Ein kleines Regal

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Vor einiger Zeit habe ich mir einen Werkzeugschrank gebaut. Irgendwann habe ich angefangen, meine Beize und Lacke und das, was man noch so zum Endbehandeln von Holz braucht, da hinein zu stellen. Da es aber ein Werkzeug- und kein Beizschrank ist und die Flaschen viel Platz wegnehmen (der Schrank ist etwa 25 cm tief, die Flaschen um die sieben, und hintereinander stellen will ich sie nicht), habe ich beschlossen, ein kleines Regal zu basteln, das alles für die Holzbehandlung aufnehmen soll.

Gedauert hat es ein Wochenende (am ersten Tag zusammenbauen und verleimen, am zweiten wachsen und ausdünsten). Die Kosten liegen bei ca. 10 Euro - das meiste ist für Schellack und Wachs draufgegangen, das Holz hatte ich zum größten Teil noch rumliegen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Winkel
  • Markiermesser
  • Fuchsschwanz
  • Stecheisen
  • Bleistift
  • Holzhammer
  • Nuthobel
  • Putzhobel
  • Schweifhobel
  • Holzleim
  • Zwingen
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Materialliste
  • 2 x Leimholzplatte | Kiefer (180 * 600 * 18)
  • 3 x Leimholzlplatte | Kiefer (80 * 600 * 18)
  • 1 x Leimholzplatte | Kiefer (200 * 600 * 27)
  • 1 x Leimholzplatte | Kiefer (200 * 750 * 27)
  • 11 x Rundstab | Kiefer (10 * 80)
  • 1 x Sperrholzplatte | Kiefer (6 * 800 * 600)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Zuschnitt

Für den Holzzuschnitt quer zur Faser hat sich folgende Methode bewährt: Mit dem Messer ziehe ich eine Linie an der Stelle, an der das Brett abgeschnitten werden soll. Diese Linie wird von der Abfallseite her mit dem Stecheisen verbreitert - so erhalte ich eine kleine "Wand", gegen die ich die Säge lehnen kann. Die Kerbe winkle ich auf die übrigen drei Seiten um - dadurch wird der Ausriss minimiert. Dann säge ich das Brett ab - um nicht ins Werkstück zu sägen, verkante ich die Säge so, dass sie ein klein wenig ins Abfallholz schneidet (exakt gerade zu sägen ist eine Kunst, die ich noch nicht beherrsche...).

Dann wird mit dem Hobel das Hirnholz glatt gehobelt, bis alle Kanten rechtwinklig sind - Achtung: Nicht den Hobel über die ganze Länge ziehen, sonst reißen die Fasern am Ende aus! Das kann man verhindern, indem man von beiden Seiten bis etwas über die Mitte hobelt, oder ein Stück Restholz gegen das Werkstück klemmt - dann reißen dessen Fasern aus und nicht die des Werkstücks...

Gibt es kein Abfallholz - beispielsweise weil das Brett lang genug ist, um mehrere Stücke daraus zu schneiden -, ziehe ich eine zweite Linie mit dem Messe. Der Abstand beider Linien ist etwas größer als das Sägeblatt breit.

Für Schnitte entlang der Holzfaser gehe ich anders vor: Ich zeichne - mit dem Bleistift - eine Linie und Säge dann das Brett an der Abfallseite entlang dieser Linie ab. Dann hoble ich das Brett bis zur angezeichneten Linie herunter...

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Die Nut

Die Seiten- sowie das Oberteil des Regals erhalten eine Nut, die später die Rückwand aufnehmen soll. Für die Herstellung einer solchen bietet sich ein Nuthobel an (er bietet sich nicht nur an, sondern drängt sich förmlich auf ;-)). Dabei gibt es nur ein kleines Problem: Wenn ich das Werkstück im Schraubstock einspanne, ist die vordere Backe des Schraubstocks im Weg - so kann ich keine Nut ziehen...

