Experimentelle Box aus Akazie

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    4 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Mein Projekt Vogelhaus war gerade fertig, da erwarb ich bei einem allgemein bekannten Lebensmitteleinzelhändler ein Holzfeuchte-Messgerät. Da ich ja doch öfter mit Palettenholz arbeite, schien mir das eine sinnvolle Investition. Leider kam die Apparatur nur verblistert, es musste also eine Aufbewahrungsmöglichkeit her. Da entsann ich mich wieder vorheriger Projekte, denn da waren noch kleine Abschnitte Akazienholz vom Projekt Fussboden im Atrium übrig, die bei besagtem Vogelhaus auch schon für Fensterrahmen herhalten mussten. Daraus sollte eine schöne Schatulle entstehen. Und ich wollte die Gelegenheit nutzen, neues zu probieren. Nämlich Fingerzinken mit der Kreissäge zu machen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • Deltaschleifer,  *
  • Tischbohrmaschine,  93896
  • Schleifpapier
  • Schlüsselfeile
  • Hammer
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Materialliste
  • Rest x Akazie
  • 1 x Schatullenverschluss
  • 2 x Scharnier
  • Leim
  • 8 x Kammzwecken
  • Rundstab (10 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zuschnitt und Verleimung

Um die Unterbringung dieses Gerätes geht es...
So sah das Ausgangsmaterial aus.
Erst mal in Streifen gesägt.
Dann versucht, die nötige Menge zu bestimmen.
So könnten die Brettchen aussehen.
Winkelleiste als Anschlag, Klebeband als Leimsperre.
Die ersten Brettchen sind gelegt...
...sowie geleimt und verspannt.

Der Plan war, das Material in kleine Leistchen aufzutrennen und dann Leimholzbrettchen selbst zu herzustellen. Klingt einfacher, als es ist...
Die vorhandenen Reststücke waren alle rund 13 cm lang und an beiden Längskanten angefast. Auf dem Stichsägetisch habe ich zunächst an jedem Stück eine Fase abgetrennt. Dann den Parallelanschlag auf ca. 10 mm eingestellt und die kleinen Leisten geschnitten. Dabei ging dann auch die zweite Fase über den Jordan. Da die Box breiter werden musste, als es die Reste von der Länge her hergaben, habe ich einen Teil der Leisten nochmal halbiert. So konnte ich die Brettchen mit wechselseitgem Versatz aus je einer ganzen und einer halben Leiste zusammenstellen. Um für die Verleimung einen fest Anschlag zu haben, wurde eine Metallwinkelleiste auf der Werkbank festgespannt. Als Leimsperre, damit sich nichts mit der Arbeitsoberfläche verklebt, habe ich ein paar Bahnen Tesaband aufgeklebt.

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Schleifen und Sägen

Die fertig geschliffenen Brettchen.
Das sollen linke, rechte, Vorder- und Rückseite werden.

Nachdem der Leim abgebunden hatte, habe ich zuächst mit dem Delta und einer 40er Körnung die Brettchen von beiden Seiten intensiv geschliffen. Das war nötig, denn zwischen den einzelnen Leistchen war zum Teil erheblicher Versatz. Das lag daran, dass das Akazienholz in der Stärke doch sehr differierte. Die Brettchen waren danach zwar frei Versätzen, aber leider nicht gleich stark. Also habe ich die vier Korpusteile (links, rechts, vorne, hinten), denn bei denen schien es mir mit Blick auf die geplante Zinkung am wichtigsten, nebeneinander eingespannt und mit dem Bandschleifer auf gleiche Stärke zu bringen versucht. Ist mir, offen gestanden, nur halbwegs gelungen. Diese vier Teile wurden anschliessend auf dem Schiebetisch auf gleiche Tiefe gesägt.

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Die Fingerzinken

Vorlage aufgeklebt. Man sieht auch den Versatz zwischen beiden Brettchen.
So soll es gesägt werden.
Arbeitsfortschritt.
Die ersten beiden Reihen sind gesägt.
Wegen der ungleichmäßigen Brettstärke wurden die Zinken etwas...
...länger. Das war beabsichtigt und wird noch wegschliffen.

