Esstisch mit Altholztischplatte

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    700 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Am Anfang stand der Wunsch der hübscheren (und natürlich besseren) Hälfte nach einem richtig großen und richtig alten Esstisch fürs Wohnzimmer. Er sollte zwar robust wirken, aber ohne den Raum zu erschlagen und trotzdem Platz für mindestens 8 Personen bieten. (Anm. d. Red.: Da wir nur zu zweit Leben und nur fünf Stühle besitzen ist sowas auch bitter nötig!)
Trotz wirklich langer und ausgiebiger Suche haben wir keine Tisch gefunden, der uns zugesagt hat. Also kam nur noch Eigenfertigung in Frage.
Bisher hatte ich mich nur mit kleineren Projekten beschäftigt, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben...
Es war relativ schnell klar, dass wir die Tischplatte fertig kaufen werden müssen, da Leimholzherstellung dann doch eine Wissenschaft für sich ist.
Fündig geworden sind wir dann bei der "Castle Line" genannten Serie eines niederländischen Leimholzherstellers. Ich gebe den Kontakt gerne raus, wenn ihn jemand haben möchte, bzw wenn es hier erwünscht/erlaubt ist. Die Platte ist aus alten, sehr rustikalen Eichbohlen gefertigt, mit Astlöchern, Rissen etc. Genauso wie wir es haben wollten.
Auch die Beine habe ich nicht selbst gefertigt, sondern bei einem Tischler machen lassen. Mein Weib wollte gerne sich nach unten hin verjüngende Tischbeine haben, und das in Form Hobeln war mir für das erste Projekt dann doch etwas zu ambitioniert.
Für die Zarge habe ich beim Holzhändler meines Vertrauens Buchenbohlen bestellt.
Die restlichen Kleinteile wie Zargenwinkel, Schrauben, Pflaster etc gab es dann im Baumarkt, Baustoffhandel und Drogeriemarkt. Zum Ölen der Platte wurde Möbel-Hartöl von Natural-Farben verwendet. Hier gab es mit Abstand die beste Beratung.
Für den Anstrich der Zarge wurde extrem matte Kreidefarbe von Painting-the-Past, Farbton "Historical White" verwendet.
Arbeiten konnte ich in der Kellerwerkstatt meines Schwiegervaters, der mir auch immer mit Rat und Tat beiseite stand.
Das Endergebnis ist 210 x 102 x 80 cm (l x b x h) groß, fast 90 kg schwer und schmückt unser Wohnzimmer jetzt seit gut einer Woche. Jetzt müssen wir nur noch ein paar Stühle anschaffen...



Du brauchst

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Werkzeuge
  • Handkreissäge
  • Tischkreissäge
  • Schlagbohrmaschine
  • Akku-Schrauber
  • Oberfräse
  • Schwingschleifer
  • Flachdübelfräse
  • Stechbeitel
  • Schreinerwinkel
  • Diverses Handwerkzeug (Schraubendreher, Zwingen, Richtlatte, Maßstab etc)
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Materialliste
  • 1 x Buchenbohle | Holz (4500 x 320 x 35 mm (l x b x h))
  • 1 x Tischplatte Eiche | Holz (2100 x 1020 x 40 mm (l x b x h))
  • 4 x Tischbeine Buche | Holz (80 x 80 x 760 mm (l x b x h))
  • 4 x Zargenwinkel | Metall (60x56 mm)
  • 2 x Winkel | Metall (Je nach Zargengröße)
  • 1 x Dose Möbelöl | Öl (750 ml, mehr als ausreichen)
  • 1 x Dose Farbe | Farbe (750 ml, mehr als ausreichend)
  • 60 x Schrauben | Metall (je nach Winkel, Klötzchen und Querstrebe)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung

Der Tisch sollte die Abmessung 2000 x 1000 x 800 mm (l x b x h) haben. Normalerweise haben Esstische eine Höhe zwischen 730 und 760 mm, da wir aber doch relativ hoch gewachsen sind, wollte ich die Höhe auf 800 mm haben.
Die Tischbeine habe ich beim Schreiner anfertigen lassen. Sie haben die Maße (oben) 80 x 80 x 760 mm (l x b x h). Mit der geplanten Plattendicke von 40 mm hatten wir damit die gewünschte Höhe erreicht.
Da die Platte an jeder Seite 100 mm über die Zarge überstehen sollte, musste die Zarge die Abmessungen von 1800 x 800 x 760 haben. Zieht man die Dicke der Beine ab, ergaben sich Längen der Zargenseiten von 1640 mm und 640 mm. Um noch ausreichend Beinfreiheit beim Sitzen zu garantieren, haben wir die Zargenhöhe auf 120 mm festgesetzt. Die Dicke wollten wir analog der Bohlendicke lassen (ca 30 - 35 mm).