Das ist dann der Moment, in dem eine Einhandzwinge ganz groß rauskommt: Ich spanne das Werkstück in die Zwinge und die Zwinge in den Schraubstock. Wenn das zu wackelig sein sollte, fixiere ich das Werkstück noch mit einer zweiten Zwinge auf der Werkbank. Dann ist nichts im Weg, so dass ich ohne Probleme meine Nuten hobeln kann...

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Die Holzverbindungen

Bei den Holzverbindungen handelt es sich um eine einfache Verbindung mit Schlitz und Zapfen. Deren Herstellung ist nicht weiter schwer: Mit dem Messer wird eine Linie an der Stelle angerissen, an der der Schlitz entstehen soll. Dann wird das Werkstück, das in die Verbindung passen soll, an den Schnitt gehalten und auf der anderen Seite mit dem Bleistift eine Linie gezogen (nicht mit dem Messer, dazu gleich mehr). Der Schlitz wird dann mit dem Stecheisen etwa auf die halbe Breite ausgestemmt. Dann nehme ich das Werkstück, das in den Schlitz passen soll, ziehe es stramm gegen die erstellte Kante. Mit dem Messer setze ich auf der anderen Seite eine Markierung, an der ich den Winkel ansetze und einen Schnitt setze. Deshalb auch am Anfang der Bleistift: Der Schnitt liegt nicht immer exakt auf der Messerlinie...

Ist alles auf die gewünschte Tiefe ausgestemmt (der letzte Rest kann mit dem Grundhobel erledigt werden), folgt die Passprobe: Das Werkstück wird in den Schlitz gesteckt. Wenn das Holz nicht gequetscht wird und das Werkstück beim Anheben nicht herausrutscht, ist es genau richtig. Sollte es allzu stramm sitzen, ist es einfacher, ein Stück abzuhobeln als den Schlitz zu verbreitern...

Von diesen Verbindungen benötige ich ein paar mehr: Zwei pro Regalboden, zwei für die Oberseite und zwei für die Leiste unter dem Boden. Das ist nicht weiter kompliziert - eigentlich ist es nur eine Fleißarbeit.

An den Enden der Regalböden säge ich kleine "Nasen" aus: Die Schlitze habe ich absichtlich nicht genauso lang gemacht wie die Regalböden. Dadurch habe ich den Vorteil, dass die Schlitze nicht aus Versehen ein kleines Stückchen zu lang geraten und dann eine Lücke sichtbar wird...

Unter dem letzten Regalboden will ich noch eine Leiste haben, in die ich ein paar Rundstäbe einlassen, an denen ich dann etwas aufhängen kann. Auch dafür fertige ich einen Schlitz, allerdings entlang der Faser (die Schlitze für die Reaglböden sind alle quer zur Faser). Hierfür setze ich das Stecheisen an und schlage im Abstand von zwei bis drei Millimetern kleine Stücke heraus.

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"Hübsch machen"

Zum Aufhübschen habe ich beschossen, die Seiten des Regals abzurunden. An der Unterseite zeichne ich mit dem Zirkel einen Viertelkreis (es muss nicht unbedingt ein Zirkel sein, ein Blumentopf, Kaffeebecher oder ähnliches tut's auch). Mit dem Stecheisen stemme ich dann das Holz weg, bis ich Fast an der Linie angekommen bin. Den Rest erledigt die Raspel.

Für den Bereich zwischen Boden und Deckel klemme ich ein Stahllineal in eine Zwinge, bis ich einen Bogen habe, der mir gefällt, und ziehe eine entsprechende Linie. Dann setze ich mit einer Säge alle zwei bis drei Zentimeter sogenannte Entspannungsschnitte, die knapp über der Bogenlinie enden. Den Großteil entferne ich mit dem Stecheisen. Dann hoble ich mit dem Schweifhobel das restliche Holz bis zur Linie weg.

Das sieht gefälliger aus als gerade Seitenteile...

