Einen Ring um sie zu knechten...

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    0 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

... sollte es natürlich nicht sein. Da wir aber bei unserer Hochzeit vor beinahe 10 Jahren nicht das Geld dafür hatten, lebten wir die vergangene Zeit zwar glücklich verheiratet, jeddoch ohne Ringe. Zum Glück machen wir uns beide nicht viel daraus, von daher war es bisher kein Problem.
Irgendwie wurden die Einladungen fremder Herren an meine Frau zum Kaffee aber zuviel, daher kam immer wieder mal bei meiner Frau der Wunsch auf ,endlich mal doch Ringe zu besorgen...
Tja, kaufen kann theoretisch jeder. Mir ist aber dieser uralte Grundsatz "Die Eheringe müssen das dreifache Gehalt kosten" gelinde gesagt; suspekt. Was bleibt über? Genau. Selber machen. ;-)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Rohling drehen

Der Ring besteht aus "Inconell", einem hochwärmefesten und säurebeständigem Stahl der z.b. im Triebwerksbau verwendet wird. Da blieb irgendwann mal ein Stück übrig. Und man schmeisst ja nix weg...
Das Material ist sehr zähhart und ich verspreche mir davon eine recht hohe Haltbarkeit.

Der Ringrohling wurde mit jeweils 1mm Innen- und Aussen-Aufmass vorgedreht. Der Zapfen blieb erst noch dran, irgendwie muss man den Ring zur weiteren Bearbeitung ja spannen können.
Die Nut im Ringrohling ist eine kleine Besonderheit, dazu später mehr ;-)

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Drehmaschine in Aktion

Ein kleines Video beim Drehen. Bei diesem Material geht ohne Kühlung und Hartmetallschneidplatten gar nichts.

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Das Besondere...

Als kleine Besonderheit und um den Ring etwas aufwendiger und "wertvoller" zu machen, wurde die eingestochene Nut im Rohling mit Hartlot aufgefüllt. Das Lot hat eine recht hohe Schmelztemperatur und enthält neben Messing auch Silber. Gibt einen schönen Goldfarbenen Ton...
Dazu habe ich aus einem Abfallstück Rundmessing eine Tasche gedreht in die der Rohling eingelegt wurde. Dann aller schön gleichmäßig mit dem Schweißbrenner erwärmt und der Spalt dann mit Lot zulaufen lassen.
Im Eifer des Gefechts habe ich vergessen Bilder davon zu machen, hatte aber sowieso keine Hand frei...
Das Foto zeigt den gelöteten .... Brocken vor der Weiterverarbeitung.

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Den Ringrohling abstechen...

...und zur weiteren Bearbeitung wieder einspannen. Dann folgt das Entfernen von Material, das nicht nach Ring aussieht.
Man kann sogar schon eine wenig den goldfarbenen Streifen erkennen. Und Gott sei Dank, keine Lunker drin!

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Schleifen

Jetzt habe ich zuerst mit grobem, dann immer feiner werdendem Schleifleinen den Ring geschliffen. Zum einen in Form, zum anderen sollten auch noch sämtliche Unebenheiten entfernt werden.
Die Dreharbeiten konnte ich zum Glück in der Firma erledigen, den Feinschliff habe ich dann Zuhause erledigt. Dazu musste ich eine Aufnahme für die Ständerbohrmaschine bastlen. Diese besteht aus einer am Kopf kleiner gefeilten M8er Schloßschraube und einem Stück Kupferrohr, das ich etwas abgeschliffen habe. Kupfer deshalb, da es schön weich ist und den Ring nicht zerkratzt; und ich hatte das Stück gerade zur Hand...
Schmirgelleinen, Wasserschleifpapier und zum Schluß dann noch poliert...

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Fertig!

Nunja, fast... Zu einem Ring gehört eine Gravur. Durfte natürlich nicht fehlen.
Also den Proxxon Schleifer angeschmissen und mit einem ganz kleinen Diamantkugelfräser (in dem Zusammenhang grüße ich meinen Zahnarzt recht herzlich!) graviert.
Davon gibt es keine Fotos, es genügt wenn meine Frau weiß was da drin steht ;-)

Auf den Fotos sieht man noch, das der goldene Streifen nicht ganz durchgeht. Das erreicht man dadurch, das man den Rohling ganz wenig aus der Mitte spannt. Und da die ganze Geschichte auch noch ganz minimal geeiert hat, läuft der Streifen schön spitz und gleichmäßig aus. Und da ich das ein zweites Mal eh nicht mehr hinkriegen würde, bleibt dieser Ring ein Einzelstück. Ich selber würde ihn eh nie tragen und zum im Schrank liegen muss das wirklich nicht sein.
Die Fotos zeigen den Ring einmal unpoliert ( da kann man den Streifen besser erkennen) und dann fertig poliert. Meiner Frau hats gefallen und passen tut er zum Glück auch... ;-)


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