Auf Youtube kann mal viele Videos sehen, die zeigen, wie man mit "einfachsten Mitteln" auf der TKS selber Fingerzinken sägen kann. Das nachzumachen gestaltete sich deutlich schwieriger als gehofft. Gerade die amerikanischen Videos zeigen den Vorgang mit sogenanten "Dadoblades", also Sägeblätter mit sehr großer Schnittbreite. Die nehmen in einem Rutsch locker einen Zentimeter weg. Ich habe aber nur eine PPS 7 und das Sägeblatt schneidet ca 2,5 mm. Also habe ich die Wahl entweder jeder Zinke nur genauso klein zu sägen, oder es mit mehreren Sägeschnitten zu versuchen. Ich entschied mich für letzteres. Damit ich eine Orientierung beim Sägen habe, habe ich mir in der Tabellenkalkulation eine Vorlage erstellt. Die Zellengröße habe ich auf 5 mm gemacht. Für den eigentlichen Sägevorgang wurden nun ein langes und ein kurzes Teil mit 5 mm Versatz mit Doppelklebband verbunden. Auf Kreppband klebte ich einen Abschnitt der Vorlage randscharf auf. Dann kam wieder der Schiebeschlitten zum Einsatz. Das Sägeblatt drehte ich auf eine Höhe aus, die etwas mehr als die Materialstärke ist. So wollte ich die nicht ganz gleichen Brettchenstärken kompensieren. Nun wurde entlang der Vorlage jede Zinke ausgesägt, jedesmal zwei Schnitte je Zinke. Der erste Versuch war nicht so dolle. Damit die Teile ineinander passten, musste ich noch ordentlich nachfeilen. Die anderen wurden allmählich besser, auch wenn das Ergebnis bei einer Gesellenprüfung wohl zum Durchfallen geführt hätte. Mir war das egal. Es ist mein erster Versuch, überhaupt mal sowas zu versuchen und da darf es auch gerne etwas weit von der Perfektion anderer entfernt sein.

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Deckel und Boden

Bodenbrettchen, fertig gefalzt.
Hier die Box mit Deckel und Boden trocken zusammengesteckt.

Für Deckel und Boden leimte ich ebenfalls zwei Brettchen zusammen. Diese wurden auf grobes Mass zurecht gesägt. Dann legte ich den trocken zusammengesteckt Kasten aus dem vorherigen Arbeitsschritt auf und zeichnete innen das Kantenmass an. Dann übertrug ich diese Anzeichnung auf die Rückseite (=spätere Sichtseite) um eine Orientierungsline für den verdeckten Schnitt zu haben. So wollte ich die Brettchen allseitig falzen um sie später mit der Box zu verleimen. Das Sägeblatt wurde auf halbe Brettchenstärke runtergedreht und dann die Fälze Bahn für Bahn gesägt. Dann habe ich die Zinkungen verleimt und Deckel und Boden trocken eingesteckt.

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Leimen, Schleifen, Spachteln

Leichte Überstände...
...wurden wegschliffen.
Deckel und Boden werden verleimt.
Nach dem Abschliff der Zinken...
...zeigten sich ebendort...
...erhebliche Spalten.
Zutaten für die Spachtelmasse: Schleifmehl und Leim
Die Spalten gefüllt...
...und abgeschliffen. Besser als ohne.
Nein, das ist keine andere Box. Nur eine andere Perspektive mit Blitz fotografiert.

Bevor ich Deckel und Boden verleimen konnte, musste ich erst noch an den Kanten einige Überstände wegschleifen. Dann wurde alles mit reichlich Zwingenkraft verleimt. Danach habe ich die überstehenden Zinken mit dem Delta plan geschliffen und dabei auch die Ungenauigkeiten von Deckel und Boden entfernt. Es offenbarten sich erhebliche Spalten im Bereich der Zinken. Ich entschied, dass ich an Spachtelarbeiten nicht vorbei käme. Da ich keine farblich passende Holzspachtelmasse da hatte und schlechte Erfahrung gemacht habe, was das Zusammenwirken von Spachtelstellen und Wachsen und Ölen angeht, habe ich aus Schleifmehl und Leim selbst etwas angemischt. Wenn man die Pampe zügig verarbeitet geht das recht gut. Nach 24 Stunden ging der Delta über die Spachtelstellen und hat bei der Gelegenheit die Kanten des späteren Deckels abgerundet.

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Auftrennung und Innenleben

Eingestellt und ausgerichtet: Jetzt oder Nie!
Leider etwas unscharf...Bie Box ist aufgetrennt.
Hier muss nun noch ein Innenleben rein...
...wofür ich zunächst ein weiteres Brettchen zusammenleimte.
Auf das Innenmass der Box zugesägt.
Position der Mulde/Löcher bestimmt, angezeichnet und...
...ausgesägt und gebohrt. Dumm gelaufen: Ein Bohrloch hat Versatz und...
...und eine Leimstelle ist aufgegangen.
Verleimung der Innenwände.
Verleimung Futterholz für die Batteriebohrungen.
LED im Weg.
Bohrung sorgt für Abhilfe.

