder auf dem Boden oder in einem der beiden Behältnisse---und die waren beide voll!
Den Boden abgesucht- nix, den Mülleimer;alles mögliche aber nicht der Bohrer, dann den Späneeimer auf dem Tisch ausgeleert und mit dem Zollstock komplett durchwühlt. Im letzten Haufen hat er sich versteckt...
nächste Mal kauf ich einfach einen Neuen :(

16 21

Zwischenprojekt Anreißschablone für Topfbänder

Habe schon vor Monaten mir eine Anreißschablone für Topfbänder gebastelt. Hierfür habe ich aus dem Baumarkt eine Papierschablone mitgenommen, die auf eine 5mm MDF aufgeklebt und die Bohrpunkte markiert. In der Mitte noch ein Anschlag aufgeleimt, der genau der Breite entspricht, der zwischen einer Tür und Korpus sein soll. 

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vordere Tür

Direkt unter der Oberfräse sollte auch noch ne Tür sein. Zukünftig sollen hier verschiedenes Fräszubehör wie mein Fräszirkel ihren Platz finden. Erst mal geschaut was ich noch an Scharnieren vorrätig habe. Siehe da zwei, genau dafür Geeignete fanden sich dafür. Allerdings mussten dies noch in den Ständer versenkt. werden damit alles bündig schließt.
Also angezeichnet, Stechbeitel raus und rein das Loch! Passt rein, Klappe zugesägt und angeschraubt. Dann musste die Klappe auch noch irgendwie in Position bleiben. Sie sollte ja nicht beim Bewegen des Wagens einfach so aufklappen. Ein Türmagnet könnte Abhilfe schaffen.
Meine grauen Zellen erinnerten sich, dass irgendwo in einem Kasten sich noch welche verbergen.Jepp, recht gehandhabt! Nicht schön aber funktioniert. Sogar so gut, dass ich die Tür nicht ohne weiteres wieder aufbekam. Ich hatte den Griff vergessen. Und damit meine ich komplett vergessen. Hatte nicht mal in der Planung daran gedacht und auch so keinen mehr gehabt.
Ratlos und suchend durch die Werkstatt gehend entdeckte ich von meinem Whiteboard die Stiftablage. Da lässt sich doch was daraus machen. Also Flex rausgeholt, einmal längs mittig durchgeteilt und auf Länge gebracht. Löcher gebohrt und angeschraubt. Wirkt wie geplant :D

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seitliche Klappe

Seit Jahren sammle ich jegliches Topfband das beim Abbruch eines Schrankes zum Vorschein kommt. Einfach weil ich es zu schade finde sie wegschmeisen.. jetzt fanden doch tatswahrhaftig 2(!!!) ihre eigentliche Bestimmung, also... so fast...
An der linken Seite unterhalb der TKS wollte ich ein Klappe haben die sich nicht seitlich öffnet sondern nach unten. Dafür sind die Topfbänder zwar eigentlcih nicht unbedingt so gut geeignet aber für diesen Zweck reicht es allemal. Hier kam dann die Schablone aus dem vorherigen Arbeitsschritt zur Anwendung.
Angelegt, angezeichnet und mit dem 26mm Kunstbohrer die Löcher gebohrt. Nicht wundern, ich hab die sehr tief gebohrt. Grund dafür war, dass wenn ich die Klappe öffnen würde kein Stück des Topfbandes im Weg sein sollte - Sprich ich einfach etwas rausziehen kann, ohne es anheben zu müssen damit es nicht irgendwo gegen hakt. Also das Topfband eingesetzt, angezeichnet, die Bodenplatte wieder losgeschraubt und auf dem Werktisch das Loch mit dem Stechbeitel herausgearbeitet.
Die Platte wieder eingesetzt, Topfbänder rein und die Löcher an de Klappe angezeichnet. Das Gegenstück dran draufgeschraubt und eingesetzt. Passt, wackelt und hat Luft.
Auch hier musste noch ein Griff dran. ich hatte ja noch das Restück der Stiftablage :D
Gesagt, getan - alles bestens

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"Aufprallschutz"

Da die"Parkposition und Wartestellung" sich direkt an der Wand befindet habe ich an der Rückseite einfach auf die Fläche Stuhlgleiter angebracht. So geht auch nix kaputt wenn ich den Tisch evt. zu heftig gegen die Wand fahre...

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Fertig!!! Kleinigkeiten und evt. Verbesserungen

Ein paar Sachen fehlen noch. Zum einen zwei Profilschienen für den Frästisch.Der alte Anschlag dafür wird überarbeitet
Und, ganz wichtig, das Kabelgewirr muss auch noch beseitigt werden... Auch diverse Schiebeschlitten kommen noch.. aber das sind neue Projekte...

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Résumé und Vorfreude für zukünftige Projekte

Ich hatte noch nie, wirklich nie, auch nur annähernd so viele Probleme bei einem Projekt. Woran es lag, keine Ahnung. Vielleicht war ich einfach nicht richtig bei der Sache weil ich mich so sehr gefreut habe über die Säge...

 Letzendlich ist aber alles zu meiner Zufriedenheit und ich freue mich mittlerweile mehr als das ich mich ärgere :D

Bei vielen bevorstehenden Projekten wird mir der Kombitisch und hierbei vor allem die TKS das Leben extrem leichter machen bzw völlig neue Möglichkeiten mir eröffnen.
Erster Arbeitsauftrag liegt schon vor - eine Türverkleidung für das neue Dorfgemeinschaftshaus.

Des weiteren:

Esstisch Wohnzimmer
Highboard Wohnzimmer
Garderobe
Bett
Schranktüren für den Klamottenschrank und Küche...

Das Jahr ist irgendwie zu kurz für mich :D




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