Ein neues Innenleben !

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    65 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Alles begann damit, dass die Beste Partnerin von allen sagte: „Wir ziehen zu Dir !“ …

… und damit sich und ihre beiden Kinder (damals 6 & 10 Jahre alt) meinte. :)

Mein altes Haus ist groß genug, verfügt nicht nur über reichlich Zimmer sondern auch über zwei Bäder. Lediglich eines der (Kinder-)Zimmer (in das sich die Kleine auf Anhieb verliebte hatte), ist aufgrund der Dachschrägen nicht für einen Standard-Kleiderschrank geeignet …

… was mir auf den ersten Blick aber auch nicht problematisch erschien, da sich in diesem Zimmer ein (vor gefühlt 100 Jahren) angepasster Kleiderschrank bereits befand.
Lediglich die Inneneinteilung dieses individuell gefertigten Schrankes machte mir Sorgen …
… sie war nämlich nicht vorhanden.
 
Nachdem ich den Schrank genauer begutachtet und ausgemessen hatte wurde mir schlagartig klar, dass dieser nicht nur keinen Boden hat und in keiner Ebene rechtwinklig ist, sondern der Korpus selbst auch nicht wirklich geeignet war um bei einer sinnvollen Innenaufteilung eine „tragende Rolle“ zu spielen.

Aber die Lösung war relativ schnell entwickelt:

Einbau eines stabilen, gut fixierten Bodens auf dem die gesamte Inneneinteilung aufbaut/steht und keinerlei Kontakt/Bezugspunkte mit den Seiten-/Rückwänden des vorhandenen Korpus hat.

Das aufwändige an dieser Lösung bestand darin, dass die Innenaufteilung bei maximaler Raumausnutzung ERST IM SCHRANK SELBST MONTIERT werden konnte ...

… die Alternative wäre zwar eine einfache Montage mit Schrauben außerhalb des Korpus, damit einhergehend aber auch eine ungeheure Verschwendung von Stauraum bei der Innenaufteilung, da durch die Konstruktion des vorhandenen Korpus (Öffnung) wesentlich kleiner (Breite & Höhe) gebaut werden müsste.

So entschied ich mich für die etwas aufwändigere Konstruktion aber dafür mit maximalem Stauraum.

Du brauchst

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Materialliste
  • 4. x Leimholzplatten | Fichte (2000 * 400 * 18)
  • 4 x Leimholzplatten | Fichte (800 * 400 * 18)
  • 2 x Leimholzplatten | Fichte (2000 * 300 * 18)
  • 1 x IKEA Kleiderstange | Metall (750 mm)
  • 24 x Bodenträger mit Rastnase | Metall
  • 16. x Minifx 15 Systemverbinder | Metall (15mm Durchmesser)
  • 3 x Schleifblätter 180/240/400 | Klett/Korund (150 mm Durchmesser)
  • 1 x Weiße Holzschutzlasur | Lasur

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialliste und Werkzeug

Die Materialliste
Im Prinzip besteht das gesamte Innenteil aus Fichte Leimholzbrettern in einer Stärke von 18mm und einer Breite von 400mm. Einzig die Bodenplatte (Grobmaße: 1.265mm breit, 530mm tief) wurde aus zwei(2) Leimholzbrettern mit einer Breite von 300mm hergestellt. Als Unterlage für die Bodenplatte wurden noch 6 Stücke 78*78mm Kanthölzer mit ca. 90mm Länge geschnitten.
 
Das Holz hat ca. 55,00€ gekostet, dazu kommt noch eine IKEA Kleiderstange für 6,00€ (Komplement, 750mm in weiß) ein paar Lamellos (Classic & E20), 24 Bodenträger mit Rastnase sowie 16 Stück Minifix15 Systemverbinder (beides von Häfele), 3 Blätter Schleifpapier (150mm für Exzenter mit 180/240/400er Korn) und etwas weiße Holzlasur von Bondex.

Warum Minifix15 Systemverbinder?
Abgesehen davon, dass ich noch etliche Minifix15 herumliegen hatte, sind die Minifix-Systemverbinder relativ einfach zu verbauen, haben eine ausreichende Spannkraft und nehmen auch eine kleine Ungenauigkeit beim setzen des Bolzens nicht wirklich übel.
Lediglich die Topfbohrung für die Gehäuse sollte von der Tiefe her exakt ausgeführt sein damit auch die maximale Spannkraft erreicht werden kann.
 
Warum Bodenträger mit Rastnase?
Durch die Rastnase wird das Bodenbrett (natürlich abhängig vom Material) relativ „(Ver-)Rutschsicher“ mit den Bodenträgern fixiert und es besteht keine Gefahr einen Regalboden Horizontal von den Bodenträgern zu ziehen.