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Zargenteile zusägen

Die Buchenbohlen, die ich bekam hatten ca die Abmessungen 4500 x 320 x 35 mm, waren sägerauh und unbesäumt.
Wir haben die benötigten Zargenteile sehr grob (auf jeder Seite ca 1cm Zugabe) aufgezeichnet und mit der Handkreissäge ausgeschnitten.
Anschließend habe ich die einzelnen Teile auf der Tischkreissäge winklig und auf Maß gesägt.

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Bauteile Schleifen + Kanten bearbeiten

Dann mussten die noch rohen Bauteile (Zarge + Tischplatte) natürlich geschliffen werden.
Gerät der Wahl war dabei der Schwingschleifer, die Arbeitsschritte sahen wie folgt aus:
- Schleifen mit 40er Körnung bis alle Rattermarken und Sägemarken weg waren
- Wässern
- Schleifen mit 80er Körnung
- Wässern
- Schleifen mit 120er Körnung

Bei der Tischplatte kam dann nochmal Wässern und ein ausgiebiger Schleifgang mit 220er Körnung hinzu. Um die Handschmeichleroberfläche durch die ganzen Äste und Risse nicht zu konterkarieren habe ich alle "inneren" Kanten mit der Hand nachgeschliffen.

Anschließend habe ich mit der Oberfräse und einem 45° Fasenfräser die Kanten angefast. Um die rustikale Optik nicht zu sehr weichzuspülen, habe ich die Fase nur auf 2 mm eingestellt.

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Tischbeine + Zarge vorbereiten

Um die Beine mit den Zargenbrettern zu verbinden haben wir spezielle Zargenwinkel mit Stockschrauben verwendet.
Dafür mussten wir an den Beinen eine ebene Fläche schaffen. Dazu haben wir uns eine Hilfskonstruktion gebaut, in der das Bein auf der Kante über die Tischkreissäge geschoben werden konnte. Dann noch mit Beitel und Hammer den Abschnitt entfernen und die Fläche glätten.

Anschließend musste das Loch für die Stockschraube vorgebohrt werden. Auch hierfür haben wir wieder eine Hilfskonstruktion gebaut, damit das Loch auch wirklich senkrecht und mittig sitzt.

Als letztes haben wir auf der Tischkreissäge die Nuten für die Zargenwinkel in die Zargenbretter gesägt. Hierbei ist wichtig, den Abstand zum Tischbein ca 2 mm größer als eigentlich nötig zu machen, damit der Winkel die Bretter beim Festschrauben an die Beine heranzieht.

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Nutklötzchen vorbereiten

Die Tischplatte sollte mit Nutklötzchen an der Zarge befestigt werden, um einem eventuellen Verzug entgegenzuwirken.

Dazu habe ich aus Abschnitten der Buchenbohlen einen Streifen gesägt und diesen mit Oberfräse, Tischkreissäge und Schleifer zu Nutklötzchen verarbeitet.

Anschließend mussten noch die Nuten in die Zargenbretter gefräst werden. Dazu habe ich eine Flächdübelfräse verwendet. Da die Nut dicker sein musste, als der Fräser war, habe ich in drei Durchgängen gefräst, jeweils mit ca 3 mm Versatz in der Höhe.

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Zusammenbau, Streichen und Ölen

Wenn alle Teile fertig und vorbereitet sind, geht es an den Zusammenbau.

Wir sind folgendermaßen vorgegangen:

- Winkel an die Beine schrauben
- Zargenbretter in die Winkel einhängen und festschrauben => Die Zarge steht nun von alleine
- Zargenwinkel mit Schrauben an den Zargenbrettern festschrauben
- Querbrett einsetzen und mit Winkeln festschrauben

Anschließend wurde die Zarge gestrichen und mit einem schützenden Sealer gegen hampelnde Neffenfüsse gesichert.

Dann die Platte auflegen und die Nutklötzchen anbringen. Hierbei ist wichtig sauber vorzubohren. Wir haben 4 mm Schrauben verwendet und mit 2,5 mm vorgebohrt.

Der letzte Arbeitsgang war das Ölen. Da wir die helle Farbe und den natürlichen Griff des Eichenholzes beibehalten wollten, haben wir uns für das Möbel-Hartöl mit Weisspigment von Naturalfarben entschieden. So feuert das Holz wenig an, ist gut geschützt und den Gnomen fällt auch nicht gleich die Zunge ab, wenn sie mal was Essen, was kurz auf der Platte lag.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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