Nun kam ein wichtiger, geradezu entscheidender Schritt. Die Box musste auf der TKS in "Unten" und "Oben" geteilt werden. Da meine selbstgeleimten Brettchen nicht 100%ig masshaltig geworden sind und die Box aufgrund ihrer Größe die Auftrennung in zwei Schnitten gemacht werden muss, drohte die Gefahr eines Versatzes. Langer Rede, kurzer Sinn: Es hat funktioniert. Der Versatz bewegte sich in einem "kann man beischleifen" Toleranzbereich.

Innenleben:
Die Box sollte eine Inneneinteilung bekommen und zwar mit einer Mulde für das Messgerät und Löcher für die Batterien. Da ich das Messgerät eher selten nutzen werde, wollte ich die Batterien nicht im Gerät lassen.
Ich erstellte mir ein weiteres Leimholzbrettchen aus den altbekannten Akazienstreifen und brachte es auf eine Größe, die möglichst genau in die Box passt. Dann zeichnete ich die Positionen für die Mulden bzw Bohrungen an. Das Bohren erfolgte an der Ständerbohrmaschine mit 10 mm Holzbohrer. Die Batterien passen jedoch mit ihrem Durchmesser nur in eine 11er Bohrung, so einen hatte ich aber nicht zur Hand. Wird später mit einem Spiralbohrer nachgebohrt. Der Muldenausschnitt erfolgte am Stichsägetisch.
Ich muss bei diesen Arbeiten unkonzentriert gewesen sein. Eine Bohrung ist mir aus der Flucht gegangen und beim Sägen ist mir eine Leimstelle aufgeknackt. Letzteres lies sich mit einem Tropfen Leim beheben. Die falsche Bohrung musste ich mit Rundholz verschliessen und neu machen.
Die weiteren Teile (Innenwände, Auflagehölzer für das Gerät, Unterfütterung der Bohrungen) habe ich nach und nach aus Resten gebaut und auch nicht jeden Schritt fotografiert.
Die Mulde für das Gerät hatte ich etwas zu genau gemacht, denn bei einer Passprobe stellte ich fest, dass es von seinem Kantenmass her genau passte. Nicht jedoch die kleine LED, die vorne hervorlugte. Ein 5 mm Bohrer mit angelegtem Konterholz sorgte hier für Abhilfe.

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Beschläge

Festlegen der Scharnierpositionen.
Aussparungen gefeilt.
Kleinste Bohrungen für die Kammzwecken.
Sorry, leider verwackelt...:-( Hier werden die Kammzwecken eingetrieben.
Scharniere montiert.
Verschluss ebenso.

Das einzige Geld, welches ich für dieses Projekt ausgeben musste, war für die Beschläge. Zwei sehr kleine Scharniere und einen Schatullenverschluss erwarb ich bei Hornbach für 3,50 €. Für die Scharniere verband ich Box und Deckel im geöffneten Zustand mit Klemmzwingen. Die Position der Scharniere wurde angezeichnet und dann mit der flachen Schlüsselfeile an Deckel und Box so ausgespart, dass es in etwa der Höhe des geschlossenen Scharniers entspricht. Ziel war es, die Scharniere teilverdeckt zu montieren. Da ich für diese Miniteile keine passenden Schrauben hatte, habe ich stattdessen kleine Kammzwecken genommen. Ich habe mit einem sehr kleinen Bohrer (müsste ein 0,8er gewesen sein) Vorbohrungen gesetzt und dann die Kammzwecken eingetrieben. Der Schatullenverschluss brachte seine eigenen Nägelchen mit, die ich auch verwendet habe.

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Abschluss und Fazit

Das fertige Innenleben...
...in die Box eingesetzt...
...und bestückt.
Außen schön...
...und innen ordentlich.

Fast fertig...
Ich schliff die Box mit 180er Papier innen per Hand aus. Dann wurde das Innenleben in die Box gesetzt. Leim war dafür nicht erforderlich. Es passt genau rein und klemmt sich fest.

Oberflächenbehandlung
Ich wollte eigentlich mal was mit Öl machen. Aber 10,- € für eine Flasche war mir der Spass nicht wert. Stattdessen hatte ich Probestücke mit Antikwachs, wie ich ihn auch schon hier, hier und dafür genommen habe, behandelt. Das Ergebnis gefiel mir aber nicht. Vom Vogelhaus wäre auch noch Beize dagewesen, aber die hätte mir das schöne Farbenspiel des Akazienholzes ruiniert. Also habe ich die Box unbehandelt gelassen. Mir gefällt sie so...

...und ich hoffe Euch auch.


Rechtlicher Hinweis

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