Außerdem will ich den Deckel sowie die Vorderseiten der Regalböden abrunden. Das geht mit dem Putzhobel: Ich fange an den Seiten an. So kann ich einen eventuellen Ausriss später noch korrigieren, wenn ich entlang der Faser hoble. Um allerdings den Ausriss zu minimieren, halte ich den Hobel diagonal zur Faser und zur Fläche. Dann hoble ich in einem Winkel von ca. 45° (es spielt keine Rolle, ob es 44° oder 46° sind) ein wenig weg. Jetzt kippe ich den Hobel auf etwa die Hälfte, hoble wieder etwas weg und kippe den Hobel ein weiteres Mal auf etwa die Hälfte... So runde ich nach und nach die Seiten ab.

Sind die Seiten abgerundet, kommt die vordere Kante dran: Die wird auf dieselbe Weise abgerundet - mit dem Unterschied, dass ich den Hobel gerade halten kann. Ist der Deckel fertig, kommen die Regalböden dran - hier nur die vordere Kante.

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Die Leiste und das Verleimen

Unter dem Boden will ich noch eine Leiste haben. In diese Leiste bohre ich Löcher, in die ich Rundstäbe einsetze.

Notiz an mich: Nächstes Mal entweder mehr Rundstab kaufen oder die Stäbe einen Zentimeter kürzer machen - dann kriege ich auch genug raus ;-)

Dass mir jetzt ein Stück fehlt, ist mir peinlich, aber nicht weiter schlimm - muss dann nur beim Finishing aufpassen: Leim hält nicht auf Schellack.

Bis auf diesen kleinen Fauxpas ist aber alles soweit fertig, dass ich ans Verleimen gehen kann. Ich gebe Leim in die Schlitze, setze die Böden ein und verpresse alles mit genügend Zwingen.

Ich messe noch schnell die Diagonalen - wenn die gleich lang sind, ist das Ganze rechtwinklig. Wenn nicht, kann ich es jetzt (wo der Leim noch flüssig ist) mit den Klemmen korrigieren (Fotos vom Verleimen habe ich nicht gemacht).

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Die Aufhängung

Das Regal soll an der Wand im Schuppen hängen. Für die Aufhängung gibt es sicherlich viele Möglichkeiten, ich habe mich jedoch für etwas entschieden, dessen deutschen Namen ich nicht kenne. Im Englischen heißt das "French Cleat".

Das ist ein ziemlich simples Prinzip: Eine Leiste wird diagonal in zwei Teile gesägt. Ein Stück wird an die Wand geschraubt, das andere ans Regal. Wird nun das Regal an die Wand gehängt, ziehen sich die beiden Leisten ineinander - je schwerer das Regal wird, desto besser hält es.

Die Leiste für das Regal wird an den Regaldeckel und die Rückwand (die ich in die Nut eingesetzt habe - das muss ich wohl nicht weiter dokumentieren...) geleimt und zusätzlich noch mit dem Deckel verschraubt (ich bin nicht sicher, dass das zwingen erforderlich ist, will aber auf Nummer sicher gehen). Dann wird das Regal probeweise an die Wand gehängt - und siehe: Es hält!

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Abschlussarbeiten

Das Regal hängt im Schuppen - der ist zwar trocken (zumindest ist das Dach dicht), aber nicht wirklich von Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit geschützt. Auch wenn Kiefer da relativ unempfindlich ist (Buche ist da wesentlich anfälliger), will ich doch ein wenig an der Haltbarkeit schrauben. Ich bestreiche das ganze Regal mit Schellack. Ist diese Schicht getrocknet, nehme ich etwas Stahlwolle und massiere damit Möbelwachs ein. Zum Schluss bürste ich das überschüssige Wachs mit einer Schuhbürste ab.

Das Wachs zieht zügig ins Holz ein - eine perfekte Haltbarkeit habe ich damit sicherlich nicht erreicht, aber besser als nichts ist es allemal. Außerdem finde ich, fühlt sich gewachstes Holz gut an...

Zum Trocknen hänge ich das Regal im Schuppen an die Wand. Wenn das Wachs eingezogen ist (schätze, in ein oder zwei Tagen), werde ich es bestücken...


Rechtlicher Hinweis

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