Die Werkzeugliste
Neben dem normalen Handwerkzeug (Winkel, Zwingen, Maßband usw.) kamen noch eine kleine Akku-Handkreissäge mit Führungsschiene, ein Elektrohobel, eine Hand-/Bank-Bohrmaschine, eine Tischbohrmaschine, eine Kantenfräse mit Tauchkorb und Führungsschiene (System32 Lochung), ein Exzenterschleifer und eine Akku-Stichsäge zum Einsatz.

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Planung und Umsetzung

Der Innenschrank selbst hat die Maße 1.920mm hoch (ab Bodenplatte) und 1.204mm breit (400mm Regalböden links und 750mm Regalböden/Kleiderstange rechts) bei einer Tiefe von 400mm im linken Bereich (mit 4mm Hartfaser als Rückwand), und 540mm im rechten Bereich (von Tür bis Wand).

Zuerst musste die Bodenplatte hergestellt werden.
Dafür habe ich von den beiden 300mm breiten Leimholzbrettern die jeweils beste Seite ausgesucht und diese mit einem Schreinerdreieck markiert.
 
Das anschließende fügen ohne Hobelmaschine/Abrichte ist nicht wirklich ein Problem, wenn man beide Stoßkanten gleichzeitig in einem Strich abrichtet.

Durch das GLEICHZEITIGE fügen beider Leimkanten,  werden auch kleine Ungenauigkeiten sehr gut kaschiert und es ergeben sich keine offenen Leimfugen.
Dabei spielt es auch keine große Rolle ob wirklich im 90° Winkel zu Oberfläche gehobelt wird, allerdings ist es hilfreich  nicht allzu sehr vom rechten Winkel abzuweichen.

Das Verleimen beider Bretter habe ich mit klassischen Lamellos in den Leimkanten unterstützt (damit diese beim pressen nicht verrutschen) und mit "selbstspannenden Einschlaglamellen" auf der Unterseite.
Diese Einschlaglamellen werden idealerweise NICHT im 90° Winkel zur Leimfuge gesetzt, sondern leicht schräg mit ca. 80-85°.

Anschließend habe ich gemäß der Schrankinnenmaße die Bodenplatte exakt ausgeschnitten und den späteren Schrankaufbau „rechtwinklig“ darauf konstruiert/angezeichnet (ab hier leider keine Fotos :( ).
 
Die drei(3) Seitenwände sind mit der Bodenplatte und dem Oberteil sowohl mit Lamellos als auch mit dem Minifix-System verbunden. Die Lamellos sind nur einseitig geleimt um eine spätere Demontage zu ermöglichen.

Der erste Boden unter der Kleiderstange ist ebenfalls mit dem Minifix-System mit der rechten und mittleren Seitenwand verbunden um den Korpus zusätzlich zu stabilisieren.
Dafür musste an der Unterseite dieses Bodens die Führung für die Bolzen ausgefräst werden, damit ich beim späteren ZUSAMMENBAU IM SCHRANK, diese Ablage von oben auf die Bolzen legen und danach mit den Minifix-Gehäusen verspannen konnte.

Die Seitenwände wurden mit der Oberfräse und einem 5mm Spiralnutfräser im System32 zweireihig gelocht um später die Regalböden frei über die gesamte Schrankhöhe platzieren zu können (nicht im Bereich der Kleiderstange).

Zur Stabilisierung des Korpus wurde auch eine 4mm starke Rückwand (zwischen linker und mittlerer Seitenwand) eingebaut.

Da diese Rückwand erst „im Schrank“ eingesetzt werden kann, wurde die linke Seitenwand, die Bodenplatte und das Oberteil über die gesamte Breite mit einer 4mm Nut gefräst.  Die mittlere Seitenwand wurde exakt um das Nutmaß in der Tiefe verkürzt damit die Rückwand rechts eingesetzt und dann nach links in ihre endgültige Position verbracht werden kann.
 
Da die Rückwand nicht mit Nägeln oder Klammern fixiert werden konnte, wurden die Nuten "spack" ausgeführt. Das ergab zwar einen wesentlich höheren Aufwand für das einsetzen erfüllt aber den gewünschten Zweck der hohen Stabilisierung des Korpus.

Nachdem ein Probeaufbau in der Werkstatt perfekt gelang, wurden alle Teile wieder getrennt.

Der 1. Schliff erfolgte mit 180er Korn und anschließend wurde mit 240er Korn feingeschliffen. Danach erfolgte ein erster Anstrich mit der weißen Bondex-Lasur.

Nach der Trockenzeit wurde nochmals mit 400er Korn die aufstehenden Holzfasern gekappt und ein 2. finaler Anstrich aufgebracht.
 

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Auf- und Einbau

Der Zusammenbau des "neuen Innenlebens" im Schrank war dann auch relativ schnell erledigt (mit Ausnahme der wirklich "Spack" sitzenden Rückwand).

Mit dem Ergebnis bin ich (und die Mutter meiner Beutekinder) zufrieden. ;)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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